Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Android: Beschwerde gegen Googles Trackingpraxis

Dieser Artikel stammt von Netzpolitik.org.Der Autor ist...

Verschneites Labyrinth von oben

Max Schrems hat bei der französischen Datenschutzbehörde eine Beschwerde gegen Googles „Android Advertising Indentifier“ (AAID) eingereicht. Mithilfe der Werbe-ID tracked Google Daten, die Aufschluss über das Online- und Offlineverhalten von Android-Nutzer:innen geben. Laut noyb, der von Schrems gegründeten Datenschutzplattform, sei für die Verwendung des Trackers die eindeutige Zustimmung der Nutzer:innen erforderlich. Dieser Verpflichtung komme Google jedoch nicht nach.

Die Werbe-ID besteht aus einer Identifikationsnummer, mit der Smartphones eindeutig identifiziert werden können. Neben Google nutzen auch Drittanbieter die Werbe-ID, um Werbeprofile zu erstellen, personalisierte Werbung zu schalten und die Konsumgewohnheiten der Nutzer:innen zu analysieren.

Millionen Menschen betroffen

Für Stefano Rosetti, Datenschutzjurist bei noyb, sei das Ausmaß der Überwachung verblüffend: „Fast alle Android-Nutzerinnen scheinen von dieser Technologie betroffen zu sein,“ betonte der Anwalt in einem Gespräch mit der Financial Times. Er hoffe deshalb auf ein hartes Durchgreifen der französischen Datenschutzbehörde.

In Deutschland nutzen immerhin über zwei Drittel der Smartphonebesitzer:innern Android auf ihren Geräten. In ganz Europa sind es knapp 300 Millionen Menschen, die Googles Betriebssystem installiert haben. Der weltweite Marktanteil von Android liegt derzeit bei rund 80 Prozent.

Nicht die erste Beschwerde

Ob Google letztendlich für den Einsatz des Trackers sanktioniert wird, bleibt abzuwarten. Die Zusammenarbeit der französischen Datenschutzbehörde mit anderen EU-Datenschutzbehörden ist in diesem Fall nicht nötig, da die Beschwerde auf der e-Privacy-Richtlinie und nicht auf der Datenschutzgrundverordnung beruht. Gibt die französische Datenschutzbehörde der Beschwerde statt, könnte eine hohe Strafe auf den Datenkraken Google zukommen.

Max Schrems legte sich in der Vergangenheit bereits mit Apples Äquivalent des AAID, dem „Identifier for Advertisers“ (IDFA) an. Die Werbe-IDs der beiden Unternehmen basieren auf dem gleichen Prinzip. Apple hat zwar im Rahmen des iOS 14 Updates eingelenkt und die Werbe-ID per Werkseinstellung abgestellt, doch Schrems und noyb geht das nicht weit genug: Erklärtes Ziel für die Zukunft ist die vollständige Entfernung von versteckten Trackern.

Auch ein interessanter Artikel:  Auf dem Weg zum Digital Services Act: Wie die EU Gesetze gegen Desinformation macht

Hilf mit! Mit Deiner finanziellen Hilfe unterstützt Du unabhängigen Journalismus.

Zur Quelle wechseln
Zur CC-Lizenz für diesen Artikel

Author: