[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klimawandel-vulkane-stossen-pro-jahr-viel-weniger-co2-aus-als-menschen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klimawandel-vulkane-stossen-pro-jahr-viel-weniger-co2-aus-als-menschen\/","headline":"Klimawandel: Vulkane sto\u00dfen pro Jahr viel weniger CO2 aus als Menschen","name":"Klimawandel: Vulkane sto\u00dfen pro Jahr viel weniger CO2 aus als Menschen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln St\u00f6\u00dft ein einziger Vulkan in zwei Sekunden so viel CO2 aus wie die gesamte Menschheit in einem Jahr? Das zumindest behaupten Nutzerinnen und Nutzer auf X, Instagram, Facebook und Telegram. Sie teilen dazu eine Weltkarte vom 6. 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Das zumindest behaupten Nutzerinnen und Nutzer auf X, Instagram, Facebook und Telegram. Sie teilen dazu eine Weltkarte vom 6. Juli 2024, der zufolge es weltweit mehr als 29 \u201eaktive Vulkane\u201c gebe. Der menschengemachte Klimawandel sei ein M\u00e4rchen, hei\u00dft es in den Beitr\u00e4gen mit tausenden Aufrufen.\u00a0Doch die Rechnung in Sozialen Netzwerken ist falsch: Pro Jahr sto\u00dfen Menschen ein Vielfaches des CO2s aller aktiven Vulkane aus.\u00a0Anders als hier auf Facebook behauptet, sto\u00dfen Vulkane nicht mehr CO2 aus als die Menschheit (Quelle: Facebook; Screenshot und Schw\u00e4rzung: CORRECTIV.Faktencheck)Karte in Sozialen Netzwerken zeigt Vulkane, die ausbrechen oder eventuell bald ausbrechenAber was sind eigentlich aktive Vulkane? Laut dem Geologischen Dienst der USA (USGS) z\u00e4hlen dazu nicht nur Vulkane, die aktuell ausbrechen, sondern auch solche, die in den letzten etwa 10.000 Jahren einmal ausgebrochen sind oder die ein junges \u201emagmatisches System\u201c haben und daher ausbrechen k\u00f6nnten. Auch ruhende Vulkane sind also aktiv. So z\u00e4hlt der USGS auf mehr als 1000 potentiell aktive Vulkane.\u00a0Die Weltkarte in den Beitr\u00e4gen dagegen zeigt aktuell \u201eausbrechende Vulkane\u201c (rot) und Vulkane mit \u201egeringer Aktivit\u00e4t\u201c oder einer Warnung \u00fcber einen m\u00f6glichen Ausbruch (orange). Sie stammt von der Webseite Volcano Discovery, auf der t\u00e4glich Informationen zu Vulkanausbr\u00fcchen erscheinen. Die Karte vom 6. Juli, die in Sozialen Netzwerken kursiert, ist nicht mehr online, die meisten der Angaben decken sich aber mit einer archivierten Karte vom 30. Juni. Auch aktuell (Stand: 30. Juli) gibt es mehr als 29 ausbrechende Vulkane.Die roten Vulkane brechen laut der Webseite Volcano Discovery aktuell aus, bei den orangen Vulkanen ist eine \u201egeringe Aktivit\u00e4t\u201c zu beobachten oder es wurde eine Warnung \u00fcber einen m\u00f6glichen Ausbruch ausgesprochen (Quelle: Volcano Discovery; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Wichtig ist auch: Ein Vulkan st\u00f6\u00dft CO2 nicht nur aus, wenn er ausbricht, sondern auch, wenn er aktiv ist. Wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) auf ihrer Webseite erkl\u00e4rt, wird CO2 aus dem unterirdischen Magma beispielsweise \u00fcber \u00d6ffnungen, por\u00f6ses Gestein oder Wasser freigesetzt. Ein Beispiel: Der aktive Vulkan Cumbre Vieja auf der spanischen Insel La Palma st\u00f6\u00dft laut dem Vulkanologischen Institut der Kanarischen Inseln durchschnittlich pro Tag 530 Tonnen CO2 aus. Als er Ende 2021 ausbrach, erh\u00f6hte sich die Menge zwischenzeitlich auf bis zu 2.000 Tonnen CO2 pro Tag.Vulkane produzieren j\u00e4hrlich nur etwa ein bis drei Prozent so viel CO2 wie MenschenAuch wenn aktive Vulkane dauerhaft CO2 aussto\u00dfen, liegt ihr Anteil deutlich unter den CO2-Emissionen des Menschen. Laut Angaben des Weltklimarats (IPCC) aus 2021 setzten diese pro Jahr 637 Millionen Tonnen CO2 frei. Die CO2-Emissionen durch den Menschen, die durch die Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger und aus Industrieprozessen entstehen, liegen im Vergleich dazu seit 2006 j\u00e4hrlich bei mehr als 30 Milliarden Tonnen, 2023 waren es 37 Milliarden Tonnen. Der Anteil des CO2, das Vulkane aussto\u00dfen, ist also weniger als zwei Prozent dessen, was durch Menschen an CO2 ausgesto\u00dfen wird.\u00a0Der CO2-Aussto\u00df des Menschen \u00fcbersteigt bei weitem den der Vulkane (Quelle: NOAA; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Das best\u00e4tigte uns auch Boris Behncke, Vulkanologe am Nationalen Institut f\u00fcr Geophysik und Vulkanologie in Italien, f\u00fcr einen Faktencheck 2021: Alle Vulkane der Welt w\u00fcrden insgesamt nur ein bis drei Prozent der menschengemachten CO2-Produktion aussto\u00dfen, sagte er.\u00a0Auch, wenn man nur die aktuell ausbrechenden Vulkane, also jene auf der Karte, die in Sozialen Netzwerken geteilt wird, betrachtet, w\u00fcrde die Behauptung dazu nicht stimmen: Wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) auf ihrer Webseite schreibt, sind Vulkanausbr\u00fcche nur gelegentlich so stark, dass die freigesetzte Menge an CO2 f\u00fcr einige Stunden den vom Menschen verursachten Emissionen im selben Zeitraum entspreche oder diese \u00fcbersteige.\u00a0Das war beispielsweise 1980 beim Mount St. Helens in den USA oder 1991 beim Pinatubo auf den Philippinen etwa neun Stunden lang der Fall. Diese h\u00e4tten laut einer Studie, auf die die NOAA sich beruft, pro Stunde zwischen 1.000.000 und 6.000.000 Tonnen CO2 ausgesto\u00dfen \u2013 also deutlich weniger als die Menschheit pro Jahr. Dazu kommt: Menschen sto\u00dfen immer weiter CO2 aus, w\u00e4hrend Vulkane nach dem Ausbruch wieder weniger CO2 aussto\u00dfen.Vulkanausbr\u00fcche f\u00fchren h\u00e4ufig zur kurzzeitigen globalen Abk\u00fchlung statt Erw\u00e4rmungStarke Vulkanausbr\u00fcche in der Geschichte, die teils \u00fcber hunderttausende Jahre andauerten, haben zwar laut NOAA die globalen Temperaturen erh\u00f6ht. Heutzutage sei das aber nicht mehr der Fall, im Gegenteil: Vulkanausbr\u00fcche haben oft einen Abk\u00fchlungseffekt. Das liege daran, dass sie \u2013 neben CO2 \u2013 Asche und Aerosolpartikel in die Atmosph\u00e4re aussto\u00dfen, die das Sonnenlicht zur\u00fcck ins Weltall reflektieren.\u00a0Der Weltklimarat schreibt in seinem Bericht von 2021: \u201eVulkanausbr\u00fcche k\u00f6nnen die Erde stark abk\u00fchlen, aber dieser Effekt ist nur von kurzer Dauer, und ihr Einfluss auf die Oberfl\u00e4chentemperaturen schwindet in der Regel innerhalb eines Jahrzehnts nach dem Ausbruch.\u201cWie wenig Vulkanausbr\u00fcche zur aktuellen globalen Erw\u00e4rmung beitragen, zeigt auch eine Grafik des Weltklimarats. Weder die Sonnen- noch Vulkanaktivit\u00e4t k\u00f6nnen demnach den starken Anstieg der Temperaturen in den vergangenen Jahrzehnten erkl\u00e4ren. Laut dem Weltklimarat war der Treibhausgas-Anteil in der Atmosph\u00e4re in den letzten mindestens 800.000 Jahren noch nie so hoch wie heute.Die Vulkanaktivit\u00e4t hat laut Weltklimarat kaum zum Anstieg der Temperaturen in den vergangenen Jahrzehnten beigetragen (Quelle: IPCC; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Redigatur: Gabriele Scherndl, Matthias BauDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Sechster Sachstandsbericht, IPCC, 2021: Link (PDF, Englisch)Artikel: \u201eWhich emits more carbon dioxide: volcanoes or human activities?\u201c, 15. Juni 2016: Link (archiviert, Englisch)Zur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Klimawandel: Vulkane sto\u00dfen pro Jahr viel weniger CO2 aus als Menschen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/klimawandel-vulkane-stossen-pro-jahr-viel-weniger-co2-aus-als-menschen\/#breadcrumbitem"}]}]