[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/es-ist-schwer-zu-erklaeren-dass-man-bei-5-grad-an-kaelte-stirbt\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/es-ist-schwer-zu-erklaeren-dass-man-bei-5-grad-an-kaelte-stirbt\/","headline":"\u201eEs ist schwer zu erkl\u00e4ren, dass man bei 5 Grad an K\u00e4lte stirbt\u201c","name":"\u201eEs ist schwer zu erkl\u00e4ren, dass man bei 5 Grad an K\u00e4lte stirbt\u201c","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Der Winter in Europa zeigt sich in seinen letzten Tagen nochmal von seiner klirrend kalten Seite: Die Temperaturen fielen auf -12 Grad in Prag und -10 Grad in Berlin. Auch in den s\u00fcdlichen L\u00e4ndern sanken sie auf -1 in Paris und&#8230;","datePublished":"2025-02-18","dateModified":"2025-02-18","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","height":534,"width":800},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/es-ist-schwer-zu-erklaeren-dass-man-bei-5-grad-an-kaelte-stirbt\/","about":["Politik"],"wordCount":1020,"keywords":["erklaren","kalte","schwer","stirbt"],"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnDer Winter in Europa zeigt sich in seinen letzten Tagen nochmal von seiner klirrend kalten Seite: Die Temperaturen fielen auf -12 Grad in Prag und -10 Grad in Berlin. Auch in den s\u00fcdlichen L\u00e4ndern sanken sie auf -1 in Paris und 3 in Madrid. Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus der K\u00e4lte nach Hause und k\u00f6nnen sich nicht aufw\u00e4rmen, weil Ihre Heizung kalt ist \u2013 genau wie der Rest Ihrer Wohnung.Die j\u00fcngste Recherche von CORRECTIV.Europe zeigt, dass genau das Realit\u00e4t f\u00fcr rund 47 Millionen Menschen in Europa ist. Die Situation stellt ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko dar: Menschen in kalten und feuchten Wohnungen haben nicht nur ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr psychische Erkrankungen, sondern auch f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Atemwegsinfektionen. Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern, Lokaljournalistinnen und Lokalournalisten in ganz Europa, machen wir auf die enorme Zahl der Betroffenen aufmerksam. Unser Netzwerk hat bis her 15 Artikel zu diesem Thema ver\u00f6ffentlicht, Sie finden sie hier.Die aktuellsten Daten von Eurostat stammen aus 2023: 2,2 Millionen Menschen leben demnach in Portugal im Winter in kalten Wohnungen. Dort liegt auch die neben der Exklave Ceuta am st\u00e4rksten betroffene Region Europas; auf den Azoren k\u00f6nnen 34,3 Prozent der Bev\u00f6lkerung nicht angemessen heizen.\u00a0Die portugiesische Tageszeitung P\u00fablico Azul hat mit der Wissenschaftlerin Ana Monteiro \u00fcber das Problem gesprochen: \u201eEs ist schwierig zu erkl\u00e4ren, dass man in Portugal bei 5 Grad Celsius an K\u00e4lte stirbt, weil in der wissenschaftlichen Literatur die k\u00e4ltebedingte Sterblichkeit bei minus 20 bis 30 Grad Celsius liegt. Wir haben jedoch bereits einen Anstieg der Sterblichkeit und Morbidit\u00e4t im Gro\u00dfraum Porto bei Temperaturen \u00fcber Null nachgewiesen.\u201c Monteiro ist Mitautorin einer wissenschaftlichen Studie, die k\u00fcrzlich in der Zeitschrift Nature Medicine ver\u00f6ffentlicht wurde. Darin wird davon ausgegangen, dass die Winter in Europa aufgrund der Klimakrise zwar milder werden, die durch K\u00e4lte bedingten Todesf\u00e4lle in Portugal aber in den bis zum Ende des Jahrhunderts prognostizierten Klimaszenarien weiterhin pr\u00e4sent sein werden.\u00a0Rund 47 Millionen Menschen in der EU, der Schweiz und Norwegen konnten im vergangenen Winter ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen. Das entspricht 10,2 Prozent der Bev\u00f6lkerung \u2013 ein Anstieg von mehr als 50 Prozent gegen\u00fcber 2021. Besonders betroffen sind die Menschen nicht in Nordeuropa, sondern in s\u00fcdlichen Regionen: Spanien, Griechenland, Portugal, Bulgarien und Italien. Auch Litauen sticht hervor.In der spanischen Region Katalonien hat eine wachsende Zahl von Menschen mit Energiearmut zu k\u00e4mpfen, einer Situation, die ihnen den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, Heizung und flie\u00dfendem Wasser verwehrt, wie  berichtet. Ungef\u00e4hr 1,57 Millionen Menschen k\u00f6nnen es sich dort nicht leisten, ausreichend zu heizen; das sind mehr als 20 Prozent der lokalen Bev\u00f6lkerung. Es beeintr\u00e4chtigt nicht nur die Lebensqualit\u00e4t, sondern f\u00fchrt auch zu zus\u00e4tzlichen Kosten und schr\u00e4nkt die Grundrechte ein. Dieser Kontrast zwischen den beiden Realit\u00e4ten in ein und derselben Stadt \u2013 und sogar in ein und demselben Geb\u00e4ude \u2013 ist laut diari ara frappierend. Eine betroffene Frau berichtet: \u201eW\u00e4hrend ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung zu Hause gem\u00fctlich Weihnachten feiert, mit Heizung und hei\u00dfen Duschen, leidet ein anderer, bedeutender Teil der Bev\u00f6lkerung im Stillen unter den Folgen der Energiearmut\u201c. Die Frau hat weder Strom noch flie\u00dfendes Wasser in ihrer Wohnung.Der Mangel an solch grundlegender Versorgung habe unmittelbare Folgen f\u00fcr die K\u00f6rperpflege. Die Betroffenen m\u00fcssten Strategien entwickeln, manche gingen zu Freunden oder Verwandten, um warm zu duschen.\u00a0Einige Organisationen versuchen, die Auswirkungen der Energiearmut zu lindern. Mehrere Menschen, die mit diari ara sprachen, berichteten, dass sie vom Roten Kreuz Sets erhalten haben, die praktische Dinge wie LED-Gl\u00fchbirnen und Isolierband f\u00fcr die Fenster enthielten. Das sei zwar keine dauerhafte L\u00f6sung, doch die Sets lieferten eine \u00fcberlebenswichtige Soforthilfe.Auch Nordfrankreich geh\u00f6rt zu den stark betroffenen Regionen Europas, berichtet die . In den Departements Nord und Pas-de-Calais waren 15,1 Prozent der Bev\u00f6lkerung betroffen, was dazu f\u00fchrte, dass 615.000 Menschen ihre Wohnungen nicht angemessen heizen konnten.Matteo, ein Student in Lille, lebt seit September in einer Wohngemeinschaft, die Wohnung hat die Energieeffizienzklasse E. Er und sein Mitbewohner haben bis November gewartet, um die Heizung einzuschalten, berichteten sie mediacit\u00e9s. \u201eIn der Wohnung waren 12 Grad. Wir haben die Heizung angedreht, aber dann festgestellt, dass die Rechnungen ins Unermessliche stiegen.\u201d Die f\u00fcr Januar betrug laut Matteo 340 Euro nur f\u00fcr den Strom.Matteo heize seine Wohnung nur vier Stunden am Tag auf 16 oder 17 Grad. In der \u00fcbrigen Zeit drehe er die drei Heizk\u00f6rper auf 13 Grad herunter, \u201edamit die Wohnung nicht auf 10 Grad abk\u00fchlt, wie schon mal, als wir gar nicht geheizt haben.\u201c Um die K\u00e4lte zu bek\u00e4mpfen, haben Matteo und sein Freund einiges versucht, erz\u00e4hlt er: \u201cdicke Kleidung tragen, die Fenster zuh\u00e4ngen und den Ofen nach jedem Kochen anlassen.\u201c Es sei schwierig, morgens aus dem Bett zu kommen und zu duschen, sagte er mediacit\u00e9s. \u201eRichtig schwierig ist es, nach Hause zu kommen in der Hoffnung, sich aufw\u00e4rmen zu k\u00f6nnen, aber dann sind es unter 15 Grad in der Wohnung. Man findet nie Ruhe.\u201c\u00a0Pascaline hat 2022 ein Haus in der N\u00e4he von Lille gekauft. Sie lebt allein mit ihren beiden Teenagern und berichtet der Tageszeitung La Voix Du Nord, dass sie mit ihrem Gehalt im \u00f6ffentlichen Dienst von weniger als 2.000 Euro im Monat nicht ausreichend heizen kann: \u201cDie H\u00e4lfte der Zimmer, in denen wir wohnen, heize ich auf 16,5 Grad. Anderswo sinkt die Temperatur morgens auf 12,5 Grad, zum Beispiel im Badezimmer. Das ist nicht angenehm.\u201c Zu ihrer Strategie w\u00fcrden dicke Pullover, Kerzen, Luftpolsterfolie an den Fenstern und dicke Vorh\u00e4nge geh\u00f6ren. Sie k\u00e4mpften um jedes Grad. \u201eEigentlich m\u00fcssten wir das Haus besser isolieren, aber dazu fehlt mir das Geld.\u201c.All diese Berichte machen deutlich, dass hohe Energiekosten, geringe Einkommen und schlecht isolierte Wohngeb\u00e4ude die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die so genannte Energiearmut in Europa sind \u2013 was Fachleute best\u00e4tigen. Alle drei Faktoren m\u00fcssen dringend wirksamer bek\u00e4mpft werden, damit im n\u00e4chsten Winter weniger Menschen frieren.Zur Quelle wechselnAuthor: Frida Thurm"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"\u201eEs ist schwer zu erkl\u00e4ren, dass man bei 5 Grad an K\u00e4lte stirbt\u201c","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/es-ist-schwer-zu-erklaeren-dass-man-bei-5-grad-an-kaelte-stirbt\/#breadcrumbitem"}]}]