[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/google-trends-zeigt-nicht-dass-angriff-auf-korrespondenten-dinner-inszeniert-war\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/google-trends-zeigt-nicht-dass-angriff-auf-korrespondenten-dinner-inszeniert-war\/","headline":"Google-Trends zeigt nicht, dass Angriff auf Korrespondenten-Dinner inszeniert war","name":"Google-Trends zeigt nicht, dass Angriff auf Korrespondenten-Dinner inszeniert war","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Am 25. April gegen 8:30 Uhr Ortszeit waren auf dem Korrespondenten-Dinner in Washington, D.C. Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren. Ein Mann durchbrach eine Sicherheitsabsperrung, offenbar um in den Festsaal des Hotels zu kommen, in dem eine Veranstaltung mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump stattfand. 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April gegen 8:30 Uhr Ortszeit waren auf dem Korrespondenten-Dinner in Washington, D.C. Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren. Ein Mann durchbrach eine Sicherheitsabsperrung, offenbar um in den Festsaal des Hotels zu kommen, in dem eine Veranstaltung mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump stattfand. Sicherheitsleute stoppten den Angreifer und brachten den US-Pr\u00e4sidenten und andere G\u00e4ste in Sicherheit.\u00a0Um den Vorfall bildeten sich schnell Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen. So behaupten mehrere Nutzerinnen und Nutzer international in Sozialen Netzwerken, dass der Name des mutma\u00dflichen Sch\u00fctzen bereits Stunden zuvor in Israel \u00fcber Google gesucht worden sei. Das belegten Daten bei Google-Trends. Teils wird ganz offen behauptet, der Angriff auf das Korrespondenten-Dinner sei inszeniert gewesen.\u00a0Doch wie ein Sprecher von Google auf Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck erkl\u00e4rte, zeigen die verwendeten Daten weder, wie viele Suchen es gegeben hat, noch, wie viele Menschen eine Suche mit einem bestimmten Begriff durchgef\u00fchrt haben. Teils seien die Ergebnisse absichtlich verf\u00e4lscht, um keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf einzelne Personen zuzulassen. Mehr dazu im Folgenden.\u00a0Der Youtuber Alexander Raue deutet die Daten auf Google-Trends f\u00e4lschlicherweise als Beleg f\u00fcr eine Inszenierung (Quelle: Vermietertagebuch \u2013 Alexander Raue \/ Youtube; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Was die Daten bei Google-Trends aussagen und was nichtIm deutschsprachigen Raum machte vor allem der f\u00fcr die Verbreitung von Desinformation bekannte Youtube-Kanal \u201eVermietertagebuch\u201c mit der Behauptung auf sich aufmerksam. Darin zeigt Alexander Raue, der den Kanal nach eigenen Angaben betreibt, verschiedene Kurven auf Google-Trends.\u00a0Google-Trends ist ein Dienst, mit dem sich Suchanfragen auf Google analysieren lassen. Google selbst beschreibt den Dienst auf einer Informationsseite so: \u201eGoogle Trends analysiert eine Stichprobe aller Suchanfragen in Google Search, um zu bestimmen, wie viele Suchanfragen in einem gewissen Zeitraum gestellt wurden.\u201c Der Dienst produziert f\u00fcr bestimmte Suchbegriffe, Zeitr\u00e4ume und Regionen, die alle separat eingestellt werden k\u00f6nnen, ein Diagramm und gibt einen Zahlenwert aus.\u00a0Im Screenshot in Raues Video zeigt Google-Trends f\u00fcr den Suchbegriff \u201eCole Allen\u201c, den festgenommenen Verd\u00e4chtigen beim Korrespondenten-Dinner, am 25. April 2026 um 19:04 Uhr Mitteleurop\u00e4ischer Sommerzeit einen Wert von 8 an. Dieser Wert zeigt nicht, wie ein Sprecher von Google uns auf Nachfrage erkl\u00e4rt, dass ein bestimmter Begriff acht Mal gesucht wurde oder acht Menschen danach suchten. Vielmehr zeigt der Wert, so Google auf seiner Informationsseite zu Google-Trends: \u201edie Anzahl der Suchanfragen f\u00fcr einen bestimmten Begriff im Verh\u00e4ltnis zur gesamten Anzahl an Suchanfragen in Google\u201cDaten bei Google-Trends sind nicht zuverl\u00e4ssig, vor allem, wenn ein Begriff selten gesucht wirdDiese Ergebnisse seien vor allem bei Suchbegriffen, die wenig gesucht werden, nicht zuverl\u00e4ssig, wie der Google-Sprecher sagt: \u201eBei Themen, nach denen nur selten oder gar nicht gesucht wird, f\u00fcgt ein Google-Trends-Diagramm h\u00e4ufig zuf\u00e4llige Daten hinzu, um die Privatsph\u00e4re der Nutzer zu sch\u00fctzen. Das bedeutet, dass ein Google-Trends-Diagramm, das einen Anstieg der Suchanfragen bei einem wenig beachteten Thema anzeigt, kein eindeutiger Beweis daf\u00fcr ist, dass tats\u00e4chlich eine Suche stattgefunden hat.\u201c Oder anders formuliert: Aus Datenschutzgr\u00fcnden erfindet Google mitunter Suchanfragen zu bestimmten Begriffen.Das zeigt sich auch daran, wie sich die Daten auf Google-Trends ver\u00e4ndern. Wir haben an drei aufeinanderfolgenden Tagen (27. bis 29. April) den Suchbegriff \u201eCole Allen\u201c bei Trends eingegeben und die Ergebnisse f\u00fcr Israel dokumentiert. Anders als Alexander Raue, der sich die Ergebnisse der letzten 24 Stunden anschaute, haben wir uns, da diese Daten zum Zeitpunkt der Recherche nicht mehr verf\u00fcgbar waren, die Ergebnisse der vergangenen Woche angeschaut. Sie weichen deutlich von denen von Raue ab.\u00a0Diese Suchergebnisse f\u00fcr das Schlagwort \u201eCole Allen\u201c erhielt CORRECTIV.Faktencheck am 27., 28. und 29. April (Quelle: Google-Trends; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Auch die Google-Trends-Ergebnisse vom 29. April f\u00fcr Deutschland belegen, dass die Daten nicht vertrauensw\u00fcrdig sind. So zeigt der Dienst f\u00fcr Deutschland ab 22 Uhr am 25. April einen deutlich steigenden Graphen. Die gleiche Suchanfrage f\u00fchrt in einem anderen Internetbrowser dazu, dass bereits am 24. April ein Ausschlag angezeigt wird:\u00a0Bei einer Suche mit Google-Chrome (oben) zeigte Google-Trends am selben Tag ein anderes Ergebnis als bei einer Suche mit Firefox (unten) (Quelle: Google-Trends; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)All das zeigt: Die Daten bei Google-Trends sind keine belastbare Quelle f\u00fcr die Behauptung und belegen die Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlung nicht. Dennoch werden sie immer wieder herangezogen, um vermeintliche Verschw\u00f6rungen zu begr\u00fcnden. So zum Beispiel nach einem Anschlag auf eine Chanukka-Feier in Australien Mitte Dezember.Auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck antwortete Raue nicht.Redigatur: Steffen Kutzner, Gabriele ScherndlDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Artikel der Google News Initiative, \u201eGoogle Trends: die Daten verstehen\u201c: LinkCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Matthias Bau"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Google-Trends zeigt nicht, dass Angriff auf Korrespondenten-Dinner inszeniert war","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/google-trends-zeigt-nicht-dass-angriff-auf-korrespondenten-dinner-inszeniert-war\/#breadcrumbitem"}]}]