[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/bundestagswahl-aussagen-von-alice-weidel-zu-klima-und-energie-im-faktencheck\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/bundestagswahl-aussagen-von-alice-weidel-zu-klima-und-energie-im-faktencheck\/","headline":"Bundestagswahl: Aussagen von Alice Weidel zu Klima und Energie im Faktencheck","name":"Bundestagswahl: Aussagen von Alice Weidel zu Klima und Energie im Faktencheck","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Bundestagswahl 2025 Bundestagswahl: Aussagen von Alice Weidel zu Klima und Energie im Faktencheck AfD-Chefin Alice Weidel stellte in einem ZDF-Interview zahlreiche Behauptungen zu den Themen Klima und Energie auf. 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Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eigene Meinung mit den Fakten, die wir euch pr\u00e4sentieren. \n\nAbonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen. \nImmer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten. \n\n#afd #weidel #parteitag #riesa","thumbnailUrl":["https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/l-XU9vCDhh8\/default.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/l-XU9vCDhh8\/mqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/l-XU9vCDhh8\/hqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/l-XU9vCDhh8\/sddefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/l-XU9vCDhh8\/maxresdefault.jpg"],"uploadDate":"2025-01-13T07:55:00+00:00","duration":"PT10M8S","embedUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/l-XU9vCDhh8","publisher":{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ#Organization","url":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ","name":"ZDFheute Nachrichten","description":"Willkommen auf dem offiziellen ZDFheute Nachrichten YouTube-Kanal. \n\nHier erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen f\u00fcr Durchblick in der Nachrichtenwelt, erkl\u00e4ren die Hintergr\u00fcnde und ordnen aktuelle Meldungen ein.","logo":{"url":"https:\/\/yt3.ggpht.com\/ytc\/AIdro_kdfkzxAw6EEII0JcY7HsYyZMwAGe1ycdDDrHwAxRky5Xg=s800-c-k-c0x00ffffff-no-rj","width":800,"height":800,"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l-XU9vCDhh8#VideoObject_publisher_logo_ImageObject"}},"potentialAction":{"@type":"SeekToAction","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l-XU9vCDhh8#VideoObject_potentialAction","target":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l-XU9vCDhh8&t={seek_to_second_number}","startOffset-input":"required name=seek_to_second_number"},"interactionStatistic":[[{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l-XU9vCDhh8#VideoObject_interactionStatistic_WatchAction","interactionType":{"@type":"WatchAction"},"userInteractionCount":931930}],{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l-XU9vCDhh8#VideoObject_interactionStatistic_LikeAction","interactionType":{"@type":"LikeAction"},"userInteractionCount":19322}]},"about":["Politik"],"wordCount":2300,"keywords":["alice","aussagen","bundestagswahl","energie","faktencheck","klima","weidel"],"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnBundestagswahl 2025Bundestagswahl: Aussagen von Alice Weidel zu Klima und Energie im Faktencheck        AfD-Chefin Alice Weidel stellte in einem ZDF-Interview zahlreiche Behauptungen zu den Themen Klima und Energie auf. Ein Faktencheck.                    von                                Max Bernhard                                , Johannes Gille                                , Uschi Jonas                                , Steffen Kutzner                                , Gabriele Scherndl04. Februar 2025                                Alice Weidel sprach in j\u00fcngster Vergangenheit mehrmals \u00fcber Kernkraftwerke. Sie behauptete etwa f\u00e4lschlicherweise, diese seien CO2-neutral. (Peter Kneffel \/ DPA \/ Picture Alliance)                            Die Energieversorgung und damit verbunden das Klima sind zentrale Themen im AfD-Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2025. Entsprechend spricht auch deren Spitzenkandidatin Alice Weidel dar\u00fcber \u2013 zuletzt etwa am 13. Januar im .\u00a0Sie stellt darin mehrere Behauptungen rund um Deutschlands Energieversorgung und die Rolle und Auswirkungen von erneuerbaren Energien und Kernkraft auf. Manche davon sind nicht \u00fcberpr\u00fcfbar, etwa, weil sie auf schwammigen Formulierungen beruhen. Andere jedoch sind nicht korrekt oder verzerrt \u2013 wieder andere sind richtig, ihnen fehlt aber Kontext.\u00a0Auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck zu den falschen Aussagen antwortete Alice Weidel nicht.Windkraft-Ausbau im Hessener Reinhardswald beansprucht 0,15 Prozent der Waldfl\u00e4cheIn Hessen werde \u201eder wundersch\u00f6ne Reinhardswald mit Baumbest\u00e4nden von \u00fcber 200 Jahren einfach abgeholzt\u201c, um Windkraftwerke zu bauen.Bewertung: Teilweise falsch.\u00a0Bei Minute 1:47 behauptet Alice Weidel, dass der Reinhardswald in Hessen abgeholzt werde, um Platz f\u00fcr Windr\u00e4der zu schaffen. Die Behauptung kursiert schon seit Jahren; wir haben eine Falschmeldung dazu zuletzt 2024 widerlegt. Damals wurde noch den Gr\u00fcnen die Schuld f\u00fcr die angebliche Abholzung in die Schuhe geschoben, Weidel behauptet im Interview dagegen, die CDU sei Schuld.\u00a0Jedoch will niemand den ganzen Reinhardswald abholzen. Es wurde lediglich eine sehr geringe Fl\u00e4che f\u00fcr den Bau von 18 Windkraftanlagen freigegeben. Sie werden etwa 0,15 Prozent der Fl\u00e4che des 20.000 Hektar gro\u00dfen Waldes beanspruchen, wie wir im Januar 2024 schrieben. Wann sie tats\u00e4chlich gebaut werden, ist jedoch unklar, wie es auf der Webseite des Naturparks Reinhardswald hei\u00dft: \u201eKlagen sind bereits anh\u00e4ngig, sodass der tats\u00e4chliche Bau noch nicht absehbar ist.\u201c\u00a0Der Pressesprecher des Kasseler Regierungspr\u00e4sidiums, Hendrik Kalvelage, schrieb uns am 30. Januar 2025, dass an den \u201eAufstellfl\u00e4chen der Windenergieanlagen sowie an der Zuwegung\u201c bereits Baut\u00e4tigkeiten stattgefunden haben. Der Verwaltungsgerichtshof habe teilweise verf\u00fcgt, die Arbeiten vor\u00fcbergehend einzustellen.Ausschnitt aus einer Karte des Regierungspr\u00e4sidiums Kassel, die Standorte f\u00fcr geplante, genehmigte und in Betrieb befindliche Windkraftanlagen zeigt. Konkret geht es um die 18 orangen Punkte im nord\u00f6stlichen Teil. (Quelle: Regierungspr\u00e4sidium Kassel \/ Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Wie wir bereits 2018 berichteten, waren an der Entscheidung f\u00fcr die Windradfl\u00e4chen nicht nur die Gr\u00fcnen, sondern auch die CDU und die SPD beteiligt. Die Genehmigung f\u00fcr den Bau der Anlagen erteilte das Regierungspr\u00e4sidium Kassel.Hendrik Kalvelage schrieb uns f\u00fcr einen fr\u00fcheren Faktencheck, dass \u00fcberwiegend Fl\u00e4chen zum Bau ausgew\u00e4hlt wurden, auf denen Nadelholzb\u00e4ume st\u00fcnden, die forstwirtschaftlich genutzt w\u00fcrden oder die durch Sturmsch\u00e4den oder Borkenk\u00e4fer gesch\u00e4digt seien.Strompreise in Deutschland sind hoch, aber nicht die h\u00f6chsten weltweitDeutschland sei Netto-Importeur vom franz\u00f6sischen Atomstrom und habe \u201edie h\u00f6chsten Energiepreise weltweit\u201c.Bewertung: Gr\u00f6\u00dftenteils falschIm Verlauf des Interviews spricht Moderator Christian Sievers Weidel auf ihre Aussage an, warum sie alle \u201eWindkraftwerke abrei\u00dfen\u201c wolle. Sie w\u00fcsste doch, dass dann \u201edie Lichter in Deutschland ausgehen\u201c w\u00fcrden. Alice Weidel sagt daraufhin, das w\u00fcrde eh geschehen, weil \u201ewir\u201c, also Deutschland Netto-Importeur vom franz\u00f6sischen Atomstrom sei und die h\u00f6chsten Energiepreise weltweit h\u00e4tte (Minute 5:50).\u00a0Erst zu den Energiepreisen. Da zeigen aktuelle Daten anderes: Laut Global Petrol Prices, einem Analyseteam, das weltweite Daten zusammentr\u00e4gt und aufbereitet, lag Deutschland im Juni 2024 bei den Haushaltsstrom-Preisen mit 36,7 Cent pro Kilowattstunde auf Platz drei hinter den Cayman Islands und Bermuda. Beim Strompreis liegt Deutschland mit 24 Cent pro Kilowattstunde f\u00fcr Unternehmen auf Platz 15, beim Erdgaspreis auf den Pl\u00e4tzen 14 beziehungsweise 13.Die Strompreise in Deutschland sind jedoch tats\u00e4chlich vergleichsweise hoch. Im Europavergleich des Strompreises im ersten Halbjahr lag Deutschland beim Preis f\u00fcr Haushaltskunden auf Platz eins, beim Preis f\u00fcr Unternehmen auf Platz drei, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts f\u00fcr das erste Halbjahr 2024.Die Infoseite Strom-Report schl\u00fcsselt auch den Anteil an Steuern im Strompreis auf. Dieser liegt in Deutschland mit 11,5 cent pro Kilowattstunde (im gesamten Jahr 2024) f\u00fcr Haushaltskunden vergleichsweise hoch, der EU-Durchschnitt liegt bei 7 Cent. Hoch war er auch schon vor dem russischen Angriffskrieg und der damit einhergehenden Energiekrise: Seit 2015 bewegt sich dieser Strompreis im Europavergleich weit oben.Die Entwicklung des Haushaltsstrom-Preises seit 2015 im Vergleich (Quelle: Strom-Report: Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Und Weidels Aussage zu Atomstrom? Deutschland importierte 2024 laut Bundesnetzagentur knapp 16 Terawattstunden Strom aus Frankreich, knapp 3 Terawattstunden exportierte es dahin. Nach Daten des Fraunhofer Instituts liegt in Frankreich der Anteil an Kernenergie in der Stromerzeugung bei knapp 70 Prozent. Deutschland importiert also tats\u00e4chlich mehr Atomstrom aus Frankreich als es dorthin exportiert \u2013 nachdem Deutschland 2023 alle AKW abgeschaltet hat, w\u00e4re das andersrum auch gar nicht m\u00f6glich.Wind- und Solarenergie: Versorgungssicherheit ist gew\u00e4hrleistet\u00a0\u201eSie haben mit Windkraftwerken ,Flatterstrom\u2018. Und dieser ,Flatterstrom\u2018 kann nicht funktionieren, auch mit Solarpanels, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.\u201cBewertung: Fehlender Kontext.\u00a0Ab Minute 6:00, sagt Weidel: \u201eSie haben mit Windkraftwerken ,Flatterstrom\u2018. Und dieser ,Flatterstrom\u2018 kann nicht funktionieren, auch mit Solarpanels, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.\u201c So k\u00f6nne man eine Industrienation wie Deutschland nicht betreiben. Zuvor hatte der Moderator Christian Sievers davon gesprochen, dass vergangenes Jahr rund ein Drittel des deutschen Strombedarfs aus Windkraft gedeckt wurde. Weidel habe aber beim Parteitag gefordert, alle Windr\u00e4der wieder abzurei\u00dfen.\u00a0Mit \u201eFlatterstrom\u201c beschreiben Kritiker der Energiewende die der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, weil diese von \u00e4u\u00dferen Faktoren wie Wetterbedingungen und Tageszeiten abh\u00e4ngt. Richtig ist, dass beim aktuellen Energiemix in Deutschland neben den Erneuerbaren auch andere Reservekapazit\u00e4ten notwendig sind. Das ist beispielsweise bei einer sogenannten Dunkelflaute wichtig, wenn es also weder ausreichend Sonnenschein noch Wind gibt, um den Bedarf zu decken. Aktuell gibt es in Deutschland Kohle- und Gaskraftwerke, die dann hochgefahren werden k\u00f6nnen, um diesen Bedarf zu decken. Bei einer Dunkelflaute im Dezember 2024 wurden jedoch nicht ausreichend Kraftwerke zugeschaltet und der Strom stattdessen importiert. Das f\u00fchrte zu deutlich h\u00f6heren Strompreisen. Stromerzeugern wurde im Nachhinein vorgeworfen, diesen starken Preisanstieg absichtlich herbeigef\u00fchrt und Absprachen mit der Bundesnetzagentur unterlaufen zu haben. Die Beh\u00f6rde erkl\u00e4rte, sie werde \u201edie aktuellen Vorw\u00fcrfe auf marktmissbr\u00e4uchliches Verhalten\u201c pr\u00fcfen.\u00a0Der stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Lobbyvertretung Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte  im Dezember, dass Dunkelflauten immer h\u00e4ufiger zu extrem hohen Energiepreisen f\u00fchren w\u00fcrden und somit die Industrieproduktion gef\u00e4hrdet sei. Das Bundeswirtschaftsministerium entgegnete laut dem Bericht, dass private Stromverbraucher und die Mehrheit der Industrieunternehmen mittel- und langfristige Vertr\u00e4ge h\u00e4tten, bei denen ein Preis garantiert sei.Anders als Weidel es darstellt, besteht mit dem aktuellen Energiemix aber keine Gefahr f\u00fcr die Versorgungssicherheit. Laut einem Bericht der Bundesnetzagentur ist die Versorgungssicherheit in Deutschland bis 2031 gesichert \u2013 auch \u201etrotz des steigenden Stromverbrauchs durch W\u00e4rmepumpen, E-Mobile oder Elektrolyseure, auch mit einem vollst\u00e4ndigen Kohleausstieg bis 2030\u201c, hei\u00dft es in einem Erl\u00e4uterungspapier dazu. Laut dem Bericht w\u00fcrden erneuerbare Energien die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und deshalb sogar zur Versorgungssicherheit beitragen. Auch bei den Dunkelflauten im Dezember 2024 und Januar 2024 erkl\u00e4rte die Beh\u00f6rde, dass die sichere Stromversorgung nicht gef\u00e4hrdet gewesen sei.\u00a0\u00a0\u00a0Auch Kernkraftwerke verursachen Treibhausgasemissionen\u201eDie Kernkraftwerke haben [\u2026] einen CO2-Footprint, einen CO2-Fu\u00dfabdruck von null.\u201cBewertung: Gr\u00f6\u00dftenteils falsch.\u00a0Ab Minute 6:45 Uhr behauptet Weidel, Atomkraftwerke h\u00e4tten einen CO2-Fu\u00dfabdruck von null \u2013 auch im Gespr\u00e4ch mit Elon Musk hatte sie diese Behauptung bereits aufgestellt. Doch sie stimmt nicht. Atomkraftwerke sto\u00dfen zwar bei der eigentlichen Stromproduktion keine CO2-Emissionen aus, aber um die Klimafreundlichkeit von Stromerzeugung seri\u00f6s einzusch\u00e4tzen, m\u00fcssen Treibhausgase ber\u00fccksichtigt werden, die \u00fcber den gesamten Lebenszyklus eines Kraftwerks entstehen. Darunter fallen bei Atomkraftwerken zum Beispiel der Abbau und Transport des ben\u00f6tigten Urans, die Verarbeitung von Brennelementen oder die Endlagerung der radioaktiven Abf\u00e4lle, wie die Agentur f\u00fcr Erneuerbare Energien erkl\u00e4rt. Das schrieb 2019 auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in seinem Gutachten \u201eCO2-Emissionen der Kernenergie\u201c.\u00a0Aufgrund der Tatsache, dass es an Erfahrung mit funktionierenden, sicheren Endlagern fehlt, f\u00e4llt die Spannbreite, wie hoch die Treibhausgasemissionen im Rahmen der Nutzung von Atomkraft einzusch\u00e4tzen sind, gro\u00df aus. Die Rede ist dabei von CO2-\u00c4quivalenten \u2013 darunter werden verschiedene Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) zusammengefasst, die eine unterschiedlich starke Klimawirksamkeit haben.\u00a0Das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags nennt verschiedene Quellen, die Werte von f\u00fcnf Gramm CO2-\u00c4quivalent pro Kilowattstunde Strom (f\u00fcr Neuanlagen in der Schweiz) bis hin zu 110 Gramm CO2-\u00c4quivalent pro Kilowattstunde f\u00fcr Atomkraftwerke errechnen. Der Weltklimarat (IPCC) sch\u00e4tzte im Jahr 2014 auf Basis der damals vorhandenen Literatur ebenfalls, dass die Atomkraft bei einer solchen Betrachtung zwischen 4 und 100 Gramm CO2-\u00c4quivalent pro produzierte Kilowattstunde Strom verursache. Das Umweltbundesamt beziffert die Emissionsbilanz von Kernenergie in einer Ver\u00f6ffentlichung von 2025 (siehe \u201eHintergrunddaten-Emissionsbilanz erneuerbarer Energietr\u00e4ger 2023\u201c, Exceldatei) mit rund 55 Gramm pro Kilowattstunde.\u00a0Im Vergleich zu fossilen Energietr\u00e4gern ist das klar klimafreundlicher. Pro erzeugter Kilowattstunde verursachen Erdgaskraftwerke laut dem Bericht des Umweltbundesamts rund 453 Gramm CO2-\u00c4quivalente, Steinkohlekraftwerke rund 878 Gramm und Braunkohlekraftwerke sogar 1.029 Gramm.Anders sieht es beim Blick auf erneuerbare Energiequellen aus: Das Umweltbundesamt gibt die CO2-Bilanz von\u00a0Photovoltaikanlagen mit rund 57 Gramm CO2-\u00c4quivalent pro Kilowattstunde an.F\u00fcr Windkraftanlagen an Land sind es rund 18 Gramm,\u00a0f\u00fcr Windkraftanlagen auf See sind es rund 10 Gramm.\u00a0Bei Wasserkraftwerken liegt der Wert bei rund 4 Gramm CO2-\u00c4quivalent pro Kilowattstunde.Das Umweltbundesamt gibt zudem zu bedenken, dass Atomkraftwerke weitere \u201eerhebliche negative Auswirkungen\u201c auf die Umwelt h\u00e4tten. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind intensive Wassernutzung und -erw\u00e4rmung, Verbrauch von Landschaften und das Risiko von Unf\u00e4llen (wie in der Vergangenheit in Tschernobyl oder Fukushima), die zu \u201elangfristigen und grenz\u00fcberschreitenden Sch\u00e4den\u201c f\u00fchren k\u00f6nnten, die \u00d6kosystem, landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen und der menschlichen Gesundheit schaden k\u00f6nnen.\u00a0CORRECTIV.Faktencheck hatte Alice Weidel mit der Falschbehauptung bereits konfrontiert, als sie diese im Gespr\u00e4ch mit Elon Musk aufstellte. Sie antwortete nicht.Weidels Vergleich zwischen Atomkraftwerken und Windkraftanlagen fehlt Kontext\u201eDer Fl\u00e4chenbedarf, um ein [\u2026] Kernkraftwerk zu ersetzen, ist ungef\u00e4hr eine halbe Gro\u00dfstadt \u2013 das halbe Stuttgart \u2013 und besteht aus ungef\u00e4hr 1300 Windturbinen. [\u2026] Und wir reden hier nur vom Nennwert von Windturbinen, wenn der Wind voll bl\u00e4st.\u201cBewertung: Fehlender KontextAb Minute 7:22 sagt Weidel, der Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr die rund 1.300 Windkraftwerke, die ben\u00f6tigt w\u00fcrden, um ein Kernkraftwerk zu ersetzen, w\u00fcrde halb Stuttgart abdecken. Dieser Aussage fehlt Kontext.Weidel nannte keine Quelle f\u00fcr diese Behauptung und antwortete nicht auf unsere Anfrage. Sie beruft sich aber vermutlich auf eine Rechnung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) \u2013 einem Wirtschaftsverband innerhalb der Union aus CDU und CSU \u2013 von 2022, die zum selben Ergebnis kommt und den Vergleich zu Stuttgart ebenfalls zieht.\u00a0Wir blicken zun\u00e4chst auf die Leistung. Da der Wind nicht konstant weht, produzieren Windkraftwerke an Land (onshore) nur einen Teil ihrer theoretisch m\u00f6glichen Leistung (Nennleistung) an Strom. Daher ist es \u00fcblich, die tats\u00e4chliche Stromproduktion auf sogenannte Volllaststunden herunterzurechnen. Ein Mitarbeiter des Umweltbundesamtes (UBA) schrieb uns auf Anfrage f\u00fcr einen vorherigen Faktencheck, dass moderne Windkraftwerke eine Nennleistung zwischen 3 und 6 Megawatt (MW) haben und zwischen 2300 und 2800 Volllaststunden pro Jahr erreichen w\u00fcrden \u2013 ein Jahr hat rund 8760 Stunden. Windr\u00e4der auf See (offshore), die deutlich st\u00e4rkerem Wind ausgesetzt sind, haben eine Nennleistung von zwischen 9 und 10 MW und erreichen \u00fcber 3500 Volllaststunden im Jahr.Die letzten drei Atomkraftwerke Emsland A, Isar 2 und Neckarwestheim 2 produzierten in ihrem letzten Betriebsjahr zusammen 29,5 Terawattstunden (TWh) Strom, ein einzelnes Kraftwerk produziert im Jahr also durchschnittlich rund zehn TWh Strom. Laut Weidel br\u00e4uchte es 1.300 Windr\u00e4der, um ein Kernkraftwerk zu ersetzen. Die 1.300 Anlagen h\u00e4tten demnach eine Nennleistung zwischen 2,8 und 3,3 MW \u2013 je nach Wind. Damit l\u00e4gen sie jedoch am unteren Ende des Leistungsspektrums moderner Windkraftwerke. W\u00fcrde man den Windpark hingegen mit Anlagen mit einer Nennleistung von 6 MW bauen, br\u00e4uchte man nur noch zwischen 595 und 725 Windr\u00e4der. Von Windr\u00e4dern auf See w\u00e4ren lediglich zwischen 250 und 318 n\u00f6tig, um ein Atomkraftwerk zu ersetzen.Es ist also falsch, dass sich Weidels Zahlen nur auf die Nennleistung von Windr\u00e4dern beziehen w\u00fcrden \u2013 und sie rechnet mit einer Leistung am unteren Rand des M\u00f6glichen.\u00a0Noch komplizierter wird es, wenn es um den Fl\u00e4chenbedarf geht, den die Windr\u00e4der brauchen w\u00fcrden, denn der ideale Abstand zwischen Windr\u00e4dern und der damit einhergehende Platzbedarf wird in der Forschung hei\u00df diskutiert (zum Beispiel hier, hier und hier). Er h\u00e4ngt zum Beispiel von geographischen Faktoren wie der Hauptwindrichtung, Erhebungen oder der Bewaldung ab. Auch gibt es unterschiedlich gro\u00dfe Windkraftanlagen.\u00a0Hinzu kommt: Damit ein Windpark effizient arbeiten kann, muss zwischen den einzelnen Windr\u00e4dern ein Mindestabstand um ein Vielfaches ihrer Fl\u00fcgelspannweite eingehalten werden. Die Fl\u00e4che zwischen den Turbinen bleibt aber vielfach f\u00fcr andere Zwecke wie Land- oder Forstwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur oder Solarenergie erhalten, es wird nur ein Bruchteil davon f\u00fcr Windenergie beschlagnahmt.\u00a0Pauschale Aussagen dar\u00fcber, wie viel Platz ausschlie\u00dflich f\u00fcr Windparks gebraucht wird und nicht anderweitig genutzt werden kann, sind also kaum sinnvoll und m\u00fcssen unter Ber\u00fccksichtigung all der genannten Faktoren f\u00fcr jeden Windpark individuell gesehen werden.\u00a0Alle Faktenchecks rund um die Bundestagswahl 2025 lesen Sie hier.Redigatur: Matthias Bau, Sophie TimmermannDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:ZDF-Interview mit Alice Weidel, 12. Januar 2025: Link (archiviert)Themenkomplex Windkraft auf der Webseite des Reinhardswalds: Link (archiviert)Global Petrol Prices, Vergleich Strompreis Q4 2024: Link (archiviert)Global Petrol Prices, Vergleich Erdgaspreis\u00a0 Q4 2024: Link (archiviert)Destatis, Europavergleich der Strompreise im ersten Halbjahr 2024: Link (archiviert)Strom-Report, Strompreise Europa, 2024: Link (archiviert)Zur Quelle wechselnAuthor: Uschi Jonas"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Bundestagswahl: Aussagen von Alice Weidel zu Klima und Energie im Faktencheck","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/bundestagswahl-aussagen-von-alice-weidel-zu-klima-und-energie-im-faktencheck\/#breadcrumbitem"}]}]