[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/informationsfreiheit-darf-kein-privileg-werden\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/informationsfreiheit-darf-kein-privileg-werden\/","headline":"Informationsfreiheit darf kein Privileg werden","name":"Informationsfreiheit darf kein Privileg werden","description":"5 min gesch\u00e4tzte LesedauerWer das Informationsfreiheitsgesetz einschr\u00e4nkt, schw\u00e4cht nicht B\u00fcrokratie, sondern Demokratie. Eine moderne Politik, braucht mehr Transparenz \u2013 nicht weniger. Die geplante Reform des Informationsfreiheitsgesetzes klingt zun\u00e4chst technisch. 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Eine moderne Politik, braucht mehr Transparenz \u2013 nicht weniger.Die geplante Reform des Informationsfreiheitsgesetzes klingt zun\u00e4chst technisch. Es geht um Antr\u00e4ge, Beh\u00f6rden, Geb\u00fchren, Zust\u00e4ndigkeiten und Ausnahmen. Doch hinter dieser Verwaltungssprache steht eine politische Grundsatzfrage: Wem geh\u00f6rt staatliches Wissen?Bisher gilt im Kern: Amtliche Informationen geh\u00f6ren nicht der Verwaltung, sondern der \u00d6ffentlichkeit. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Journalistinnen und Journalisten, Vereine und Organisationen k\u00f6nnen Informationen bei Bundesbeh\u00f6rden anfragen. Grunds\u00e4tzlich muss ein Antrag nicht begr\u00fcndet werden; auch juristische Personen des Privatrechts, etwa eingetragene Vereine, sind antragsberechtigt. Genau darin liegt die demokratische Kraft des Informationsfreiheitsgesetzes.Der Koalitionsausschuss von CDU\/CSU und SPD will dieses Prinzip nun deutlich ver\u00e4ndern. Im Beschlusspapier hei\u00dft es, Auskunftsrechte sollten k\u00fcnftig auf nat\u00fcrliche Personen fokussiert werden, die ein \u201eberechtigtes Interesse\u201c haben und die Auskunft nicht \u00fcber andere Regelungen erreichen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem wird gepr\u00fcft, den Kreis der Berechtigten auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsb\u00fcrger zu beschr\u00e4nken. Namen von Beh\u00f6rdenmitarbeitenden sollen geschw\u00e4rzt werden, besondere Bereiche wie Kritische Infrastruktur, Spionageabwehr, Terrorismusbek\u00e4mpfung und wissenschaftliche Forschung sollen st\u00e4rker gesch\u00fctzt werden, und die Geb\u00fchren sollen am Kostendeckungsprinzip ausgerichtet werden.Das ist keine kleine Reform. Das ist eine Verschiebung des Machtverh\u00e4ltnisses zwischen Staat und Gesellschaft.Informationsfreiheit lebt davon, dass der Staat begr\u00fcnden muss, warum er Informationen zur\u00fcckh\u00e4lt. K\u00fcnftig k\u00f6nnten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zuerst erkl\u00e4ren m\u00fcssen, warum sie \u00fcberhaupt fragen d\u00fcrfen. Aus einem demokratischen Grundrecht der Kontrolle w\u00fcrde eine Art Beh\u00f6rden-Gnadenrecht. Wer gut begr\u00fcnden kann, wer Zeit hat, wer Geld hat und wer notfalls klagen kann, kommt vielleicht noch an Informationen. Alle anderen bleiben drau\u00dfen.Besonders problematisch ist die m\u00f6gliche Beschr\u00e4nkung auf nat\u00fcrliche Personen. Medienh\u00e4user, zivilgesellschaftliche Organisationen, Rechercheplattformen, Umweltverb\u00e4nde oder Antikorruptionsinitiativen k\u00f6nnten dadurch erheblich geschw\u00e4cht werden. Gerade diese Akteure helfen aber dabei, staatliches Handeln nachvollziehbar zu machen. Nicht jeder einzelne Mensch kann eine komplexe IFG-Anfrage stellen, Geb\u00fchrenrisiken tragen oder vor Gericht ziehen. Demokratie braucht daher nicht nur individuelle Rechte, sondern auch Organisationen, die diese Rechte praktisch nutzbar machen. .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .postImageUrl , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .centered-text-area { min-height: 80px; position: relative; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:hover , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:visited , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:active { border:0!important; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .clearfix:after { content: \"\"; display: table; clear: both; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 { display: block; transition: background-color 250ms; webkit-transition: background-color 250ms; width: 100%; opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -moz-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -o-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -webkit-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:active , .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:hover { opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .centered-text-area { width: 100%; position: relative; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .ctaText { border-bottom: 0 solid #fff; color: #000000; font-size: 16px; font-weight: bold; margin: 0; padding: 0; text-decoration: underline; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .postTitle { color: #FFFFFF; font-size: 16px; font-weight: 600; margin: 0; padding: 0; width: 100%; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; color: #000000; border: none; border-radius: 3px; box-shadow: none; font-size: 14px; font-weight: bold; line-height: 26px; moz-border-radius: 3px; text-align: center; text-decoration: none; text-shadow: none; width: 80px; min-height: 80px; background: url(https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/plugins\/intelly-related-posts\/assets\/images\/simple-arrow.png)no-repeat; position: absolute; right: 0; top: 0; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:hover .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .centered-text { display: table; height: 80px; padding-left: 18px; top: 0; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205 .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205-content { display: table-cell; margin: 0; padding: 0; padding-right: 108px; position: relative; vertical-align: middle; width: 100%; } .u8cff29318fcab64f886b0b831c7f5205:after { content: \"\"; display: block; clear: both; } Auch interessant:&nbsp; Populismus macht uns nicht st\u00e4rker. Er macht uns \u00e4rmer.Auch die Geb\u00fchrenfrage ist zentral. Wenn Informationszugang teuer wird oder Kosten kaum kalkulierbar sind, stellen viele Menschen gar keinen Antrag mehr. Dann entsteht eine Zwei-Klassen-Transparenz: Wer Geld, juristische Beratung und langen Atem hat, fragt weiter. Wer das nicht hat, verzichtet. Das w\u00e4re das Gegenteil eines offenen Staates.Volt beschreibt einen intelligenten Staat ausdr\u00fccklich als transparent, rechenschaftspflichtig, b\u00fcrgernah, korruptionsresistent und f\u00fcr alle Menschen leicht zug\u00e4nglich. \u00d6ffentliche Verwaltung soll den B\u00fcrgerinnen und Bewohnerinnen eines Staates zugutekommen, nicht sich selbst abschotten.Auch bei der politisch aktiven B\u00fcrgerschaft ist Volt eindeutig: Menschen m\u00fcssen in der Lage sein, fundierte politische Entscheidungen zu treffen und ihre demokratischen Rechte auszu\u00fcben. Daf\u00fcr braucht es eine freie, pluralistische \u00d6ffentlichkeit und freien Zugang zu \u00f6ffentlichen Daten.Aus dieser Perspektive kann die Antwort auf die IFG-Pl\u00e4ne nur lauten: Transparenz darf nicht zur\u00fcckgebaut, sie muss ausgebaut werden.Nat\u00fcrlich gibt es legitime Sicherheitsinteressen. Niemand verlangt, dass sensible Informationen \u00fcber kritische Infrastruktur, laufende Ermittlungen oder personenbezogene Daten ungesch\u00fctzt ver\u00f6ffentlicht werden. Doch das bestehende Informationsfreiheitsrecht kennt bereits Ausnahmen. Datenschutz, Gesch\u00e4ftsgeheimnisse, \u00f6ffentliche Sicherheit und besondere Schutzinteressen sind heute schon Gr\u00fcnde, Informationen ganz oder teilweise zur\u00fcckzuhalten. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob der Staat sch\u00fctzen darf. Die Frage ist, ob er pauschal abschotten darf.Gerade in Zeiten von Desinformation, Politikverdrossenheit und wachsendem Misstrauen w\u00e4re weniger Transparenz ein schwerer Fehler. Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass Akten verschwinden. Vertrauen entsteht dadurch, dass staatliches Handeln nachvollziehbar ist.Wenn Beh\u00f6rden Fehler machen, muss \u00d6ffentlichkeit sie erkennen k\u00f6nnen. Wenn F\u00f6rdermittel falsch verteilt werden, muss Recherche m\u00f6glich sein. Wenn politische Entscheidungen vorbereitet werden, muss sp\u00e4ter nachvollziehbar sein, auf welcher Grundlage sie getroffen wurden. Das ist kein l\u00e4stiger Verwaltungsaufwand. Das ist demokratische Infrastruktur. .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .postImageUrl , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .centered-text-area { min-height: 80px; position: relative; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:hover , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:visited , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:active { border:0!important; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .clearfix:after { content: \"\"; display: table; clear: both; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e { display: block; transition: background-color 250ms; webkit-transition: background-color 250ms; width: 100%; opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -moz-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -o-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -webkit-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:active , .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:hover { opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .centered-text-area { width: 100%; position: relative; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .ctaText { border-bottom: 0 solid #fff; color: #000000; font-size: 16px; font-weight: bold; margin: 0; padding: 0; text-decoration: underline; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .postTitle { color: #FFFFFF; font-size: 16px; font-weight: 600; margin: 0; padding: 0; width: 100%; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; color: #000000; border: none; border-radius: 3px; box-shadow: none; font-size: 14px; font-weight: bold; line-height: 26px; moz-border-radius: 3px; text-align: center; text-decoration: none; text-shadow: none; width: 80px; min-height: 80px; background: url(https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/plugins\/intelly-related-posts\/assets\/images\/simple-arrow.png)no-repeat; position: absolute; right: 0; top: 0; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:hover .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .centered-text { display: table; height: 80px; padding-left: 18px; top: 0; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e-content { display: table-cell; margin: 0; padding: 0; padding-right: 108px; position: relative; vertical-align: middle; width: 100%; } .u7b98353a7354f07cf1039f4ef507f83e:after { content: \"\"; display: block; clear: both; } Auch interessant:&nbsp; Deutschland spart an der ZukunftEin breites B\u00fcndnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Medien und Verb\u00e4nden warnt deshalb vor einem massiven R\u00fcckschritt und fordert, die Pl\u00e4ne zur Einschr\u00e4nkung des Informationsfreiheitsgesetzes zu stoppen. Auch Netzwerk Recherche spricht von einem Angriff auf eines der wichtigsten Transparenzinstrumente in Deutschland und warnt vor Folgen f\u00fcr Pressefreiheit, \u00f6ffentliche Kontrolle und Vertrauen in die Politik.Deutschland braucht nicht weniger Informationsfreiheit, sondern ein modernes Transparenzgesetz. Beh\u00f6rden sollten wichtige Dokumente proaktiv ver\u00f6ffentlichen, statt sie erst nach Antr\u00e4gen herauszugeben. Digitale Verwaltung muss so gedacht werden, dass \u00f6ffentliche Daten standardm\u00e4\u00dfig auffindbar, verst\u00e4ndlich und nutzbar sind. Das w\u00e4re echter B\u00fcrokratieabbau: weniger Einzelanfragen, weniger Streit, weniger Misstrauen.Volt steht programmatisch f\u00fcr genau diese Richtung: ein moderner, europ\u00e4isch denkender, digitaler und rechenschaftspflichtiger Staat. Ein Staat, der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ernst nimmt, darf ihnen nicht erkl\u00e4ren, dass sie erst ein besonderes Interesse nachweisen m\u00fcssen, bevor sie staatliches Handeln verstehen d\u00fcrfen.Informationsfreiheit ist kein Luxus. Sie ist ein demokratisches Kontrollrecht.Wer sie einschr\u00e4nkt, macht den Staat nicht resilienter. Er macht ihn undurchsichtiger.Und ein undurchsichtiger Staat ist kein starker Staat. Er ist ein Staat, der seinen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern nicht mehr zutraut, mit Wahrheit und Verantwortung umzugehen. Genau das darf eine offene Demokratie nicht akzeptieren.\u00c4hnliche Beitr\u00e4ge:Tankrabatt ad\u00e9 \u2013 aber wann investieren wir endlich in die Zukunft?Mit Kubicki beerdigt die FDP ihr eigenes VersprechenA \u201cstronger Europe\u201d can only mean a Defence Union"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Informationsfreiheit darf kein Privileg werden","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/informationsfreiheit-darf-kein-privileg-werden\/#breadcrumbitem"}]}]