[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/extremsituationen-ueberlebensstrategien-im-hyper-stress-teil-2\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/extremsituationen-ueberlebensstrategien-im-hyper-stress-teil-2\/","headline":"Extremsituationen: \u00dcberlebensstrategien im Hyper-Stress (Teil 2)","name":"Extremsituationen: \u00dcberlebensstrategien im Hyper-Stress (Teil 2)","description":"F\u00fcr manche Menschen sind Extremsituationen Alltag. Wir wollten von ihnen wissen: Wie kommt ihr da durch? \u00a0Und was k\u00f6nnen wir von euch lernen? 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Wir wollten von ihnen wissen: Wie kommt ihr da durch? \u00a0Und was k\u00f6nnen wir von euch lernen?Clara Sandorn*, 27, Sozialp\u00e4dagogin, M\u00fcnchen\u201eMeinen Job kann ich nur machen, weil ich meine Grenzen kenne\u00a0\u2013 ich wei\u00df, wo sie verlaufen, da ich selbst eine Therapie gemacht habe. Ich arbeite in der Familienhilfe und k\u00fcmmere mich um Kinder, die drogenabh\u00e4ngige oder psychisch erkrankte Elternteile haben. Das ist sehr stressig. Bei Rufbereitschaft muss ich auch sp\u00e4t nachts los. Neulich war ich allein mehrere Stunden bei einer Mutter, die einen Alkohol-R\u00fcckfall hatte, ihr kleines Kind stand verst\u00f6rt in der Ecke des Zimmers. Ich musste beide nacheinander beruhigen. So eine Balance zwischen N\u00e4he und Distanz ist nicht einfach, weil man eine starke Bindung zu den Familien aufbaut. Auf meine F\u00e4lle muss ich mich detailliert vorbereiten, die Geschichten der Betroffenen kennen, mich st\u00e4ndig mit Kolleg:innen absprechen.\u00a0In extremen Situationen hilft es mir, mein Ziel, meine Aufgabe klar im Kopf zu haben. Also: ,Das Kind muss sicher sein.\u2018 Alles kann ich nie schaffen. Sich einzugestehen, dass einem etwas zu viel wird oder man etwas nicht kann, ist eine St\u00e4rke. Manchmal muss ich die Kontrolle abgeben, das f\u00e4llt mir schwer. Wenn es zu heftig wird, gehe ich kurz raus an die frische Luft, atme tief ein, hole mir Verst\u00e4rkung oder bei Gefahr die Polizei. Das muss man kommunizieren. Ich teile meinen Klient:innen mit, wenn mir etwas zu laut ist oder ich mich unwohl f\u00fchle. So mache ich das auch au\u00dferhalb meines Berufs \u2013 wenn ich einen Konflikt mit Freund:innen oder meinen Eltern habe oder mich etwas nervt. Nur du selbst kannst Verantwortung f\u00fcr dich \u00fcbernehmen.\u00dcber die Jahre habe ich Routinen entwickelt: Direkt nach der Arbeit lese ich keine Nachrichten, checke mein WhatsApp nicht, besch\u00e4ftige mich nicht mit privaten Problemen. Es ist wichtig, Dinge ruhen zu lassen. Es bringt nichts, auf die gro\u00dfe Auszeit zu warten, der n\u00e4chsten Reise oder dem Wochenende entgegenzufiebern. Ich baue mir stattdessen \u00fcber den Tag verteilt kleine Mini-Urlaube ein, gehe spazieren, male die N\u00e4gel an, h\u00f6re meinen Lieblingssong oder zeichne etwas. Und: Am Wochenende bleibt das Arbeitshandy aus. Wenn ich das nicht mache, nehme ich die Wut und die Trauer der Familien mit.\u201c            Extremsituationen im Alltag: Zwei Menschen erz\u00e4hlen, wie sie damit umgehen, Fotos: Pexels \/ Rdne\/ Shvetsa        Tilo Timplan, 43, Freiwillige Feuerwehr, Bernburg, Saale\u201eEs gibt Eins\u00e4tze, die einem selbst nach 25 Jahren Erfahrung nicht aus dem Kopf gehen. Ich engagiere mich bei der Freiwilligen Feuerwehr und arbeite heute ehrenamtlich als Stadtwehrleiter. Einige unserer Truppe haben nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg vor Ort geholfen. Ich habe Freunde, die ihre Kinder gerade noch wegziehen konnten. Ich versuche, das nicht an mich ranzulassen, aber nat\u00fcrlich bewegt es mich. Das habe ich mit der Zeit gelernt. Man darf die Nerven nicht verlieren \u2013 auch nicht bei schlimmen Eins\u00e4tzen. Anderes Beispiel: Vor ein paar Jahren fuhr ein Lastwagen auf der Autobahn in einen Transporter, den er bis auf einen Meter zusammenschob. Drei der Insassen starben, einen der M\u00e4nner versuchten wir zu befreien. Nur sein Arm guckte noch raus. Acht Stunden hat das gedauert. So was brennt sich ein. Genau wie die Schreie einer Mutter, wenn ihr Kind bei einem Unfall umgekommen ist. In einem brennenden Haus sehe ich manchmal meine Hand vor Augen nicht. Wenn man dann pl\u00f6tzlich einen K\u00f6rper ertastet, spielt das Herz verr\u00fcckt.\u00a0Auf die Feuerwehr verlassen sich andere Menschen. Psychisch und physisch muss man fit sein, in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen. So hart es klingt: Die Schicksale schalte ich aus \u2013 und versuche doch, empathisch zu bleiben. Einen Bilderbuch-Einsatz gibt es nicht. Abl\u00e4ufe vorab zu planen ist aber hilfreich. Auch auf Extremsituationen kann man sich vorbereiten, Strategien lernen. Meine Ausbildung und die vielenCoachings in Stress- und Konfliktbew\u00e4ltigung waren gut. In meiner Freizeit mache ich gezielt Dinge, die mich \u00dcberwindung kosten. Das gibt mir Selbstvertrauen. So habe ich letztens die Himmelsleiter am Donnerkogel bestiegen, einen 40 Meter langen schwebenden Klettersteig.Gibt es Stress daheim, gehe ich spazieren, h\u00f6re Entspannungsmusik, mache einen Powernap. Besser, als sich stundenlang im Kreis zu drehen. Mit meiner Frau spreche ich \u00fcber meine Arbeit und meine Sorgen, von meinen Kindern halte ich das fern. Wenn ich h\u00f6re, was auf der Welt passiert \u2013 Krieg, Anschl\u00e4ge, der Rechtsruck in Deutschland \u2013 habe ich Angst um meine Familie. Dann nehme ich mir die Zeit, egal, wo ich gerade bin, und dr\u00fccke den Pausenknopf: Fokus nach innen, durch den Bauch atmen, ruhig bleiben.\u201c*Namen von der Redaktion auf Wunsch der Interviewten ge\u00e4ndert. Sie sind der Redaktion bekannt."},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Extremsituationen: \u00dcberlebensstrategien im Hyper-Stress (Teil 2)","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/extremsituationen-ueberlebensstrategien-im-hyper-stress-teil-2\/#breadcrumbitem"}]}]