[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/fast-jeder-zweite-schulsozialarbeiter-denkt-an-jobwechsel\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/fast-jeder-zweite-schulsozialarbeiter-denkt-an-jobwechsel\/","headline":"Fast jeder zweite Schulsozialarbeiter denkt an Jobwechsel","name":"Fast jeder zweite Schulsozialarbeiter denkt an Jobwechsel","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Bildung Fast jeder zweite Schulsozialarbeiter denkt an Jobwechsel Viele Schulsozialarbeiter in Deutschland sind \u00fcberlastet und f\u00fchlen sich alleine gelassen. Es fehlen unterst\u00fctzende Strukturen und fachliche Begleitung. Das zeigt eine neue Studie, die CORRECTIV vorab vorliegt. von Miriam Lenz 21. 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Es fehlen unterst\u00fctzende Strukturen und fachliche Begleitung. Das zeigt eine neue Studie, die CORRECTIV vorab vorliegt.                    von                                Miriam Lenz21. Oktober 2025                                Schulsozialarbeiter unterst\u00fctzen Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag. (Foto: Picture Alliance\/SZ Photo)                            Deutschlands Schulsozialarbeiter sind \u00fcberlastet \u2013 43 Prozent haben in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten dar\u00fcber nachgedacht, ihren Job aufzugeben. Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde sind gro\u00dfer emotionaler Stress, der Status als Einzelk\u00e4mpfer und zu wenig Wertsch\u00e4tzung. Das zeigt eine Studie der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar), die CORRECTIV vorab vorliegt.An der Befragung nahmen bundesweit 5.070 Schulsozialarbeiter teil. Die Autoren der Studie Sebastian Rahn und Lars Bieringer von der HTW Saar sch\u00e4tzen, dass das knapp 28 Prozent aller Schulsozialarbeiter in Deutschland sind. Genaue Zahlen, wie viele Menschen bundesweit in der Schulsozialarbeit t\u00e4tig sind, gibt es nicht.Schulsozialarbeiter haben viele verschiedene Aufgaben: Sie f\u00fchren an der Schule beispielsweise Workshops gegen Gewalt durch oder k\u00fcmmern sich um Kinder, die im Unterricht auff\u00e4llig werden. Vor allem aber sind sie f\u00fcr alle Kinder ansprechbar mit allem, was sie bewegt \u2013 ob das nun der Streit in der Pause, Schwierigkeiten beim Lernen oder zuhause sind. \u201eEs ist wichtig, dass junge Menschen an der Schule einen Ansprechpartner haben, an den sie sich niedrigschwellig und anlasslos wenden k\u00f6nnen\u201c, sagt Sebastian Rahn, Nachwuchsprofessor f\u00fcr Sozialisation, Erziehung und Bildung \u00fcber die Lebensalter.Schlechte RahmenbedingungenDie Studie, die von der Max-Traeger-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung gef\u00f6rdert wurde, zeigt, dass es vor allem bei den Rahmenbedingungen f\u00fcr Schulsozialarbeit hapert: Zwar haben bundesweit rund 85 Prozent der Schulsozialarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Aber nur knapp 60 Prozent f\u00fchlen sich von ihrem Tr\u00e4ger gut unterst\u00fctzt. Jeder vierte Schulsozialarbeiter kann keine Supervision in Anspruch nehmen, bei der zum Beispiel belastende Situationen nachbesprochen werden k\u00f6nnten. Ein Problem in einem Arbeitsfeld, in dem die Fachkr\u00e4fte immer wieder mit Kindeswohlgef\u00e4hrdungen konfrontiert sind, wie die Autoren der Studie berichten.Umfrage zu SchulsozialarbeitWir recherchieren weiter zu den Arbeitsbedingungen von Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern. Daf\u00fcr wollen wir Ihre Erfahrungen sammeln:Sie arbeiten als Fachkraft in der Sozialarbeit an einer Schule? Dann erz\u00e4hlen Sie uns von Ihren Erfahrungen: Was erleben Sie bei Ihrer Arbeit? Was erschwert Ihren Arbeitsalltag? Was m\u00fcsste sich \u00e4ndern?Hier k\u00f6nnen Sie vertraulich Ihre Erfahrungen teilen.Die Studie offenbart zudem, dass h\u00e4ufig klare Strukturen f\u00fcr die Schulsozialarbeit fehlen: Nur an rund jeder zweiten Schule gibt es feste Abl\u00e4ufe f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Lehrkr\u00e4ften und anderen Berufsgruppen, die an der Schule t\u00e4tig sind. Und nur 44 Prozent der Schulsozialarbeiter k\u00f6nnen auf ein eigenes sozialp\u00e4dagogisches Konzept f\u00fcr ihre Schule zur\u00fcckgreifen, das die Besonderheiten des Standorts\u00a0 ber\u00fccksichtigt. Solch ein Konzept helfe den Sozialarbeitern, ihre genauen Ziele und Aufgaben an der Schule festzulegen und gebe Sicherheit im Alltag, sagt der Sozialwissenschaftler Rahn.Die Studie der HTW Saar zeigt auch L\u00fccken in der Ausbildung: Nur jeder f\u00fcnfte Sozialarbeiter sagte in der Befragung, sich \u00fcber Queerness und sexuelle Vielfalt \u201esehr gut\u201c informiert zu f\u00fchlen. Dabei kommt es an Schulen immer wieder zu queerfeindlichem Mobbing: CORRECTIV machte k\u00fcrzlich einen Fall an der Berliner R\u00fctli-Schule \u00f6ffentlich. Eine Gruppe offenbar derzeitiger und ehemaliger Sch\u00fcler hatte den Ehemann eines Lehrers \u00fcber Monate hinweg bel\u00e4stigt und homophob beleidigt.Gewerkschaft fordert mehr Stellen und SupervisionSchulsozialarbeit sei \u201eein unverzichtbarer Bestandteil einer zeitgem\u00e4\u00dfen Bildungs- und Jugendpolitik\u201c, sagt Alessandro Novellino, Referent f\u00fcr Schulsozialarbeit im Bundesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie st\u00e4rke insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche und trage damit zur Chancengerechtigkeit bei. Um Fachkr\u00e4fte langfristig in der Sozialarbeit an Schulen zu halten, brauche es bundesweit verbindliche Qualit\u00e4tsstandards, Supervision, Fortbildung und fachliche Begleitung. Novellino fordert zudem \u201eeine angemessene personelle Ausstattung im Team statt isolierter Einzelstellen\u201c.Bereits im Jahr 2015 forderten die GEW und die Fachverb\u00e4nde von Schulsozialarbeitern einen Ausbau der Sozialarbeit: An jeder Schule solle es Sozialarbeit geben und pro 150 Sch\u00fclern mindestens eine volle unbefristete Stelle. Davon ist Deutschland noch weit entfernt: Noch immer haben nicht alle Schulen in Deutschland eine Sozialarbeiterin. Und manche Sozialarbeiter sind gleich f\u00fcr mehrere Schulen zust\u00e4ndig, wie die aktuelle Studie zeigt: Bundesweit sind knapp 13 Prozent an mehreren Schulen t\u00e4tig. Im Saarland sind es sogar knapp 42 Prozent.\u201eSchmerzhafte Erfahrungen f\u00fcr Kinder und Jugendliche\u201cWenn die \u00dcberlastung der Schulsozialarbeiter wirklich dazu f\u00fchren sollte, dass viele ihren Job aufgeben, dann kann das schwerwiegende Folgen f\u00fcr die betroffenen Kinder haben: \u201eSchulsozialarbeit ist Beziehungsarbeit\u201c, sagt Lars Bieringer, Mitautor der Studie. Es gehe darum, eine Verbindung und Vertrauen zu den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern und ihren Eltern aufzubauen. Wenn Schulsozialarbeiter ihren Job aufgeben und es h\u00e4ufige Wechsel gibt, \u201edann sind das richtig schmerzhafte Erfahrungen f\u00fcr Kinder und Jugendliche\u201c, die eine Bezugsperson an der Schule verlieren, sagt Bieringer.\u201eEs ist eine doppelte Krise, wenn diejenigen, die helfen sollen, selbst ausgebrannt sind und nicht mehr k\u00f6nnen\u201c, sagt Quentin G\u00e4rtner, Generalsekret\u00e4r der Bundessch\u00fclerkonferenz. Deutschland befinde sich in einer Krise der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Schulsozialarbeiter seien umso wichtiger, um Sch\u00fcler mental zu entlasten. Wie schon die GEW und die Fachb\u00e4nde der Schulsozialarbeit vor zehn Jahren, fordert G\u00e4rtner, dass es f\u00fcr jeweils 150 Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mindestens eineVollzeitstelle in der Schulsozialarbeit gibt. Um das umzusetzen, sei auch die Bundesregierung in der Pflicht.Bildungsministerium sieht Startchancen-Programm als L\u00f6sungDie Finanzierung der Schulsozialarbeit liegt haupts\u00e4chlich bei den L\u00e4ndern und Kommunen. Der Bund kann aber mit F\u00f6rderprogrammen unterst\u00fctzen. CORRECTIV fragte das Bundesbildungsministerium, welche Ma\u00dfnahmen es plane, um die Schulsozialarbeit in Deutschland weiter auszubauen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. In seiner Antwort verweist das Ministerium darauf, dass die L\u00e4nder grunds\u00e4tzlich zust\u00e4ndig seien. Und auf das bereits bestehende Startchancen-Programm \u201eals zentrales Instrument\u201c, um eine \u201ebedarfsgerechte Schulsozialarbeit\u201c zu erm\u00f6glichen.Das Startchancen-Programm l\u00e4uft seit Sommer 2024 und wird vom Bund und den L\u00e4ndern bezahlt: \u00dcber zehn Jahre sollen insgesamt 20 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich in Schulen mit besonders vielen Kindern, die von Armut betroffen sind und eine Migrationsgeschichte haben, flie\u00dfen. \u00dcber das F\u00f6rderprogramm k\u00f6nnen an Schulen auch Stellen in sogenannten multiprofessionellen Teams finanziert werden \u2013 also zum Beispiel Stellen f\u00fcr Logop\u00e4dinnen, Psychologen oder auch Schulsozialarbeiter. Die L\u00e4nder entscheiden selbst, welche Stellen sie finanzieren. Wie Anfragen von CORRECTIV im vergangenen Jahr ergaben, werden Stellen in der Schulsozialarbeit nicht in allen Bundesl\u00e4ndern gef\u00f6rdert.Rechentrick hinter dem Startchancen-ProgrammRecherchen von CORRECTIV ergaben damals zudem, dass der Umfang des Startchancen-Programms tats\u00e4chlich deutlich geringer sein k\u00f6nnte als angek\u00fcndigt: Mehrere L\u00e4nder verschieben hunderte Millionen Euro nur aus bestehenden F\u00f6rderungen und investieren kaum zus\u00e4tzlich in Schulen.Wie Sozialarbeit an Schulen gef\u00f6rdert werden soll, die nicht \u00fcber das Startchancen-Programm unterst\u00fctzt werden, l\u00e4sst das Bundesministerium in seiner Antwort an CORRECTIV offen. Geld aus dem F\u00f6rderprogramm erhalten nur 4.000 der knapp 31.000 allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Deutschland.Dieser Artikel ist Teil der Arbeit der Bildungsredaktion von CORRECTIV. Die Arbeit der Bildungsredaktion wird finanziell unter anderem von der Alfred-Toepfer-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung gef\u00f6rdert sowie durch die Spenden unserer Leserinnen finanziert.Zur Quelle wechselnAuthor: Miriam Lenz"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Fast jeder zweite Schulsozialarbeiter denkt an Jobwechsel","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/fast-jeder-zweite-schulsozialarbeiter-denkt-an-jobwechsel\/#breadcrumbitem"}]}]