[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/jede-minute-wird-in-europa-ein-gebaeude-zerstoert\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/jede-minute-wird-in-europa-ein-gebaeude-zerstoert\/","headline":"\u201eJede Minute wird in Europa ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt\u201c","name":"\u201eJede Minute wird in Europa ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt\u201c","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Der Abriss von Geb\u00e4uden verursacht Krach, er wirbelt Staub auf \u2013 und doch bleibt er europaweit politisch weitgehend unsichtbar. Derzeit gebe es \u201ekeine offiziellen Daten auf EU-Ebene zur Anzahl der abgerissenen Geb\u00e4ude\u201d, teilt die EU-Kommission auf Anfrage von CORRECTIV.Europe mit. Dabei&#8230;","datePublished":"2025-10-17","dateModified":"2025-10-17","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Bild-07.10.25-um-10.01-scaled.png","url":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Bild-07.10.25-um-10.01-scaled.png","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/jede-minute-wird-in-europa-ein-gebaeude-zerstoert\/","video":{"@context":"http:\/\/schema.org\/","@type":"VideoObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs#VideoObject","contentUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs","name":"Mieter in Not: Schimmel, Spekulation und Sanierungsstau | SPIEGEL TV","description":"Die einen suchen monatelang nach einer bezahlbaren Wohnung. Vergeblich. Die anderen haben schon eine, aber da schimmeln die W\u00e4nde. Ein Investor will bauen, aber die Preise sind zu hoch. Woanders stehen zahlreiche Wohnungen seit Jahren leer.\n\nSPIEGEL TV ist quer durch die Republik gereist und hat Momentaufnahmen der deutschen Wohn-Krise dokumentiert.\n\n\u25ba Ein SPIEGEL-TV-Film von: Yuvina Kostrzewa, Melina Hemmer und Mattis Quentin\n\nHast du schon unsere Reportage \u00bbMiete, Macht und Mini-Zimmer\u00ab gesehen?\n\u25ba https:\/\/youtu.be\/aUef3DZn0wM\n\nWeitere Reportagen zu Immobilien im Brennpunkt und scheinheiligen Vermietern findest du hier:\n\u00bbDas Haus macht einen kaputt\u00ab: Sozialer Brennpunkt Hagenweg\n\u25ba https:\/\/youtu.be\/nV-4uJxb5t0\nHartes Pflaster: Sozialer Brennpunkt Offenbach\n\u25ba https:\/\/youtu.be\/rKdQOC8QWO4\nMieter in Not: Wechselnde Vermieter, bleibender Schimmel\n\u25ba https:\/\/youtu.be\/_b6mP31Za7s\n\n#Wohnungskrise #Wohnungsmarkt #Mieter\n___________\nTrue-Crime-Kanalmitglied werden und exklusive Vorteile erhalten:\n\u25ba https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC1w6pNGiiLdZgyNpXUnA4Zw\/join","thumbnailUrl":["https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-FhhJvQhEbs\/default.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-FhhJvQhEbs\/mqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-FhhJvQhEbs\/hqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-FhhJvQhEbs\/sddefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-FhhJvQhEbs\/maxresdefault.jpg"],"uploadDate":"2025-06-26T06:00:00+00:00","duration":"PT30M33S","embedUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-FhhJvQhEbs","publisher":{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC1w6pNGiiLdZgyNpXUnA4Zw#Organization","url":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC1w6pNGiiLdZgyNpXUnA4Zw","name":"DER SPIEGEL","description":"Willkommen auf dem YouTube-Kanal von SPIEGEL TV und DER SPIEGEL. \nHier findest Du SPIEGEL TV-Reportagen und DER SPIEGEL-Videos zu aktuellen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Wissenschaft.\n\n\nIMPRESSUM:\nSPIEGEL TV GmbH \nJenfelder Allee 80\n22039 Hamburg \nwww.spiegel-tv.de","logo":{"url":"https:\/\/yt3.ggpht.com\/ytc\/AIdro_nQCxKfFs_hJhLzVDhXK_13EJjqFJNbSWM4JImydL02m68=s800-c-k-c0x00ffffff-no-rj","width":800,"height":800,"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs#VideoObject_publisher_logo_ImageObject"}},"potentialAction":{"@type":"SeekToAction","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs#VideoObject_potentialAction","target":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs&t={seek_to_second_number}","startOffset-input":"required name=seek_to_second_number"},"interactionStatistic":[[{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs#VideoObject_interactionStatistic_WatchAction","interactionType":{"@type":"WatchAction"},"userInteractionCount":461655}],{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-FhhJvQhEbs#VideoObject_interactionStatistic_LikeAction","interactionType":{"@type":"LikeAction"},"userInteractionCount":5821}]},"about":["Politik"],"wordCount":2881,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnDer Abriss von Geb\u00e4uden verursacht Krach, er wirbelt Staub auf \u2013 und doch bleibt er europaweit politisch weitgehend unsichtbar. Derzeit gebe es \u201ekeine offiziellen Daten auf EU-Ebene zur Anzahl der abgerissenen Geb\u00e4ude\u201d, teilt die EU-Kommission auf Anfrage von CORRECTIV.Europe mit.Dabei haben Abriss und Neubau gravierende Folgen f\u00fcr Klima und Natur, aber auch f\u00fcr Mieterinnen und Mieter. \u201eDie Baubranche treibt die Klimakrise voran und sie hat auch einen gro\u00dfen Anteil an der Wohnungskrise in Europa\u201c, sagt Ciar\u00e1n Cuffe, der Ko-Vorsitzende der Gr\u00fcnen im EU-Parlament auf Anfrage von CORRECTIV.Europe. \u201eZu viele Geb\u00e4ude werden grundlos abgerissen. Diese H\u00e4user k\u00f6nnten Menschen ein Zuhause geben, wenn wir sie sanieren w\u00fcrden, statt sie abzurei\u00dfen.\u201cDie EU und die Mitgliedsstaaten m\u00fcssten bessere Daten liefern, fordert Cuffe. Nur so k\u00f6nne es einen besseren \u00dcberblick \u00fcber das Ausma\u00df des Abrisses und den Zustand des Geb\u00e4udebestands in Europa geben. \u201eErst dann werden wir wegkommen vom Abriss und hin zu mehr Renovierungen\u201c, sagt Cuffe.\u201eDie gebaute Umwelt ist der gr\u00f6\u00dfte Energieverbraucher in der EU\u201c, schreibt die EU-Kommission in einer Bestandsaufnahme. \u201eInsgesamt sind Geb\u00e4ude in der EU f\u00fcr 40 Prozent unseres Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, die haupts\u00e4chlich durch Bau, Nutzung, Renovierung und Abriss entstehen.\u201cBis 2030 sollen in der EU 35 Millionen Geb\u00e4ude saniert werdenDie Baubranche setzt riesige Mengen Treibhausgase frei, insbesondere durch die energieintensive Produktion von Stahl, Beton und anderen Baumaterialien. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sch\u00e4tzt, dass durch Abriss und Neubau allein in Deutschland j\u00e4hrlich 3,3 Millionen Tonnen CO2 ausgesto\u00dfen werden. Durch Sanierungen lie\u00dfen sich die Klimagasemissionen um ein Drittel reduzieren. Als Faustregel gelte laut DUH: \u201eAus \u00f6kologischer Sicht ist es fast immer sinnvoll, ein Bestandsgeb\u00e4ude zu erhalten und energetisch zu sanieren, statt es f\u00fcr einen energieeffizienteren Neubau abzurei\u00dfen.\u201cHinzu kommt: Wenn bestehender Wohnraum abgerissen und stattdessen neu gebaut wird, verlieren in vielen F\u00e4llen vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen ihr Zuhause. Gleichzeitig steigen die Kosten f\u00fcr Mieten und Heizen. Eine Recherche von CORRECTIV.Europe zeigt: Millionen Menschen in Europa frieren, weil sie sich das Heizen nicht leisten k\u00f6nnen.Abriss: Der Elefant im RaumDie EU hat den Umbau des Geb\u00e4udesektors als zentralen Baustein ihrer Nachhaltigkeitsstrategie ausgemacht, verankert im Green Deal. Mit ihrer \u201eRenovierungswelle\u201c will die EU bis 2030 europaweit 35 Millionen Geb\u00e4ude energetisch sanieren lassen. D\u00e4cher und Fassaden sollen ged\u00e4mmt, alte Fenster gegen besser isolierte ausgetauscht werden. Au\u00dferdem soll die Strom- und vor allem die W\u00e4rmeversorgung im Geb\u00e4udesektor auf erneuerbare Energie umgestellt werden.Die Zeit dr\u00e4ngt. Europaweit sind Kitas, Schulen, Krankenh\u00e4user und andere Teile der \u00f6ffentlichen Infrastruktur zunehmend marode. Auch private Wohnh\u00e4user und B\u00fcrogeb\u00e4ude kommen immer mehr in die Jahre.Der Sanierungsstau gef\u00e4hrdet Europas Klimaziele\u00a0Doch \u00fcberraschenderweise f\u00e4llt in der Debatte ein Massenph\u00e4nomen meist aus dem Blick: Abriss und Neubau. Statt sie zu sanieren, werden in Europa jedes Jahr hunderttausende H\u00e4user abgerissen, um sie durch Neubauten zu ersetzen.Bislang sind drei Viertel aller Geb\u00e4ude in Europa \u201cnicht energieeffizient\u201d, schreibt die EU-Kommission in ihrer Bestandsaufnahme. \u201eDas bedeutet, dass ein Gro\u00dfteil der verbrauchten Energie ungenutzt bleibt\u201d, so die Kommission.Die Sanierungsrate m\u00fcsste verdreifacht werdenDoch bei der Sanierung ihrer Geb\u00e4ude hinken die Mitgliedstaaten den Zielen der EU weit hinterher. Die EU-Kommission geht davon aus, dass \u201edie j\u00e4hrliche energetische Renovierungsrate mit ein Prozent nach wie vor sehr niedrig\u201c ist. Die j\u00fcngsten Daten zur Sanierung des europ\u00e4ischen Geb\u00e4udebestands, die einen Vergleich zwischen allen EU-Staaten erlauben, stammen allerdings noch aus dem Jahr 2016. Aktuell schwanken die Werte in den Mitgliedsstaaten laut Sch\u00e4tzungen der EU-Kommission zwischen 0,4 und 1,2 Prozent.\u201eBeim derzeitigen Tempo w\u00fcrde die Dekarbonisierung des Geb\u00e4udesektors Jahrhunderte dauern\u201c, hei\u00dft es in der \u00fcberarbeiteten EU-Richtlinie \u00fcber die Geb\u00e4udeenergieeffizienz. Um bis Mitte des Jahrhunderts die verbleibenden 75 Prozent des europ\u00e4ischen Geb\u00e4udebestands energetisch zu modernisieren, m\u00fcsste sich die Sanierungsquote in etwa verdreifachen \u2013\u00a0 von aktuell rund einem Prozent auf drei Prozent.Sanierungsrate m\u00fcsste sich verdreifachenDas fordert auch der Industrieverband Efficient Buildings Europe bereits seit 2011. Unter dem Slogan \u201eRenovate Europe\u201c vereint die Lobbyorganisation Gro\u00dfkonzerne wie BASF und den franz\u00f6sischen Baustoffriesen Saint-Gobain ebenso wie den Fensterhersteller Velux oder die D\u00e4mmstoffparte der Knauf Gruppe.In einer Studie von 2022 berechnete der Industrieverband, wie sich Sanierungen auf den Arbeitsmarkt auswirken: Demnach schaffe jede Millionen, die in die verbesserte Energieeffizienz des Geb\u00e4udebestands investiert wird, durschnittlich 19 vorwiegend lokale Jobs im Baugewerbe, wodurch die \u201ewirtschaftliche Dynamik\u201c in der EU ankurbelt werde.Sanierung sinnvoller als NeubauW\u00e4hrend die Sanierungsziele der EU in weiter Ferne liegen, wird massenhaft bestehender Wohnraum abgerissen \u2013 um ihn durch Neubauten zu ersetzen. Wie viele Geb\u00e4ude allerdings tats\u00e4chlich abgerissen werden, kann die EU nicht sagen. Eine Erfassung abgerissener Geb\u00e4ude sei \u201eselten und nicht harmonisiert\u201c, teilt die Pressestelle der EU-Kommission auf Anfrage von CORRECTIV.Europe mit. \u201eNur wenige nationale Statistik\u00e4mter stellen solche Daten zur Verf\u00fcgung \u2013 und diese sind in der Regel nicht in offenen Datens\u00e4tzen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.\u201dZusammen mit Medienpartnern in anderen L\u00e4ndern hat CORRECTIV deshalb das Projekt Demolition Atlas Europe gestartet. Denn erst, wenn umfassende Daten vorliegen, lassen sich das wahre Ausma\u00df und die Auswirkungen von Abriss und Neubau in Europa beziffern. Im Abriss Atlas sammeln wir gemeinsam mit B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern Informationen zu abgerissenen Geb\u00e4uden oder geplanten Abrissen \u2013 in Deutschland und in der Schweiz.Abriss Atlas: Wo wird abgerissen? Wer profitiert und wer verliert?In Deutschland meldete das Statistische Bundesamt zuletzt 12.600 abgerissene Geb\u00e4ude im Jahr 2022, wodurch 16.500 Wohnungen verloren gingen. Wo genau diese abgerissenen Geb\u00e4ude sich befanden, bleibt intransparent \u2013 ebenso der Grund f\u00fcr den Abriss.Abrisse sind in den meisten F\u00e4llen nicht genehmigungspflichtig. Nach Einsch\u00e4tzung der Deutschen Umwelthilfe liegt die Dunkelziffer deshalb wesentlich h\u00f6her, als es die offiziellen Angaben vermuten lassen. Auch in den meisten anderen L\u00e4ndern Europas fehlen genaue und vor allem lokale Zahlen zu Geb\u00e4udeabrissen.Um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen, dokumentiert CORRECTIV im Abriss Atlas gemeinsam mit B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern den Abriss von Geb\u00e4uden: zun\u00e4chst in der Schweiz und in Deutschland, nun gemeinsam mit Partnermedien auch europaweit im Demolition Atlas Europe. Schicken Sie uns Informationen zu abgerissenen Geb\u00e4uden oder einem geplanten Abriss: ganz einfach auf unserer Karte einen neuen Eintrag erstellen.Klicken Sie auf die Karte, um einen Eintrag im Abriss Atlas zu erstellen.Der Tr\u00e4gerkreis des Abriss Atlas besteht aus einer Reihe von Vereinen und Institutionen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem die Deutsche Umwelthilfe und Architects for Future. Beide fordern seit Langem ein Umdenken: Sanierungen statt Abriss.Der Verein Architects for Future geh\u00f6rt zu den Initiatoren der Kampagne HouseEurope!, die diese Forderung mit einer Unterschriftensammlung auch auf europ\u00e4ischer Ebene erhebt. Im Text kommt der Architekt Olaf Grawert zu Wort. Er ist einer der Initiatoren von HouseEurope!Die B\u00fcrgerinitiative HouseEurope! hat im Fr\u00fchjahr diesen Jahres eine Bilanz des Abrisswahns erstellt. Das Ergebnis ihrer Berechnungen: \u201eIn Europa wird jede Minute ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt.\u201cWenn dieser Trend anh\u00e4lt, werden in Europa bis zur Mitte des Jahrhunderts zwei Milliarden Quadratmeter Wohnfl\u00e4che vernichtet, so die Berechnung der Kampagne weiter. Zum Vergleich: Das ist etwa die H\u00e4lfte des Wohnraums, der in Deutschland insgesamt zur Verf\u00fcgung steht. \u201eStattdessen werden wir Milliarden Quadratmeter neuer Fl\u00e4che als Ersatz f\u00fcr das bereits Vorhandene gebaut haben\u201c, so die Initiatoren der Kampagne.Kampagne fordert: weniger abrei\u00dfen, Sanierungen f\u00f6rdernW\u00e4hrend einige wenige von diesem massenhaften Abriss profitieren, zahle die Allgemeinheit den Preis \u2013 und zwar in Form von \u201esteigenden Mieten und steigenden Temperaturen\u201c, hei\u00dft es weiter auf der Webseite zur Kampagne HouseEurope!.Der Architekt Olaf Grawert ist einer der Initiatoren der Kampagne. Der 38-J\u00e4hrige kommt aus \u00d6sterreich, lehrte zuletzt an der ETH Z\u00fcrich und wohnt in Berlin. Von seinem Schreibtisch aus f\u00e4llt sein Blick auf einen Riegel von Plattenbauten im Bezirk Lichtenberg, im ehemaligen Ostteil der Stadt. Nach der Wende standen hier viele Geb\u00e4ude leer, der Verfall setzte ein. Das Architekturb\u00fcro, in dem Olaf Grawert Partner ist, wollte zeigen, dass sich selbst solche Ruinen nicht nur retten, sondern in Wert setzen lassen \u2013 \u201esofern man nicht allein den Profit zu Grunde legt\u201d, sagt Grawert.B\u00fcrogeb\u00e4ude zu Wohnraum umbauenDie Wahl fiel auf eine alte Fabrik in Lichtenberg. \u201eNach dem Fall der Mauer zeigte niemand Interesse an dem Gel\u00e4nde und die Fabrik verfiel\u201c, erinnert sich Grawert. \u201eNur die beiden Betont\u00fcrme blieben stehen, weil ihr Abbruch zu teuer und aufw\u00e4ndig war.\u201c Heute beherbergt der ehemalige Siloturm eine Werkstatt, ein Archiv und Arbeitsr\u00e4ume, in denen junge Gestalter und Handwerker neue Formen des Bauens und Sanierens erproben.\u201eEs gibt viele weitere Projekte, die das umsetzen, was wir uns vorstellen\u201c, betont Grawert. \u201eBeispielsweise Umbauten von B\u00fcrogeb\u00e4uden in Wohnen, Umbauten von Lagerhallen in Wohnen, aber auch Umbauten von Einfamilienh\u00e4usern, die abgerissen h\u00e4tten werden sollen.\u201cVorher: In Bordeux wurde dieses Wohnhaus mit 530 Wohnungen umfassend saniert und modernisiert.Credits: Anne Lacaton &amp; Jean Philippe Vassal, Fr\u00e9d\u00e9ric Druot, Christophe Hutin.Foto: Philippe RuaultNachher: Der Umbau gilt unter Architektinnen und Architekten als besonders gelungenes Beispiel f\u00fcr Sanierungen im Bestand. W\u00e4hrend des Umbaus konnten die Mieterinnen und Mieter sogar im Haus bleiben. Credits: Anne Lacaton &amp; Jean Philippe Vassal, Fr\u00e9d\u00e9ric Druot, Christophe Hutin.Foto: Philippe RuaultDie Folgen von Abriss und Neubau seien den meisten Menschen noch immer kaum bewusst, meint Grawert. \u201eDas Grundproblem ist versteckt, und es ist total faszinierend, warum niemand dar\u00fcber spricht\u201c, sagt er. \u201eDie Leute denken, wir rei\u00dfen die H\u00e4user ab, weil sie alt und schlecht sind, aber das stimmt gar nicht. Der Grund, weshalb sie abgerissen werden, ist oft ein ganz anderer: Profit.\u201c\u201eEs gibt f\u00fcr Investoren einen gro\u00dfen Anreiz, Geb\u00e4ude abzurei\u00dfen\u201cGrawert verweist auf das Beispiel eines fast leer stehenden Wohngeb\u00e4udes in Berlin-Friedrichshain: Die Eigent\u00fcmer, eine Immobiliengesellschaft aus Luxemburg, lassen das Geb\u00e4ude verfallen. \u201eSie sehen den Profit, der nach Abriss und Neubau wartet und haben kein Interesse zu renovieren\u201c, ist Grawert \u00fcberzeugt. \u201eDa fehlen nicht nur die Anreize, sondern auch die Konsequenzen, wenn man die Verantwortung und Verpflichtung, die mit Eigentum einhergeht, nicht ernst nimmt.\u201cVorher und Nachher: Dieses Geb\u00e4ude in Br\u00fcssel beheimatet nach dem Umbau 156 Wohnungen und zwei Etagen mit B\u00fcros. Credits: &amp;bogdan Foto: Jeroen VerrechtLaut der Unternehmensberatung McKinsey flie\u00dft fast die H\u00e4lfte des globalen Kapitals in Immobilien und Bauland. Vor allem Wohngeb\u00e4ude seien begehrte Anlageobjekte, so die Immobilienberatungsgesellschaft Savillis: Rund drei Viertel der weltweiten Investitionen im Immobiliengesch\u00e4ft stecken demnach in Wohngeb\u00e4uden \u2013 im Summe sind das fast 250 Billionen Euro.Allerdings \u00fcberstiegen diese Zahlen den realen Wert der Immobilien um ein Vielfaches, kritisiert Grawert. Selbst wenn der Bauherr hohe Investitionskosten habe, ergebe sich durch die Logik von Abriss und Neubau eine lukrative Wertsteigerung, erkl\u00e4rt er. Oft sei allein das Grundst\u00fcck mehr Wert als das Geb\u00e4ude, das darauf steht. Wenn bestehende Wohngeb\u00e4ude abgerissen werden, um sie durch einen Neubau zu ersetzen, lie\u00dfen sich deutlich h\u00f6here Mietpreise einfordern. \u201eAllein die gesteigerte Gewinnerwartung durch die zu erwartende Mietpreissteigerung erh\u00f6ht den Wert der Immobilie auf dem Papier um ein Vielfaches\u201d, sagt Grawert. \u201eDer fiktive Geb\u00e4udewert dient den Investoren, um noch mehr Geld bei Banken zu leihen. Es gibt also f\u00fcr Investoren einen gro\u00dfen Anreiz, Geb\u00e4ude abzurei\u00dfen und neu zu bauen.\u201cDrei konkrete Forderungen f\u00fcr mehr Sanierungen und Umbau statt AbrissDie gemeinn\u00fctzige Initiative HouseEurope! formuliert drei konkrete Forderungen, damit in Europa mehr Geb\u00e4ude renoviert und umgebaut werden \u2013 und weniger abgerissen. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, sammelt die Initiative in ganz Europa Unterschriften von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern. Sie sollen dem EU-Parlament \u00fcberreicht werden, mit dem Appell, die Forderungen in konkrete Gesetze zu \u00fcbertragen.\u201eWir fordern Steuererm\u00e4\u00dfigungen f\u00fcr alle Materialien und die Arbeit aller, die an Renovierungen beteiligt sind\u201c, sagt Grawert. \u201eWir wissen, dass das funktioniert, denn manche L\u00e4nder oder Kommunen machen das schon vor.\u201c Als Beispiele z\u00e4hlt er Italien, Frankreich, Belgien und Luxemburg auf. \u201eWenn ich beispielsweise in Frankreich eine Wohnung nachhaltig renoviere, dann kostet die Arbeit und das Material f\u00fcr die Renovierung 15 Prozent weniger als die Arbeiten im Neubau.\u201c Au\u00dferdem m\u00fcssten F\u00f6rdergelder, die derzeit in den Neubau flie\u00dfen, in die Sanierung bestehender Geb\u00e4ude umgelenkt werden.Handwerk bevorzugt Umbau statt NeubauGenerell flie\u00dfe bei Renovierungen das Geld eher in die Arbeit, bei Neubauten ins Material, so Grawert. \u201eMit Renovierungen und Umbauten verdienen vor allem Betriebe vor Ort \u2013 und zwar mehr als mit Neubauten. Es erfordert mehr \u00dcberlegungen und F\u00e4higkeiten.\u201d Deshalb k\u00f6nnten Handwerker h\u00f6here Honorare verlangen, die ihre Arbeiter wieder mehr wertsch\u00e4tze, betont Grawert. \u201eDer Umbau kostet nicht mehr oder weniger als der Neubau \u2013 das Geld wird einfach anders ausgegeben.\u201dGut ged\u00e4mmt: Handwerksbetriebe bevorzugen Umbau gegen\u00fcber Neubau. Credits: Jochen Tack\/picture allianceTats\u00e4chlich ergab eine Umfrage unter Handwerksbetrieben in Deutschland, dass fast 80 Prozent von ihnen Sanierungsarbeiten dem Neubau vorziehen. Die Ergebnisse der Umfrage, ver\u00f6ffentlicht im \u201eBaukultur-Bericht\u201d der Bundesstiftung Baukultur, liefern noch weitere spannende Einblicke: So erwirtschaften die meisten Betriebe den Gro\u00dfteil ihres Umsatzes \u2013 \u00fcber 70 Prozent \u2013 schon jetzt mit Umbauten und Sanierungen. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, dass der Neubau ihrer Meinung nach in den n\u00e4chsten zehn Jahren f\u00fcr ihr Unternehmen besonders wichtig werde \u2013 85 Prozent hingegen sahen ihre Zukunft wiederum im Umbau und der Sanierung bestehender Geb\u00e4ude.\u201eWelche Geb\u00e4ude sch\u00fctzen wir und welche nicht?\u201c Au\u00dferdem fordert die Initiative HouseEurope! europaweit einheitliche Standards zur Bewertung des Geb\u00e4udebestands. \u201eWir d\u00fcrfen alte Geb\u00e4ude nicht als Ruinen betrachten, sondern als potentielle Wertobjekte\u201c, ist Grawert \u00fcberzeugt. Bei denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden sei es in der Regel genau umgekehrt. F\u00fcr Grawert ergibt sich daraus eine wegweisende Frage: \u201eWelche Geb\u00e4ude sch\u00fctzen wir und welche nicht?\u201cIm Vergleich zur Finanzierung f\u00fcr einen Neubau sei es schwieriger, von einer Bank einen Kredit f\u00fcr ein Umbauprojekt zu erhalten, kritisiert Grawert. Banken w\u00fcrden bei der Kreditvergabe meist nur die Risiken sehen und nicht die Potentiale, die im Bestand stecken. Deshalb sei die Finanzierung f\u00fcr Neubau aktuell g\u00fcnstig, f\u00fcr Renovierungen hingegen vergleichsweise teuer. \u201eUnd trotzdem wird renoviert, weil es sich rechnet\u201c, sagt Grawert. \u201eEs w\u00fcrde aber noch besser gehen, wenn wir Renovierungen und Umbauten auch gesetzlich st\u00e4rken, gleichstellen und f\u00f6rdern.\u201cEin Preisschild f\u00fcr graue EnergieDrittens fordert HouseEurope! ein Preisschild f\u00fcr die Energie und die Klimaemissionen, die beim Abriss eines Geb\u00e4udes vernichtet werden. \u201eIn jedem Geb\u00e4ude steckt eine Menge Energie und CO2\u201c, sagt Grawert. Der Fachbegriff lautet graue Energie. \u201eAber bislang hat diese im Bestand gebundene Energie keinen Wert\u201d, beklagt Grawert. \u201eWer ein bestehendes Geb\u00e4ude abrei\u00dft und die darin enthaltene Energie verschwendet und wegwirft, sollte daf\u00fcr bezahlen\u201d, argumentiert er. Dadurch werde eine Sanierung in vielen F\u00e4llen g\u00fcnstiger als Abriss und Neubau.Mit der Forderung, die graue Energie im Geb\u00e4udebestand st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen, sind Grawert und HouseEurope! nicht allein. \u201eWissenschaft und Umweltverb\u00e4nde sind sich einig, dass auch die Herstellungsemissionen bei der Geb\u00e4udeplanung ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen\u201c, hei\u00dft es in einem Gutachten, das die Bundesstelle f\u00fcr Energieeffizienz im vergangenen Jahr herausgegeben hat.Andere L\u00e4nder gehen voranWeiter z\u00e4hlt das Gutachten mehrere europ\u00e4ische L\u00e4nder auf, die bereits konkrete Pl\u00e4ne vorgelegt oder sogar schon verpflichtende Regelungen zur Durchf\u00fchrung umfassender \u00d6kobilanzen im Geb\u00e4udesektor eingef\u00fchrt haben: In D\u00e4nemark, Frankreich, den Niederlanden und in Schweden sind entsprechende Verpflichtungen bereits in Kraft, in Finnland sei dies f\u00fcr 2025 geplant.Olaf Grawert rechnet mit einer verbindlichen CO2-Bepreisung f\u00fcr den Geb\u00e4udebestand in ganz Europa. \u201eGenau das wird bald kommen\u201c, sagt er mit Blick auf die \u00fcberarbeitete EU-Richtlinie \u00fcber die Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden (EPBD). Tats\u00e4chlich schreibt die Richtlinie vor, dass ab 2028 bei Neubauten die Emissionen aus dem Bau und den verwendeten Materialien verbindlich in die Klimabilanz einflie\u00dfen m\u00fcssen. Dar\u00fcber hinaus fordert die EPBD die Mitgliedsstaaten auf, in Zukunft auch die graue Energie ihres Geb\u00e4udebestands zu erfassen.Wirtschaftsministerium h\u00e4lt sich zur Sanierungs-Strategie bedecktDamit europaweit endlich mehr und schneller saniert wird, sollen alle Mitgliedsstaaten die Vorgaben aus Br\u00fcssel bis Ende Mai 2026 in nationales Recht \u00fcberf\u00fchren. In Deutschland ist daf\u00fcr das Bundeswirtschaftsministerium federf\u00fchrend verantwortlich. Wie genau die Bundesregierung die Vorgaben aus Br\u00fcssel umsetzen will, dazu h\u00e4lt sich das Ministerium auf Anfrage von CORRECTIV.Europe allerdings bedeckt: \u201eWir bitten um Verst\u00e4ndnis, dass wir Ihnen aufgrund der laufenden Arbeiten derzeit keine weiteren Details nennen k\u00f6nnen\u201c, so eine Sprecherin des Ministeriums. Sie betont zwar: \u201eF\u00fcr die Erreichung der Klimaziele tr\u00e4gt der Geb\u00e4udesektor einen wichtigen Beitrag bei.\u201c Allerdings verlange \u201eder Koalitionsvertrag ein technologieoffeneres, flexibleres und einfacheres Geb\u00e4udeenergiegesetz.\u201c Eine echte Bauwende \u2013 weg vom Abriss, hin zu mehr Sanierungen \u2013 scheint sich damit in Deutschland zumindest nicht anzudeuten.Text &amp; Recherche: Marius M\u00fcnstermannRedigat: Elena KolbFaktencheck: Elena KolbDie Recherche wurde gef\u00f6rdert von JournalismFund EuropeZur Quelle wechselnAuthor: Marius M\u00fcnstermann"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"\u201eJede Minute wird in Europa ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt\u201c","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/jede-minute-wird-in-europa-ein-gebaeude-zerstoert\/#breadcrumbitem"}]}]