[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-buergergeld-die-hartnaeckigsten-behauptungen-im-faktencheck\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-buergergeld-die-hartnaeckigsten-behauptungen-im-faktencheck\/","headline":"Das B\u00fcrgergeld: Die hartn\u00e4ckigsten Behauptungen im Faktencheck","name":"Das B\u00fcrgergeld: Die hartn\u00e4ckigsten Behauptungen im Faktencheck","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Die neue Regierung aus CDU\/CSU und SPD will das B\u00fcrgergeld reformieren, es soll zu einer \u201eneuen Grundsicherung\u201c werden. Im Raum stehen K\u00fcrzungen und h\u00e4rtere Sanktionen. 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Nun will Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SPD) handeln und rasch Reformen im B\u00fcrgergeld angehen. Die SPD-Politikerin k\u00fcndigte an, dass Terminvers\u00e4umnisse von Beziehern der staatlichen Hilfe h\u00e4rter geahndet werden sollten. Auch die sogenannte Karenzzeit bei der Anrechnung eigenen Verm\u00f6gens wolle sie \u00e4ndern, k\u00fcndigte Bas an.\n\n_________\n\nHier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen f\u00fcr Durchblick in der Nachrichtenwelt, erkl\u00e4ren die Hintergr\u00fcnde und gehen auf gesellschaftliche Debatten ein. Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eige-ne Meinung mit den Fakten, die wir euch pr\u00e4sentieren.\n\nAbonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen.\nImmer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf http:\/\/www.ZDFheute.de\/.\n\n#b\u00fcrgergeld #spd #betrug","thumbnailUrl":["https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/qhYw1ArgZcc\/default.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/qhYw1ArgZcc\/mqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/qhYw1ArgZcc\/hqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/qhYw1ArgZcc\/sddefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/qhYw1ArgZcc\/maxresdefault.jpg"],"uploadDate":"2025-06-18T11:01:25+00:00","duration":"PT5M54S","embedUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/qhYw1ArgZcc","publisher":{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ#Organization","url":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ","name":"ZDFheute Nachrichten","description":"Willkommen auf dem offiziellen ZDFheute Nachrichten YouTube-Kanal. \n\nHier erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen f\u00fcr Durchblick in der Nachrichtenwelt, erkl\u00e4ren die Hintergr\u00fcnde und ordnen aktuelle Meldungen ein.","logo":{"url":"https:\/\/yt3.ggpht.com\/ytc\/AIdro_kdfkzxAw6EEII0JcY7HsYyZMwAGe1ycdDDrHwAxRky5Xg=s800-c-k-c0x00ffffff-no-rj","width":800,"height":800,"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qhYw1ArgZcc#VideoObject_publisher_logo_ImageObject"}},"potentialAction":{"@type":"SeekToAction","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qhYw1ArgZcc#VideoObject_potentialAction","target":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qhYw1ArgZcc&t={seek_to_second_number}","startOffset-input":"required name=seek_to_second_number"},"interactionStatistic":[[{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qhYw1ArgZcc#VideoObject_interactionStatistic_WatchAction","interactionType":{"@type":"WatchAction"},"userInteractionCount":135985}],{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qhYw1ArgZcc#VideoObject_interactionStatistic_LikeAction","interactionType":{"@type":"LikeAction"},"userInteractionCount":2108}]}],"about":["Politik"],"wordCount":3908,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnDie neue Regierung aus CDU\/CSU und SPD will das B\u00fcrgergeld reformieren, es soll zu einer \u201eneuen Grundsicherung\u201c werden. Im Raum stehen K\u00fcrzungen und h\u00e4rtere Sanktionen. Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas will im Herbst einen Entwurf vorlegen, 2026 soll die Reform laut Bundeskanzler Friedrich Merz in Kraft treten.Dass sachliche Argumente rund ums B\u00fcrgergeld mitunter zu kurz kommen, zeigt ein Blick auf die politische Debatte und die Behauptungen in Sozialen Netzwerken seit dessen Einf\u00fchrung Anfang 2023: Das B\u00fcrgergeld sei zu teuer, die Leistungen zu hoch und es biete keinen Anreiz zum Arbeiten.Deshalb gibt es das B\u00fcrgergeldDas B\u00fcrgergeld soll ein \u201emenschenw\u00fcrdiges Existenzminimum\u201c sichern und steht Menschen zu, die ein zu geringes Einkommen haben. Die Gew\u00e4hrleistung dieses Existenzminimums ist allen in Deutschland lebenden Menschen als Grundrecht durch das Grundgesetz (Artikel 1 und Artikel 20) garantiert. Vorl\u00e4ufer war das Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, finanziert wird es aus Steuergeldern.Laut der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit kann jede Person das B\u00fcrgergeld beantragen, die mindestens 15 Jahre alt und noch nicht im Rentenalter ist, in Deutschland wohnt, mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten kann oder hilfsbed\u00fcrftig ist, weil sie zu wenig verdient. Auch wer mit einer hilfsbed\u00fcrftigen Person lebt, kann B\u00fcrgergeld beantragen.Das B\u00fcrgergeld setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen und unterscheidet sich in seiner H\u00f6he je nach Haushaltskonstellation. Im Wesentlichen basiert die H\u00f6he auf sogenannten Regels\u00e4tzen und zus\u00e4tzlichen Mehrbedarfen und Wohnkosten.Viele der Behauptungen sind schlichtweg falsch oder ihnen fehlt relevanter Kontext. Zeit f\u00fcr einen \u00dcberblick: Wir fassen die hartn\u00e4ckigsten Behauptungen der letzten Jahre zusammen und ordnen sie ein.\u00a0Warum sich Mythen rund um das B\u00fcrgergeld und Vorurteile gegen\u00fcber dessen Empf\u00e4nger so hartn\u00e4ckig in der Gesellschaft halten und welchen Anteil die Politik dabei hat, dazu haben wir hier recherchiert.\u00a0InhaltsverzeichnisDaran r\u00fcttelt kein Rechenbeispiel: Wer arbeitet, hat immer mehrOb CDU-Politiker wie Friedrich Merz oder Carsten Linnemann, Alice Weidel und Ren\u00e9 Springer von der AfD oder Alexander Dobrindt von der CSU \u2013 mit Behauptungen zu einem \u201eKonkurrenzangebot f\u00fcr Nichtarbeitende\u201c oder Aussagen \u00fcber die angebliche H\u00f6he von Leistungen f\u00fcr einzelne Familien befeuern Politiker immer wieder ein beliebtes Narrativ in der Debatte ums B\u00fcrgergeld: Die gezahlten Leistungen seien angeblich so hoch, dass sich das Arbeiten nicht mehr lohne. Dabei zeigen mehrere Auswertungen: Wer arbeitet, hat immer mehr.\u00a0Gegeneinander ausgespielt werden Menschen, die B\u00fcrgergeld erhalten, und Menschen, die f\u00fcr den Mindestlohn arbeiten, sogenannte Geringverdiener. Ganz allgemein: Der Mindestlohn ist in den letzten Jahren st\u00e4rker angestiegen als der Regelsatz vom B\u00fcrgergeld. Im Unterschied zum B\u00fcrgergeld gehen zwar von einem Einkommen nach Mindestlohn noch Steuern und Sozial- und Krankenversicherung ab. Doch das B\u00fcrgergeld mit einem solchen Netto-Einkommen zu vergleichen, ist irref\u00fchrend. Was n\u00e4mlich h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird: Auch Geringverdiener haben Anspruch auf Sozialleistungen, wie Wohngeld, Kindergeld, Unterhaltsvorschussleistungen oder Kinderzuschl\u00e4ge, unter Umst\u00e4nden sogar auf aufstockendes B\u00fcrgergeld.Folgende Grafik zeigt, wie viel verf\u00fcgbares Einkommen verschiedene Haushaltskonstellationen haben, je nachdem ob sie zum Mindestlohn arbeiten oder B\u00fcrgergeld beziehen. Der Lohnabstand zeigt den Unterschied an.Wer trotz Arbeit und Sozialleistungen nicht genug verf\u00fcgbares Einkommen hat, hat Anspruch auf B\u00fcrgergeld. Umgangssprachlich werden solche Menschen \u201eAufstocker\u201c genannt. Nicht alle nehmen diesen Anspruch jedoch wahr. Eine Studie \u00fcber Deutschland aus 2019 sch\u00e4tzte, dass mehr als ein Drittel der erwerbst\u00e4tigen Menschen ihren eigentlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld II (heute B\u00fcrgergeld) nicht geltend machen.\u00a0Dass erwerbst\u00e4tige B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger \u2013 die sogenannten Aufstocker \u2013 mehr Geld zur Verf\u00fcgung haben als nicht-erwerbst\u00e4tige, ist durch Freibetr\u00e4ge gesichert. Denn erst ab bestimmten Betr\u00e4gen wird das Einkommen auf die Sozialleistungen angerechnet.\u00a0Arbeit lohnt sich \u2013 doch lohnt es sich immer, mehr zu arbeiten?\u00a0Wer arbeitet, hat also immer mehr als der, der nicht arbeitet, daran wird kein Rechenbeispiel r\u00fctteln. Was Fachleute aber auch besch\u00e4ftigt, ist die Frage: Lohnt es sich immer, mehr zu arbeiten? Diese Frage betrifft alle Arbeitenden, die Transferleistungen, wie B\u00fcrgergeld, Wohngeld, Kindergeld oder Kinderzuschlag erhalten.Und hier kann es tats\u00e4chlich in bestimmten Konstellationen zu Situationen kommen, in denen es sich nicht rentiert, mehr zu arbeiten, wie eine Studie des Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (ifo) aus 2023 gezeigt hat. Das liegt aber nicht am B\u00fcrgergeld, sondern an den hohen Abz\u00fcgen der Transferleistungen, wie dem Kinderzuschlag oder Wohngeld. Diese werden bei steigendem Einkommen unterschiedlich stark zur\u00fcckgefahren. So kann es passieren, dass ein h\u00f6herer Verdienst, sei es durch Lohnerh\u00f6hungen oder eine Erh\u00f6hung der Arbeitszeit, durch den Verlust an Transferleistungen ausgeglichen wird und am Ende nicht mehr Netto rauskommt. Besonders ausgepr\u00e4gt ist das bei Haushalten mit Kindern und bei hohen Mietkosten.Anders als man vermuten k\u00f6nnte, empfehlen Fachleute deswegen aber nicht, Wohngeld und Co. zu k\u00fcrzen, sondern sie zu b\u00fcndeln oder l\u00e4nger zu zahlen. Das f\u00fchre zwar erst zu mehr Ausgaben f\u00fcr den Staat, denn mehr Personen w\u00fcrden einen Anspruch haben, rentiere sich dann aber langfristig, weil Menschen mehr arbeiteten und entsprechende Sozialabgaben zahlten.\u00a0Was das B\u00fcrgergeld den Staat kostetRegelm\u00e4\u00dfig hei\u00dft es aus der Politik und in der \u00f6ffentlichen Debatte, das B\u00fcrgergeld sei zu teuer und K\u00fcrzungen seien n\u00f6tig. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte Ende August, Deutschland k\u00f6nne sich den derzeitigen Sozialstaat nicht mehr leisten \u2013 ein Baustein sei, das B\u00fcrgergeld zu reformieren. Dabei sehen Experten kein gro\u00dfes Einsparpotenzial, zumal das B\u00fcrgergeld ein durch das Grundgesetz verankertes \u201eExistenzminimum\u201c garantieren soll.\u00a0Laut Sozialbudget-Bericht des Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) beliefen sich die Kosten f\u00fcr das B\u00fcrgergeld 2024 auf gesch\u00e4tzte 58 Milliarden Euro. Darin enthalten sind neben dem tats\u00e4chlichen B\u00fcrgergeld laut BMAS auch die Bundesbeteiligung und Beteiligung der Kommunen bei den Kosten der Unterkunft und den Verwaltungskosten sowie Eingliederungsleistungen. Damit machte das B\u00fcrgergeld sch\u00e4tzungsweise 4,1 Prozent aller Sozialausgaben aus, 2010 waren es bei Hartz IV noch 5,8 Prozent. Den gr\u00f6\u00dften Anteil hatten 2024 insgesamt die Kranken- und die Rentenversicherung mit je 25,4 und 29,1 Prozent.\u00a058 Milliarden Euro \u2013 das klingt erstmal viel. Ohne einen Blick auf die Wirtschaftsleistung ist eine solche Summe aber wenig aussagekr\u00e4ftig. Die Wirtschaftsleistung, also das Bruttoinlandsprodukt (BIP), spiegelt den Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen wider und ist ebenfalls in den letzten Jahrzehnten mit einigen Ausnahmen \u2013 preisbereinigt \u2013 angestiegen. Insgesamt ist der Anteil der Sozialleistungen am BIP \u00fcber die letzten Jahrzehnte relativ stabil geblieben, auch im Vergleich zu anderen Industriel\u00e4ndern. Der Anteil des B\u00fcrgergeldes (mit der h\u00f6heren Sch\u00e4tzung f\u00fcr 2024 aus dem Sozialbudget) an der Wirtschaftsleistung ist im Vergleich zu 2010 gesunken. W\u00e4hrend Hartz IV damals 1,8 Prozent ausmachte, lag der Anteil des B\u00fcrgergeldes 2024 nach fast stetigen 1,3 Prozent in den Vorjahren bei 1,4 Prozent. Das Sozialbudget von 2024 im Vergleich zu vorherigen Jahren. Die Zahlen f\u00fcr 2023 sind vorl\u00e4ufig, f\u00fcr 2024 gesch\u00e4tzt. Die Angaben f\u00fcr B\u00fcrgergeld beinhalten auch die Bundesbeteiligung bei den Kosten der Unterkunft und Verwaltungskosten (Quelle: Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales, Datenstand Mai 2025; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)In absoluten Zahlen sind die Kosten zun\u00e4chst von Hartz IV und anschlie\u00dfend des B\u00fcrgergeldes in den letzten Jahren gestiegen. 2024 betrugen die reinen B\u00fcrgergeld-Leistungen \u2013 unabh\u00e4ngig von Unterkunft und Heizung \u2013 laut Bundeshaushalt 29,15 Milliarden Euro, etwa 7 Milliarden mehr als noch 2014. Insbesondere 2023 und 2024 wurden die Regelbedarfe st\u00e4rker angepasst, 2025 folgte eine Nullrunde. Regelbedarfe sind gesetzlich geregeltDie Anpassungen vom Regelbedarf erfolgen nicht willk\u00fcrlich, die Ermittlung ist gesetzlich geregelt und auch deshalb kann der Staat hier nicht einfach k\u00fcrzen und Kosten einsparen. Wie die Sozialwissenschaftlerin Jutta Schmitz-Kie\u00dfler von der Hochschule Bielefeld in einem Blogbeitrag erkl\u00e4rt, orientiert sich die Anpassung der Regelbedarfe an der Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben unterer Einkommensgruppen. Seit 2005 sind die Regelbedarfe im Vergleich zur Nettolohnentwicklung und den Verbraucherpreisen nicht deutlich gestiegen.\u00a0Eine Studie im Auftrag des Vereins Sanktionsfrei bei der rund tausend Menschen, die B\u00fcrgergeld beziehen, befragt wurden, ergab, dass mehr als jeder dritte B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger auf Essen verzichtet, um andere notwendige Dinge finanzieren zu k\u00f6nnen. Insbesondere Eltern verzichten demnach zu Gunsten ihrer Kinder auf Essen (54 Prozent).\u00a0Was ist der Regelbedarf?Der Regelbedarf ist ein Pauschalbetrag, der die notwendigsten allt\u00e4glichen Kosten decken soll, darunter Ern\u00e4hrung, Kleidung oder K\u00f6rperpflege, um das \u201eExistenzminimum\u201c zu sichern. Nicht enthalten sind Kosten f\u00fcr die Unterkunft und Heizung oder m\u00f6gliche Mehrbedarfe etwa f\u00fcr Alleinerziehende. Daher unterscheidet sich der Regelbedarf vom sogenannten Zahlungsanspruch, also dem Betrag, den B\u00fcrgergeldempfangende tats\u00e4chlich bekommen. Der Regelbedarf ist nicht immer gleich hoch, er unterscheidet sich je nach Alter und Zusammensetzung einer Bedarfsgemeinschaft. Aktuell betr\u00e4gt er f\u00fcr Alleinstehende 563 Euro pro Monat.Welche Wohnungen B\u00fcrgergeldbeziehende finanziert bekommen\u00a0Nicht alle Unterst\u00fctzungszahlungen, die B\u00fcrgergeldbeziehende bekommen, haben sie auch wirklich zur Verf\u00fcgung. Das trifft besonders auf die Kosten f\u00fcr Wohnen und Heizen zu, denn diese Kosten \u00fcbernimmt der Staat und zahlt sie nicht an die Menschen aus. \u00dcbernommen werden Kosten \u201ein angemessener H\u00f6he\u201c. Was angemessen ist, kommt auf den Wohnort und darauf an, wie gro\u00df der Haushalt ist. Jobcenter orientieren sich dabei am Mietspiegel.\u00a0Stimmung wird mit den angeblich zu teuren Wohnungen dennoch gemacht. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte zum Beispiel im Juli in seinem Sommerinterview: \u201eSie haben in den Gro\u00dfst\u00e4dten heute teilweise bis zu 20 Euro pro Quadratmeter, die Sie vom Sozialamt oder von der Bundesagentur bekommen f\u00fcr Miete, [\u2026] wenn Sie das mal hochrechnen, das sind bei 100 Quadratmetern schon 2.000 Euro im Monat\u201c. Eine \u201enormale Arbeitnehmerfamilie\u201c k\u00f6nne sich eine solche Wohnung nicht leisten, so Merz weiter. Dass solche Kosten nur in M\u00fcnchen, Hamburg und im Main-Taunus-Kreis erreicht werden k\u00f6nnen, wenn in einem Haushalt zwischen 6 und 16 Personen leben, erkl\u00e4rten wir im Juli 2025.BedarfsgemeinschaftDen Begriff Bedarfsgemeinschaft nutzt die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, um alle Menschen in einem Haushalt zu bezeichnen, die f\u00fcreinander Verantwortung \u00fcbernehmen und gemeinsam wirtschaften. Also zum Beispiel Eheleute. Eine Bedarfsgemeinschaft kann aber auch nur aus einer einzigen Person bestehen.Auf Anfrage stellte uns die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit Daten zur Verf\u00fcgung, die zeigen, wie viel sogenannte Bedarfsgemeinschaften zwischen einer und sechs Personen im Jahr durchschnittlich f\u00fcr die Unterkunft gezahlt wurde. Von den von Merz behaupteten 2.000 Euro sind die Durchschnittswerte weit entfernt:Wie hoch die \u00fcbernommenen Durchschnittskosten nur f\u00fcr die Miete in den Jahren 2020 bis 2024 in den Bundesl\u00e4ndern waren, zeigt die folgende Grafik, die ebenfalls auf Daten der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit basiert. In Hamburg waren die \u00fcbernommenen Kosten 2024 mit durchschnittlich 701 Euro am h\u00f6chsten, am niedrigsten waren sie in Th\u00fcringen mit durchschnittlich 369 Euro.\u00a0Gibt es hunderttausende \u201eTotalverweigerer\u201c? Und was bringen Sanktionen?Auch beim Thema Sanktionen kursieren falsche Behauptungen. Vor allem mit Blick auf Menschen, die Jobangebote mehrfach abgelehnt haben \u2013 abwertend \u201eTotalverweigerer\u201c genannt. CDU-Generalsekret\u00e4r Carsten Linnemann behauptete etwa 2024, es gebe eine \u201esechsstellige Zahl\u201c von Menschen, die \u201egrunds\u00e4tzlich nicht bereit\u201c seien, \u201eeine Arbeit anzunehmen\u201c.\u00a0Laut Informationen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ist diese Zahl jedoch deutlich zu hoch gegriffen. In ihren Statistiken erfasst die Agentur, wie viele Sanktionen es gab, weil die Aufnahme einer Arbeit, Ausbildung oder vergleichbare Ma\u00dfnahmen verweigert wurden. 2024 gab es aus diesem Grund insgesamt rund 23.400 K\u00fcrzungen. Diese K\u00fcrzungen standen laut der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit im Februar 2025 rund 5,4 Millionen Leistungsberechtigten gegen\u00fcber, die Anspruch auf B\u00fcrgergeld haben. Von diesen 5,4 Millionen standen aber nur ein Bruchteil, rund 1,8 Millionen tats\u00e4chlich dem Arbeitsmarkt zur Verf\u00fcgung \u2013 denn ein Gro\u00dfteil der Leistungsberechtigten sind Kinder oder Menschen in Ausbildung und Weiterbildungen.Totalsanktionen nur in seltenen F\u00e4llen \u00fcberhaupt m\u00f6glichWie uns ein Sprecher der Bundesagentur erkl\u00e4rte, l\u00e4sst sich aus der Zahl der Sanktionen nicht zwingend auf die Anzahl der sanktionierten Personen r\u00fcckschlie\u00dfen, weil eine Person auch mehrfach sanktioniert werden k\u00f6nne. Wir sind der Einfachheit halber davon ausgegangen, dass jede Sanktion genau eine leistungsberechtigte Person betraf, also insgesamt 23.400 Menschen sanktioniert wurden. Das hei\u00dft, dass der Anteil derjenigen, die arbeiten k\u00f6nnten, aber die \u201eAufnahme oder Fortf\u00fchrung einer Arbeit, Ausbildung oder Teilnahme an einer Eingliederungsma\u00dfnahme\u201c im Jahr 2024 verweigert haben, bei maximal rund 1,3 Prozent lag.\u00a0Als Mittel, um Menschen zum Arbeiten zu bewegen, bringen Politikerinnen und Politiker immer wieder sch\u00e4rfere Sanktionen ins Spiel. CDU und SPD vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag im Mai 2025: \u201eBei Menschen, die arbeiten k\u00f6nnen und wiederholt zumutbare Arbeit verweigern, wird ein vollst\u00e4ndiger Leistungsentzug vorgenommen.\u201cDas ist allerdings in sehr wenigen F\u00e4llen m\u00f6glich, wie wir im Juni 2025 berichteten. N\u00e4mlich nur dann, wenn \u201eLeistungsberechtigte es selbst in der Hand haben, durch Aufnahme einer ihnen angebotenen zumutbaren Arbeit [\u2026] ihre menschenw\u00fcrdige Existenz tats\u00e4chlich und unmittelbar durch die Erzielung von Einkommen selbst zu sichern\u201c. Das urteilte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2019.\u00a0Wirkung von Sanktionen wenig erforscht und umstrittenDie Effekte von Sanktionen sind bislang wenig erforscht. Wie das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil schreibt, zeigten vorhandene Studien zwar, dass Leistungsk\u00fcrzungen positive arbeitsmarktpolitische Wirkungen entfalten k\u00f6nnen, dass Betroffene dadurch jedoch ihre Hilfebed\u00fcrftigkeit tats\u00e4chlich besser \u00fcberwinden k\u00f6nnen, sei \u201enicht eindeutig belegt\u201c.\u00a0In einer Untersuchung im Jahr 2013 zeigte das Institut f\u00fcr Sozialforschung und Gesellschaftspolitik K\u00f6ln mithilfe einer repr\u00e4sentativen Befragung in Nordrhein-Westfalen, dass Totalsanktionen vor allem dazu f\u00fchrten, dass Menschen das Vertrauen in ihren Sachbearbeiter oder ihre Sachbearbeiterin verloren.\u00a0Im August 2024 berichtete das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt und Bildungsforschung (IAB), eine Dienststelle der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, dass die M\u00f6glichkeit von Sanktionen zwar dazu f\u00fchren k\u00f6nne, dass Menschen eher eine Besch\u00e4ftigung aufnehmen. Eine hohe Sanktionswahrscheinlichkeit f\u00fchrte jedoch eher dazu, dass Menschen schlechter bezahlte Berufe annehmen w\u00fcrden. Zudem verst\u00e4rkte sie \u201epsychische Belastungen\u201c und bei Sanktionen von 30 Prozent oder mehr drohe die \u201eSperrung der Energieversorgung oder gar Wohnungsverlust\u201c, so das IAB im M\u00e4rz 2025.Der Verein Sanktionsfrei fragte rund tausend Menschen, die B\u00fcrgergeld beziehen, f\u00fcr eine Studie von Juni 2025 unter anderem, ob sie sich zur Gesellschaft zugeh\u00f6rig oder ausgeschlossen f\u00fchlen. Laut dem Verein gaben 42 Prozent der Befragten an, dass sie sich sch\u00e4men, B\u00fcrgergeld zu beziehen. \u201eDabei sagt die gro\u00dfe Mehrheit, dass vielen Menschen nicht klar sei, wie schnell sie selbst ins B\u00fcrgergeld rutschen k\u00f6nnen (82 %)\u201c, so Sanktionsfrei.\u00a0\u00c4hnliche Ergebnisse berichteten auch die Forscher Andreas Hirseland und Stefan R\u00f6hrer in einem Fachaufsatz mit Blick auf Hartz IV: \u201eVor diesem Hintergrund erleben viele Hilfebeziehende, obwohl sie ihnen zustehende soziale Rechte wahrnehmen und mit dem Bezug von Unterst\u00fctzungsleistungen lediglich eine bestehende gesellschaftliche Verpflichtung eingel\u00f6st wird, die Inanspruchnahme eben dieser Leistungen letztlich als besch\u00e4mendes Almosen\u201c. Auch deshalb ist fraglich, ob Sanktionen als zus\u00e4tzliches \u201eDruckmittel\u201c sinnvoll sind.Wer bezieht am h\u00e4ufigsten B\u00fcrgergeld?Welche Menschen das B\u00fcrgergeld in Anspruch nehmen, sorgt regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr Aufregung. Zum Beispiel, wenn Politikerinnen und Politiker wie etwa Petr Bystron, AfDler und EU-Abgeordneter oder die AfD-Bundestagsabgeordnete Nicole H\u00f6chst Grafiken teilen, die zeigen sollen, dass Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder beziehungsweise Menschen mit Migrationshintergrund besonders h\u00e4ufig B\u00fcrgergeld beziehen. \u00dcber dieses Narrativ berichteten wir bereits 2023.Richtig ist, dass Deutsche in absoluten Zahlen die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der B\u00fcrgergeldbeziehenden sind. Richtig ist aber auch: Menschen, die nicht die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit besitzen, machen ebenfalls einen gro\u00dfen Anteil aus. Ob sich Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder in den Arbeitsmarkt integrieren k\u00f6nnen, h\u00e4ngt jedoch zum Beispiel davon ab, wie lange sie bereits in Deutschland sind, wo sie untergebracht werden, ob sie Betreuungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihre Kinder finden und ob sie in Deutschland bleiben wollen. Detailliert haben wir die Gr\u00fcnde hier erkl\u00e4rt.Je l\u00e4nger die Menschen in Deutschland sind, desto h\u00f6her die Quote derer, die arbeitenEin Blick auf die Situation der Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland zeigt das beispielhaft. Rund 65 Prozent der in Deutschland lebenden erwerbsf\u00e4higen Ukrainerinnen und Ukrainern sind Stand Februar 2025 auf das B\u00fcrgergeld angewiesen, genauso wie knapp 4 Prozent der Deutschen.\u00a0Die meisten von ihnen befinden sich seit 3,5 Jahren in Deutschland. Ihre Besch\u00e4ftigungsquote lag laut einem Bericht des Bundesinstituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung von Oktober 2024 bei 30 Prozent. Das ist nicht ungew\u00f6hnlich, wie folgende Grafik des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2023 zeigt. Die Erwerbst\u00e4tigenquote aller Gefl\u00fcchteten, egal aus welchem Land, liegt demnach 3,5 Jahre nach dem Zuzug nach Deutschland im Schnitt bei rund einem Drittel. Je l\u00e4nger die Menschen hier sind, desto h\u00f6her die Quote derjenigen, die arbeiten.\u00a0In der Ver\u00f6ffentlichung des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Bildungsforschung hei\u00dft es, dass sich Gefl\u00fcchtete mit zunehmender Aufenthaltsdauer immer besser in den Arbeitsmarkt integrieren (Quelle: IAB; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Ein weiterer Bericht des\u00a0IAB zeigt, dass die Besch\u00e4ftigungsquote von Gefl\u00fcchteten, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, 2024 bei 64 Prozent lag und damit nur noch leicht unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 70 Prozent.\u00a0Asylbewerber bekommen kein B\u00fcrgergeldAuch bei den Begrifflichkeiten rund ums B\u00fcrgergeld geht es teils durcheinander. So teilte der AfD-Bundestagsabgeordnete Bernd Schattner im M\u00e4rz 2023 auf Tiktok die Behauptung: \u201eUnfassbar: 63 Prozent aller Grundsicherungsempf\u00e4nger in Deutschland haben einen Migrationshintergrund!\u201c um im n\u00e4chsten Satz eine \u201eAbschiebeoffensive f\u00fcr abgelehnte Asylbewerber\u201c zu fordern. Das eine hat mit dem anderen jedoch nichts zu tun. Denn Asylbewerberinnen und Asylbewerber bekommen kein B\u00fcrgergeld, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.Mit Blick auf den Migrationshintergrund von B\u00fcrgergeldbeziehenden l\u00e4sst sich sagen: Richtig ist, dass rund 64 Prozent aller erwerbsf\u00e4higen Leistungsberechtigten einen Migrationshintergrund haben. Doch was hei\u00dft das? Die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit erfasst so alle Menschen, die keine deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit haben oder die au\u00dferhalb Deutschlands geboren wurden und nach 1949 nach Deutschland einwanderten. Migrationshintergrund haben f\u00fcr die Bundesagentur auch diejenigen, bei denen ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde, das nach 1949 nach Deutschland einwanderte.Aktuell treffen diese Kriterien auf rund 2,5 Millionen erwerbsf\u00e4hige Leistungsberechtigte zu. Insgesamt hatten laut dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes rund 23 von 84 Millionen Deutschen im Jahr 2023 einen Migrationshintergrund. Es ist also nicht verwunderlich, dass von den Menschen mit Anspruch auf das B\u00fcrgergeld viele einen Migrationshintergrund haben.Wird beim B\u00fcrgergeld wirklich so viel betrogen?\u00a0Immer wieder schaffen es Behauptungen \u00fcber angebliche Riesensummen, die an B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger gezahlt w\u00fcrden, in die Schlagzeilen. So berichtete beispielsweise das Rechtsau\u00dfen-Portal Nius im April 2025, mehr als 400 Haushalte und Familien w\u00fcrden mehr als 10.000 Euro, f\u00fcnf sogar 20.000 Euro B\u00fcrgergeld pro Monat \u201ekassieren\u201c. Verdreht wird dabei die Tatsache, dass das Geld zum Gro\u00dfteil gar nicht an die Bedarfsgemeinschaften ausgezahlt wurde, sondern vom Amt direkt an die Vermieter, wie die Bild im Oktober 2024 berichtete.\u00a0Eine falsche Geschichte von einem Syrer mit mehreren Frauen und Kindern, der angeblich monatlich 30.000 Euro Sozialhilfe erhalte, geistert seit 2017 durch Soziale Netzwerke. \u201eUnsere Sozialkassen werden gepl\u00fcndert und beraubt,\u201c hie\u00df es dazu in Kommentaren. Wir haben die Behauptung mehrfach widerlegt.\u00a0Anfang Juni 2025 sagte die Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas , es gebe in Deutschland \u201egro\u00df angelegten Sozialleistungsmissbrauch\u201c und \u201emafi\u00f6se Strukturen\u201c im Zusammenhang mit dem B\u00fcrgergeld. Menschen w\u00fcrden aus anderen europ\u00e4ischen Staaten f\u00fcr Mini-Arbeitsvertr\u00e4ge nach Deutschland gelockt, gleichzeitig w\u00fcrde f\u00fcr sie aufstockendes B\u00fcrgergeld beantragt und abgesch\u00f6pft werden. Als Beispiel nannte Bas die Stadt Duisburg. Medienberichte, die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und der Leiter des Jobcenters best\u00e4tigen solche F\u00e4lle, auch andernorts \u2013 vor allem da, wo es viel Leerstand und g\u00fcnstigen Wohnraum gebe. Insbesondere w\u00fcrden Menschen aus Rum\u00e4nien und Bulgarien auf Minijob-Basis hergelockt.\u00a0Wie gro\u00df das Ausma\u00df ist, ist unklar. Auf Nachfrage schreibt ein Sprecher des BMAS, es handele \u201esich nach derzeitiger Kenntnis um regionale Ph\u00e4nomene, nicht um ein fl\u00e4chendeckendes Problem\u201c. F\u00e4lle von Sozialbetrug im Zusammenhang mit \u201emafi\u00f6sen Strukturen\u201c werden demnach statistisch nicht gesondert erfasst. Laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit h\u00e4tten die gemeinsam betriebenen Jobcenter 2023 229 F\u00e4lle und 2024 421 F\u00e4lle von \u201ebandenm\u00e4\u00dfigen Betrug\u201c erfasst. Im laufenden Jahr 2025 bis zum Mai seien es 195 F\u00e4lle gewesen. Insgesamt wurde f\u00fcr alle Jahre in etwa 360 F\u00e4llen Strafanzeige gestellt. Es sei jedoch von einer h\u00f6heren Dunkelziffer auszugehen.\u00a0Wie schnell rassistische Vorurteile beim Thema B\u00fcrgergeld wirken, zeigt einer unserer Faktenchecks aus 2023: Weil an drei Briefk\u00e4sten an einem Haus in Rheinland-Pfalz 120 ausl\u00e4ndisch-gelesene Namen standen, witterten viele online Sozialbetrug und prangerten die \u201eAuspl\u00fcnderung\u201c des Staates an. Dabei wurde das Geb\u00e4ude von einer Spedition zur Unterbringung von LKW-Fahrern angemietet, Sozialleistungen wurden an keine der Personen ausgezahlt.\u00a0Missbrauchsquote beim B\u00fcrgergeld betr\u00e4gt etwa drei Prozent\u00a0Wenn es um den Missbrauch von Sozialleistungen geht, bek\u00e4men \u201eanekdotische Einzelfallgeschichten\u201c viel Aufmerksamkeit und provozierten Emp\u00f6rung, schreibt Jennifer Eckhardt, Sozialwissenschaftlerin an der TU Dortmund, in einem Blogbeitrag.\u00a0Die verf\u00fcgbaren Zahlen zeigen, dass die Missbrauchsquote verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering ist. 2024 hat die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit in 101.000 F\u00e4llen Leistungsbetrug beim B\u00fcrgergeld festgestellt. Als Leistungsmissbrauch z\u00e4hlen unter anderem das Verschweigen von Einkommen, nicht gemeldete Besch\u00e4ftigungen oder nicht gemeldete Haushaltsmitglieder. Der Zoll hat 2024 knapp 70.000 Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Leistungsmissbrauch eingeleitet, hei\u00dft es auf Nachfrage aus der Pressestelle. Dabei werde nicht zwischen B\u00fcrgergeld und Arbeitslosengeld unterschieden. Gemessen an 5,56 Millionen Leistungsempfangenden entspricht das zusammen einer Missbrauchsquote von etwa 3 Prozent. Es ist m\u00f6glich, dass bei dieser Berechnung F\u00e4lle, die sowohl in der Statistik der Bundesagentur als auch des Zolls vorkommen, doppelt gez\u00e4hlt werden.Auch ein Blick auf die Schadenssummen liefert Kontext: 2023 betrug der Schaden laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit etwa 260 Millionen Euro. Schwerwiegende F\u00e4lle k\u00e4men im Verh\u00e4ltnis zur Gesamtzahl der Leistungsberechtigten eher selten vor. Der \u201ebandenm\u00e4\u00dfige Leistungsmissbrauch\u201c, bei dem etwa Gruppen aus dem Ausland Arbeitsverh\u00e4ltnisse vort\u00e4uschen, machte rund viereinhalb Millionen Euro aus. Aktuelle Zahlen gebe es nicht, schreibt die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit auf Nachfrage, denn die Methodik der zugrunde liegenden Datenerhebung werde \u00fcberarbeitet.Zum Vergleich: Allein durch Tricksereien bei der Erbschaftssteuer entgingen dem Staat 2023 etwa 2,6 Milliarden Euro, wie eine , 2024 waren es laut Netzwerk Steuergerechtigkeit sogar 3,6 Milliarden Euro. Der Sonderbericht des Bundesrechnungshofes sch\u00e4tzt den j\u00e4hrlichen Schaden durch Steuerhinterziehung auf einen \u201ezweistelligen Milliardenbetrag\u201c. Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft geht von Sch\u00e4den zwischen 100 oder sogar 200 Milliarden Euro aus, wenn man die aggressive Steuergestaltung multinationaler Konzerne miteinbeziehe. Den gr\u00f6\u00dften Anteil mache ansonsten der allt\u00e4gliche Steuerbetrug, wie Schwarzarbeit, aus.\u00a0Redigatur: Max Bernhard, Sophie Timmermann\u00a0Die wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:\u201eDie B\u00fcrgergeld-Reform von 2023 \u2013 Quelle allen \u00dcbels?\u201c, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, Februar 2025: Link (archiviert)\u201e\u2019Lohnt\u2019 sich Arbeit noch? Lohnabstand und Arbeitsanreize im Jahr 2024\u201c, Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung, Januar 2024: Link (archiviert)\u201eUngel\u00f6ste Probleme der Grundsicherung\u201c, Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung, M\u00e4rz 2023: Link (archiviert)Sozialbudget 2024, Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales,: Link (archiviert)\u201eHartn\u00e4ckig, aber falsch: Die Kritik an der B\u00fcrgergelderh\u00f6hung\u201c, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut, August 2024: Link (archiviert)\u201eWarum sind nicht alle erwerbsf\u00e4higen Leistungsberechtigten arbeitslos?\u201c, Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, Juli 2024: Link (archiviert)\u00a0Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 21. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages: Link (PDF, archiviert)\u00a0Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. November 2019: Link (archiviert)\u201eUnabh\u00e4ngige wissenschaftliche Untersuchung zur Erforschung der Ursachen und Auswirkungen von Sanktionen nach \u00a7 31 SGB 11 und nach dem SGB 111 in NRW\u201c, Institut f\u00fcr Sozialforschung und Gesellschaftspolitik, 2013: Link (archiviert)\u201eBereits die M\u00f6glichkeit einer Sanktionierung zeigt Wirkung\u201c, Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt und Bildungsforschung, August 2024: Link (archiviert)\u201eErwerbst\u00e4tigkeit Schutzsuchender aus der Ukraine in Deutschland\u201c, Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung, Oktober 2024, Link (archiviert)\u00a0\u201eErwerbst\u00e4tigkeit und L\u00f6hne von Gefl\u00fcchteten steigen deutlich\u201c, Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt und Bildungsforschung, Juli 2023: Link (archiviert)\u201eHaben wir es geschafft? Eine Analyse aus Sicht des Arbeitsmarktes\u201c, Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, August 2025: Link (archiviert)\u201eMa\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der Einnahmenbasis\u201c, Bundesrechnungshof, April 2025: Link (archiviert)\u00a0Zur Quelle wechselnAuthor: Matthias Bau"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Das B\u00fcrgergeld: Die hartn\u00e4ckigsten Behauptungen im Faktencheck","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-buergergeld-die-hartnaeckigsten-behauptungen-im-faktencheck\/#breadcrumbitem"}]}]