[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-warten-auf-die-koelner-ob-kandidatinnen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-warten-auf-die-koelner-ob-kandidatinnen\/","headline":"Das Warten auf die K\u00f6lner OB-Kandidat:innen","name":"Das Warten auf die K\u00f6lner OB-Kandidat:innen","description":"Report-K Das Symbolbild zeigt den Stuhl von dem aus die Oberb\u00fcrgermeister:innen den K\u00f6lner Rat leiten. | Foto: report-k K\u00f6ln | Im September 2025 werden die wahlberechtigten K\u00f6lner:innen, die zur Wahl gehen, eine neue Oberb\u00fcrgermeister:in w\u00e4hlen. Anfang Dezember 2024 stehen bei den Kleinstparteien Kandidat:innen fest. 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Anfang Dezember 2024 stehen bei den Kleinstparteien Kandidat:innen fest. Bei den Parteien, bei denen durch deren Stimmanteile, die realistische Option besteht, dass deren Kandidat:in es schafft in zwei Wahlg\u00e4ngen ins Rathaus am Alter Markt einzuziehen, warten die K\u00f6lner:innen auf Namen. Nur der SPD-Kandidat ist bekannt. Das Theater um die Findung einer K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister-Kandidat:in.Denn mer dun et jo nur f\u00f6r K\u00f6lleDie Debatte, wer ab September 2025 an der Spitze der Stadt stehen solle, wogt seit Monaten in den Gazetten on-, wie offline, in den Social- Media-Kan\u00e4len der Stadtgesellschaft oder den Messenger-Foren von Whats App bis Signal der einzelnen Parteien hin und her. Die Kleinstparteien oder einzelne K\u00f6lner, die sich das Amt zutrauen, haben sich geoutet und wollen et nur f\u00f6r K\u00f6lle dun.Gr\u00fcne, SPD und CDU haben jeweils eine Findungskommission etabliert, die den f\u00fcr sie geeignete Kandidat:in finden soll. Das ist eine Art Hoffnungsversprechen f\u00fcr die K\u00f6lner:innen und deren eigene Parteimitglieder. Und es ist eine erweiterte Inszenierung der eigenen Rolle der Parteien \u00fcber Monate im Findungsprozess. Die Parteien geben sich selbst ein weiteres Gremium, das Partizipation suggerieren soll. Dieses Gremium sucht eine Pers\u00f6nlichkeit, f\u00fcr die die Partei dann versuchen will, eine Mehrheit zu organisieren. Mehr noch, die Partei wird die finanziellen Mittel f\u00fcr die OB-Kandidatur zur Verf\u00fcgung stellen. Oder wie im Fall der parteilosen Kandidatin Henriette Reker, als CDU und Gr\u00fcne die Abwicklung der Spenden an die Kandidatin abwickelten sowie finanzielle Mittel organisierten. Es geht also nicht ohne gro\u00dfe Partei im Hintergrund auf den Chefsessel zweiten Stock des Historischen Rathauses. Aber was sind diese Findungskommissionen? Eine Art innerparteiliche Headhunting-Agentur, mit einem Unterschied zu professionellen Agenturen: In der Findungskommission sitzen Partei-Funktion\u00e4re, deren Job es nie war als professioneller Headhunter zu agieren und die daf\u00fcr auch kein Backoffice haben.In der eigenen Bubble der Partei und in der \u00d6ffentlichkeit werden diese Findungskommissionen und deren Findungsprozess hochstilisiert und selbstlegitimiert. Hochstilisiert als eine Art neues Partizipationsinstrument mit dem Heilsversprechen nach den Besten zu suchen und legitimiert, indem die Parteien selbst dar\u00fcber in ihren Social-Media Kan\u00e4len und Messengerforen \u00fcber deren Ziele und Kommissionsmitglieder berichten. Diese Form der Legitimation ist besonders beliebt, da es kein St\u00f6rfeuer von au\u00dfen gibt, da diese PR-Kan\u00e4le als Prim\u00e4rquelle von der Politik selbst und den Betreibern \u2013 \u00fcbrigens seit Trumps erster Amtszeit \u2013 deklariert werden. Die zweite Form der Legitimation erfolgt durch den institutionalisierten Journalismus, der \u00fcber die Einsetzung der Kommission und deren Ziele berichtet.Absolute Vertraulichkeit im HinterzimmerDann gehen die T\u00fcren zu. Was die Partei-Funktion\u00e4re in diesem Gremium entscheiden, wen sie einladen, davon erf\u00e4hrt die \u00d6ffentlichkeit nichts. Die Findungskommissionen von Gr\u00fcnen, SPD und CDU zur OB-Kandidatur sind Black Boxen, die einen Partizipationsprozess lediglich simulieren. Die \u00d6ffentlichkeit wartet wie die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir in Samuel Becketts St\u00fcck \u201eWarten auf Godot\u201c auf den ihnen nur vage bekannten Godot. Wann diese oder dieser oder ob sie oder er \u00fcberhaupt kommen wird, entscheiden nicht die, die sp\u00e4ter w\u00e4hlen sollen.F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit beginnt das ereignislose Warten. Aus den Prim\u00e4rquellen t\u00f6nt es: \u201eNichts zu machen\u201c \u2013 das inszenierte Schweigen wird zur lautlosen Kr\u00f6nungsmesse. Es beginnt das Spiel der Spekulation, des H\u00f6rensagens, des dem Vernehmen nach, um der Langeweile vor den verschlossenen Toren zu entkommen und sich das Warten zu verk\u00fcrzen. Dieses Spiel findet in den institutionalisierten Medien statt und wird befeuert von den Ger\u00fcchte:k\u00f6chinnen, den Zutr\u00e4ger:innen auf den Fluren des Spanischen Baus.Es ist der Zeitvertreib mit Nebens\u00e4chlichkeiten; das oberfl\u00e4chliche Spiel vertreibt das Denken. Das Warten wird zur Erf\u00fcllung des Versprechens. Im besten Fall f\u00fcr die Parteifunktion\u00e4re, denn so k\u00f6nnen sie ihre Kandidat:in interessanter machen und m\u00fcssen nicht Fragen nach deren Qualifikation beantworten. Bei diesem Spiel dreht es sich nie um Inhalte, sondern nur um des OB\u00b4s neue Kleider und dessen Namen. Banales Namedropping statt Auseinandersetzung \u00fcber Inhalte. Auf was kommt es sachlich an?Das Spiel versch\u00fcttet die inhaltlichen Fragestellungen. Das ist g\u00fcnstig f\u00fcr die Kandidat:innen und die Parteien. Die lange Wartezeit, die mit Banalem von den Parteien \u00fcberbr\u00fcckt wird, f\u00fchrt zur \u00dcberfrachtung der zu findenden Person und der Rolle der Findungskommission und deren Mitglieder. Das ist ein banales Spiel der Eitelkeiten, die so nicht nur gepflegt, sondern sogar inszeniert werden und von den Sachthemen ablenkt. Zur Inszenierung geh\u00f6rt: Der Parteivorstand, oft aus den gleichen Personen bestehend wie die Findungskommission, nickt die Kandidat:in durch. Dieses Schauspiel n\u00fctzt den Parteien und ihren Kandidaten. Wird die Antwort pr\u00e4sentiert gl\u00e4nzt deren vermeintlich hinter verschlossenen T\u00fcren aufwendig gefundene Kandidat:in, umso strahlender und blickt als Held:in in die Kameras. Dazu ein paar lockere Marketingfloskeln in dem das Wort \u201eK\u00f6ln\u2026\u201c vorkommt. Denn anders als in Becketts St\u00fcck endet das Warten auf die OB-Kandidat:in nicht mit Warten, sondern im September 2025 ist eine Entscheidung zu treffen und zu finden.Das v\u00f6llige Ausblenden von Sachthemen und der Kongruenz mit den Skills der Bewerber:innenDabei bleibt die entscheidende Frage au\u00dfen vor: Was und wen braucht K\u00f6ln in den kommenden f\u00fcnf Jahren und welche Skills muss diese Pers\u00f6nlichkeit vor den aktuellen Herausforderungen mitbringen?Es lohnt sich ein Blick in den Anforderungskatalog, den die Parteien ihren Findungskommissionen mit auf den Weg geben. Exemplarisch und in Ausz\u00fcgen sei der Blick auf die Gr\u00fcnen als aktuell K\u00f6lns st\u00e4rkste Kraft gerichtet und weil deren Findungskommission von deren Kreismitgliederversammlung eingesetzt wurde. So beschreibt die gr\u00fcne Partei K\u00f6lns den Rahmen, den die Kreismitgliederversammlung ihrer Findungskommission gesetzt hat: Deren Kandidat:in soll Erfahrung in der Organisation von politischen Mehrheiten haben und die gr\u00fcne Parteiprogrammatik vertreten, \u00fcber Kampagnen- und Wahlkampferfahrung verf\u00fcgen, in der K\u00f6lner Stadtgesellschaft bekannt sein und vernetzt, F\u00fchrungserfahrung und Verwaltungskenntnis mitbringen, sowie einen Bezug zu K\u00f6ln haben oder diesen \u00fcber ein schl\u00fcssiges Narrativ herstellen k\u00f6nnen. Und kommunikationsstark sein. Die Findungskommission besteht zum Gro\u00dfteil aus gr\u00fcnen Parteifunktion\u00e4ren und Mandatstr\u00e4ger:innen auf kommunaler, landes- und bundespolitischer Ebene. Das liegt daran, dass bei den Gr\u00fcnen Partei und Mandat strikt getrennt sind und daher beide Gruppen, sowie Quotierungen einzuhalten sind. Andere Findungskommissionen, wie die der CDU waren ein wenig anders zusammengesetzt. Das Interessante dabei ist, dass der inhaltliche Kriterienkatalog eigentlich fast genau auf diese Personen passt, die in der Kommission sitzen, die aber durch ihre Teilnahme an dieser ausgeschlossen sind. Zudem beauftragte die Kreismitgliederversammlung die absolute Vertraulichkeit.Dieser inhaltliche Kriterienkatalog l\u00e4sst K\u00f6lner:innen, die mit dem Alltag in K\u00f6ln konfrontiert sind, erstaunt zur\u00fcck, weil die dort geforderten F\u00e4higkeiten der OB-Kandidat:innen wenig mit Sachkompetenzen einhergehen, als vielmehr auf Parteizugeh\u00f6rigkeit, Wahlkampf oder Kommunikationsthemen abzielen. Ganz zu schweigen von einem Punkt, wie das die oder zuk\u00fcnftige OB:in politische Mehrheiten organisieren solle.Ein Blick in die Gemeindeordnung NRW ist hilfreich. Die K\u00f6lner:innen werden im September 2025 mit dem Oberb\u00fcrgermeister den gesetzlichen Vertreter:in der Gemeinde in Rechts- und Verwaltungsgesch\u00e4ften w\u00e4hlen. In der Gemeindeordnung steht: \u201eDer B\u00fcrgermeister wird von den B\u00fcrgern in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl auf die Dauer von f\u00fcnf Jahren nach den Grunds\u00e4tzen der Mehrheitswahl zugleich mit dem Rat gew\u00e4hlt.\u201c (\u00a765 GO NRW) Daran ist wichtig zu verstehen, dass der B\u00fcrgermeister gar nicht vom Votum der Parteien abh\u00e4ngig ist. Seine Wahl ist ein separater Vorgang, neben der Wahl der Direktkandidat:innen und Parteilisten f\u00fcr das politische Gremium Rat.Legt man dar\u00fcber den Rahmen der gr\u00fcnen Findungskommission, stellen sich Fragen, warum ganz oben in der Agenda bei den Gr\u00fcnen steht, die zu findende OB-Kandidat:in m\u00fcsse politische Mehrheiten organisieren? Es gibt noch mehr Auff\u00e4lligkeiten, wie die Fokussierung des Suchrahmens auf die kurze Phase der Kandidatur und Wahl sowie weniger auf die folgenden f\u00fcnf Jahre der dann anstehenden Wahlperiode, deren dringendste Themen sich in den Sorgen der B\u00fcrger:innen widerspiegelt.Warum spielt Sachkompetenz keine Rolle?Denn wer mit B\u00fcrger:innen spricht h\u00f6rt die Sachthemen, die den K\u00f6lner:innen Sorgen bereiten. Da sind die v\u00f6llig aus dem Ruder gelaufenen Gro\u00dfprojekte, die Sorge vor den finanziellen L\u00f6chern und \u00dcberschuldung im st\u00e4dtischen Haushalt, das Desaster im \u00d6PNV beim Nahverkehr und den K\u00f6lner Verkehrsbetrieben oder die heraufziehenden dunklen Wolken \u00fcber der Wirtschaft K\u00f6lns. Nicht zu vergessen, die Mietkatastrophe oder der Neubau von Wohnungen. Dazu die nicht \u00fcberall optimal funktionierende K\u00f6lner Verwaltung und das, obwohl diese in den letzten beiden Wahlperioden unter Henriette Reker und Gr\u00fcn-Schwarz aufgebl\u00e4ht wurde. Dazu kommen Transformationsprozesse wie die Energiewende oder die Mobilit\u00e4tswende. Und sie sehen jeden Tag die Schul-, Kita- und Infrastruktur-Krise, live und in Farbe in ihrem k\u00f6lschen Alltag.Wer mit Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung spricht, der h\u00f6rt h\u00e4ufig den Satz, dass es rund drei Jahre dauere bis ein neuer Oberb\u00fcrgermeister \u2013 Henriette Reker war hier die Ausnahme, da sie als Sozialdezernentin die Stadt schon von innen kannte \u2013 die K\u00f6lner Stadtverwaltung kenne und \u00fcberhaupt in der Lage sei, diese zu regieren. Das sei bei Fritz Schramma und bei J\u00fcrgen Roters so gewesen, wird hinter vorgehaltener Hand berichtet.Alle diese Fragen stehen aber nicht in der Agenda der Findungskommissionen. Die K\u00f6lner:innen messen diesen Sachthemen aber gro\u00dfe Bedeutung zu und erhoffen sich durch einen Wechsel an der Spitze der Stadt, dass es bei den Themen die ihren Alltag bestimmen, vorangeht.L\u00fccke zwischen Suchtext und Realit\u00e4tEs ist festzustellen, dass eine L\u00fccke zwischen Suchtext und der Realit\u00e4t besteht. Also der Aufgabenbeschreibung und dem was wirklich anliegt in den kommenden f\u00fcnf Jahren. K\u00f6ln braucht eine oder einen harten (Finanz-)Sanierer:in, mit Charisma, Weitblick und dem Verm\u00f6gen Transformationsprozesse innerhalb der Verwaltung zu gestalten und extern so zu erkl\u00e4ren, dass sich K\u00f6lner:innen, Unternehmen, Institutionen und Organisationen mitgenommen f\u00fchlen und am neuen K\u00f6ln des 21. Jahrhunderts mitarbeiten. Als Leitung der Ratssitzungen braucht es zudem jemanden \u2013 wenngleich Reker dies immer einforderte\u2013 das Gremium auf seine Funktion der Kontrolle der Verwaltung zu disziplinieren sowie dessen politische Rahmensetzung auf das praktisch Umsetzbare innerhalb des finanziell Machbaren zu begrenzen. Diese Aufgabe wird immer wichtiger vor dem Hintergrund der vielen Einzelmandatstr\u00e4ger:innen, Kleinstfraktion und Gruppen, die nur schwer in ihre Rolle als Ratsmitglieder finden und oft auch in den eigenen Reihen keine Sachkundigen haben. Und noch etwas: K\u00f6ln braucht eine Macher:in. Also eine Organisator:in mit enorm viel Power, ganz gleich, ob das bisher in einer \u00f6ffentlichen Verwaltung oder einem Unternehmen unter Beweis gestellt wurde.Suchen die Parteien so jemanden? Haben die bisher gefundenen Kandidat:innen so ein Profil? Wer mit K\u00f6lner:innen spricht und diese fragt, h\u00f6rt oft das Wort: Nein. Mag das daran liegen, dass die Findungskommissionen gar nicht danach suchen? Das lassen die geforderten Skills vermuten.Wer zur OB-Kandidatenfrage mit vielen K\u00f6lner:innen aktuell spricht, der h\u00f6rt immer wieder das es fast schon besser w\u00e4re, wenn Henriette Reker noch eine Amtszeit dranh\u00e4ngen w\u00fcrde. So sagen viele K\u00f6lner:innen aktuell, dass sie \u2013 obwohl sie mit Rekers Bilanz nicht zufrieden seien \u2013 diese Option vor dem Hintergrund der Kandidat:innensuche bevorzugten und nicht glaubten, dass die Findungskommissionen bessere Kandidat:innen herbeizauberten. Das gelte zudem f\u00fcr das derzeit aktive kommunalpolitische Spitzenpersonal der Parteien in den Ratsfraktionen, von denen sich niemand f\u00fcr das OB-Amt profiliert habe. In der Verwaltungsspitze gibt es mit D\u00f6rte Diemert eine parteilose Frau, der das Attribut \u201eOB-Format\u201c in der \u00d6ffentlichkeit verliehen wurde.GremienfetischismusDie vorgeschalteten Findungskommissionen bei Gr\u00fcnen, CDU und SPD werfen zudem die Frage auf, warum es vor dem Parteivorstand, ein weiteres fast mit den gleichen Funktion\u00e4ren besetztes Gremium hinter verschlossenen T\u00fcren gibt, dass dann dem geheim tagenden Parteivorstand Vorschl\u00e4ge unterbreitet und dann die Mitglieder abstimmen. Oder wie im Fall der K\u00f6lner CDU am vergangenen Samstag, dann die Abstimmung der Mitglieder abw\u00fcrgt. Die Gr\u00fcnen haben nach monatelanger Suche immer noch keine Pers\u00f6nlichkeit vorgestellt. Zudem wirft das gr\u00fcne Gremium die Frage auf, ob die Gr\u00fcnen mit der aktuellen Besetzung ihrer Findungskommission, die Trennung von Partei und Mandat ad absurdum f\u00fchren. Letzten Meldungen zufolge soll dies erst im Februar perspektivisch im M\u00e4rz 2025 erfolgen, wenn weitere Gremien tagten.\u00dcbrigens sind die Sozialdemokraten in K\u00f6ln keinen Deut besser. Die SPD-Findungskommission findet Torsten Burmester. Die K\u00f6lner SPD stellt Burmester am 22. November 2024 der \u00d6ffentlichkeit vor. Der \u201eK\u00f6lner Stadtanzeiger\u201c findet das Wort \u201eHochkar\u00e4ter\u201c. Der \u201eDuden\u201c schreibt zur Bedeutung: \u201eEdelstein von hohem Karat\u201c. Am 10. November 2024 berichteten allerdings schon die Gazetten landauf und landab \u00fcber den Bericht der Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die dem Verband bei dem Burmester Vorstandsvorsitzender der operativen Ebene ist, \u201eunprofessionelles\u201c Verhalten bei der Unterst\u00fctzung der Vergabe der \u201eWorld Games\u201c attestierte. Vor zwei Tagen berichtete nicht nur \u201eSpiegel Online\u201c \u00fcber die Freistellung Burmesters. Eine \u00f6ffentliche Stellungnahme des Verbandes fehlt. Burmester konterte bereits alleine \u00fcber die Zeitung, die ihn \u201eHochkar\u00e4ter\u201c nannte und kritisierte seinen Arbeitgeber, den DOSB \u00f6ffentlich in klassisch weinerlichem SPD-Framing. Der \u201eK\u00f6lner Stadtanzeiger\u201c zitiert Burmester mit den Worten: \u201eWir suchen in dieser Gesellschaft h\u00e4nderingend nach Menschen, die sich in der Kommunalpolitik engagieren. Daher t\u00e4ten Arbeitgeber gut daran, ihren Arbeitnehmern so eine Kandidatur zu erm\u00f6glichen.\u201c Interessant ist, wie sich der \u201eK\u00f6lner Stadtanzeiger\u201c sch\u00fctzend vor Burmester stellt. Da wird der Bericht der Ethikkommission des DOSB zu \u201eVorw\u00fcrfen\u201c kleingeschrieben und nicht \u00fcber deren Feststellungen berichtet. Stattdessen darf der Kandidat Burmester erkl\u00e4ren, dass er stolz darauf sei, was er beim DOSB erreicht h\u00e4tte und sagen \u201eJetzt trete ich f\u00fcr ein kommunales Amt in unserer Demokratie an\u201c, so als handele es sich um ein Ehrenamt, f\u00fcr das er sich engagiere. W\u00fcrde Burmester zum OB von K\u00f6ln gew\u00e4hlt, w\u00e4re er kommunaler Wahlbeamter mit stattlichem Sal\u00e4r und ziemlicher Machtf\u00fclle ausgestattet.Erinnert sei noch einmal an die Gemeindeordnung NRW: \u201eDer B\u00fcrgermeister wird von den B\u00fcrgern in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl auf die Dauer von f\u00fcnf Jahren nach den Grunds\u00e4tzen der Mehrheitswahl zugleich mit dem Rat gew\u00e4hlt.\u201cDiese vorgeschalteten Findungskommissionen sorgen, wie man jetzt in K\u00f6ln sehen kann nicht f\u00fcr mehr Klarheit bei der Suche nach geeigneten Kandidat:innen. Im Gegenteil, wie das Beispiel der K\u00f6lner CDU zeigt, verengen sie die Optionen der Suche nach geeigneten Kandidat:innen. F\u00fcr diejenigen, die Politik populistisch betreiben bieten sie neue Angriffsfl\u00e4chen auf die demokratisch legitimierte Parteiendemokratie, die in ihrer bisherigen Ausgestaltung von innerparteilichen Prozessen legitimiert ist. Ein Parteivorstand ist von den Mitgliedern der Partei demokratisch in Wahlen legitimiert und vertritt die Partei. Dessen Vorschlag kann auf einem Parteitag debattiert und entschieden werden, auf denen die Mitglieder sich ebenfalls zur Wahl stellen k\u00f6nnen. Mehr Demokratie geht nicht.Dieses Gremium Findungskommission initiiert vom Parteivorstand gaukelt Fachkompetenz und demokratischen Prozess vor, so als gel\u00e4nge so direkte Demokratie, selbst wenn wie bei den Gr\u00fcnen dessen Einsetzung von einer Mitgliederversammlung beschlossen wird. Aber wenn dann die Stellenbeschreibung und geforderten Skills der gesuchten Kandidat:in nur durch die parteipolitische Brille erfolgt, n\u00fctzt auch dies nichts.Wenn also schon eine Findungskommission nicht in der Lage ist, eine fachlich begr\u00fcndete Suche nach geeigneten Kandidat:innen aufzusetzen, mit fachkundigen HR-Experten besetzt wird oder seismografisch Warnungen aus der \u00d6ffentlichkeit registriert, wozu braucht es dann ein solches Gremium on top? Nur f\u00fcr das Social-Media-Partizipationstheaterst\u00fcck \u201eWarten auf die OB-Kandidat:in? Das K\u00f6lner OB-Kandidat:innen Drama ist f\u00fcr Populisten und ihr M\u00e4rchentheater die ideale Drehbuchvorlage. Diese Populisten werden trotz der Direktwahl der Oberb\u00fcrgermeister:in durch die K\u00f6lner:innen im Wahlkampf ein Eliten-Narrativ Theater mit Get\u00f6se auff\u00fchren. Das ist zu bef\u00fcrchten.Die K\u00f6lner:innen warten auf gute Vorschl\u00e4ge der demokratischen Parteien und haben diese verdient. Von den Parteien erwarten sie, dass sie sich disziplinieren und die geeignetsten Kandidat:innen f\u00fcr die L\u00f6sung der Sachfragen der kommenden f\u00fcnf Jahre zu liefern und kein Theater auf offener B\u00fchne, weder digital noch analog.Zur Quelle wechseln"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Das Warten auf die K\u00f6lner OB-Kandidat:innen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/das-warten-auf-die-koelner-ob-kandidatinnen\/#breadcrumbitem"}]}]