[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/false-flag-15-faelle-von-linken-angriffen-auf-die-afd-die-keine-waren\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/false-flag-15-faelle-von-linken-angriffen-auf-die-afd-die-keine-waren\/","headline":"False Flag: 15 F\u00e4lle von \u201elinken Angriffen auf die AfD\u201c, die keine waren!","name":"False Flag: 15 F\u00e4lle von \u201elinken Angriffen auf die AfD\u201c, die keine waren!","description":"Die AfD machte gleich mehrfach mit angeblichen \u201eAngriffen\u201c auf sie Schlagzeilen, f\u00fcr die sie Linke oder &#8220;die Antifa&#8221; beschuldigte \u2013 beide Male wurde sie der L\u00fcge \u00fcberf\u00fchrt. Ein Mitglied z\u00fcndete sogar sein eigenes Auto an, um Linke zu beschuldigen, wof\u00fcr er jetzt aus der Partei ausgeschlossen werden soll. 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Ein Mitglied z\u00fcndete sogar sein eigenes Auto an, um Linke zu beschuldigen, wof\u00fcr er jetzt aus der Partei ausgeschlossen werden soll. Doch das sind keine Einzelf\u00e4lle. Die Falschbehauptungen der Rechtsextremen haben System. Wir haben 15 F\u00e4lle gesammelt, in denen ein Angriff vorgespielt wurde, die AfD selbst der Aggressor war oder &#8220;Linke&#8221; zu Unrecht beschuldigt wurden.Als vor einigen Tagen herauskam, dass ein AfD-Mitglied im bayrischen Uffenheim einen Brandanschlag samt Drohbrief der \u201eAntifa\u201c vorget\u00e4uscht hatte, da war es Stephan Protschka wichtig, zu betonen, dass dies ein Einzelfall gewesen sei. Eine pauschale \u00dcbertragung auf die ganze Partei verbiete sich. Jetzt m\u00f6chte die Partei ihn auch rauswerfen. Man hat wohl Angst, dass es mehr Menschen d\u00e4mmert, dass so ein Verhalten vielleicht doch kein Einzelfall ist.AfD-Mitglied hat Auto selbst angez\u00fcndet\u00a0\u2013 N\u00e4chster Fake-\u201eAntifa-Anschlag\u201c aufgeflogen!Denn ganz ohne pauschale \u00dcbertragungen ist es sehr auff\u00e4llig, wie regelm\u00e4\u00dfig sich die AfD reichweitenstark \u00fcber Angriffe \u201evon links\u201c beklagt, die sich sp\u00e4ter als Fakes herausstellen. Denn das vom Eigent\u00fcmer selbst angez\u00fcndete Auto ist eben kein Einzelfall.Kein Einzelfall: AfD erfand \u201elinksextremen Angriff\u201c in RosenheimAnfang M\u00e4rz behaupteten Wahlk\u00e4mpfende der AfD Rosenheim, an einem Infostand von \u201eLinksextremen\u201c angegriffen worden zu sein. Ihr B\u00fcrgermeisterkandidat Michael Maurer sei von drei jungen Menschen verletzt worden.DIESES Video entlarvt die AfD Rosenheim!Die Polizei leitete zun\u00e4chst auf Basis der Angaben der AfDler Ermittlungen gegen drei Aktivist:innen wegen des Verdachts auf K\u00f6rperverletzung ein. Dann tauchte aber ein Video auf, das der Erz\u00e4hlung vom \u201elinksextremen Angriff\u201c widerlegt: Hier sieht man, wie die AfD-Leute versuchen, den Aktivist:innen ein Banner zu entrei\u00dfen, es gibt ein l\u00e4ngeres Zerren daran, dann st\u00fcrzt Maurer ohne direkt erkennbaren Grund. Keine Schl\u00e4ge, keine Tritte sind zu sehen.Wie die zust\u00e4ndige Staatsanwaltschaft Volksverpetzer mitteilt, laufen die Ermittlungen &#8220;wegen des Anfangsverdachts eines K\u00f6rperverletzungsdelikts gegen drei Personen&#8221; noch. Das Video soll dabei hinzugezogen und ausgewertet werden. Eine Anzeige wegen falscher Verd\u00e4chtigung sei bisher nicht gestellt worden, werde aber nach Vorlage der urspr\u00fcnglichen Anzeige und des Videos gepr\u00fcft. Auch, ob es wegen des Gerangels um das Banner zu einer Anzeige kommen wird, ist noch nicht klar.Opfergeschichten der AfD pr\u00e4gen \u00f6ffentliche WahrnehmungEgal, was dabei herauskommt: Ihre Opfergeschichte konnte die AfD bereits in die Welt setzen. Wie wir bereits berichteten, \u00fcbernahmen viele Medien vorschnell die Darstellung von Polizei und AfD und titelten: &#8220;AfD-Kandidat wird an Wahlkampfstand in Rosenheim angegriffen\u201c. In den sozialen Netzwerken nutzen AfD und Umfeld das f\u00fcr Stimmungsmache: Bilder des gest\u00fcrzten Kandidaten mit der \u00dcberschrift \u201eWo bleibt der Aufschrei?&#8221; sowie Vorw\u00fcrfe, Medien w\u00fcrden den Vorfall verheimlichen.Auch wenn all das eindeutig widerlegt werden kann, pr\u00e4gt das Framing der AfD die \u00f6ffentliche Wahrnehmung. Bei politischer Propaganda geht es nicht um die Wahrheit. Es geht nur darum, als erste:r ein Narrativ, eine Geschichte anzubieten, die m\u00f6glichst gut verf\u00e4ngt. Alle sp\u00e4teren Richtigstellungen erreichen viel weniger Menschen, auch, weil sie oft nicht so eine gute, emotionale Geschichte erz\u00e4hlen.Auch andere Rechtsextreme und Russland nutzen False-Flag-AktionenDie False-Flag-Strategie, also Angriffe zu inszenieren oder umzudeuten, um sie den politischen Gegner:innen in die Schuhe zu schieben, ist keine Erfindung der AfD: So gab es beispielsweise nach dem Anschlag eines Pegida-Redners 2016 auf die Dresdner Fatih-Moschee ein gef\u00e4lschtes Bekennerschreiben einer angeblichen Antifa-Gruppe. 2023 behauptete ein Rechtsextremist gar, Linksextreme h\u00e4tten ihm drei Finger abgehackt; wie sich herausstellte, hatte er sich freiwillig verst\u00fcmmeln lassen.Auch die Autokraten-Freunde der AfD, der russische Auslandsgeheimdienst SWR, wissen um die Macht solcher False-Flag-Aktionen. Dem macht die nachlassende Unterst\u00fctzung f\u00fcr Viktor Orb\u00e1n anscheinend solche Sorgen, dass er ein offenbar inszeniertes Attentat auf den ungarischen Pr\u00e4sidenten und Putin-Freund geplant hatte.Es hat also System, wenn Rechtsextremist:innen, Autokraten und Diktatoren Anschl\u00e4ge inszenieren oder bei allem, was passiert, sofort \u201eLinksextremisten\u201c schreien. Irgendetwas von den st\u00e4ndigen Anschuldigungen wird schon h\u00e4ngen bleiben, und wenn es nur ein diffuses Gef\u00fchl ist, dass die AfD ja so oft von \u201eLinken\u201c angegriffen wird.Weidel weilt aus Sicherheitsgr\u00fcnden auf MallorcaUnd auf genau diesen Effekt baut die AfD seit Jahren. Einer der bekanntesten F\u00e4lle ist sicherlich der angebliche &#8220;Spritzen-Angriff&#8221; auf Tino Chrupalla: 2023 fantasierte die AfD (nat\u00fcrlich kurz vor den bayrischen Landtagswahlen!) von einem vermeintlichen Attentat auf den AfD-Chef. Nachweisen lie\u00df sich kaum etwas, die Blutuntersuchungen waren unauff\u00e4llig. Was auch immer Chrupalla gesp\u00fcrt hat, ein Attentat war es nicht, wie sogar ein Gericht feststellen musste.Auch Chrupallas Mit-Vorsitzende Alice Weidel hat schon mit einer vorgeblichen Bedrohungslage Schlagzeilen gemacht: Sie brach eine Wahlkampfveranstaltung ab. Ein Sprecher teilte mit, dass es Hinweise auf einen Anschlag auf ihre Familie gegeben habe. Ein Redner auf der Veranstaltung behauptete, Weidel sei in einem Safehouse untergebracht, das sie nicht verlassen d\u00fcrfe. Das dementierte ein Sprecher sp\u00e4ter und sagte, Weidels Familie sei an einem sicheren Ort untergebracht.Dieser sichere Ort war Recherchen des Spiegel zufolge Mallorca, wo die Familie Weidel Urlaub machte. Wer f\u00fcr die Falschinformationen \u00fcber das Safehouse verantwortlich war, dar\u00fcber stritten Weidel und Redner Norbert Kleinw\u00e4chter sp\u00e4ter noch. Beide F\u00e4lle nutzte die AfD ausgiebig im Wahlkampf, um sich als Opfer von politischer Gewalt zu inszenieren.L\u00fcgen zu echten Verletzungen und AngriffenNicht-existente Angriffe zu erfinden und daran festzuhalten, selbst wenn die Behauptungen offensichtlich nicht stimmen, ist eine der False-Flag-Strategien der AfD. Andererseits werden aber auch echte Verletzungen und Angriffe instrumentalisiert. Gro\u00dfe Aufmerksamkeit bekam 2019 ein \u00dcberfall auf AfD-Politiker Frank Magnitz, nachdem die AfD behauptete, Magnitz sei mit einem &#8220;Kantholz&#8221; bewusstlos geschlagen und gegen den Kopf getreten worden sein.Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-DarstellungAll das waren reine Erfindungen von Parteikollegen, die aber zun\u00e4chst von Polizei und Medien \u00fcbernommen wurden. Videoaufnahmen zeigten, dass Magnitz von drei M\u00e4nnern angesprungen und ungebremst auf den Kopf gefallen ist, daher die schweren Verletzungen am Kopf. Die AfD blieb auch nach der Richtigstellung der Staatsanwaltschaft gr\u00f6\u00dftenteils bei ihrer Version \u2013 klar, das Opfernarrativ wollte weiter gef\u00fcttert werden.Falsche Angriffe haben in der AfD TraditionF\u00fcr den angeblichen \u00dcberfall auf den Augsburger AfD-Politiker Andreas Jurca im Jahr 2023 gibt es gar keine Beweise. Er behauptete, aus einer Gruppe junger M\u00e4nner heraus auf seine Landtagskandidatur f\u00fcr die AfD angesprochen worden und daraufhin niedergeschlagen worden zu sein. Gegen zwei zun\u00e4chst Verd\u00e4chtigte konnten keine Beweise gefunden werden, weder \u00fcber die DNA an Jurca noch \u00fcber ihre Handydaten. Zeugen gab es f\u00fcr den Vorfall keine, die Ermittlungen wurden eingestellt.Das Aufbauschen solcher Vorf\u00e4lle hat in der AfD Tradition \u2013 schon 2013 wurde aus einem Sturz des damaligen Vorsitzenden Bernd Lucke ein erfundener Messerangriff\u00a0\u2013, aber in den letzten Monaten und Jahren sind wirklich erstaunlich viele dieser F\u00e4lle bei der AfD zusammengekommen. Sie zeigen die Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit vieler AfD-Mitglieder \u2013 und eben, dass sie jede M\u00f6glichkeit nutzen, ihre Opfererz\u00e4hlung weiter aufzubauen.AfD-Politiker wird von fr\u00fcherem Mieter zusammengeschlagen und sieht politisches Motiv\u00dcbel zugerichtet wurde Philip Steinbeck, Mitglied der AfD im Kreistag Ludwigslust-Parchim, im Februar 2026. Das sieht man deutlich auf Bildern, die Steinbeck nach einem t\u00e4tlichen Angriff postet. Der T\u00e4ter ist schnell identifiziert: ein ehemaliger Mieter von Steinbeck, der sich mit Mietschulden davongemacht hatte. Die Polizei sieht keine Anzeichen f\u00fcr eine politisch motivierte Tat.Steinbeck aber behauptet, der Angreifer habe sich &#8220;aufhetzen&#8221; lassen. Und Parteikollege Maximilian Krah postete, solche Angriffe seien &#8220;die Folge des mit Hunderten Millionen Steuereuro gep\u00e4ppelten \u201aKampf gegen rechts\u2018\u201c. Es ist relativ deutlich, dass hier der Wunsch der Vaters des Gedankens ist. Aber wie rechtfertigt er diese absurden Anschuldigungen?Grundlage f\u00fcr diese Anschuldigungen ist ein NDR-Beitrag, der im Dezember ausgestrahlt wurde. Dabei geht es um Aufnahmen, die zeigen, wie Steinbeck Jugendliche drangsaliert, die in seiner Immobilie unerlaubt Party machten. Zu sehen ist, dass Steinbeck die Jugendlichen auf den Knien nach drau\u00dfen kriechen l\u00e4sst; Sie zwingt, eine Deutschlandfahne abzulecken, und einen von ihnen am Ohr packt. Gefilmt hat er die Aufnahmen selbst, dem NDR wurden sie von einer unbekannten Person zugespielt. Die Polizei ermittelt wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung, Beleidigung und N\u00f6tigung.Dem NDR gegen\u00fcber wollte sich Steinbeck nicht \u00e4u\u00dfern, er beklagt aber im Gespr\u00e4ch mit t-online, dass nicht ausreichend \u00fcber die Umst\u00e4nde berichtet worden sei. Und behauptet, bis jetzt ohne Belege, der ehemalige Mieter habe ihn deshalb zusammengeschlagen.Nach der Ver\u00f6ffentlichung der Videos wollte die AfD Steinbeck aus der Partei werfen. Zu Redaktionsschluss war er allerdings noch als Kreistagsabgeordneter der Fraktion gelistet.AfD-Ortsvorsitzender st\u00f6\u00dft Mann am Wahlstand zu Boden und spricht von dann von einem \u00dcberfallEin ganz \u00e4hnlicher Vorfall wie der angebliche Angriff in Rosenheim spielte sich im Februar 2025 vor der Bundestagswahl im brandenburgischen Borgsdorf ab. AfD-Kommunalpoltiker:innen f\u00fchlten sich an ihrem Wahlkampfstand bedroht und sprechen von einem Angriff. Sie seien beschimpft worden, ein M\u00e4dchen und ein Mann h\u00e4tten versucht, &#8220;FCK NZS&#8221;-Sticker auf ihrem Stand und ihrer Kleidung zu verteilen. Als der Mann ihre Flyer habe besch\u00e4digen wollen, sei es zu einem Gerangel gekommen. Au\u00dferdem habe man sich eingekreist gef\u00fchlt, aus drei Richtungen seien Menschen gekommen, sagt die AfD-Stadtverordnete Annett Franck.Die Polizei, die dazugerufen wurde, konnte hingegen keine Bedrohungssituation feststellen. Es habe beidseitige Beleidigungen und eine &#8220;Schubserei&#8221; zwischen dem AfD-Ortsvorsitzenden Frank Stielow und einem Mann gegeben. Ansonsten sei die Situation aber nicht so dramatisch gewesen, wie von den AfD-Politiker:innen dargestellt. Auch eine Einkesselung oder Bedrohung von mehreren Seiten hat es aus Sicht der Polizei nicht gegeben; vielmehr h\u00e4tten sich nunmal Schaulustige eingefunden.Ein Video von dem Vorfall zeigt dann, wer mit der k\u00f6rperlichen Auseinandersetzung angefangen hat: Ein Mann b\u00fcckt sich, es ist nicht eindeutig, ob er einen Sticker anbringen will oder sich nach etwas am Boden b\u00fcckt, wird aber auf jeden Fall von Stielow zu Boden geworfen und als er versucht aufzustehen, ein zweites Mal zu Boden geschubst. Ein Angriff oder Gegenangriff ist nicht zu erkennen.Annett Franck bleibt trotz des Videos bei ihrer Version der Geschichte und erkl\u00e4rt den k\u00f6rperlichen Einsatz damit, dass Stiekow sie &#8220;als Frau&#8221; und den Stand habe sch\u00fctzen wollen. Selbst der Angreifer sein, aber trotzdem das Opfer spielen\u00a0\u2013 anscheinend ganz normal bei der AfD.AfD-Abgeordneter soll Pr\u00fcgelei angefangen habenEbenfalls fragw\u00fcrdig ist ein Videoclip des AfD-Bundestagsabgeordneten Julian Schmidt, der auf dem Weg zur Gr\u00fcndungsveranstaltung der neuen AfD-Jugend in Gie\u00dfen im Dezember 2025 entstand. Schmidt sagt, die Pr\u00fcgelei in dem Video, sein blaues Auge und die gebrochene Nase, das sei angeblich alles Schuld der linken Gegendemonstrant:innen. Er behauptet, ein Demonstrant habe versucht, einem seiner Begleiter das Notebook zu klauen, dann sei es zu einem Gerangel gekommen.In dem Video sieht man ein aggressives Handgemenge. Schmidt wird von vermummten Gegendemonstranten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, es fliegen F\u00e4uste in die Richtung seines Gesichts. Er will zur\u00fcckschlagen, st\u00fcrzt, und daraufhin schl\u00e4gt einer seiner Begleiter einem der Gegendemonstranten brutal ins Gesicht. Wie es zu der Pr\u00fcgelei kam, wird aus der Aufnahme nicht ersichtlich.Allerdings berichteten f\u00fcnf Augenzeug:innen der taz, dass die Aggressionen von den AfDlern ausgegangen seien. Diese seien am Rand der Gegendemo aufgetaucht und h\u00e4tten provozieren wollen. Zwei Frauen, die sich ihnen in den Weg stellten, seien grundlos von Schmidt und seinen Begleitern attackiert worden. Die Augenzeugen hatten sich nicht bei der Polizei gemeldet, weil sie Angst hatten, dass die beschuldigten AfDler ihre Daten erhalten.Wieder aggressive AfD-MitgliederAuch, wenn nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt ist, wer die Pr\u00fcgelei angefangen hat: Zweifelsohne instrumentalisierte Schmidt das Video direkt im Nachgang. In einem Statement auf Instagram sagte er: &#8220;Wir k\u00e4mpfen weiter, weil wir ganz einfach im Recht sind\u00a0\u2013 f\u00fcr \u201aunsere Kinder, unsere Zukunft und Deutschland\u2018\u00a0\u2013 und blendet danach den Schwinger seines Kollegen gegen den Gegendemonstranten ein. Dass er zwischenzeitlich von der Polizei festgehalten wurde, erkl\u00e4rt er damit, dass die Situation f\u00fcr diese un\u00fcbersichtlich gewesen sei.Hier wurde also mindestens ein Vorfall (in dem Schmidt und seine Begleiter auch in keinem Fall deeskalierend agiert haben) instrumentalisiert, um die Gegendemos zu delegitimisieren, wenn er nicht sogar bewusst provoziert und angezettelt wurde. Und wieder bleibt, auch durch den passend ausgew\u00e4hlten Videoausschnitt, vor allem das Opfernarrativ der AfD h\u00e4ngen.AfD-Politiker bei\u00dft Demonstranten (Ja, wirklich.)Auch beim AfD-Parteitag in Essen 2024 stie\u00dfen AfD-Politiker und Demonstrant:innen aufeinander. Ganz besonders widerlich ging es bei zwei Attacken vom Delegierten Stefan Hrdy zu: Zuerst bespuckte er die stellvertretende Juso-Vorsitzende Patricia Seelig und die NRW-Landesvorsitzende der Jusos, Nina Gaedike.Dann versuchte er, durch eine Polizeiabsperrung zum Parteitag zu gelangen. Seiner Schilderung nach sei er von Demonstrant:innen, die sich ihm in den Weg stellten, in die Wade getreten worden sein und gest\u00fcrzt. Zwei oder drei Demonstrant:innen seien dann auf ihn gefallen, er habe einen Tritt abbekommen und sich aus &#8220;Notwehr&#8221; in einem der Beine verbissen, um nicht noch einen Tritt abzubekommen.Hrdy bestreitet den Biss nicht, er stellt ihn als aber Notwehr dar. Nur: Es gibt ein Video von Bild TV. Legt man Hrdys Schilderung der Situation dar\u00fcber, wird es fast schon komisch. Von einem Angriff gegen Hrdy ist nichts zu sehen, Demonstrant:innen laufen sogar eher weg von dem Tumult. Ein Tritt in die Wade ist nicht zu erkennen, auch scheint niemand g\u00fcnstig f\u00fcr einen solchen Tritt zu stehen.Die AfDler feiern ihre GewaltPl\u00f6tzlich st\u00fcrzt Hrdy auf die Demonstrant:innen vor ihm, die erschrocken zur\u00fcckweichen. Hrdy tritt um sich \u2013 und hat daf\u00fcr auch viel Platz, weil h\u00f6chstens ein Bein auf ihm landet. Nichts zu sehen von zwei oder drei Menschen, die auf ihm gelegen haben sollen. Daf\u00fcr verbei\u00dft er sich intensiv in der Wade des Demonstranten, bis ihn die Polizei anspricht.Von AfD-Kollegen wurde Hrdy sp\u00e4ter als \u201eZeckenbei\u00dfer von Essen&#8221; und &#8220;bester Mann der AfD&#8221; gefeiert. Parteiintern hat diese verr\u00fcckte Inszenierung also gefruchtet und, wie immer, wird auch etwas vom Opfernarrativ in der Gesellschaft h\u00e4ngen geblieben sein \u2013 auch nach diesem v\u00f6llig absurden Auftritt.&#8220;Notwehr&#8221; besonders beliebt als False FlagSich nach Angriffen auf den politischen Gegner auf &#8220;Notwehr&#8221; zu berufen, scheint besonders beliebt in der AfD. Im Fall von Felix Cassel, fr\u00fcherer Landesvorsitzender der Jungen Alternative NRW und AfD-Bezirksverordneter in Bonn, wurde die bewusste Opferrolle sogar gerichtlich festgestellt. Cassel fuhr 2019 mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstrant:innen bei einer Wahlkampfveranstaltung in K\u00f6ln. Eine der Personen landete dabei auf seiner Motorhaube. Cassel berief sich in dem Jahre andauernden Verfahren darauf, aus Notwehr gehandelt zu haben. Das Verfahren zog bis vors Oberlandesgericht K\u00f6ln, bis schlie\u00dflich rechtskr\u00e4ftig festgestellt wurde, dass dies &#8220;eine unwahre Schutzbehauptung&#8221; sei.Der Soester AfD-Lokalpolitiker Mirko Fischer schlug 2021 der Linken-Bundestagskandidatin Martina Schu am Rande einer Wahlkampfveranstaltung mit Bj\u00f6rn H\u00f6cke in Paderborn mit dem Ellenbogen ins Gesicht. Fischers Verteidiger versuchte zuerst, die Glaubw\u00fcrdigkeit des Opfers und ihrer Verletzungen anzugreifen, und wollte dann anhand eines &#8220;feindlichen Umfelds&#8221; eine Notwehr-Situation heraufbeschw\u00f6ren. Nun ja, die Richterin sah all das anders und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von insgesamt 600 Euro.Gleich zweimal stand AfD-Lokalpolitiker Sven Ebert aus Sachsen-Anhalt wegen Angriffen mit Pfefferspray vor Gericht. Bei dem Angriff in Halle auf zwei Studenten, die ihn auf sein falsch geparktes Auto aufmerksam machten, verteidigt er sich mit einer Notwehrsituation. Die Studenten h\u00e4tten ihn angreifen wollen. Diese Behauptung wies das Gericht zur\u00fcck. Nach einer eingelegten Revision kommt er aber mit einem gegen Geldauflage eingestellten Strafverfahren davon. Pfefferspray scheint f\u00fcr Ebert generell das Mittel der Wahl gegen politische Gegner:innen zu sein. 2021 wurde er wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung verurteilt. Er hatte zwei Frauen, die AfD-Wahlplakate mit Farbe bespr\u00fchten, getreten, geschlagen und mit Pfefferspray bespr\u00fcht. Ebert hat gegen dieses Urteil Revision eingelegt.AfD-Anh\u00e4nger sind die gewaltbereitestenUnd auch wenn sich nicht auf Notwehr berufen wird, bek\u00e4mpfen AfD-Politiker:innen Menschen, die ihre Gesinnung nicht teilen, immer wieder gewaltvoll. Ob Messerdrohungen nach einer Gedenkveranstaltung f\u00fcr die Opfer des NS-Regimes in Strausberg, ein weiterer Auto-Angriff, bei dem vier Gegendemonstrant:innen in Henstedt-Ulzburg verletzt wurden, eine rassistische Bei\u00df-Attacke auf eine schwarze Musikjournalistin durch einen Berliner Bezirksverordneten der AfD oder Angriffe von AfD-Mitgliedern auf Journalist:innen\u00a0\u2013 mit ihren Gegner:innen setzt sich die AfD immer wieder gewaltvoll auseinander.Das Opfernarrativ ist extrem wichtig f\u00fcr die T\u00e4ter der AfD und wird bewusst bedient. Die Gewaltbereitschaft in den eigenen Reihen k\u00f6nnte aber ein weiterer Grund daf\u00fcr sein, dass AfD-Mitglieder diese Methoden st\u00e4ndig auch bei anderen vermuten. Studien zeigen auch, dass unter AfD-Anh\u00e4ngern die gr\u00f6\u00dfte Gewaltbereitschaft herrscht von allen Parteien. Es war auch ein AfD-Anh\u00e4nger, der Walter L\u00fcbcke ermordete. Viele F\u00e4lle von Gewalt und Terror in und um die AfD lassen bef\u00fcrchten, dass sie immer mehr zum politischen Arm des Rechtsterrorismus wird.Alle F\u00e4lle von Terror im AfD-Umfeld: Die ganze ChronologieDie T\u00e4ter-AfD l\u00fcgt, das Opfer zu seinDabei sollten all die L\u00fcgen gar nicht notwendig sein, glaubt man den gern von der AfD zitierten Statistiken zu Angriffen auf Politiker:innen. Demnach erf\u00e4hrt die Partei nach den Gr\u00fcnen die meisten Angriffe und von allen Parteien die meisten Gewaltangriffe (die Gr\u00fcnen f\u00fchren deutlich bei \u00c4u\u00dferungsdelikten wie Beleidigungen und Beschimpfungen).Diese Statistik muss man kritisch hinterfragen, wie es die Kolleg:innen von \u00dcbermedien getan haben: Zum Beispiel z\u00e4hlen in die Statistik anscheinend auch Straftaten gegen Polizeibeamt:innen, die von Gegendemonstrant:innen zu AfD-Demos ver\u00fcbt werden. Au\u00dferdem ist es eine Eingangsstatistik, das hei\u00dft, auch Anfangsverdachtsf\u00e4lle landen in ihr, selbst wenn sich kein Angriff nachweisen l\u00e4sst, wie das Beispiel eines angeblichen Luftwehrgeschosses gut zeigt.Etliche der hier aufgef\u00fchrten F\u00e4lle, die nie Angriffe auf die AfD waren, gingen in die Statistik ein. Auch wird die Statistik nat\u00fcrlich davon beeinflusst, wie konsequent Parteien \u00c4u\u00dferungsdelikte und Angriffe anzeigen. Und wie wir gesehen haben, zeigt die AfD sogar dann andere an, wenn sie selbst der Aggressor ist. Oft sind \u00fcbrigens &#8220;Angriffe auf Politiker&#8221; einfach nur Sachbesch\u00e4digungen oder Diebstahl von Wahlplakaten.Gestohlen, zerkn\u00fcllt, verunstaltet: Politiker teilen Schicksal ihrer WahlplakateVorsicht vor dem AfD-OpfernarrativSolche Statistiken sind also sehr fehleranf\u00e4llig. Was sie aber definitiv zeigen, ist, wie absurd das st\u00e4ndige Erfinden von Opfergeschichten der AfD ist. Wenn es wirklich so viele Angriffe g\u00e4be, wie die Statistiken den Anschein erwecken, warum muss die AfD dann dauernd welche erfinden, statt das auszuschlachten, was da ist? Oder sind doch ein Gro\u00dfteil dieser F\u00e4lle nur Hirngespinste? Wer wei\u00df, wie viele andere F\u00e4lle noch Fake waren, es aber kein Video gab, das den wahren Sachverhalt zeigte?In jedem Fall n\u00fctzt jeder erfundene wie echte Angriff der AfD, weil sie genau wei\u00df, wie sie ihn zu ihren Gunsten ausschlachten kann. F\u00fcr Medien und Polizei gilt deshalb: Hinterfragt Darstellungen von Vorf\u00e4llen, die auf Angaben der AfD basieren, immer genau. Auch m\u00fcssen Journalist:innen die Polizei kritisch hinterfragen, die einfach nur die Anzeigen der AfD wiedergibt, selbst wenn diese einseitig und falsch sind, wie sich in Rosenheim zeigte.Schreibt sie nicht unhinterfragt in \u00dcberschriften oder Meldungen, kommuniziert Unsicherheiten und noch ausstehende Ermittlungen. Und f\u00fcr uns alle, die Nachrichten mit ihrem Umfeld teilen: Wartet Ermittlungen ab, \u00fcbernehmt die Opfernarrative der AfD nicht vorschnell. Helft ihnen nicht auch noch dabei, sich als gr\u00f6\u00dfere Opfer darzustellen, als sie sind.Artikelbild: canva.com (Symbolbild).Zur Quelle wechseln"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"False Flag: 15 F\u00e4lle von \u201elinken Angriffen auf die AfD\u201c, die keine waren!","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/false-flag-15-faelle-von-linken-angriffen-auf-die-afd-die-keine-waren\/#breadcrumbitem"}]}]