[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/brief-eines-angeblichen-wahlhelfers-ueber-wahlbetrug-in-duesseldorf-ist-fake\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/brief-eines-angeblichen-wahlhelfers-ueber-wahlbetrug-in-duesseldorf-ist-fake\/","headline":"Brief eines angeblichen Wahlhelfers \u00fcber Wahlbetrug in D\u00fcsseldorf ist fake","name":"Brief eines angeblichen Wahlhelfers \u00fcber Wahlbetrug in D\u00fcsseldorf ist fake","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln In einem Brief, der auf Telegram, Facebook und X verbreitet wird und knapp hunderttausend Aufrufe hat, prangert ein angeblicher Wahlhelfer \u201eschwerwiegende Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten\u201c bei der Ausz\u00e4hlung der Stimmen der Bundestagswahl im Wahlkreis 106 D\u00fcsseldorf II an. 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So seien 20 bis 40 Prozent der Stimmen f\u00fcr die AfD aussortiert und in einer \u00f6rtlichen M\u00fclldeponie verbrannt worden. W\u00e4hrend der Ausz\u00e4hlung seien zudem \u201espeziell bei AfD-Stimmen\u201c in 100 bis 200 F\u00e4llen g\u00fcltige Stimmzettel f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt worden, indem ein Kreis um bereits gesetzte Kreuze auf dem Stimmzetteln gezogen worden sei.\u00a0\u00dcber einen \u00e4hnlichen angeblichen Vorfall berichteten wir im Zuge der Landtagswahl in Brandenburg 2024. Nicht nur ist der erste Verbreiter \u2013 der Telegram-Kanal UNN \u2013 Unabh\u00e4ngig-Neutrale Nachrichten \u2013 derselbe wie damals, auch sind die Anschuldigungen, der Aufbau und die Formulierungen in den beiden Briefen \u00e4hnlich bis stellenweise identisch.\u00a0Warum der Brief keinen Wahlbetrug belegt, erkl\u00e4ren wir im Faktencheck.\u00a0Dieser Brief eines angeblichen Wahlhelfers in D\u00fcsseldorf kursiert auf Telegram, doch den geschilderten Wahlbetrug hat es laut der Stadt nicht gegeben (Quelle: Telegram; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Es gab keinen Wahlhelfer mit dem Namen Benedikt Elser im Wahlkreis D\u00fcsseldorf IIDer Brief des angeblichen Wahlhelfers aus D\u00fcsseldorf ist mit dem Namen Benedikt Elser unterzeichnet. Weder im besagten Wahlkreis noch irgendwo anders in D\u00fcsseldorf gab es laut Manuel Bieker, Sprecher der Stadt, einen Wahlhelfer mit diesem Namen.\u00a0Auf die Frage, ob es bei der Ausz\u00e4hlung zu irgendwelchen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten gekommen sei, schreibt uns Bieker: Alle Mitglieder des Wahlorganes, zu denen auch die Wahlhelfenden geh\u00f6ren, seien laut Bundeswahlgesetz zur unparteiischen Wahrnehmung ihres Amtes verpflichtet und kontrollierten sich bei der Ausz\u00e4hlung gegenseitig. Dadurch sei eine gezielte Manipulation von Wahlergebnissen grunds\u00e4tzlich nicht vorstellbar. Es gebe in der Stadt D\u00fcsseldorf einen Fall versuchter Wahlf\u00e4lschung, eine Strafanzeige sei gestellt worden, schreibt Bieker. Dabei handele es sich um den Fall eines Wahlhelfers, der vor der Wahl im Internet angek\u00fcndigt hatte, AfD-Stimmen vernichten zu wollen. \u201eDieser Wahlhelfer wurde vor Beginn der Stimmenausz\u00e4hlung durch den Wahlvorstand von seinen Aufgaben entbunden\u201c, erkl\u00e4rt Bieker.\u00a0Die Bundeswahlleiterin teilte uns auf Nachfrage mit, dass bisher keine Anhaltspunkte zu einem versuchten Wahlbetrug bei der Bundestagswahl 2025 vorl\u00e4gen.\u00a0Vorw\u00fcrfe der angeblichen Stimmzettelvernichtung sind unlogischEs ist zudem unlogisch, dass 20 bis 40 Prozent der AfD-Stimmen eines Wahlbezirks s\u00e4ckeweise \u2013 wie im Brief behauptet \u2013 in einem Kleintransporter abtransportiert wurden, denn so viele Stimmzettel k\u00e4men gar nicht zusammen. Laut Bundeswahlordnung soll ein Wahlbezirk nicht mehr als 2.500 Einwohner umfassen.\u00a0Nehmen wir als Beispiel f\u00fcr den Wahlkreis D\u00fcsseldorf II den Wahlbezirk mit den meisten Wahlberechtigten: 3609 R\u00e4uscherweg 40. Hier gab es 2.120 Wahlberechtigte. An der Urne gew\u00e4hlt haben 1.077 Menschen, hinzukommen in dem Bezirk 848 Briefwahlstimmen. Selbst wenn man ann\u00e4hme, dass alle abgegebenen 1.925 Stimmen f\u00fcr die AfD gewesen w\u00e4ren, k\u00e4me man bei 20 bis 40 Prozent dieser Stimmen, die angeblich entsorgt worden seien, auf maximal 770 Stimmzettel.\u00a0Eine solche Anzahl an Stimmen passe in eine einzelne Wahlurne, wie uns die Landeswahlleitung von Brandenburg f\u00fcr unseren fr\u00fcheren Faktencheck erkl\u00e4rte: \u201eWas vorher in nur einer Wahlurne Platz fand, kann also schwerlich s\u00e4ckeweise entfernt worden sein.\u201cEin Kreis um das Kreuz macht den Stimmzettel nicht ung\u00fcltigSchlicht falsch ist die Behauptung, dass in 100 bis 200 F\u00e4llen Stimmzettel durch einen Kreis um das Kreuz ung\u00fcltig gemacht wurden. Wie uns die Pressestelle der Bundeswahlleiterin auf Nachfrage schreibt, macht dieses Vorgehen einen Stimmzettel nicht ung\u00fcltig. \u201eDer W\u00e4hlerwille ist durch einen Kreis um das Kreuz weiterhin erkennbar\u201c, schreibt die Pressestelle.\u00a0Hinzu kommt: Laut Manuel Bieker von der Stadt D\u00fcsseldorf gab es keinen einzigen Wahlbezirk mit einer so hohen Zahl ung\u00fcltiger Stimmen. Die Auswertung zum vorl\u00e4ufigen Wahlergebnis in D\u00fcsseldorf habe f\u00fcr die Wahlkreise 105 und 106 zusammengefasst eine H\u00f6chstzahl von 27 ung\u00fcltigen Erst- beziehungsweise 18 ung\u00fcltigen Zweitstimmen in den Wahlbezirken ergeben.Alter Brief des angeblichen Wahlhelfers wurde f\u00fcr die Bundestagswahl angepasstDer \u00e4lteste Beitrag, den wir von dem Brief des angeblichen Wahlhelfers finden konnten, stammt von dem Kanal \u201eUnabh\u00e4ngig-Neutrale Nachrichten\u201c (UNN). UNN hatte den Brief in \u00e4hnlicher Form bereits vor den Landtagswahlen in Brandenburg im September 2024 als erstes verbreitet. Der Kanal geh\u00f6rt einem Youtuber aus \u00d6sterreich. Auf unsere Anfrage reagierte er weder damals noch heute.Auff\u00e4llig ist: Der Brief wurde nach unserem letzten Faktencheck offenbar gezielt angepasst, um glaubw\u00fcrdiger zu wirken. Der angebliche Wahlhelfer erkl\u00e4rt nun etwa, warum er nicht die Polizei verst\u00e4ndigt habe \u2013 etwas, wor\u00fcber sich Nutzerinnen und Nutzer noch im September 2024 wunderten. Und w\u00e4hrend es im alten Brief hie\u00df, AfD-Stimmzettel seien \u201eum circa 18 Uhr in einen Kleintransporter verladen\u201c worden \u2013 was unm\u00f6glich ist, denn zu dieser Zeit beginnt die Ausz\u00e4hlung erst \u2013 fehlt im neuen Brief eine genaue Zeitangabe. Auch die Anzahl der angeblich vernichteten und ung\u00fcltig gemachten Stimmen f\u00e4llt im neuen Brief geringer aus.\u00a0Alle Faktenchecks rund um die Bundestagswahl 2025 lesen Sie hier.Redigatur: Steffen Kutzner, Matthias BauDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Bundeswahlgesetz: Link\u00a0Bundeswahlordnung: Link (PDF)Vorl\u00e4ufige Ergebnisse der Wahlbezirke in D\u00fcsseldorf, Stand: 25. Februar: Link (archiviert)Zur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Brief eines angeblichen Wahlhelfers \u00fcber Wahlbetrug in D\u00fcsseldorf ist fake","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/brief-eines-angeblichen-wahlhelfers-ueber-wahlbetrug-in-duesseldorf-ist-fake\/#breadcrumbitem"}]}]