[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/der-traum-von-wasserstoff-in-waermenetzen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/der-traum-von-wasserstoff-in-waermenetzen\/","headline":"Der Traum von Wasserstoff in W\u00e4rmenetzen","name":"Der Traum von Wasserstoff in W\u00e4rmenetzen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Baden-W\u00fcrttemberg will bis 2limaneutral werden, und W\u00e4rmenetze sollen dabei eine Schl\u00fcsselrolle spielen. 4 Prozent des Endenergiebedarfs f\u00fcr Haushalte, Unternehmen und st\u00e4dtische Geb\u00e4ude sollen dann \u00fcber Fernw\u00e4rme gedeckt werden \u2013 ein gegen\u00fcber heute. 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Die Landeshauptstadt Stuttgart nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Mit einem geplanten Wasserstoffanteil von rozent in den W\u00e4rmenetzen ist sie die gr\u00f6\u00dfte der Top-F\u00fcnf-Kommunen, die auf den gr\u00fcnen Energietr\u00e4ger setzen. Ein Gas, das bisher kaum verf\u00fcgbar ist \u2013 und teuer.\u00a0Was sind W\u00e4rmenetze?\u00a0W\u00e4rmenetze versorgen ganze Wohnviertel, Stadtteile oder Gemeinden zentral mit Heizw\u00e4rme und Warmwasser. Statt dass jedes Geb\u00e4ude eine eigene Heizung braucht, kommt die W\u00e4rme \u00fcber isolierte Leitungen direkt ins Haus. Fernw\u00e4rme bezeichnet gro\u00dfe Netze, die ganze St\u00e4dte versorgen, Nahw\u00e4rme kleinere Anlagen f\u00fcr wenige Geb\u00e4ude. Die W\u00e4rme stammt unterschiedlichen Quellen, etwa aus Kraftwerken, Industrieabw\u00e4rme, Biomasse oder Geothermie. \u00a0Kommunen planen teils massiv mit Wasserstoff\u00a0Auch in anderen W\u00e4rmepl\u00e4nen taucht Wasserstoff ambitioniert auf: Sersheim will bis 2040 fast 80 Prozent seines Netzes mit Wasserstoff speisen, Wertheim 55 Prozent. Landesweit kalkulieren die Kommunen im Schnitt mit einem 14-Prozent-Anteil. Das zeigt eine Auswertung von 215 W\u00e4rmepl\u00e4nen von CORRECTIV und SWR. Damit w\u00e4re Wasserstoff der zweitwichtigster Energietr\u00e4ger nach W\u00e4rmepumpen. Doch laut Experte Matthias Neumeier von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-W\u00fcrttemberg (KEA-BW) ist offen, wie viel Wasserstoff eingesetzt werden kann. Das \u201ewird von der Verf\u00fcgbarkeit und vom Preis abh\u00e4ngen.\u201c Wasserstoff k\u00f6nne Zeiten mit besonders hohem W\u00e4rmebedarf abdecken, aber nicht die Basis der Versorgung bilden. Auch andere Experten warnen: St\u00e4dte und Gemeinden sollten besser nicht auf zu viel Wasserstoff setzen. \u00a0\u00a0Doch die Kommunen rechnen mit dem gr\u00fcnen Gas. Eine Studie des Instituts f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) bewertet ihre Ziele f\u00fcr den starken Ausbau und die komplette Transformation der Netze als \u201esehr ambitioniert\u201c. Ob ihre W\u00e4rmepl\u00e4ne plausibel sind, kontrollieren die Regierungspr\u00e4sidien. Auf Anfrage von CORRECTIV und SWR antwortet das Freiburger Pr\u00e4sidium stellvertretend f\u00fcr alle: \u201eEs ist nicht zu erwarten, dass \u00fcberall genau die Entwicklungen eintreten, wie sie jetzt den Modellen zugrunde liegen.\u201c Es handle sich dabei nicht um pr\u00e4zise Vorausberechnungen.\u00a0Der tats\u00e4chliche Wandel zur gr\u00fcnen W\u00e4rme m\u00fcsste in den n\u00e4chsten 15 Jahren radikal ausfallen.  der W\u00e4rme in baden-w\u00fcrttembergischen W\u00e4rmenetzen stammen aktuell aus Erdgas, Kohle und \u00d6l. Erneuerbare Quellen wie Biomasse oder W\u00e4rmepumpen spielen bisher nur eine untergeordnete Rolle.\u00a0Fernw\u00e4rmekunden sind Anbieterpreisen ausgeliefert\u00a0Selbst wenn Wasserstoff wie geplant kommt, werden vor allem die Mieterinnen und Mieter belastet:\u00a0Rund 80\u202fProzent der Fernw\u00e4rmekunden leben in Mietwohnungen und k\u00f6nnen nicht entscheiden, wie ihre W\u00e4rme erzeugt wird\u00a0\u2013 sie sind auf die Planungen des Anbieters angewiesen und werden die Kosten f\u00fcr Wasserstoff mittragen. \u00a0In einer Umfrage \u00fcber den CrowdNewsroom von CORRECTIV und SWR berichten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von fehlender Transparenz, hohen Preisen und mangelnder Kooperation: Jemand aus Villingen-Schwenningen nennt die Stadtwerke \u201equasi Monopolist mit allen Nachteilen\u201c. Das eigene Wohnhaus sei zum Eintritt der Rente ver\u00e4u\u00dfert worden, nun gebe es die Abh\u00e4ngigkeit: \u201eWir sind an das Fernw\u00e4rmesystem der Stadtwerke angeschlossen und haben keinen Entscheidungsspielraum.\u201c Das W\u00e4rmenetz werde derzeit mit Erdgas betrieben und die Kosten seien intransparent. Ein Stuttgarter kritisiert den Energieversorger EnBW: \u201eDer Anschluss an die Fernw\u00e4rme ist die einzige M\u00f6glichkeit und auch technisch umsetzbar, aber das Fernw\u00e4rmeangebot in Stuttgart ist nicht akzeptabel.\u201c Die Betriebskosten seien bereits jetzt doppelt so teuer wie bei Erdgas. Seit Monaten frage er sich, wie die L\u00f6sung f\u00fcr ein Haus wie das seine aussehen soll. \u00a0\u00a0Wie erleben Sie die W\u00e4rmewende in Baden-W\u00fcrttemberg?\u00a0Sorgen Sie sich um Ihre Heizkosten? Steht bei Ihnen ein Heizungstausch an? Oder sind Sie schon umgestiegen? Beteiligen Sie sich\u00a0noch bis zum 8. November 2025 \u00fcber diesen Link an unserer Umfrage und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen!\u00a0Die Realit\u00e4t: Fossile statt gr\u00fcner W\u00e4rme\u00a0Doch die EnBW wirbt bereits heute mit \u201eCO\u2082-neutraler\u201c Fernw\u00e4rme, obwohl sie die Anlagen mit fossilen Brennstoffen betreibt. Auf Anfrage von CORRECTIV und SWR teilt die EnBW mit, dass die CO\u2082-Neutralit\u00e4t ihrer Fernw\u00e4rmenetze von der Technischen Universit\u00e4t Dresden zertifiziert wurde. M\u00f6glich macht das das Geb\u00e4udeenergiegesetz: Die W\u00e4rme stammt \u00fcberwiegend aus Kraft-W\u00e4rme-Kopplung (KWK), also Kraftwerken, die gleichzeitig Strom und W\u00e4rme erzeugen. Mit der sogenannten Stromgutschriftmethode wird der CO\u2082-Aussto\u00df der W\u00e4rme rechnerisch dem Strom zugeschlagen \u2013 so gilt die W\u00e4rme auf dem Papier als emissionsfrei, obwohl weiter Gas oder Kohle verbrannt werden. Kurz gesagt: ein Rechentrick.\u00a0Auch an anderer Stelle nutzt der gro\u00dfe Energieversorger gr\u00fcne Rhetorik. EnBW bewirbt seine Fernw\u00e4rmeanlagen in Stuttgart-M\u00fcnster, Heilbronn und Altbach\/Deizisau, die mit Erdgas laufen, als \u201ewasserstofff\u00e4hig\u201c. In den 2030er-Jahren sollen die Turbinen theoretisch mit Wasserstoff laufen k\u00f6nnen. Und der Einsatz des gr\u00fcnen Gases klingt erstmal nach einer eleganten L\u00f6sung: Bestehende Gasinfrastruktur k\u00f6nnte weitergenutzt, Netze umgestellt, CO\u2082 eingespart werden. Doch gr\u00fcner Wasserstoff ist teuer und rar, seine Produktion energieintensiv. Zudem fehlt es an Leitungen, Speichern und langfristigen Liefervertr\u00e4gen. \u00a0Bis das Gas tats\u00e4chlich flie\u00dft, m\u00fcssen W\u00e4rmenetze anders dekarbonisiert werden \u2013 durch W\u00e4rmepumpen, Abw\u00e4rme und Geothermie. Sonst bleibt der Traum von gr\u00fcner W\u00e4rme ein Versprechen, das auf hei\u00dfer Luft basiert.\u00a0Dieser Artikel ist Teil der gemeinsamen Beteiligungsrecherche \u201eDruck im Kessel \u2013 Wie trifft mich die W\u00e4rmewende?\u201c von CORRECTIV und SWR. Recherche: Madlen Buck, Katarina Huth, Jann-Luca K\u00fcn\u00dfberg, Lena Schubert (CORRECTIV) Eberhard Halder-N\u00f6tzel, Philipp Pf\u00e4fflin, Matthias Zeiler (SWR) Recherche und Datenauswertung: Tom Burggraf, Katharina Forstmair, Elisa Harlan (SWR Data Lab) CrowdNewsroom: Marc Engelhardt, Sven Niederh\u00e4user (CORRECTIV) Projektleitung: Justus von Daniels (CORRECTIV), Eberhard Halder-N\u00f6tzel (SWR) Redaktion: Justus von Daniels, Stella Hesch Faktencheck: Stella Hesch Kommunikation: Esther Ecke, Anna-Maria Wagner, Nadine WinterZur Quelle wechselnAuthor: Katarina Huth"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Der Traum von Wasserstoff in W\u00e4rmenetzen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/der-traum-von-wasserstoff-in-waermenetzen\/#breadcrumbitem"}]}]