[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/autonome-waffen-made-in-germany\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/autonome-waffen-made-in-germany\/","headline":"Autonome Waffen made in Germany","name":"Autonome Waffen made in Germany","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Am Morgen des 28. Februar 2026 schl\u00e4gt eine Tomahawk-Rakete in eine Grundschule in der s\u00fcdiranischen Stadt Minab ein. Das Geb\u00e4ude st\u00fcrzt ein. Mehr als 150 Menschen sterben \u2013 die meisten von ihnen Kinder. 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Februar 2026 schl\u00e4gt eine Tomahawk-Rakete in eine Grundschule in der s\u00fcdiranischen Stadt Minab ein. Das Geb\u00e4ude st\u00fcrzt ein. Mehr als 150 Menschen sterben \u2013 die meisten von ihnen Kinder.Fr\u00fche Untersuchungen deuten laut eines Medienberichts darauf hin, dass es sich dabei um einen verheerenden Fehler handelte: die USA und Israel haben in den Anfangstagen des Konflikts im Iran Tausende Raketenangriffe mithilfe K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) entschieden. Man griff dabei offenbar teils auf veraltetes Kartenmaterial zur\u00fcck: Das Geb\u00e4ude der Schule geh\u00f6rte vor einigen Jahren noch zu einer Kaserne. Der Vorfall besch\u00e4ftigt mittlerweile auch die Vereinten Nationen.KI-Systeme durchdringen die ganze Gesellschaft. Sie ver\u00e4ndern l\u00e4ngst auch Kriege. Im Hintergrund liefern Milit\u00e4rm\u00e4chte sich ein technologisches Rennen: Die sogenannte Kill Chain, also die Schritte w\u00e4hrend eines milit\u00e4rischen Angriffs, lassen sich durch den Einsatz von KI drastisch komprimieren. Entscheidungen fallen schneller, Prozesse werden automatisiert. Auch Deutschland ist Teil und Treiber dieser Entwicklung.CORRECTIV konnte mindestens 21 deutsche Firmen ausmachen, die KI dezidiert f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke entwickeln. Die meisten befinden sich im Ballungsraum M\u00fcnchen.Die Entwicklungen dieser Firmen decken einen Gro\u00dfteil der milit\u00e4rischen Bandbreite ab und werden zunehmend eingesetzt: Es geht um Feldaufkl\u00e4rung, um Entscheidungshilfe f\u00fcr die Gefechtsf\u00fchrung, aber auch um autonome Fahrzeuge und Angriffswaffen. Einige haben bereits Vertr\u00e4ge mit der Bundeswehr abgeschlossen.\u00a0Bei Fachleuten gelten die Technologien und ihr Einsatz im Milit\u00e4r weitgehend als Blackbox: F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit sei nur sehr schwer nachvollziehbar, wie sie entwickelt und \u00fcberpr\u00fcft werden.\u00a0KI-Systeme im milit\u00e4rischen Bereich bergen gro\u00dfe Risiken. \u00dcber allem steht eine Grundsatzfrage: Wie viel Kontrolle darf der Mensch im Krieg aus der Hand geben?Kapitel 1: Das Rennen um Milit\u00e4rtechnologieNeben dem Konflikt im Iran zeigt sich wohl nirgends deutlicher als in der Ukraine, wie sehr sich die Kriegsf\u00fchrung in den letzten Jahren ver\u00e4ndert hat: Russlands Einsatz von mit Sprengstoff best\u00fcckten Drohnen pr\u00e4gt dort einen Alltag, in dem sich kaum noch jemand sicher f\u00fchlen kann.\u00a0Unter anderem diese Drohnen werden in der Ukraine eingesetztDrohnen k\u00f6nnen im Krieg f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsfl\u00fcge oder als klassische Waffe mit Munition oder Sprengsatz eingesetzt werden.Kleine, provisorische Varianten werden FPV-Drohnen genannt. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr First-Person-View; ein g\u00e4ngiger Begriff aus Videospielen. Dabei werden die Drohnen aus der Ferne von Soldaten aus der Ich-Perspektive gesteuert \u2013 also aus der Sicht des fliegenden Objekts.Gr\u00f6\u00dfere, schwerere Drohnen werden im Fachjargon als Loitering Munition bezeichnet, bekannt sind sie auch als Kamikaze-Drohnen. Sie sind mit komplexer Technologie ausgestattet und k\u00f6nnen ihre Ziele autonom finden und angreifen \u2013 diese Aufgabe \u00fcbernimmt dann eine KI.Ukrainische Soldaten und die Zivilbev\u00f6lkerung im Frontgebiet m\u00fcssen sich teils gegen Drohnen zur Wehr setzen, die ihnen in Unterst\u00e4nde, Erdl\u00f6cher und Wohnungen folgen. Die Taktik der russischen Angreifer gegen Zivilisten nennen Journalisten zynisch: Human Safari.\u00a0Der technologische Fortschritt ist zu einer Art Lebensversicherung f\u00fcr die ukrainische Bev\u00f6lkerung geworden. Das Land produziert pro Jahr vier Millionen Drohnen, nach Einsch\u00e4tzung von Analysten mehr als alle NATO-Mitglieder zusammen. Der n\u00e4chste Durchbruch beim Einsatz ist zum Greifen nah: Schwarmtechnologie.Vereinfacht gesagt geht es darum, dass ein Soldat eine Vielzahl von Drohnen koordinieren kann, sodass sie zusammenarbeiten und gemeinsam angreifen k\u00f6nnen, \u00e4hnlich einem Bienenschwarm. Ukrainische Milit\u00e4rs gehen davon aus, dass diese F\u00e4higkeit k\u00fcnftig zumindest kampfentscheidend sein k\u00f6nnte. Ein Schl\u00fcssel dabei: der Einsatz von KI, um die Flugger\u00e4te miteinander zu vernetzen und zu orchestrieren.Eine mit Anti-Drohnen-Netzen gesicherte Autobahn in der N\u00e4he der Stadt Izium in der Ukraine. Die Fischernetze wurden angebracht, um zu verhindern, dass russische FPV-Drohnen auf ukrainische Fahrzeuge und Soldaten treffen, die sich in der N\u00e4he der Front bewegen. (Foto: picture alliance \/ ZUMAPRESS.com | Andreas Stroh)Rund zweitausend Kilometer von der Front entfernt, in M\u00fcnchen, sitzt eine neue Generation von Entwicklerinnen und Programmierern, die das Geschehen in der Ukraine genau analysieren. Denn die deutsche R\u00fcstungsindustrie will Schritt halten. Die Bundesregierung plant, angesichts der Bedrohung aus Russland, Milliardensummen f\u00fcr milit\u00e4rische Spitzentechnik auszugeben. M\u00fcnchen und sein direktes Umland sind in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg der Entwicklung rund um KI-gest\u00fctzte Drohnen aus Deutschland geworden, wie eine Analyse von CORRECTIV zeigt. Mindestens 13 \u00fcberwiegend junge Unternehmen liefern sich dort ein Rennen um die hei\u00dfeste Technologie, die sie der Bundeswehr anbieten.Viele Milit\u00e4rs setzen zunehmend auf das Konzept des sogenannten Precision Mass Warfare \u2013 die Verbindung von hochpr\u00e4zisen Waffensystemen mit der F\u00e4higkeit, sie in gro\u00dfer Zahl einzusetzen. Insbesondere Drohnen verk\u00f6rpern diese Logik: Sie sind vergleichsweise g\u00fcnstig, pr\u00e4zise und lassen sich massenhaft einsetzen.\u00a0Zugleich erm\u00f6glichen KI und vernetzte Systeme eine koordinierte Nutzung dieser Waffen. Drohnen und andere unbemannte Systeme liefern Echtzeitdaten, f\u00fchren pr\u00e4zise Schl\u00e4ge aus und k\u00f6nnen in Schw\u00e4rmen operieren.Im Hintergrund m\u00fcssen daf\u00fcr mehrere Systeme zusammenwirken: Aufkl\u00e4rung, Sensorik, Big-Data-Analyse, Entscheidungshilfe bei der Zielerkennung, Vernetzung von IT-Systemen und mehr. Deutsche Firmen decken diese Bandbreite mittlerweile fast g\u00e4nzlich ab. Teils kooperieren sie, um R\u00fcckst\u00e4nde in einzelnen Bereichen auszugleichen.\u00a0Ein Knotenpunkt dieser Kooperationen ist das junge M\u00fcnchner Unternehmen Helsing. Strategische Partnerschaften gibt es etwa mit Hensoldt, Arx Robotics und Airbus Defence and Space.Die Entwicklungsabteilungen der R\u00fcstungsunternehmen arbeiten auch daran, den Ablauf milit\u00e4rischer Angriffe effizienter zu gestalten. K\u00fcnstliche Intelligenz soll dabei helfen. Im Milit\u00e4rjargon wird dieser Ablauf unter einem drastischen Begriff zusammengefasst: Kill Chain.\u00a0Kapitel 2: Schneller, t\u00f6dlicherDie sogenannte Kill Chain beschreibt die Schritte eines milit\u00e4rischen Angriffs. In der Regel sind das: Ziel finden, fixieren, verfolgen, zur Bek\u00e4mpfung ausw\u00e4hlen, angreifen, auswerten.\u00a0Eine zentrale Fragestellung in milit\u00e4rischen Entwicklungslaboren und Strategie\u00fcberlegungen ist: Wer \u00fcbernimmt innerhalb dieser Kette welche Aufgaben? Was \u00fcbernimmt der Mensch, was die Maschine?Frank Sauer von der Bundeswehr-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen forscht zum Verh\u00e4ltnis zwischen Technologie und Sicherheit. Er besch\u00e4ftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit der Nutzung von Robotik und KI im Milit\u00e4r und damit, wie die Technologien Kriege ver\u00e4ndern.\u00a0\u201eEs wird alles schneller und t\u00f6dlicher\u201c, sagt Sauer gegen\u00fcber CORRECTIV. KI-Systeme, die im Zusammenspiel milit\u00e4rische Entscheidungen abnehmen, sogenannte Decision Support Systems, k\u00f6nnten laut ihm eine enorme Geschwindigkeit generieren. Sie komprimieren quasi die ersten Schritte der Kill Chain.Gezeigt habe sich das Ph\u00e4nomen etwa bei den Angriffen der USA und Israel auf den Iran. \u201eTausende Ziele an nur einem Tag zu identifizieren und zu attackieren, das war vor ein paar Jahren noch v\u00f6llig undenkbar\u201c, sagt der Experte.\u00a0Eine Rauchwolke steigt \u00fcber Teheran, nachdem die USA und Israel Anfang M\u00e4rz 2026 ein \u00d6llager mit Raketen angriffen. (Foto: picture alliance \/ ASSOCIATED PRESS | Alireza Sotakbar)Der zweite Aspekt, der sich laut Sauer versch\u00e4rfe, sei die T\u00f6dlichkeit durch neue Waffensysteme. Wie etwa Drohnen, die auch in Innenr\u00e4ume eindringen k\u00f6nnen oder in Schw\u00e4rmen attackieren. Gegner werden fr\u00fcher entdeckt und gezielt verfolgt.Deutsche Firmen wie Helsing, Stark, Tytan oder Arx Robotics spielen nach Einsch\u00e4tzung des Experten vorne mit, wenn es um KI-Entwicklungen f\u00fcr diese schnelle und vernetzte Form der Gefechtsf\u00fchrung geht.\u00a0Rein technisch sei mittlerweile jeder Schritt der Kill Chain laut Sauer komplett ohne das Zutun eines Menschen machbar, bis hin zum tats\u00e4chlichen Angriff. \u201eEs ist aber ein wesentliches Risiko, dass ich da wom\u00f6glich nicht mehr genug menschliche Urteilskraft und Kontrolle in diesen Vorg\u00e4ngen habe.\u201c Gezeigt habe sich das unter anderem in Gaza.\u00a0Dort nutzte das israelische Milit\u00e4r , ohne dass Menschen nennenswert in der \u00dcberwachung involviert waren. Dabei wurde wohl das System Lavender verwendet. Dieses k\u00f6nne bei Angriffen unterst\u00fctzen oder sie gleich eigenst\u00e4ndig \u00fcbernehmen. In Deutschland arbeiten mehrere Firmen an \u00e4hnlichen Systemen, unter anderem Rheinmetall, BWI, Blackned oder Helsing. Auch Hensoldt sowie Airbus Defence and Space sind in diesem Bereich t\u00e4tig.Kapitel 3: Verlieren wir die Kontrolle?F\u00fcr die deutsche Bundesregierung scheint klar: \u201eDie Einf\u00fchrung von KI-gest\u00fctzten Waffensystemen ist f\u00fcr die Zukunfts- und Verteidigungsf\u00e4higkeit der Streitkr\u00e4fte notwendig.\u201c Das schreibt sie in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage. Vollst\u00e4ndig autonome Waffensysteme jedoch lehne sie jedoch ab.Es ist zumindest offen, wie lange sie diese Doktrin aufrechterhalten kann. Expertinnen wie Anja Dahlmann vom Institut f\u00fcr Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Hamburg sind diesbez\u00fcglich besorgt. Grunds\u00e4tzlich, sagt Dahlmann, habe sie in dieser Hinsicht Vertrauen in die deutschen Streitkr\u00e4fte.\u00a0\u201eAber nat\u00fcrlich: Wenn es drauf ankommt, schmei\u00dft man diese Bedenken eher \u00fcber Bord\u201c, sagt die Expertin gegen\u00fcber CORRECTIV. \u201eDann macht man das so schnell und so autonom und so vorteilhaft f\u00fcr einen selbst wie n\u00f6tig. Und nimmt eben die rechtlichen, ethischen, Probleme mit in Kauf.\u201c Die Geschichte zeigt, dass die Bundesregierung durchaus bereit ist, alte Leitlinien bei Bedarf \u00fcber Bord zu werfen.\u00a0CORRECTIV berichtete mehrfach Zur Quelle wechselnAuthor: Till Eckert"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Autonome Waffen made in Germany","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/autonome-waffen-made-in-germany\/#breadcrumbitem"}]}]