[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/dies-unser-volk-bislang-unveroeffentlichte-inhalte-der-potsdam-konferenz\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/dies-unser-volk-bislang-unveroeffentlichte-inhalte-der-potsdam-konferenz\/","headline":"\u201eDies unser Volk!\u201c \u2013 Bislang unver\u00f6ffentlichte Inhalte der Potsdam-Konferenz","name":"\u201eDies unser Volk!\u201c \u2013 Bislang unver\u00f6ffentlichte Inhalte der Potsdam-Konferenz","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Das Treffen in Potsdam am 25. November 2023, \u00fcber das heute noch immer diskutiert wird, beginnt mit einem \u201eGedicht\u201c. Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihren St\u00fchlen Platz genommen haben, ergreift der Gastgeber und Rechtsextremist Gernot M\u00f6rig das Wort. Nach ein&#8230;","datePublished":"2026-04-28","dateModified":"2026-04-28","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Sto%CC%88rer_Key-Visual-angepasst.png","url":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Sto%CC%88rer_Key-Visual-angepasst.png","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/dies-unser-volk-bislang-unveroeffentlichte-inhalte-der-potsdam-konferenz\/","about":["Politik"],"wordCount":2278,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnDas Treffen in Potsdam am 25. November 2023, \u00fcber das heute noch immer diskutiert wird, beginnt mit einem \u201eGedicht\u201c. Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihren St\u00fchlen Platz genommen haben, ergreift der Gastgeber und Rechtsextremist Gernot M\u00f6rig das Wort. Nach ein paar Willkommensworten wolle er \u201edas Ganze\u201c mit einem \u201eGedicht\u201c einleiten, sagt er. \u201eDa fingen sie an, Europa zu suchen\u201c hei\u00dft der Text, der im Saal des Landhotels \u00fcber Lautsprecher abgespielt wird. Der Autor Konrad Windisch, ein Nationalsozialist aus \u00d6sterreich, tr\u00e4gt es auf der vorgespielten Aufnahme offenbar selbst vor, mit rollendem R.Vermutlich wissen nicht alle Anwesenden, wer auf der Aufnahme zu h\u00f6ren ist. Auf Anfrage teilt M\u00f6rig mit, er habe den Namen des Autors in Potsdam bewusst nicht genannt, \u201eum damit einen inhaltlichen Bezug zum Autor zu vermeiden\u201c; er gehe nicht davon aus, dass die Anwesenden das \u201eGedicht\u201c Windisch zugeordnet h\u00e4tten \u2013 zu Windisch sp\u00e4ter mehr. M\u00f6rig schreibt, er verstehe den Text \u201eals pathetische Werbung f\u00fcr den europ\u00e4ischen Geist, f\u00fcr das \u00dcberwinden nationalstaatlichen Denkens und ein Zusammenarbeiten der unterschiedlichen europ\u00e4ischen Nationen\u201c.Hier ein Auszug, der bei dem Treffen in Potsdam abgespielt wurde:Und pl\u00f6tzlich wu\u00dften wir:Wir konnten das Herz Europas nicht findenweil wir das eigene verloren hatten.Und ahnten,da\u00df das unsere ein Teil des anderen war, wir f\u00fchlten das gleiche Blut in den Adern des anderen und dieselben Gedankenim Hirn des Nachbarn, wir sahen die Augen, die uns vertraut vorkamen, weil es die Augen des Bruders waren.Da h\u00f6rten wir unser eigenes Herz wieder schlagen, glaubten wieder an seine Unverg\u00e4nglichkeit und nannten uns stolz beim Namen \u2013 Dies unser Volk!Mehr als zwei Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung der Recherche m\u00fchen sich die AfD und ihr Umfeld, das Treffen in Potsdam als harmlos darzustellen. So, als sei es um CDU-Inhalte gegangen. Teilnehmerin und AfD-Bundestagsabgeordnete Gerrit Huy beharrt darauf, eine \u201emigrationspolitische Position\u201c zu vertreten, die sie in der N\u00e4he konservativer Parteien wie der CDU oder CSU verortet. Dieser Argumentation ist das Landgericht Berlin in seinem j\u00fcngsten Urteil gegen CORRECTIV gefolgt.Bis heute betonen einige der Teilnehmer, die Veranstaltung sei ein normales Treffen gewesen. \u201eNett und harmlos\u201c, \u201edas war jetzt ein ganz nettes Wochenende.\u201c oder \u201etotaler Alltag\u201c sind Aussagen, mit denen Teilnehmer beispielsweise in der ZEIT zitiert wurden. Und gegen den Text, den Sie gerade lesen, machte die K\u00f6lner Kanzlei H\u00f6cker bereits vor der Ver\u00f6ffentlichung in Sozialen Netzwerken Stimmung. Die Kanzlei vertritt Potsdam-Teilnehmende vor Gericht.CORRECTIV ver\u00f6ffentlicht nun diese zus\u00e4tzlichen Informationen, die zeigen, dass der Gesamtkontext der Veranstaltung v\u00f6lkisch gepr\u00e4gt war.Das \u201eGedicht\u201c von Windisch f\u00fcgt sich in das Gesamtbild ein und setzt den Ton gleich zu Beginn der Veranstaltung. Der Text hat insgesamt zehn Strophen. Wir haben uns dagegen entschieden, die \u00fcbrigen sieben Strophen zu ver\u00f6ffentlichen, da sie historischen Revisionismus und eine offene Gewaltphantasie enthalten, die wir nicht reproduzieren wollen.Weshalb wir diese Inhalte erst jetzt ver\u00f6ffentlichenJeder journalistische Text entsteht durch Auswahl. F\u00fcr die urspr\u00fcngliche \u201eGeheimplan\u201c-Recherche mussten wir die Dokumentation eines mehrere Stunden langen Treffens zusammenfassen und die wichtigsten Aussagen herausdestillieren. Das bedeutet auch, sich gegen einzelne Inhalte entscheiden zu m\u00fcssen. Nicht, weil sie unwichtig w\u00e4ren, sondern weil Texte nicht \u00fcberfrachtet werden d\u00fcrfen, damit sie verst\u00e4ndlich bleiben.In den mehr als zwei Jahren seit der Ver\u00f6ffentlichung ist die AfD mehrfach juristisch gegen die Recherche vorgegangen. In der \u00f6ffentlichen Diskussion stand dabei auch der Charakter des Treffens zur Debatte: ob hier tats\u00e4chlich v\u00f6lkisches Gedankengut besprochen wurde. Das \u201eGedicht\u201c von Konrad Windisch beantwortet diese Frage auf seine eigene Weise, weshalb wir es in der aktuellen Debatte wichtig f\u00fcr die Kontextualisierung halten.Expertin: \u201eIm Kern geht es um ein v\u00f6lkisches Europa\u201cVor den von uns nun ver\u00f6ffentlichten Zeilen des \u201eGedichts\u201c nimmt Windisch darin Bezug auf historische Kriegsereignisse, in denen er Europa gegen die Osmanen (\u201et\u00fcrkischen Hunde\u201c), die Hunnen und \u2013 im Zweiten Weltkrieg \u2013 an der Ostfront k\u00e4mpfen sieht. Sp\u00e4ter beschw\u00f6rt er die europ\u00e4ische Kulturgeschichte \u2013 vom Burgos-Dom \u00fcber den Louvre bis zu Rembrandts Amsterdam.Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Susan Arndt von der Universit\u00e4t Bayreuth ordnet das \u201eGedicht\u201c auf Anfrage von CORRECTIV ein. Sie sagt, im Kern gehe es \u201eum Ethnopluralismus, um ein v\u00f6lkisches Europa, in dem es klar definierte und starke Nationen gibt\u201c, die sich \u201eentlang einer wei\u00dfen christlichen Genese (ius sanguinis) einig sind, dass Europa wei\u00df und christlich sein m\u00fcsse und dass keine Abweichungen davon geduldet werden k\u00f6nnen.\u201cMit dem Aufrufen historischer Personen und Ereignisse wie der Abwehr des osmanischen Expansion im 16. und 17. Jahrhundert \u201escheint das Gedicht reiner historischer Wahrhaftigkeit verpflichtet, ohne diese einzuhalten\u201c. Diese wird laut Arndt \u201eeiner v\u00f6lkisch-propagandistischen Logik untergeordnet\u201c. Die Bezeichnung der Osmanen als \u201et\u00fcrkische Hunde\u201c sei \u201eeine alte g\u00e4ngige Abwertung f\u00fcr T\u00fcrken und Muslim*innen\u201c.An dieser Stelle sieht Arndt den Anschluss an die \u201eRemigration\u201c: \u201eDiese wird immer aus dem Argument heraus begr\u00fcndet, dass das \u201aAbendland\u2018 bedroht sei \u2014 vor allem auch davon, vom Islam \u00fcberrannt zu werden.\u201cDas \u201eGedicht\u201c steht Arndt zufolge in der Tradition eines \u201eDegenerationsrassismus\u201c, zu dem auch die Erz\u00e4hlung vom \u201eVolk ohne Raum\u201c geh\u00f6re, f\u00fcr das \u201emilit\u00e4risch mehr Raum erfochten werden m\u00fcsse\u201c. Auch die Form des Textes sei nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt: \u201eOhne die Umbr\u00fcche w\u00e4re es ein Sachtext, kein Gedicht \u2013 und damit nicht von der Kunstfreiheit gedeckt\u201c Der Rhythmus klinge \u201enach Marschschritten\u201c, deute ein \u201emilitaristisch-diktatorisches\u201c Denken an und unterwerfe das H\u00f6ren \u201eeinem angeordneten F\u00fchlen\u201c.Wer ist Windisch?Konrad Windisch z\u00e4hlt zu den langj\u00e4hrigen f\u00fchrenden Vertretern der \u00f6sterreichischen extremen Rechten. Bereits in jungen Jahren neonazistisch aktiv, mehrfach wegen nationalsozialistischer Texte zu langj\u00e4hriger Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilt, war er an der Gr\u00fcndung des \u00f6sterreichischen Bundes Heimattreuer Jugend (BHJ) beteiligt. Sp\u00e4ter wurde er Spiritus Rektor des Deutschen BHJ, wie der Politikwissenschaftler Gideon Botsch von der Universit\u00e4t Potsdam CORRECTIV auf Anfrage schreibt. Bis ins hohe Alter verteidigte Windisch den Nationalsozialismus. Er lebte zum Zeitpunkt der Potsdamer Konferenz im November 2023 noch, das Gedicht erschien 1972. Ein halbes Jahr nach dem Potsdamer Treffen, im April 2024, verstarb er.Auch Gernot M\u00f6rig, Zahnarzt und Gastgeber des Treffens in Potsdam, war in den 1970er-Jahren drei Jahre lang Bundesf\u00fchrer des deutschen BHJ. Windisch wird auch im M\u00f6rigs Buch gew\u00fcrdigt.M\u00f6rig sagt auf CORRECTIV-Anfrage, er habe Windisch vor rund 50 Jahren pers\u00f6nlich kennengelernt, damals als \u201eangesehenen Journalisten\u201c, der etwa f\u00fcr die \u00f6sterreichische H\u00f6rzu Kolumnen schrieb. Der letzte pers\u00f6nliche Kontakt liege rund 45 Jahre zur\u00fcck und sei nach \u201eintensiven Auseinandersetzungen\u201d \u00fcber M\u00f6rigs aus Windischs Sicht \u201ezu liberale Ansichten\u201d beendet worden. \u00dcber sp\u00e4tere politische Aktivit\u00e4ten Windischs k\u00f6nne er nichts sagen.Beim Treffen in Potsdam fragte niemand nach, weshalb das Treffen mit diesem \u201eGedicht\u201c er\u00f6ffnet wurde.M\u00f6rig fuhr mit der Begr\u00fc\u00dfung fort und machte das Thema der \u201eRemigration\u201c zum zentralen Thema des Abends. Alles andere \u2013 die Haltung zu Corona-Ma\u00dfnahmen und Impfungen, die Lage in der Ukraine und Israel \u2013 all das seien Streitpunkte in der Rechten. Die einzige Frage, die sie zusammenf\u00fchre, sei eben die Frage der \u201eRemigration\u201c: \u201eob wir als Volk im Abendland noch \u00fcberleben oder nicht\u201c. Bis heute sind weder M\u00f6rig noch andere Teilnehmer gegen diese Zitate im Text \u201eGeheimplan gegen Deutschland\u201c vorgegangen.Martin Sellner, der Kopf der Identit\u00e4ren Bewegung, schlug in seinem Vortrag dann die \u201eRemigration\u201c auch f\u00fcr \u201enicht-assimilierte Staatsb\u00fcrger\u201c \u00fcber \u201eAnpassungsdruck\u201c und \u201ema\u00dfgeschneiderte Gesetze\u201c als \u201eJahrzehnteprojekt\u201c zur Abwehr der \u201eethnischen Wahl\u201c vor.CORRECTIV hat auch Martin Sellner noch einmal um eine Stellungnahme insbesondere zu den neu ver\u00f6ffentlichten Inhalten gebeten. Dieser geht in seiner Antwort nicht konkret auf die Fragen ein, sondern schreibt unter anderem: \u201eAn die angeblichen Zitate auf dem Potsdam-Treffen, die Sie mir zuweisen, kann ich mich nicht erinnern und halte sie, wie so vieles in Ihrer Berichterstattung, f\u00fcr frei erfunden und verlange, sie mir in der Berichterstattung nicht zuzuschreiben.\u201c Das ist neu.\u201eRemigration\u201cDer Kampfbegriff \u201eRemigration\u201c fu\u00dft auf v\u00f6lkischer Ideologie und ist im rechtsextremem Vorfeld der AfD ma\u00dfgeblich vom \u00f6sterreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner gepr\u00e4gt. Sellner markiert in mehreren Ver\u00f6ffentlichungen und Vortr\u00e4gen den Schutz der \u201eethnokulturellen Identit\u00e4t\u201c als zentrales Ziel der rechten Bewegung. Sie wird ihm zufolge bedroht durch den angeblichen \u201eBev\u00f6lkerungsaustausch\u201c. Diese Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlung behauptet, die einheimische Bev\u00f6lkerung werde gezielt durch Einwanderer ersetzt. \u201eRemigration\u201c wird von der rechten Bewegung als vermeintliche L\u00f6sung gegen dieses Scheinproblem beworben.CORRECTIV hatte in der Recherche \u201eGeheimplan gegen Deutschland\u201c Anfang Januar 2024 gezeigt, wie Sellner vor hochrangigen AfD-Funktion\u00e4ren und Teilnehmern, die sich offenbar selbst als b\u00fcrgerlich-konservativ beschreiben sehen, \u00fcber die \u201eRemigration\u201c referierte. Im Zuge der Gespr\u00e4che\u00a0 erkl\u00e4rte er \u201enicht-assimilierte Staatsb\u00fcrger\u201c zum gr\u00f6\u00dften Problem, dem man aber mit \u201eAnpassungsdruck\u201c und \u201ema\u00dfgeschneiderten Gesetzen\u201c begegnen k\u00f6nne.Die Unterscheidung von Staatsb\u00fcrgern nach ethnischen Kategorien und dass Sellners Forderung nach \u201eRemigration\u201d auch auf Staatsb\u00fcrger zielt, macht das Konzept, das Sellner auch in anderen Zusammenh\u00e4ngen schildert, laut einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig verfassungsfeindlich. Das Bundesverwaltungsgericht bezieht sich in seiner Bewertung auf Beitr\u00e4ge, die Sellner im Medium Compact ver\u00f6ffentlicht hat.Mehrmals nehmen die Richter in Leipzig die \u201eCOMPACT-Edition \u201eSellner \u2013 Geheimplan \u2013 Was ich wirklich will\u201c als Grundlage, in der dieser auf seinen Vortrag Bezug nimmt. Zudem steht im Urteil im Indikativ: \u201eDie Kl\u00e4ger zu 3 und 4 \u00e4u\u00dferten sich nach den bereits erw\u00e4hnten Ver\u00f6ffentlichungen von CORRECTIV zu einem Treffen in Potsdam, bei dem Martin Sellner als Hauptredner aufgetreten war und sein \u2018Remigrationskonzept\u2019 vorgestellt hatte, zustimmend zu den Sellnerschen Pl\u00e4nen. Beide haben es gegen\u00fcber Kritik verteidigt\u201d.Auf Nachfrage von CORRECTIV legen sowohl Sellner als auch M\u00f6rig ihren Stellungnahmen Wert auf die Feststellung, dass das Bundesverwaltungsgericht nicht \u00fcber das entschieden habe, was in Potsdam gesagt wurde. Grundlage sei vielmehr eine Video-Reihe Sellners gewesen, die Compact selbst ver\u00f6ffentlicht habe. Sellner sagt dar\u00fcber hinaus, \u201enat\u00fcrlich\u201c sei sein Konzept \u201egewaltfrei und rechtsstaatlich\u201c.Seit dem Treffen in Potsdam macht die AfD \u201eRemigration\u201c immer wieder zum Thema. Die Partei verwendet den Begriff auch im Bundeswahlprogramm 2025 zwar, gibt ihm jedoch einen harmloseren Inhalt. Im Programm bezieht sich das Wort nicht auf Staatsb\u00fcrger, sondern ist ein Synonym f\u00fcr die Abschiebung von Personen ohne g\u00fcltigen Aufenthaltstitel.Es gibt jedoch unz\u00e4hlige Posts in den Sozialen Medien von Vertretern des v\u00f6lkischen Lagers der Partei, die \u201emillionenfache Remigration\u201c fordern. Der Staatsrechtler Markus Ogorek sagte gegen\u00fcber CORRECTIV, dass durch die schiere Zahl auch Staatsb\u00fcrger mitgemeint sein m\u00fcssen \u2013 was das Konzept klar v\u00f6lkisch mache. Zudem suchen immer wieder Vertreterinnen und Vertreter der Partei \u00f6ffentlich die N\u00e4he zu Sellner. Selbst in der AfD gibt es vereinzelte Stimmen, wie des AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah, die vor Sellners v\u00f6lkischem Vertreibungskonzept auch f\u00fcr Staatsb\u00fcrger warnen. Krah fordert bisher die AfD vergeblich dazu auf, sich klar und eindeutig von Sellner und dessen Konzept zu trennen.M\u00f6rigs Suche nach MitstreiternUnd dann gibt es diese Schilderung im CORRECTIV-Bericht von 2024, gegen die Gernot M\u00f6rig juristisch vorging. Sie findet rund eine Stunde nach dem Innehalten f\u00fcr das v\u00f6lkische \u201eGedicht\u201c von Konrad Windisch statt. Direkt nach Sellners Vortrag \u00fcber sein \u201eRemigrationskonzept\u201c sagt M\u00f6rig, man solle dazu ein Expertengremium bilden, das einen Plan in der Schublade habe, um es aus \u201eethischen, juristischen und logistischen Gesichtspunkten\u201c vorzubereiten, falls \u201eeine patriotische Kraft in diesem Land die Verantwortung \u00fcbernommen hat\u201c \u2013 ein rassistischer Plan in legalem Gewand.Dass er Entsprechendes sagte, hat M\u00f6rig bis heute nicht bestritten. Am Landgericht Hamburg ging er jedoch juristisch dagegen vor, diese Expertenkommission auf das \u201eRemigrationskonzept\u201c auch f\u00fcr Staatsb\u00fcrger bezogen zu haben. Die Klage wurde in erster Instanz abgewiesen, ist aber noch nicht rechtskr\u00e4ftig.Was bisher unver\u00f6ffentlicht blieb, war, was M\u00f6rig unmittelbar daran anschlie\u00dft. Er erg\u00e4nzt: Ein solches Vorhaben lasse sich nur partei\u00fcbergreifend bew\u00e4ltigen. Sollte sich im Verlauf des Tages jemand aus dem Kreis der Anwesenden bei ihm melden und erkl\u00e4ren, diese Aufgabe gerne auf sich nehmen zu wollen, w\u00e4re das aus seiner Sicht eine gro\u00dfartige Entwicklung.Auf Anfrage von CORRECTIV widerspricht M\u00f6rig nun der Einordnung, sein Vorschlag habe sich auf \u201eVertreibung\u201c oder \u201edeutsche Staatsb\u00fcrger\u201c bezogen. Er habe lediglich ein Expertengremium zur konsequenten Ausweisung \u201evollziehbar ausreisepflichtiger Ausl\u00e4nder\u201c vorgeschlagen. Mit \u201epartei\u00fcbergreifend\u201c habe er sich auf das Spiegel-Interview des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz vom Vorabend des Treffens und auf das CDU-Wahlprogramm bezogen, die beide eine \u201ekonsequente Abschiebung\u201c forderten.Sie wollen sich zu diesem Thema austauschen? Kommen Sie zu unseren Veranstaltungen und diskutieren Sie mit uns. Alle Termine finden Sie auf unserer Eventseite.\t\t\t\t\tZur Eventseite\t\t\t\tAuf dem Treffen befanden sich allerdings nur Parteimitglieder von AfD und CDU. F\u00fcr die Frage, ob eine Partei die Verfassung gef\u00e4hrdet, kommt es laut der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts entscheidend darauf an, ob verfassungsfeindliche Absichten \u201eplanvoll\u201c verfolgt werden.Dies k\u00f6nnte ein zentraler Grund sein, weshalb die Teilnehmer sich gegen die Einordnung als Sondierung m\u00f6glicher politischer Umsetzungspl\u00e4ne in Potsdam wehren. Dabei stand genau das in der Einladung: Sellner solle ein \u201eGesamtkonzept im Sinne eines Masterplans\u201c vorstellen. Auf der Veranstaltung selbst bot M\u00f6rig an, Aufgaben an die Teilnehmenden zu verteilen. Und dies bei einer Veranstaltung, die mit einem v\u00f6lkischen \u201eGedicht\u201c eines mehrfach verurteilten Nationalsozialisten eingeleitet wurde.***Redaktion: Lena K\u00f6psell, Anette DowideitFaktencheck: Finn Sch\u00f6neckCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Anette Dowideit"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"\u201eDies unser Volk!\u201c \u2013 Bislang unver\u00f6ffentlichte Inhalte der Potsdam-Konferenz","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/dies-unser-volk-bislang-unveroeffentlichte-inhalte-der-potsdam-konferenz\/#breadcrumbitem"}]}]