[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/","headline":"Herkunftsangabe bei Berichten \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Mehr Verzerrung statt mehr Transparenz","name":"Herkunftsangabe bei Berichten \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Mehr Verzerrung statt mehr Transparenz","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Denkansto\u00df Herkunftsangabe bei Berichten \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Mehr Verzerrung statt mehr Transparenz Medien w\u00fcrden die Nationalit\u00e4t von Straft\u00e4tern bewusst verschweigen \u2013 das ist eines der hartn\u00e4ckigsten Ger\u00fcchte des Internets. Eine neue Auswertung beweist das Gegenteil. Die Nationalit\u00e4t wird fast nur genannt, wenn&#8230;","datePublished":"2025-10-17","dateModified":"2025-10-17","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/denkanstoss\/2025\/10\/17\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/","url":"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/denkanstoss\/2025\/10\/17\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/","about":["Politik"],"wordCount":628,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnDenkansto\u00dfHerkunftsangabe bei Berichten \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Mehr Verzerrung statt mehr Transparenz        Medien w\u00fcrden die Nationalit\u00e4t von Straft\u00e4tern bewusst verschweigen \u2013 das ist eines der hartn\u00e4ckigsten Ger\u00fcchte des Internets. Eine neue Auswertung beweist das Gegenteil. Die Nationalit\u00e4t wird fast nur genannt, wenn die Tatverd\u00e4chtigen nicht deutsch waren. Das verzerrt unsere Wahrnehmung und f\u00fchrt immer mehr zum Bild der \u201ekriminellen Ausl\u00e4nder\u201c.                    von                                Carsten Wolf17. Oktober 2025Manche lesen Polizeimeldungen wie Speisekarten: Erst wenn die Herkunft genannt wird, sind sie zufrieden. Es geh\u00f6rt n\u00e4mlich zu den hartn\u00e4ckigsten L\u00fcgen des Internets, dass die Medien die Nationalit\u00e4t von Straft\u00e4tern zu oft \u201everschweigen\u201c w\u00fcrden. Neue Forschung zeigt: Das Gegenteil stimmt.Herkunft fast nur bei ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen genanntDas Bild von Kriminalit\u00e4t in den Medien ist verzerrt \u2013 berichtet wird fast ausschlie\u00dflich \u00fcber ausl\u00e4ndische T\u00e4ter. Bei deutschen T\u00e4tern lassen Medien die Herkunft oft weg. Das zeigt eine neue Auswertung des Medienforschers Thomas Hestermann f\u00fcr den Mediendienst Integration. Ausl\u00e4nder kommen dreimal h\u00e4ufiger in Medienberichten \u00fcber Gewaltkriminalit\u00e4t vor als in der tats\u00e4chlichen Kriminalstatistik.Die Zahlen sind deutlich: In TV-Berichten werden zu 95 Prozent Ausl\u00e4nder erw\u00e4hnt, wenn die Herkunft genannt wird. In Zeitungsberichten sind es zu 91 Prozent Ausl\u00e4nder. Zum Vergleich: In der aktuellen Kriminalstatistik sind etwa ein Drittel der Tatverd\u00e4chtigen Ausl\u00e4nder (34 Prozent).Dieses Ph\u00e4nomen zeigt sich besonders bei drastischen Verbrechen. So wurden bei Berichten \u00fcber \u201eMesserangriffe\u201c nahezu ausschlie\u00dflich ausl\u00e4ndische Tatverd\u00e4chtige genannt, obwohl mindestens die H\u00e4lfte der Tatverd\u00e4chtigen deutsch ist. Und manche Gruppen sind eher im Fokus der Medien: Menschen aus muslimischen L\u00e4ndern machen 70 Prozent aller Tatverd\u00e4chtigen in Medien aus\u00a0\u2013 in der Kriminalstatistik sind es 15 Prozent.Nationalit\u00e4t \u00f6fter Thema in MedienDazu kommt, dass Medien die Nationalit\u00e4t heute h\u00e4ufiger nennen als fr\u00fcher. Jeder dritte Zeitungsbericht nennt inzwischen die Herkunft (drei Prozent mehr als 2021), in TV-Berichten ist es jeder vierte (11 Prozent mehr als 2021). Insgesamt ist die Berichterstattung noch st\u00e4rker verzerrt als vor ein paar Jahren.Kaum ein Thema ist so geeignet, Vorurteile zu sch\u00fcren, wie Kriminalit\u00e4t und Migration. Eigentlich verzichten Journalisten deshalb \u201ein der Regel\u201c auf die Nennung der Nationalit\u00e4t, so der Deutsche Presserat, eine freiwillige Selbstkontroll-Instanz f\u00fcr Journalisten. Dort hie\u00df es lange: Die Herkunft sollte nur bei schweren Straftaten genannt werden. Und nur wenn sie einen Erkl\u00e4rwert f\u00fcr die Straftat hat. Die Redaktionen m\u00fcssen von Fall zu Fall sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen, ob sie die Herkunft nennen.Dass Journalisten die Nationalit\u00e4t nun h\u00e4ufiger nennen, ist eine indirekte Folge der K\u00f6lner Silvesternacht. Damals \u00e4nderte der Presserat seine Empfehlungen \u2013 infolge der hundertfachen sexuellen \u00dcbergriffe durch Ausl\u00e4nder zu Silvester 2015. Seitdem gen\u00fcgt ein \u201ebesonderes \u00f6ffentliches Interesse\u201c, um die Herkunft zu nennen. Aber der Presserat weist auch darauf hin, dass \u201ereine Neugier\u201c daf\u00fcr nicht reicht. Und auch nicht, wenn die Polizei in ihren Pressemitteilungen die Nationalit\u00e4t nennt.\u00a0Verzerrte Wahrnehmung verfestigt sichDenn die Polizei ist mitverantwortlich, dass Medien die Nationalit\u00e4t wieder h\u00e4ufiger nennen. Die Polizeibeh\u00f6rden von NRW und Bayern haben dieses Jahr erkl\u00e4rt, sie wollten ab jetzt immer die Herkunft von Tatverd\u00e4chtigen nennen \u2013 also bei Ausl\u00e4ndern wie bei Deutschen, unabh\u00e4ngig davon, ob es etwas mit der Straftat zu tun hat. Der Presserat warnte vor diesem Vorgehen.Man wolle \u201emehr Transparenz\u201c erreichen, sagten die Polizeivertreter. Die neuen Zahlen zeigen: Das Gegenteil ist der Fall. Unser Bild von Kriminalit\u00e4t wird so nur noch verzerrter. Denn Medien greifen die Infos zur Herkunft nur sehr selektiv auf. Und es entsteht immer mehr das Bild vom \u201ekriminellen Ausl\u00e4nder\u201c.Zur Quelle wechselnAuthor: Sebastian Haupt"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Herkunftsangabe bei Berichten \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Mehr Verzerrung statt mehr Transparenz","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/herkunftsangabe-bei-berichten-ueber-kriminalitaet-mehr-verzerrung-statt-mehr-transparenz\/#breadcrumbitem"}]}]