[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klerikaler-missbrauchsprozess-die-widersprueche-des-essener-bistums\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klerikaler-missbrauchsprozess-die-widersprueche-des-essener-bistums\/","headline":"Klerikaler Missbrauchsprozess: Die Widerspr\u00fcche des Essener Bistums","name":"Klerikaler Missbrauchsprozess: Die Widerspr\u00fcche des Essener Bistums","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Missbrauch in der katholischen Kirche Klerikaler Missbrauchsprozess: Die Widerspr\u00fcche des Essener Bistums Am Landgericht Essen k\u00e4mpft ein Betroffener von klerikalem Missbrauch um Gerechtigkeit. 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Immer wieder wurde er gesch\u00fctzt \u2014 von seinen Bist\u00fcmern bis hin zum sp\u00e4teren Papst Benedikt XVI. Betroffene wehren sich und gehen vor Gericht. Andreas Perr klagt in Traunstein gegen das Erzbistum M\u00fcnchen und Freising, gegen seinen T\u00e4ter und den verstorbenen Papst. Auch Wilfried Fesselmann will Klage einreichen, gegen das Bistum Essen. Seit 13 Jahren dreht sich alles um die Frage der Verantwortung des deutschen Papstes f\u00fcr den Wiedereinsatz des Missbrauchspfarrers. Doch es geht um mehr: Um die Glaubw\u00fcrdigkeit der Opfer und der Kirche. Die Recherche von CORRECTIV zeigt anhand eines von Joseph Kardinal Ratzinger unterschriebenen geheimen Kirchen-Dokuments die Spur eines Missbrauchspfarrers von Essen \u00fcber Bayern bis in den Vatikan. Und wie das Versteckspiel um den Brief die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirche untergr\u00e4bt.\n\n\nBuch\/Regie: Cem Bozdo\u011fan\nRedaktion: Marcus Bensmann, Anna Kassin\nRedaktionsleitung: Justus von Daniels\n\nKamera und Ton: Lennard Birmanns, Philipp Schulte\nSchnitt: Philipp Schulte, Lennard Birmanns\nSchnittassistenz: Kolja Zinngrebe\nDesign: Mohamed Anwar\nAnimation: Mostafa Negm, Philipp Schulte\nMusik: Jonas Vogler\n\nKommunikation: Luise Lange-Letellier\nProduzent: David Schraven\n\nEine Produktion von CORRECTIV gGmbH\n\u00a9 2024\n\nDie Recherche zum Nachlesen: https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/missbrauch-in-der-katholischen-kirche\/2024\/03\/29\/der-missbrauchs-prozess-ratzingers-brief-und-die-erinnerungsluecken-der-kirche\/ \n\n\u2013\nCORRECTIV ist investigativer Journalismus. Unabh\u00e4ngig & Non-Profit. F\u00fcr eine informierte Gesellschaft. \nUnterst\u00fctze die kommenden Recherchen und Faktenchecks mit einer Spende: \nhttps:\/\/correctiv.org\/unterstuetzen\/\nDie besten Recherchen aus aller Welt per Newsletter: \nhttps:\/\/correctiv.org\/newsletter\/","thumbnailUrl":["https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/VFXnEKiWwGI\/default.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/VFXnEKiWwGI\/mqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/VFXnEKiWwGI\/hqdefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/VFXnEKiWwGI\/sddefault.jpg","https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/VFXnEKiWwGI\/maxresdefault.jpg"],"uploadDate":"2024-04-05T18:00:06+00:00","duration":"PT17M14S","embedUrl":"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VFXnEKiWwGI","publisher":{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCZ-tUoJJV-18Xtcij_tOgGQ#Organization","url":"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCZ-tUoJJV-18Xtcij_tOgGQ","name":"CORRECTIV","description":"Dein Ort f\u00fcr investigative Recherchen. Wir liefern Fakten & Hintergr\u00fcnde. 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Dabei hat er jetzt schon ein St\u00fcck weit gewonnen: Ihm gehe es vor allem darum, dass vor Gericht festgehalten wird, was der Serient\u00e4ter Peter H. ihm und anderen Betroffenen angetan hat. W\u00e4hrenddessen verstrickt sich das Bistum in seiner Verteidigung in Widerspr\u00fcchen.                     von                                Marcus Bensmann                                , Anna Kassin24. April 2025                                Generalvikar Klaus Pfeffer im Interview mit CORRECTIV. (\u00a9 Bild: Lennard Birmanns\/CORRECTIV)                            Am Freitag f\u00e4llt am Landgericht Essen eine Entscheidung. Es k\u00f6nnte der Tag sein, auf den Wilfried Fesselmann und sein Rechtsanwalt Andreas Schulz vier Jahre lang hingearbeitet haben. In dem Zivilprozess klagt Fesselmann gegen das Bistum Essen. Er fordert 300.000 Euro Schmerzensgeld, weil er 1979 vom damaligen Kaplan Peter H. im Gemeindehaus missbraucht wurde. CORRECTIV berichtete \u00fcber den Fall.\u00a0Bemerkenswert ist: Der vorsitzende Richter hat bereits erkl\u00e4rt, auch ohne weitere Zeugen dem Betroffenen zu glauben \u2013 und so das Verfahren abgek\u00fcrzt. Nach nur einem Verhandlungstermin k\u00f6nnte am Freitag ein Urteil fallen, wenn das Gericht nicht doch einen Gutachter beauftragt.Beklagter ist nicht der T\u00e4ter, sondern das Bistum Essen. Im Zivilprozess musste es bislang zwei Niederlagen hinnehmen. Das Bistum hat zwar darauf verzichtet, sich auf nicht Verj\u00e4hrung des Falls zu berufen, versuchte aber die Anspr\u00fcche des Kl\u00e4ger abzuwehren. Dabei zeigen sich Widerspr\u00fcche in der Strategie der Anw\u00e4lte und des Bistums.Die Bagatellisierung: Sexueller \u00dcbergriff statt MissbrauchDie Anw\u00e4lte des Bistums st\u00fctzten ihre Verteidigung vor allem auf zwei Punkte: Sie bestreiten, das Bistum m\u00fcsse f\u00fcr den Schaden aufkommen. Und sie versuchten, die Schwere der Tat herunterzuspielen. Beides hielt vor Gericht nicht stand.\u00a0Vor Gericht schilderte der Betroffene Fesselmann den Ablauf des Abends so: Im Sommer 1979 habe der damalige Kaplan ihn vermeintlich zu einem Fernsehabend eingeladen. Nachdem sie sich unterhalten hatten, habe H. die T\u00fcren verschlossen, dem damals Elfj\u00e4hrigen etwas Alkoholisches verabreicht und ihn zum Oralverkehr gezwungen. Er habe sich ausziehen m\u00fcssen, sie h\u00e4tten sich nackt ins Bett gelegt und H. habe versucht, ihn zu ber\u00fchren.Der Ex-Priester war vor Gericht als Zeuge geladen, 46 Jahre nach der Nacht sahen sich T\u00e4ter und Opfer zum ersten Mal wieder. H. best\u00e4tigte die Schilderungen von Fesselmann \u2013 bestritt jedoch den Oralverkehr. Er bezeichnete die Tat lediglich als \u201esexuell \u00fcbergriffig\u201c.Der Generalvikar des Bistums, Klaus Pfeffer, sagte CORRECTIV im Anschluss an den Gerichtstermin, ihm sei bei dieser Aussage \u201ewirklich \u00fcbel geworden.\u201c \u201eEr hat zwar zugegeben, dass er ein Missbrauchst\u00e4ter ist, dass er p\u00e4dophil ist, aber er hat das in einer Art und Weise getan, wo ich gedacht habe, das ist eine Bagatellisierung. Vor allem, als sinngem\u00e4\u00df der Satz fiel: Ja, dann ist es eben zu ein paar \u00dcbergriffen gekommen. Das fand ich unertr\u00e4glich, sich das anh\u00f6ren zu m\u00fcssen.\u201cDie Emp\u00f6rung des Generalvikars verwundert. Denn die \u201eBagatellisierung\u201c war Teil der Verteidigung des Bistums: In ihren Schrifts\u00e4tzen argumentierten die Anw\u00e4lte, die Tat sei \u201eselbstverst\u00e4ndlich vollkommen inakzeptabel\u201c, aber es habe sich um \u201e\u00fcbergriffiges (\u2026) Verhalten\u201c gehandelt. Weil H. den Oralverkehr bestreitet, liege \u201ekein sexueller Missbrauch, sondern eine sexuelle Bel\u00e4stigung\u201c vor.CORRECTIV wollte vom Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und seinem Generalvikar wissen, wie sie diesen Widerspruch erkl\u00e4ren. Sie waren f\u00fcr eine Stellungnahme nicht zu erreichen, der Pressesprecher verwies auf das laufende Verfahren. Die Anw\u00e4lte des Bistums ignorieren Informationen aus einer StudieWilfried Fesselmann war nicht das erste Opfer von Peter H. \u2013 und nicht das letzte. Der Serient\u00e4ter begann seine Karriere als Kaplan in Bottrop. Bereits dort verging er sich an Kindern. Kurz darauf versetzte ihn das Bistum in die Gemeinde St. Andreas in Essen, wo er neben Fesselmann mindestens drei weitere Jungen missbrauchte.\u00a0Die Anw\u00e4lte des Bistums behaupten in ihren Schrifts\u00e4tzen, der Wechsel von Bottrop nach Essen sei Routine gewesen. Vor 2010 habe man in Essen nichts von Missbrauchsvorw\u00fcrfen in der Bottroper Gemeinde gewusst und dementsprechend durch die Versetzung nichts vertuschen k\u00f6nnen.\u00a0Damit versuchen sie, die Amtshaftung abzuwehren. Diese Regelung aus dem Beamtenrecht besagt, dass bei Fehlverhalten eines Beamten der Staat haftet, nicht die Person. Die Anw\u00e4lte argumentierten, H. habe die Tat als Kaplan, nicht als Pastor begangen, weshalb die Amtshaftung nicht greife. Ein Kaplan steht einem Priester in seiner Gemeinde als Helfer und Vertreter zur Seite, tr\u00e4gt aber weniger Verantwortung.Was die Anw\u00e4lte verschwiegen: 2023 erschien eine Studie zu klerikalem Missbrauch in Essen, die das Bistum selbst in Auftrag gegeben hatte. Darin wurde auch der Fall Peter H. untersucht. Die Autorinnen und Autoren fanden in den Akten des Bistums zwar tats\u00e4chlich \u201ekeinen Hinweis\u201c darauf, dass die Bistumsleitung vor 2010 von den F\u00e4llen in Bottrop wusste. Doch sie zeigte, dass\u00a0 eine Mutter den damaligen Kaplan wegen einer \u201eunguten Beziehung\u201c zu ihren S\u00f6hnen gemeldet hatte: In der Studie hei\u00dft es:\u00a0\u201eDie Anzeige der Mutter bei dem Gemeindepfarrer geht weit \u00fcber ein Aufdeckungspotenzial hinaus. Die Mutter hat die p\u00e4dokriminellen Handlungen des Kaplans gegen ihren Sohn (oder sogar ihre S\u00f6hne) offengelegt und damit eine Verdeckungsmaschinerie des Bistums in Gang gesetzt. Die Verantwortlichen griffen zu dem klassischen Mittel der Versetzung innerhalb des Bistums.\u201cDie eigene Studie geht also \u00fcber den Aktenbestand hinaus. Doch die Anw\u00e4lte des Bistums unterschlugen diese Erkenntnisse, die das Bistum selbst einholen lie\u00df.Der Kl\u00e4geranwalt Andreas Schulz bedauerte, dass der Richter auf die Einsicht in die Personalakte des Priesters verzichtete, obwohl das Bistum sie zur Verf\u00fcgung gestellt h\u00e4tte und der Kl\u00e4ger darum bat. Die Akte h\u00e4tte die Widerspr\u00fcche vielleicht aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen \u2013 und aufgezeigt, welche Folgen das Handeln des Bistum Essen hatte:Denn die Akte enth\u00e4lt auch die 1986 von Joseph Kardinal Ratzinger \u2013 dem sp\u00e4teren Papst Benedikt XVI. \u2013 unterschriebene Erlaubnis, dass H. nach einem Gerichtsurteil wegen Missbrauch trotzdem die Messe feiern durfte \u2013 nur eben mit Traubensaft. Ratzinger garantierte somit einen Wiedereinsatz des T\u00e4ters, obwohl er von den Sexualstraftaten wusste, als er den Brief unterschrieb. Eine Einsicht in die Akte vor Gericht h\u00e4tte Klarheit \u00fcber das Aufkl\u00e4rungsinteresse des Bistums Essen schaffen k\u00f6nnen.Text und Recherche: Anna Kassin, Marcus Bensmann, Cem Bozdo\u011fanRedaktion und Faktencheck: Annika Joeres, Pia Siber, Anette DowideitZur Quelle wechselnAuthor: CORRECTIV"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Klerikaler Missbrauchsprozess: Die Widerspr\u00fcche des Essener Bistums","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klerikaler-missbrauchsprozess-die-widersprueche-des-essener-bistums\/#breadcrumbitem"}]}]