[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/deutschland-hat-fuer-klimakonferenz-in-kolumbien-nichts-neues-im-gepaeck\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/deutschland-hat-fuer-klimakonferenz-in-kolumbien-nichts-neues-im-gepaeck\/","headline":"Deutschland hat f\u00fcr Klimakonferenz in Kolumbien nichts Neues im Gep\u00e4ck","name":"Deutschland hat f\u00fcr Klimakonferenz in Kolumbien nichts Neues im Gep\u00e4ck","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Nach der Klimakonferenz ist vor der Klimakonferenz: Von morgen an treffen sich in Kolumbien Vertreterinnen und Vertreter von \u00fcber 45 Staaten, um einen Plan zu schmieden, wie man international aus fossilen Energietr\u00e4gern aussteigen kann. 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Kanzler Friedrich Merz w\u00e4hlte am Mittwoch gro\u00dfe Worte: Er betonte den notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien und dass Deutschland seine fossilen Abh\u00e4ngigkeiten verringern werde \u2013 auch mit Blick auf den Krieg im Iran. Eine Einschr\u00e4nkung setzt er aber direkt selbst: Wichtig sei auch, dass der Klimaschutz im Einklang mit der Wirtschaft stehe, sagte der Kanzler.Den Fokus der Bundesregierung auf die Wirtschaft macht auch die deutsche Realpolitik deutlich: So setzt das Wirtschaftsministerium in den vergangenen Monaten verst\u00e4rkt auf Gas und bremst den Ausbau von erneuerbaren Energien. Keine gute Vorbereitung f\u00fcr die Reise nach Kolumbien.Kolumbien: Konferenz f\u00fcr den Ausstieg aus FossilenDort wird Deutschland ab Montag vom Staatssekret\u00e4r im Umweltministerium, Jochen Flasbarth, vertreten. CORRECTIV hat nachgefragt, welche Zusagen das Ministerium in Bezug auf den Ausstieg aus fossilen Energien machen k\u00f6nne.Ein Sprecher des Ministeriums verweist auf die bestehende deutsche Klimapolitik und das deutsche Klimaziel, bleibt bez\u00fcglich neuerlicher Zusagen aber vage. Flasbarth wolle in Kolumbien vor allem \u201eein klares politisches Signal senden\u201c und sich als Teil einer \u201eKoalition der Macher\u201c zeigen, die die globale Abkehr von fossilen Energien konkret voranbringen. Man bringe au\u00dferdem eigene Erfahrungen mit, etwa beim \u201eKlimaschutzgesetz, der CO2-Bepreisung, dem Kohleausstieg und dem Ausbau erneuerbarer Energien\u201c, so Flasbarth. Ziel sei es, \u201eInvestoren weltweit zu zeigen, dass die Transformation hin zu klimaneutralen Energiesystemen unumkehrbar ist und zugleich energie- sowie sicherheitspolitische Vorteile\u201c biete. F\u00fcr einen Klimaschutzbeitrag im Rahmen einer UN-Rahmenkonvention sei aber auch nicht Deutschland direkt gefragt, sondern die EU als Ganzes, so der Sprecher.Fossile Priorit\u00e4ten der RegierungDie Anspr\u00fcche des Umweltministeriums scheinen kaum in Einklang mit den klimapolitischen Entwicklungen der letzten Monate in Deutschland \u2013 angesto\u00dfen vor allem durch das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche. Von einem klaren Kurs weg von fossilen Energien kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Das Wirtschaftsministerium plant neue Gaskraftwerke und kurbelt die inl\u00e4ndische Gasf\u00f6rderung an.Auch der Kohleausstieg steht auf wackligen Beinen. Trotz der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag \u00e4u\u00dfern Politiker Zweifel. Merz selbst erkl\u00e4rte, dass Kohlekraftwerke m\u00f6glicherweise l\u00e4nger laufen m\u00fcssten, um die Energieversorgung zu sichern.Die Reaktion der Regierung auf den Iran-Krieg verst\u00e4rkt den Eindruck fossiler Fixierung. Statt struktureller Antworten auf die Energiekrise senkte die Regierung die Energiesteuer auf Diesel und Benzin. J\u00fcrgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe kritisiert gegen\u00fcber CORRECTIV, die Politik diene der Autoindustrie, nicht den Menschen.Parallel dazu stockt der Ausbau erneuerbarer Energien. Neue Entw\u00fcrfe f\u00fcr das Netzpaket und die EEG-Novelle, die in dieser Woche \u00f6ffentlich wurden, sto\u00dfen auf scharfe Kritik. Die Solarbranche spricht von einem \u201eEnergiewende-Stopp\u201c durch das Netzpaket. Carsten K\u00f6nig vom Bundesverband Solarwirtschaft warnt, gro\u00dfe Teile Deutschlands k\u00f6nnten zu Sperrzonen f\u00fcr die Energiewende werden. Kern der Kritik sind gek\u00fcrzte F\u00f6rderungen f\u00fcr erneuerbare Energien.Konkrete Ziele statt Absichtsversprechen Auch Nichtregierungsorganisationen reagieren skeptisch auf Merz\u2019 gro\u00dfe Worte. Petter Lyd\u00e9n, Bereichsleiter f\u00fcr Internationale Klimapolitik von Germanwatch, lobt zwar die Absichtserkl\u00e4rungen, fordert aber mit Blick auf die Konferenz in Kolumbien: \u201eKanzler Merz muss in den kommenden Wochen und Monaten konkreter werden und einerseits Allianzen f\u00fcr schnelle Elektrifizierung und Erneuerbare auf den Weg bringen sowie konkrete Zahlen zur Klimafinanzierung vorlegen und darlegen, wie Deutschland den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die Unterst\u00fctzung der von der Klimakrise Betroffenen konsequent vorantreiben wird\u201c.Ein Wirrwarr aus KlimakonferenzenWas ist die COP?Die COP (Conference of the Parties) ist die wichtigste Klimakonferenz des Jahres. Sie wird ausgerichtet von den Vereinten Nationen. In diesem Jahr findet sie im November in der T\u00fcrkei statt. Bei der COP werden internationale Abkommen und Ziele festgelegt, um die Erderw\u00e4rmung zu begrenzen und den Klimawandel zu bek\u00e4mpfen. Die wohl bekannteste COP war die Konferenz 2015 in Paris, bei der das 1,5 Grad-Ziel festgelegt wurde.Der Petersberger Klimadialog\u201eFirst Conference on Transitioning Away from Fossil Fuels\u201cSchon vor \u00fcber zehn Jahren wurde das 1,5 Grad Ziel bei der COP 2015 in Paris festgelegt. Der Hauptgrund f\u00fcr die Erderw\u00e4rmung sind fossile Energien wie Kohle, \u00d6l und Gas. Doch bislang konnte sich die Weltgemeinschaft noch nicht auf einen konkreten Fahrplan f\u00fcr den Ausstieg aus fossilen Energietr\u00e4gern einigen. Zwar wurde bei der Klimakonferenz in Dubai vor zwei Jahren der \u201e\u00dcbergang weg vom fossilen Energiesystem\u201c beschlossen. Bislang fehlt aber ein konkreter Plan daf\u00fcr, wie Umweltorganisationen kritisieren.Eigentlich sollte dieser Plan bei der vergangenen COP in Brasilien erarbeitet werden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. Auf Initiative von Kolumbien und den Niederlanden verabredete man sich stattdessen zur ersten Konferenz f\u00fcr den Ausstieg aus fossilen Energien. Sie findet nun im Anschluss an den Petersberger Klimadialog vom 24. bis 29. April 2026 in der kolumbianischen Stadt Santa Marta statt. Voraussichtlich werden dort jedoch keine rechtlich verbindenden Instrumente verabschiedet.Redigat und Faktencheck: Elena M\u00fcllerCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Elena Kolb"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Deutschland hat f\u00fcr Klimakonferenz in Kolumbien nichts Neues im Gep\u00e4ck","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/deutschland-hat-fuer-klimakonferenz-in-kolumbien-nichts-neues-im-gepaeck\/#breadcrumbitem"}]}]