[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/kanzlerduell-zwischen-olaf-scholz-und-friedrich-merz-kandidaten-argumentierten-teils-mit-falschen-zahlen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/kanzlerduell-zwischen-olaf-scholz-und-friedrich-merz-kandidaten-argumentierten-teils-mit-falschen-zahlen\/","headline":"Kanzlerduell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz: Kandidaten argumentierten teils mit falschen Zahlen","name":"Kanzlerduell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz: Kandidaten argumentierten teils mit falschen Zahlen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Hintergrund Kanzlerduell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz: Kandidaten argumentierten teils mit falschen Zahlen Das TV-Duell zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und Kanzlerkandidaten Friedrich Merz drehte sich unter anderem um Migration, den Arbeitsmarkt und die Ukraine. 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Nach einer hitzigen Debatte im Bundestag und dem Nein zum Migrationsgesetz von CDU-Chef Merz wird der Wahlkampf immer sch\u00e4rfer gef\u00fchrt. Wie haben sich sich die beiden Kanzlerkandidaten zu diesem und anderen Themen positioniert? \n\nZDFheute live analysiert die Diskussion mit Politikwissenschaftlerin Dr. Kristina Weissenbach und Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin und checkt die Aussagen der Politiker zu den Themenfeldern Wirtschaft, Migration und Au\u00dfenpolitik. Seid dabei dabei und diskutiert mit! \n\n#scholz #merz #bundestagswahl \n\n-----\n\nHier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen f\u00fcr Durchblick in der Nachrichtenwelt, erkl\u00e4ren die Hintergr\u00fcnde und gehen auf gesellschaftliche Debatten ein. Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eigene Meinung mit den Fakten, die wir euch pr\u00e4sentieren.\n\nAbonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen.\n\nImmer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf http:\/\/www.ZDFheute.de\/.\n\n00:00 Intro und Vorab-Analysen\n39:37 Start des TV-Duells\n2:10:40 Analyse, Aussagen im Check und Umfrage","thumbnailUrl":["https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/5gFyKQ1A3t0\/default.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/5gFyKQ1A3t0\/mqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/5gFyKQ1A3t0\/hqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/5gFyKQ1A3t0\/sddefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/5gFyKQ1A3t0\/maxresdefault.jpg"],"uploadDate":"2025-02-09T21:48:18+00:00","duration":"PT2H59M54S","embedUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5gFyKQ1A3t0","publisher":{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ#Organization","url":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCeqKIgPQfNInOswGRWt48kQ","name":"ZDFheute Nachrichten","description":"Willkommen auf dem offiziellen ZDFheute Nachrichten YouTube-Kanal. \n\nHier erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen f\u00fcr Durchblick in der Nachrichtenwelt, erkl\u00e4ren die Hintergr\u00fcnde und ordnen aktuelle Meldungen ein.","logo":{"url":"https:\/\/yt3.ggpht.com\/ytc\/AIdro_kdfkzxAw6EEII0JcY7HsYyZMwAGe1ycdDDrHwAxRky5Xg=s800-c-k-c0x00ffffff-no-rj","width":800,"height":800,"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5gFyKQ1A3t0#VideoObject_publisher_logo_ImageObject"}},"potentialAction":{"@type":"SeekToAction","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5gFyKQ1A3t0#VideoObject_potentialAction","target":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5gFyKQ1A3t0&t={seek_to_second_number}","startOffset-input":"required name=seek_to_second_number"},"interactionStatistic":[[{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5gFyKQ1A3t0#VideoObject_interactionStatistic_WatchAction","interactionType":{"@type":"WatchAction"},"userInteractionCount":843880}],{"@type":"InteractionCounter","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5gFyKQ1A3t0#VideoObject_interactionStatistic_LikeAction","interactionType":{"@type":"LikeAction"},"userInteractionCount":9252}]},{"@context":"http:\/\/schema.org\/","@type":"VideoObject","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ljvuNRU7RgE#VideoObject","contentUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ljvuNRU7RgE","name":"Das TV-Duell \u2013 Olaf Scholz gegen Friedrich Merz in voller L\u00e4nge","description":"Im TV-Duell treten der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Herausforderer Friedrich Merz (CDU) gegeneinander an. 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Alle Ausgaben der tagesschau 20 Uhr auch hier:\nhttps:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/videoarchiv2.html\n\nAlle Sendungen, Livestreams und Reportagen auch in der ARD-Mediathek:\nhttps:\/\/www.ardmediathek.de\/tagesschau\n\nMitschnitte der kompletten Sendungen sind auf YouTube kommentierbar. Wir bitten die Nutzenden um die Einhaltung der Community-Richtlinien und einen fairen Umgang miteinander: https:\/\/www.tagesschau.de\/netiquette-socialmedia-100.html\n\nDie Redaktion erreichen immer wieder nachtr\u00e4gliche Verwendungsbeschr\u00e4nkungen, die Online-Rechte einschr\u00e4nken. 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Wir haben einige der Behauptungen von Scholz und Merz im Faktencheck gepr\u00fcft.                    von                                Uschi Jonas                                , Steffen Kutzner                                , Kimberly Nicolaus                                , Paulina Thom10. Februar 2025                                Am 9. Februar trafen Olaf Scholz und Friedrich Merz im ZDF beim sogenannten Kanzlerduell aufeinander. Dabei stellten sie auch Falschbehauptungen auf. (Quelle: Michael Kappeler \/ DPA \/ DPA-Pool \/ Picture Alliance)                            Migration, Arbeitsmarkt, Ukraine: Im Kanzlerduell zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) dominierten diese Themen. Beide brachten korrekte Zahlen und Fakten in die Debatte ein \u2013 doch beide stellten auch falsche Behauptungen auf. Wir haben einige der zentralen Behauptungen im Faktencheck gepr\u00fcft.1. Olaf Scholz \u00fcber Grenzkontrollen und Migration\u201e[\u2026] indem ich daf\u00fcr gesorgt habe, dass es Grenzkontrollen in Deutschland gibt, 40.000 Zur\u00fcckweisungen durchgef\u00fchrt worden sind und indem im letzten Jahr die Zahl derjenigen, die irregul\u00e4r gekommen sind, um 100.000, fast \u00fcber ein Drittel gesunken ist und indem ich daf\u00fcr gesorgt habe, dass wir jetzt im Januar den niedrigsten Wert, was Asylgesuche betrifft, seit 2016 haben. Und wir haben die Abschiebungen um 70 Prozent gesteigert, seitdem ich Kanzler bin.\u201c (ab Minute 10:50)Bewertung: Teilweise falschIn der Debatte um das Thema Asyl und Migration stellt Scholz mehrere Behauptungen und Zahlen in den Raum. Schauen wir uns die nach und nach an.Grenzkontrollen: Es stimmt, dass w\u00e4hrend Scholz\u2018 Kanzlerschaft Grenzkontrollen in Deutschland eingef\u00fchrt wurden. Die sind vor\u00fcbergehend und wurden vom Bundesinnenministerium (BMI) ab Mitte September 2024 f\u00fcr die Dauer von sechs Monaten eingef\u00fchrt. Kontrolliert wird an den Grenzen zu Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und D\u00e4nemark. Im Oktober 2023 hatte das BMI vor\u00fcbergehende Kontrollen an den L\u00e4ndergrenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz eingef\u00fchrt, die seitdem regelm\u00e4\u00dfig verl\u00e4ngert wurden und vorl\u00e4ufig bis Mitte Juni 2025 gelten. Zu \u00d6sterreich gibt es seit 2015 Grenzkontrollen.Zur\u00fcckweisungen: Scholz spricht zudem davon, dass es 40.000 Zur\u00fcckweisungen an den Grenzen gegeben habe. Im vergangenen Jahr hat die Bundespolizei tats\u00e4chlich etwa 41.600 Personen, die irregul\u00e4r nach Deutschland einreisen wollten, an den Grenzen zur\u00fcckgewiesen, wie sie auf Anfrage des Mediendienstes Integration angab.Irregul\u00e4re Migration: Laut Scholz kamen zudem 100.000 Menschen weniger \u201eirregul\u00e4r\u201c nach Deutschland. Das bedeutet, wie der Mediendienst Integration erkl\u00e4rt, dass ausl\u00e4ndische Personen keine legale Einreisem\u00f6glichkeit genutzt haben. Legal kann man auf drei Arten nach Deutschland einreisen, wenn man:\u00a0Einen Reisepass von einem Land besitzt, der eine visafreie Einreise erlaubt.Ein g\u00fcltiges Visum besitzt.\u00a0Der EU-Freiz\u00fcgigkeit unterliegt.\u00a0Laut dem Mediendienst Integration reisen die meisten Gefl\u00fcchteten, die nach Deutschland kommen, zun\u00e4chst irregul\u00e4r ein. Wer dann allerdings in Deutschland einen Asylantrag stellt, gilt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als \u201eirregul\u00e4r\u201c \u2013 ab dann ist der Aufenthalt legal und die Personen bekommen eine Aufenthaltsgestattung. Artikel 31 der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention verbietet zudem, Gefl\u00fcchtete f\u00fcr die irregul\u00e4re Einreise strafrechtlich zu verfolgen.\u00a0Laut der Bundespolizei gab es im Jahr 2023 127.549 unerlaubte EInreisen, im Jahr 2024 waren es 83.572 \u2013 das ergibt eine Differenz von rund 44.000, damit sind die unerlaubten Einreisen um ein Drittel gesunken, aber nicht um 100.000 wie vom Bundeskanzler behauptet. Um 100.000 geringer ist hingegen die Zahl der Asylantr\u00e4ge, wenn man die Jahre 2023 und 2024 vergleicht \u2013 auch das entspricht einem Drittel weniger.\u00a0Zahl der Asylgesuche: Weiter sagt Scholz, im Januar 2025 h\u00e4tten so wenig Menschen Deutschland um Asyl ersucht wie seit 2016 nicht mehr. Das ist nicht korrekt. Laut dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) gab es im Januar 2025 16.594 Asylantr\u00e4ge in Deutschland. Im Dezember 2024 waren es 13.716. In vergangenen Jahren lag die Zahl ebenfalls niedriger. Beispielsweise in den ersten acht Monaten im Jahr 2021 oder im gesamten Jahr 2018.\u00a0Abschiebungen: Weiter sagt Scholz, seitdem er Kanzler sei, sei die Zahl der Abschiebungen um 70 Prozent gestiegen. Olaf Scholz wurde im Dezember 2021 Kanzler. Wir vergleichen daher die Zahl der Abschiebungen im Jahr 2022 mit denen im Jahr 2024. So ergibt sich ein Anstieg von rund 42 Prozent. Verglichen mit dem Jahr 2021, also dem Jahr vor Scholz\u2019 Kanzlerschaft, betr\u00e4gt der Anstieg 53 Prozent.2. Friedrich Merz \u00fcber Zuwanderung und Abschiebungen\u201eWir haben immer noch in vier Tagen so viele Zuwanderer, wie in einem Monat abgeschoben werden. Das sind nach wie vor zu viele. Wir hatten im letzten Jahr 240.000. Wir haben in den drei Jahren Ihrer Amtszeit in Deutschland weit \u00fcber zwei Millionen irregul\u00e4re Migranten nach Deutschland gesehen.\u201c (ab Minute 12:19)Bewertung: Teilweise falschZahl der Asylantr\u00e4ge und Abschiebungen: Wen Friedrich Merz mit \u201eZuwanderern\u201c meint, ist nicht ganz klar. Die Zahl 240.000 deutet jedoch darauf hin, dass er von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern spricht. Also Menschen, die Deutschland um Schutz ersuchen.\u00a0Laut dem Statistischen Bundesamt sind im letzten Jahr etwa 250.000 Asylantr\u00e4ge gestellt worden. Dem stehen knapp 18.400 Abschiebungen gegen\u00fcber. Allerdings macht es wenig Sinn, die Zahl der Abschiebungen den gestellten Asylantr\u00e4gen gegen\u00fcberzustellen: In Deutschland gibt es ein von der Verfassung gesch\u00fctztes Recht auf Asyl. Asylantr\u00e4ge werden dementsprechend formal \u00fcberpr\u00fcft. Ist die \u00dcberpr\u00fcfung abgeschlossen, wird ein Schutzstatus zugesprochen oder nicht. In Deutschland lag die Gesamtschutzquote der positiv beschiedenen Asylantr\u00e4ge 2024 bei 44,4 Prozent, sprich fast jede und jeder zweite Asylantragstellende hat ein Recht auf einen Schutzstatus in Deutschland und darf nicht abgeschoben werden.\u00a0Irregul\u00e4re Migration: Merz Behauptung, \u00fcber zwei Millionen \u201eirregul\u00e4re Migranten\u201c seien w\u00e4hrend Olaf Scholz\u2018 Amtszeit nach Deutschland gekommen, ist falsch. Zun\u00e4chst einmal ist der Begriff \u201eirregul\u00e4re Migranten\u201c, wie wir oben erkl\u00e4rten, unpr\u00e4zise: Gemeint sind damit meist Menschen, die sich ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland befinden. Da \u201eirregul\u00e4re\u201c Migrantinnen und Migranten nicht registriert sind, gibt es wenig gesicherte Informationen \u00fcber sie. Nicht zu verwechseln sei der Begriff mit Menschen, die zun\u00e4chst \u201eunerlaubt einreisen\u201c, aber anschlie\u00dfend ein Asylgesuch stellen und eine Aufenthaltsgestattung f\u00fcr die Zeit des Verfahrens erhalten, schreibt der Mediendienst Integration. \u201eUnerlaubte Einreisen\u201c gab es in den letzten drei Jahren rund 300.000. Welche Menschen Merz meint, bleibt somit unklar.Auch die Zahl der Menschen, die zum Stichtag 31. Dezember 2024 ausreisepflichtig waren, liegt mit 220.808 deutlich unter den zwei Millionen, die Merz nennt. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit der Zahl der Asylantr\u00e4ge. 2022, 2023 und 2024 wurden 850.000 gestellt.\u00a0Auf zwei Millionen Menschen kommt man lediglich dann, wenn man die Anzahl der Asylgesuche und die etwa 1,2 Millionen Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind, addiert. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um \u201eirregul\u00e4re Migrantinnen und Migranten\u201c, wie Merz sagt, sondern um Kriegsfl\u00fcchtlinge, von denen mehr als eine Million einen Aufenthaltstitel hat.3. Friedrich Merz \u00fcber Arbeitslosigkeit und Insolvenzen\u00a0\u201eWir sind im dritten Jahr einer Rezession, das hat es in Deutschland noch nie gegeben. Wir haben drei Millionen Arbeitslose in Deutschland mit steigender Tendenz bei 700.000 offenen Stellen, die nicht besetzt werden k\u00f6nnen. Wir haben eine Insolvenzwelle wie nie in den letzten 15 Jahren. 50.000 Unternehmen sind in Ihrer Amtszeit in Deutschland in die Insolvenz gegangen. Fast die H\u00e4lfte davon im letzten Jahr. [\u2026] Was ist der Verlust von 300.000 Arbeitspl\u00e4tzen in der Industrie [\u2026]? Das ist Deindustrialisierung.\u201c (ab Minute 27:40)Bewertung: Fehlender KontextDrei Jahre Rezession in Deutschland: Im Jahr 2022 wuchs die Deutsche Wirtschaft um zwei Prozent. 2023 und 2024 gab es in Deutschland eine Rezession, die Wirtschaft schrumpfte, wie etwa die Tagesschau berichtete. W\u00e4re Deutschlands Wirtschaft im dritten Jahr in Folge in einer Rezession, w\u00e4re das ein nie dagewesenes Ereignis. Klar ist bereits an dieser Stelle: Die Aussage von Friedrich Merz ist mindestens irref\u00fchrend, denn f\u00fcr 2025 gibt es noch keine belastbaren Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung.Die Bundesregierung erwartet ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent f\u00fcr das Jahr 2025. Der International W\u00e4hrungsfonds rechnet ebenfalls mit 0,3 Prozent Wachstum und die OECD sogar mit 0,7 Prozent. Der Bundesverband der Industrie dagegen prognostiziert ein drittes Rezessionsjahr. Sicher ist also, dass Merz nicht mit Gewissheit sagen kann, dass sich Deutschland im dritten Rezessionsjahr in Folge befindet.Offene Arbeitsstellen und Arbeitslose: Die Zahlen stimmen: Die Zahl der Arbeitslosen liegt nach Zahlen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit momentan bei 2,99 Millionen Menschen. Seit 2011 liegt die Zahl der Arbeitslosen zwischen 2,3 und 3 Millionen, 2005 etwa lag sie deutlich h\u00f6her, bei 4,9 Millionen. Offene Stellen gab es laut der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit 2024 knapp 694.000. Die Zahl sinkt seit einigen Jahren, nachdem sie in der Pandemie gestiegen war. F\u00fcr 2025 wird ein R\u00fcckgang auf 632.000 prognostiziert. Die Angaben von Merz sind also jeweils aufgerundet, stimmen aber.Unternehmensinsolvenzen: Dass es in Scholz\u2018 Amtszeit 50.000 Unternehmensinsolvenzen gegeben habe, ist korrekt. Die ver\u00f6ffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts bis zum Jahr 2023 plus die monatlichen Unternehmensinsolvenzen bis Oktober (Stand 10. Februar 2025) ergeben rund 50.000 Insolvenzen. Etwa 17.500 der Insolvenzen entfallen auf die Monate Januar bis Oktober 2024. Doch das sind nicht mehr Insolvenzen als in den letzten 15 Jahren, wie Merz behauptete.\u00a0Der aktuellste Wert f\u00fcr ein komplettes Jahr ist der f\u00fcr das Jahr 2023; damals gab es 17.814 Unternehmensinsolvenzen. Niedriger war der Wert in den Jahren 2020 bis 2022. Insofern ist die Tendenz tats\u00e4chlich steigend. Aber: Von 1994 bis 2019 war die Zahl in jedem einzelnen Jahr h\u00f6her als 2023. Zeitweise war die Zahl der Insolvenzen mehr als doppelt so hoch wie unter Scholz.Industriearbeitspl\u00e4tze: Dass in der Industrie 300.000 Arbeitspl\u00e4tze weggefallen sind, wiederholte Merz mehrfach im Wahlkampf. Woher diese Zahl kommt, ist unklar. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der Industrie ist stabil: Von November 2022 bis November 2024 arbeiteten stets rund 5,5 Millionen Menschen in der Branche. In keinem einzigen Monat war die Zahl deutlich h\u00f6her oder niedriger, die Schwankungen sind sehr gering. Wir haben bei der Pressestelle der CDU angefragt, auf welcher Statistik die Zahlen beruhen. Bis zur Ver\u00f6ffentlichung unseres Faktenchecks erhielten wir jedoch keine Antwort.\u00a0M\u00f6glicherweise bezog sich Merz auf eine Prognose des Chefs des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf. Er sprach im Herbst 2024 davon, dass in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren bis zu 300.000 Jobs in der Industrie in Gefahr seien.4. Olaf Scholz \u00fcber die Unterst\u00fctzung der Ukraine\u201eDeutschland ist der gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzer der Ukraine in Europa.\u201c (ab Stunde 1 Minute 08:02)Bewertung: Fehlender KontextAls es im TV-Duell um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz unter anderem: \u201eDeutschland ist der gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzer der Ukraine in Europa.\u201c Mit Blick auf die absoluten Zahlen ist das richtig. Bezogen auf die Wirtschaftskraft Deutschlands ist die Aussage jedoch falsch.\u00a0Laut dem Ukraine Support Tracker des Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft Kiel (IfW), einem Forschungsinstitut f\u00fcr Globalisierungsfragen, hat Deutschland bis Ende Oktober 2024 die Ukraine mit insgesamt rund 16 Milliarden Euro unterst\u00fctzt und liegt damit auf Platz eins in Europa. Diese Gelder hat die Ukraine laut dem IfW bereits als milit\u00e4rische, finanzielle und humanit\u00e4re Hilfe erhalten beziehungsweise sind sie als Zusagen vorgemerkt.\u00a0Die insgesamt rund 16 Milliarden Euro Hilfsgelder entsprechen etwa 0,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit liegt Deutschland in Europa auf Platz 15. Auf Platz eins liegt Estland mit Hilfsgeldern in H\u00f6he von etwa 2,2 Prozent des BIP.Alle Faktenchecks rund um die Bundestagswahl 2025 lesen Sie hier.Redigatur: Gabriele Scherndl, Matthias BauZur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Kanzlerduell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz: Kandidaten argumentierten teils mit falschen Zahlen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/kanzlerduell-zwischen-olaf-scholz-und-friedrich-merz-kandidaten-argumentierten-teils-mit-falschen-zahlen\/#breadcrumbitem"}]}]