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Corona-Beschlüsse: Kontaktverfolgung in den Semesterferien

Schild mit Silhouetten von zwei Köpfen und "2m"-Aufschrift

Strengere Maskenpflicht, mehr Homeoffice, weiterhin geschlossene Gastronomie und Streit um Schul- und Kita-Öffnung: Bund und Länder haben in ihrem jüngsten Beschlusspapier viele bereits bestehende Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verlängert, einige neu eingeführt. Dabei bekam ein Punkt nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit: die digitale Kontaktverfolgung in den Gesundheitsämtern.

Die Kontaktverfolgung sei in den letzten Monaten häufig nicht mehr möglich gewesen, halten die Bund- und Länder-Chefs fest. Das soll sich ändern: Die Gesundheitsämter sollen personell aufgestockt werden, damit sie mindestens bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner Kontakte „flächendeckend“ nachverfolgen können. Doch dabei geht es offenbar nicht primär um festangestellte Mitarbeiter für die Behörden. Studierende sollen „für die bevorstehenden Semesterferien von Mitte Februar bis Mitte April gewonnen“ und für das System Sormas geschult werden.

Sormas kann Kontaktpersonen erfassen, Laborbefunde verwalten und die Kommunikation zwischen Ämtern erleichtern. Also das, was man in einer Pandemie braucht, egal ob es um das Coronavirus oder Ebola geht. Denn für den Ebola-Ausbruch in Westafrika wurde Sormas ursprünglich im Jahr 2014 entwickelt, seit 2016 ist es quelloffen und so theoretisch für alle verfügbar.

Wildwuchs an Einzellösungen

Warum wird es dann noch nicht flächendeckend genutzt? Immerhin jährt sich der erste bekannte Fall einer Coronavirus-Infektion in Deutschland bald zum ersten Mal. Wie von vielen Expert:innen vorhergesagt, entspannte sich zwar das Infektionsgeschehen über den Sommer, genauso trat aber die zweite Welle an Ansteckungen ab dem Herbst ein. Trotzdem nutzt immer noch gerade mal ein Drittel der deutschen Gesundheitsämter die Software. Der Rest greift auf Excel-Tabellen oder eigene Lösungen zurück.

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Laut den Bund-Länder-Beschlüssen soll sich das ändern: „Bis Ende Februar soll Sormas in allen Gesundheitsämtern installiert werden“, heißt es dort. Für die entsprechenden Vorgaben sind die Länder zuständig, der Bund will die technischen Ressourcen stellen. Damit verschiebt sich ohne großes Tamtam der ursprüngliche Zeitplan aus dem November, nach dem 90 Prozent der Gesundheitsämter bis Ende 2020 mit Sormas arbeiten sollten. Ob es nun bis Ende Februar klappt? Unwahrscheinlich.

Laut einer Recherche der Welt gibt es viel Gegenwehr gegen das einheitliche, digitale Kontaktverfolgungssystem. Und eine Behörde aus Nürnberg erwägt zwar, Sormas künftig einzusetzen, aber voraussichtlich erst ab Juli. Dann fangen die Semesterferien wieder bald an.


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