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title: "FDP auf Kubicki Kurs – Populismus statt Kindersport"
url: https://www.bachhausen.de/fdp-auf-kubicki-kurs-populismus-statt-kindersport/
date: 2026-07-14
modified: 2026-07-14
author: "Dirk Bachhausen"
description: "FDP-Heuchelei beim Kölner Sport: Kinder als Kulisse, Profifußball als Ziel Ein Junge will einfach nur kicken. Dieser Satz trifft. Er trifft Eltern, Kinder, Trainerinnen und Trainer, die seit Jahren erleben,..."
categories:
  - "Köln"
  - "Meinung"
  - "Volt Köln"
tags:
  - "kindersport"
  - "kubicki"
  - "populismus"
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# FDP auf Kubicki Kurs – Populismus statt Kindersport

FDP-Heuchelei beim Kölner Sport: Kinder als Kulisse, Profifußball als Ziel

Ein Junge will einfach nur kicken. Dieser Satz trifft. Er trifft Eltern, Kinder, Trainerinnen und Trainer, die seit Jahren erleben, dass Köln zu wenige Sportflächen, zu wenige Trainingszeiten und zu wenige verlässliche Angebote für den Nachwuchs hat.

Genau deshalb ist es politisch schäbig, wenn die FDP Köln dieses Problem nun als Kulisse für eine Kampagne benutzt. Denn die FDP Köln hat ihre eigene Initiative nicht etwa unter die Überschrift „Mehr Sportplätze für Kölns Kinder“ gestellt. Sie nannte sie: „FDP/KSG fordert mehr Plätze für den Effzeh“.

In der Mitteilung geht es um den seit Jahren umstrittenen Flächenbedarf des 1. FC Köln rund um das Geißbockheim, um zusätzliche Trainingsmöglichkeiten und um Alternativen zur Gleueler Wiese. Das ist ein legitimes Thema. Aber es ist eben nicht dasselbe wie eine stadtweite Offensive für Kinder- und Breitensport.

Wer wirklich wissen will, wo Kölns Nachwuchssport klemmt, muss nicht zuerst auf das Geißbockheim schauen. Man kann nach Chorweiler schauen. Dort wurde der FC Chorweiler erst 2022 gegründet und hat inzwischen zahlreiche Jugendmannschaften sowie Seniorenteams. Der Verein besitzt keine eigene Trainingsanlage. Auf der Bezirkssportanlage Chorweiler teilen sich mehrere Vereine die knappen Zeiten, während ein Ascheplatz nur eingeschränkt nutzbar ist. Die naheliegende Forderung nach einem zweiten Kunstrasenplatz bekam aus der Politik laut Bericht nur wenig Hoffnung – wegen Haushaltslage und Prioritätenliste.
> Genau das ist der eigentliche Skandal: Wo Kinder im Kölner Norden zusätzliche Sportflächen brauchen, heißt es Haushalt, Prioritäten, später vielleicht.
Wo der Profifußball ruft, wird plötzlich mit Hochdruck nach Lösungen gesucht. Damit wird die FDP-Kampagne durchsichtig. Wenn Kinder keinen Vereinsplatz finden, zeigt die FDP mit dem Finger auf Grüne und Volt. Wenn aber konkrete Sportinfrastruktur in den Stadtteilen gebraucht wird, liefert sie keine erkennbare, finanzierte Gesamtstrategie für den Nachwuchsfußball in Köln.

Stattdessen kämpft sie besonders laut dort, wo der 1. FC Köln zusätzliche Kapazitäten braucht. Das ist der Kern der Heuchelei: Die FDP benutzt Kinder als moralisches Schutzschild, um Politik für den Profifußball zu machen. Zugespitzt gesagt: Sie redet vom Nachwuchs, aber sie kämpft für Fußballmillionäre.
> Köln braucht keine Instagram-Empörung, sondern einen verbindlichen Sportflächenplan.
Dazu gehören zusätzliche Kunstrasenplätze dort, wo der Bedarf am größten ist, die Sanierung alter Ascheplätze, mehr Trainingszeiten für Kinder und Jugendliche, transparente Prioritäten und eine Finanzierung, die nicht erst dann funktioniert, wenn ein Bundesligist beteiligt ist.

Die FDP zeigt nicht Grünen und Volt die rote Karte. Sie zeigt mit ihrer Kampagne vor allem sich selbst: viel Pathos für den Nachwuchs, viel Einsatz für den Profifußball, aber zu wenig ernsthafte Politik für den Breitensport in den Stadtteilen.