[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/entreizt-euch-teil-2\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/entreizt-euch-teil-2\/","headline":"Entreizt euch! (Teil 2)","name":"Entreizt euch! (Teil 2)","description":"Krisengesch\u00fcttelt, gespr\u00e4chsm\u00fcde, gestresst? Macher:innen und ihre Projekte zeigen, wie es anders geht. Krisengespr\u00e4che Der Journalist Alexander Karam bringt mit seiner Plattform The What If Menschen zusammen, wo kaum noch ein Dialog m\u00f6glich scheint: in Krisengebieten. Libanon und Afghanistan: zwei L\u00e4nder, gezeichnet von Kriegen und Konflikten \u2013 Medien und die zivile&#8230;","datePublished":"2025-03-25","dateModified":"2025-03-25","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Redaktion","url":"#","identifier":19,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","height":534,"width":800},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/entreizt-euch-teil-2\/","about":["Allgemein"],"wordCount":1027,"keywords":["entreizt"],"articleBody":"    Krisengesch\u00fcttelt, gespr\u00e4chsm\u00fcde, gestresst? Macher:innen und ihre Projekte zeigen, wie es anders geht.Krisengespr\u00e4cheDer Journalist Alexander Karam bringt mit seiner Plattform The What If Menschen zusammen, wo kaum noch ein Dialog m\u00f6glich scheint: in Krisengebieten.Libanon und Afghanistan: zwei L\u00e4nder, gezeichnet von Kriegen und Konflikten \u2013 Medien und die zivile \u00d6ffentlichkeit sind alles andere als frei, die Stimmung ist zum Rei\u00dfen gespannt. Wie k\u00f6nnen Menschen trotzdem ins Gespr\u00e4ch kommen? Vielleicht funktioniert das in moderierten Online-Dialogen, sagte sich der Journalist Alexander Karam 2023. Und gr\u00fcndete die Plattform The What If.\u00a0\u201eIm Libanon haben die What-If-Dialoge Schiiten und Christen zusammengebracht, zwei religi\u00f6se Gruppen, die sich sonst meiden\u201c, sagt Karam. Er ist selbst \u201ehalber Libanese\u201c, verbrachte als Kind eines Franz\u00f6sisch-Libanesen einige Jahre im Libanon, bis zum Attentat auf Ministerpr\u00e4sident Rafiq al-Hariri 2005. Die Familie suchte eine sicherere Zukunft in Bayern, doch Karam l\u00e4sst das Land zwischen Syrien und Israel nicht los: Er studiert Politikwissenschaften in Beirut, schreibt f\u00fcr das Nahost-magazin Zenith. M\u00f6chte tiefgr\u00fcndiger \u00fcber die Region berichten, als es in den \u00fcblichen 90 Sekunden als Korrespondent m\u00f6glich ist. Langfristig Themen vor Ort begleiten.\u00a0            Im Libanon haben die What-If-Dialoge Schiiten und Christen zusammengebracht, zwei religi\u00f6se Gruppen, die sich sonst meiden                    \u2014 Alexander Karam        Dann erf\u00e4hrt er, dass Media for Peace gerade in Beirut unterwegs ist, ein gemeinsames Forschungsprojekt des Media Lab M\u00fcnchen, der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen und des Zentrums f\u00fcr Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr. Sie untersuchen, wie Frieden und Journalismus zusammengehen. Eine der S\u00e4ulen ihrer Forschung lautet: Dialoge. 2023 entsteht ein erstes Konzept f\u00fcr eine digitale Plattform f\u00fcr Friedensjournalismus. Karam wird Marketing-Werkstudent, er will unbedingt dabei sein.\u00a0Ein Schritt hinaus aus dem ParadiesEin Jahr sp\u00e4ter leitet Karam The What If. Seine libanesische Familie kann nicht ganz nachvollziehen, warum er sich so intensiv mit dem Land besch\u00e4ftigt. \u201eDer wohnt doch im Paradies auf Erden in Deutschland. Wieso will er jetzt freiwillig seinen Lebensunterhalt mit dem Libanon verdienen?\u201c, fragten sie. Karam: \u201eWeil ich daran glaube, dass wir damit etwas ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.\u201c2024 haben vier The-What-If-Moderator:innen im Libanon und in Afghanistan\u00a0 ein\u00a0 Netzwerk vor Ort aufgebaut. Sie sprechen pers\u00f6nlich Leute an, beantworten so lange ihre Fragen, bis sie Vertrauen zur Initiative haben: Keine Agenda aus Israel steckt dahinter, keine Falle \u2013 es geht wirklich um sie. Im Libanon sind mittlerweile etwa 90 Menschen aus allen Bev\u00f6lkerungsschichten und f\u00fcnf Journalist:innen dabei. In 22 Dialogen haben sie 106 Menschen zusammen ins Gespr\u00e4ch gebracht, online, um die Sicherheit f\u00fcr die Teilnehmer:innen zu wahren. Aus den Dialogen sind neun Artikel und Podcasts entstanden \u2013 und erste L\u00f6sungsans\u00e4tze: So soll 2025 eine Plattform online gehen, auf der Afghan:innen in der Diaspora einen gesch\u00fctzten Raum f\u00fcr Austausch finden; mitten im konfliktbehafteten Tayouneh-Viertel in Beirut ist ein realer Raum f\u00fcr Begegnungen geplant. Gerade ruht das Projekt allerdings \u2013 2024 hat Israel Tayouneh bombardiert. Karam will so bald wie m\u00f6glich wieder nach Beirut reisen: \u201eNachhaltiger Frieden entsteht im Lokalen.\u201c \u00a0Beruhig deine AmygdalaAutorin Diane Hielscher hat nach einer Krise gelernt, wie man Wut und Reizbarkeit \u00fcberwindet. Auf ihrer Online-Plattform LifeXLab stellt sie Podcasts, Kurse, Dokus zusammen, die anderen zeigen, wie\u2019s geht.\u201eMit einem Bein in der Depression\u201c \u2013 so f\u00fchlte sich Diane Hielschers Zeit nach der Trennung von ihrem Partner 2017 an. Zwei kleine Kinder musste sie versorgen, als Radiomoderatorin arbeiten \u2013 funktionieren. Es war, als habe sie die Schwerkraft nach unten gedr\u00fcckt, bei Ikea im Keller dann die erste Panikattacke, gefolgt von der n\u00e4chsten am Berliner Hauptbahnhof. Das Gehirn: \u00fcberreizt. Genauer: die Amygdala, jene Hirnregion, die Angst, Wut und Reizbarkeit steuert.Hielscher macht, was sie als Journalistin immer macht: Sie recherchiert. Hunderte B\u00fccher liest sie \u2013 zu Achtsamkeit, Gef\u00fchlsregulation, Selbstliebe. Verschlingt neuropsychologische Studien, will verstehen, wie das Gehirn und die Psyche funktionieren. Sie probiert Techniken der positiven Psychologie aus, meditiert t\u00e4glich, schreibt ein Dankbarkeitstagebuch \u2013 und erkennt: All diese kleinen \u00dcbungen zusammen stellen neue neuronale Verbindungen im Gehirn her, st\u00e4rken das Belohnungssystem und reduzieren Stress. Die Folge: mehr Ruhe im Kopf. \u201eUnd pl\u00f6tzlich konnte ich wieder so etwas Rudiment\u00e4res wie Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr meine Kinder machen.\u201cHielscher reicht es nicht, sich selbst geholfen zu haben \u2013 sie will dieses Wissen f\u00fcr alle zug\u00e4nglich machen. Also legt sie los. Produziert einen Achtsamkeits-Podcast, schreibt ein Buch \u2013 und gr\u00fcndet 2023 die Online-Plattform LifeXLab, \u201edas Netflix der Transformation\u201c nennt sie es und \u201edas Zuhause f\u00fcr wissenschaftlich Sinnsuchende\u201c. LifeXLab ist ein Mix von Online-Kursen, Podcasts, Dokus, Interviews mit Expert:innen und Portr\u00e4ts. Hielscher und ihr Team verfassen viele Beitr\u00e4ge selbst, andere geben sie bei Journalist:innen und Expert:innen in Auftrag. Die Themen: \u201eHappy Brain \u2013 ein gesundes Gehirn\u201c,\u00a0 \u201eBegleiten &amp; Beteiligen \u2013 Friedliche St\u00e4dte\u201c\u00a0 oder \u201eWie wir Zukunft gestalten\u201c \u2013 ja, wie denn?            Man wei\u00df aus der Netzwerkforschung: Wenn eine Person etwas ver\u00e4ndert, kann sich etwas im ganzen System tun.                    \u2014 Diane Hielscher        \u201eTransformation beginnt im Inneren des Einzelnen\u201c, sagt Hielscher. Was kann denn eine Person in der Klimakrise, in Kriegen und Konflikten ausrichten? \u201eMan wei\u00df aus der Netzwerkforschung: Wenn eine Person etwas ver\u00e4ndert, kann sich etwas im ganzen System tun.\u201c Entscheidend: dass sich Einzelne als handlungsf\u00e4hig erleben.Bei der Auswahl der Beitr\u00e4ge orientiert sich Hielscher deshalb auch an den Inner Development Goals (IDGs), einem Pendant zu den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Menschen aus Forschung, Unternehmen und Zivilgesellschaft haben die IDGs 2020 entwickelt. Sie hatten sich gefragt: Wieso schaffen wir es nicht, die SDGs umzusetzen, obwohl klar ist, was zu tun ist? Liegen die Barrieren in uns selbst? F\u00fcnf Felder hat die Gruppe herausgearbeitet, in denen wir uns weiterentwickeln sollten: von der Beziehung zu uns selbst \u00fcber die Sorge um andere bis zur Zusammenarbeit. Die IDGs sollen Menschen bef\u00e4higen, die Zukunft selbst mitzugestalten. \u201eDenn sie wird nicht kommen, wenn wir uns dauergereizt und auf Adrenalin Angstgeschichten erz\u00e4hlen\u201c, sagt Hielscher. Ganze Teile der Gesellschaft h\u00e4tten gerade einen Wutanfall, weil sie sich unwirksam, ungeh\u00f6rt und unwichtig f\u00fchlten. Doch jede:r k\u00f6nne lernen, die Amygdala zu beruhigen \u2013 um ins Handeln zu kommen. \u00a0"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Entreizt euch! (Teil 2)","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/entreizt-euch-teil-2\/#breadcrumbitem"}]}]