[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/emissionshandel-was-ueber-die-zukuenftige-entwicklung-der-co2-preise-bekannt-ist\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/emissionshandel-was-ueber-die-zukuenftige-entwicklung-der-co2-preise-bekannt-ist\/","headline":"Emissionshandel: Was \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung der CO2-Preise bekannt ist","name":"Emissionshandel: Was \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung der CO2-Preise bekannt ist","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Faktencheck Emissionshandel: Was \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung der CO2-Preise bekannt ist Ab 2027 wird der nationale Emissionshandel in Deutschland durch ein europ\u00e4isches Emissionshandelssystem abgel\u00f6st. Wie sich die Preise f\u00fcr CO2 dann entwickeln werden, ist schwierig vorherzusagen. 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Wie sich die Preise f\u00fcr CO2 dann entwickeln werden, ist schwierig vorherzusagen. Wir erkl\u00e4ren im Faktencheck, welche Einflussfaktoren es gibt und welche Preise Expertinnen und Experten erwarten.                    von                                Matthias Bau21. Februar 2025                                Ende Januar 2025 beschloss der Bundestag, den Emissionshandel zu reformieren. Im Netz verbreiteten sich daraufhin Spekulationen dar\u00fcber, wie sich die CO2-Preise dadurch entwickeln werden. (Symbolbild: Katerina Sulova \/ CTK \/ Picture Alliance)                                        Behauptung                    CDU, SPD und Gr\u00fcne h\u00e4tten am 31. Januar 2025 eine Steuererh\u00f6hung beschlossen, die die CO2-Preise um bis zu 500 Prozent steigen lassen werde.                        Aufgestellt von:     Beitr\u00e4gen in Sozialen Netzwerken                            Datum:                09.02.2025            Quelle            Bewertung        Unbelegt\u00dcber diese Bewertung                            Unbelegt. Der Bundestag hat beschlossen, den nationalen Emissionshandel ab 2027 in ein europ\u00e4isches System zu \u00fcberf\u00fchren. Wie sich die Preise im europ\u00e4ischen Emissionshandelssystem entwickeln werden, ist unklar. Aktuell liegt der CO2-Preis bei 55 Euro pro Tonne. Expertinnen und Experten gehen nicht von einer Versechsfachung der Preise im Jahr 2027 aus, und auch laut verschiedenen Studien ist das h\u00f6chst unwahrscheinlich. Die meisten Prognosen sehen ein Steigerung von aktuell 55 Euro auf 100 bis 250 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 189 Euro im Jahr 2030.    Am 31. Januar hat der Bundestag eine Reform des Emissionshandels beschlossen. In den Sozialen Netzwerken verbreitet sich daraufhin die Behauptung, die \u201eCO2-Steuer\u201c k\u00f6nne nun um bis zu 500 Prozent steigen. Was genau beschlossen wurde, was die \u201eCO2-Steuer\u201c eigentlich ist und wie sich zuk\u00fcnftig der Preis f\u00fcr CO2 entwickeln k\u00f6nnte, erkl\u00e4ren wir im Faktencheck.Auf Tiktok verbreitet sich dieses Sharepic \u00fcber den angeblichen Anstieg des CO2-Preises. Wie sich der Preis genau entwickeln wird, ist unklar. Expertinnen und Experten gehen jedoch nicht von einer Steigerung um 500 Prozent aus. (Quelle: Tiktok; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Bundestag hat den Emissionshandel reformiert, \u00c4nderungen treten 2027 in KraftMit dem Ausdruck \u201eCO2-Steuer\u201c ist die CO2-Bepreisung gemeint. Einen Preis f\u00fcr CO2 gibt es in der EU seit 2005, in Deutschland seit 2021. Das ist der nationale Emissionshandel. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger nehmen am Emissionshandel nicht direkt teil, sondern die sogenannten \u201eInverkehrbringer\u201c von Brennstoffen, also Unternehmen, die mit Heiz\u00f6l, Erdgas, Benzin und Diesel handeln. Der Preis pro Tonne verursachtem CO2 lag 2024 bei 45 Euro, im Januar 2025 stieg er auf 55 Euro. Die Deutsche Emissionshandelsstelle schreibt auf ihrer Webseite, dass der CO2-Preis im Jahr 2026 beim nationalen Emissionshandel zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne betragen wird.Am 31. Januar beschloss das Parlament, dass der nationale Emissionshandel ab dem Jahr 2027 in den neuen europ\u00e4ischen Emissionshandel f\u00fcr Verkehr und W\u00e4rme (ETS-2) \u00fcbergeht. Wie viel eine Tonne CO2 dann kosten wird, ist aber noch unklar, denn der Preis bildet sich, anders als bisher, frei durch den Handel mit CO2-Zertifikaten, erkl\u00e4rt das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) auf seiner Webseite. Das System soll dabei helfen, die Nachhaltigkeitsziele der EU zu erreichen. Die will 2025 klimaneutral sein.Wie der Emissionshandel genau funktioniert, erkl\u00e4rt die EU-Kommission in diesem Video (Englisch):Menge der Emissionszertifikate im ETS-2 wird mit der Zeit immer weiter abgesenktUm dieses Ziel zu erreichen, wird die Menge der Emissionszertifikaten im ETS-2 mit der Zeit immer weiter abgesenkt, sodass die Unternehmen, die sie ersteigern, theoretisch h\u00f6here Preise daf\u00fcr zahlen m\u00fcssen. Denn das Ziel ist es, dass die Sektoren, die das ETS-2 umfasst, ihre Emissionen bis 2030 um 40 Prozent gegen\u00fcber 2005 senken.\u00a0In einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) hei\u00dft es zu diesem Ziel: \u201eUm die Obergrenzen des ETS-2 einzuhalten, m\u00fcssen die betroffenen Sektoren ihre Emissionen in einem noch nie dagewesenen Tempo reduzieren: Zwischen 2005 und 2021 betrug die durchschnittliche j\u00e4hrliche Emissionsreduktion etwa 11 Tonnen CO2. Die ETS-2-Obergrenze wird um etwa 62 Tonnen CO2 pro Jahr sinken, also mehr als f\u00fcnfmal so schnell.\u201cDie EU hat mehrere Mechanismen vorgesehen, die einen schnellen Preisanstieg verhindern sollen. So werden zu Beginn des ETS-2 30 Prozent mehr Zertifikate ausgegeben, als ben\u00f6tigt w\u00fcrden. Hinzu kommt die sogenannte Marktstabilit\u00e4tsreserve. Die enth\u00e4lt 600 Millionen Zertifikate, die dann ausgegeben werden, wenn auf dem Markt zu wenige Zertifikate vorhanden sind oder der Preis eine bestimmte Obergrenze \u00fcbersteigt, beziehungsweise wenn er sich sehr schnell erh\u00f6ht. Diese zus\u00e4tzlichen Zertifikate verlieren jedoch im Jahr 2031 ihre G\u00fcltigkeit.\u00a0Wenn die Aussage im Sharepic richtig w\u00e4re, m\u00fcsste der CO2-Preis auf 330 bis 390 Euro steigen. Wie realistisch das ist, haben wir das BMWK, die Deutsche Emissionshandelsstelle und einen Experten gefragt.Wie sich die Preise im ETS-2 entwickeln werden, ist unklarEin Sprecher des BMWK schrieb uns \u00fcber die m\u00f6glichen Preise: \u201eWie sich die Preise f\u00fcr die CO2-Zertifikate exakt entwickeln werden, l\u00e4sst sich zwar noch nicht sicher vorhersagen, wir rechnen aber damit, dass sich der Preis in der ersten Phase, also ab 2027, wahrscheinlich um die 60 Euro pro Zertifikat bewegen k\u00f6nnte.\u201c Das hie\u00dfe, der Preis w\u00fcrde sich in etwa auf dem Niveau bewegen, das 2026 gilt. Drastische Preissteigerungen seien \u201ereine Spekulation oder entzogen sich seri\u00f6ser Berechnungsgrundlagen\u201c, so das BMWK.Michael Pahle vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung schrieb uns, dass die Preise im Jahr 2030 zwischen 71 und 261 Euro pro Tonne CO2 liegen k\u00f6nnten. In einer Forschungsarbeit schreiben er und seine Kolleginnen und Kollegen dazu, dass vor allem die Klimapolitik der EU-Staaten einen Einfluss darauf habe, wie sich der Preis f\u00fcr die CO2-Zertifikate entwickeln werde. Denn je weniger CO2 in den Sektoren, die am ETS-2 teilnehmen (W\u00e4rme und Verkehr) produziert wird, desto weniger Zertifikate m\u00fcssen gekauft werden.\u00a0F\u00fcr ihre Preisberechnung haben die Forscherinnen und Forscher drei verschiedene Szenarien entwickelt, in denen unterschiedlich starke Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Industrie, Transport und Geb\u00e4ude vorgenommen werden. Dabei geht es zum Beispiel um Sanierungen von Geb\u00e4uden, um diese energieeffizienter zu machen, die Wiederverwendung von Abw\u00e4rme in der Industrie oder den Umstieg auf E-Mobilit\u00e4t.\u00a0Christof Wisniewski, Sprecher des Umweltbundesamtes, schrieb uns \u201ePrognosen zum Preisniveau zuk\u00fcnftiger Versteigerungen\u201c k\u00f6nnten das UBA und die Deutsche Emissionshandelsstelle nicht abgeben. Eine vom UBA in Auftrag gegebene Studie zeige aber, \u201edass die Emissionsobergrenze im EU-ETS-2 durchaus ambitioniert\u201c sei. \u201eDemnach m\u00fcsste sich der j\u00e4hrliche Emissionsr\u00fcckgang im Geb\u00e4ude- und Stra\u00dfenverkehrssektor auf EU-Ebene im Vergleich zu den Vorjahren rechnerisch verf\u00fcnffachen.\u201c\u00a0Wisniewski wies uns dar\u00fcber hinaus auf eine Meta-Studie hin, die einen \u00dcberblick dazu liefert, zu welchen Preisen andere Studien gekommen sind. Dort findet sich in 15 betrachteten Studien nur eine, die einen Preis von 360 Euro pro Tonne CO2 prognostiziert. Das angenommene Szenario aus dem Jahr 2022 wirkt jedoch sehr pessimistisch: Zwar w\u00fcrden die Emissionen darin EU-weit um 52,1 Prozent bis 2030 reduziert, weitere Klimaschutzma\u00dfnahmen, au\u00dfer dem Ausstieg aus der Kernkraft, gebe es aber nicht.\u00a0In einer Forschungsarbeit der Hochschule Niederrhein geben Mira Gerlach-G\u00fcnsch und Andreas Seeliger einen \u00dcberblick dar\u00fcber, welche Preise verschiedene Studien f\u00fcr CO2-Zertifikate im ETS-2 f\u00fcr das Jahr 2030 prognostizieren (Quelle: Gerlach-G\u00fcnsch, Seeliger; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Klimaschutzma\u00dfnahmen k\u00f6nnen Preise im ETS-2 senkenDer Sprecher des UBA weist, wie auch Michael Pahle und seine Kolleginnen und Kollegen, jedoch darauf hin, dass die Preise f\u00fcr CO2-Zertifikate durch Klimaschutzma\u00dfnahmen sinken k\u00f6nnen: \u201eAmbitionierte Klimaschutzma\u00dfnahmen in den Bereichen Geb\u00e4ude und Verkehr, insbesondere der beschleunigte Umstieg auf Elektromobilit\u00e4t und klimafreundliche W\u00e4rme, k\u00f6nnen die Preise d\u00e4mpfen\u201c. Das sei der entscheidende Faktor, um hohe Preise zu vermeiden, so Wisniewski. Das UBA empfehle zudem, \u201eein Klimageld in Kombination mit spezifischen F\u00f6rderprogrammen f\u00fcr besonders betroffene Bev\u00f6lkerungsgruppen einzuf\u00fchren\u201c, um Privathaushalte zu entlasten. Ein Klimageld wollte die Koalition aus SPD, Gr\u00fcnen und FDP einf\u00fchren, umgesetzt wurde es jedoch nicht.Was die Parteien zum CO2-Preis planen:Der Sprecher des BMWK \u00e4u\u00dfert sich auf Anfrage \u00e4hnlich wie das UBA. Man m\u00fcsse eine \u201esozialvertr\u00e4gliche Ausgestaltung des ETS-2 bei der Preisentwicklung\u201c mitdenken. \u201eDaf\u00fcr sollen die Einnahmen aus dem ETS-2 genutzt werden, um Haushalte beim Umstieg auf klimafreundliche Alternativen zu unterst\u00fctzen und soziale H\u00e4rten abzufedern\u201c, so der Sprecher. Das sei zum Beispiel durch einen Klimasozialfonds auf EU-Ebene m\u00f6glich. In Deutschland solle die Einf\u00fchrung der Europ\u00e4ischen CO2-Bepreisung aus Sicht des BMWK auch mit der Einf\u00fchrung eines Klimageldes f\u00fcr alle Privathaushalte verbunden werden.Wie gut die europ\u00e4ischen Staaten insgesamt auf das neue Emissionshandelssystem vorbereitet sind, hat CORRECTIV.Europe hier zusammengetragen.Zusammenfassend l\u00e4sst sich also sagen, dass eine CO2-Preissteigerung von 500 Prozent in hohem Ma\u00dfe unwahrscheinlich ist. Die meisten Prognosen sehen eine Steigerung von aktuell 55 Euro auf 100 bis 250 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 189 Euro im Jahr 2030.\u00a0Redigatur: Steffen Kutzner, Max BernhardDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes, \u201eSupply and demand in the ETS 2\u201c, Dezember 2023: Link (Englisch, PDF)Mira Gerlach-G\u00fcnsch und Andreas Seeliger, \u201eEin wirkungsvolles, kosteneffizientes und sozial gerechtes EU-weites Emissionshandelssystem f\u00fcr den Geb\u00e4ude- und Verkehrssektor?\u201c: Link (PDF)Claudia G\u00fcnther, Michael Pahle, Kristina Govorukha, Sebastian Osorio und Theofano Fotiou, \u201eCarbon prices on the rise? Shedding light on the emerging second EU Emissions Trading System (EU ETS 2)\u201c: Link (Englisch)Zur Quelle wechselnAuthor: Matthias Bau"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Emissionshandel: Was \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung der CO2-Preise bekannt ist","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/emissionshandel-was-ueber-die-zukuenftige-entwicklung-der-co2-preise-bekannt-ist\/#breadcrumbitem"}]}]