[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-unterschiede-zwischen-brief-und-urnenwahlergebnis-belegen-keinen-betrug\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-unterschiede-zwischen-brief-und-urnenwahlergebnis-belegen-keinen-betrug\/","headline":"Landtagswahl Brandenburg: Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahlergebnis belegen keinen Betrug","name":"Landtagswahl Brandenburg: Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahlergebnis belegen keinen Betrug","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Faktencheck Landtagswahl Brandenburg: Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahlergebnis belegen keinen Betrug Die AfD warnt ihre W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler immer wieder vor der Briefwahl. 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Nach den Wahlen in Brandenburg wird nun dennoch beklagt, dass so wenige Menschen die Partei per Brief gew\u00e4hlt h\u00e4tten. Einige suggerieren gar Wahlbetrug. Daf\u00fcr gibt es keinerlei Hinweis.                    von                                Max Bernhard18. Oktober 2024                                Online hei\u00dft es, das schlechte Abschneiden der AfD bei der Briefwahl in Brandenburg sei ein Beleg f\u00fcr Wahlbetrug. Das ist falsch. (Quelle: Patrick Pleul \/ DPA \/ Picture Alliance)                                        Behauptung                    \u201eMassiver\u201c Wahlbetrug erkl\u00e4re, warum die AfD bei der Landtagswahl 2024 in Brandenburg weniger Stimmen per Brief als an der Urne bekam.                        Aufgestellt von:     Beitr\u00e4ge auf X und Telegram, AfD-Politikern                            Datum:                22.09.2024            Quelle            Bewertung        Falsch\u00dcber diese Bewertung                            Falsch. Laut dem B\u00fcro des Landeswahlleiters Brandenburg gab es keine Hinweise auf Wahlbetrug. Laut einem Experten erkl\u00e4ren sich die Unterschiede bei den Ergebnissen der Urnen- und Briefwahl durch soziodemografische Merkmale, wie zum Beispiel Alter und Bildungsgrad. Hinzu kommt, dass die AfD immer wieder vor der Briefwahl warnt, auch dadurch l\u00e4sst sich das niedrigere Ergebnis erkl\u00e4ren.    Die SPD gewann laut offiziellem Endergebnis die Landtagswahlen in Brandenburg mit 30,9 Prozent der Stimmen. Dahinter folgt die AfD mit 29,2 Prozent. Die AfD erhielt deutlich weniger Zweitstimmen per Brief (17,5 Prozent) als an der Urne (34,8 Prozent). Alle anderen Parteien erzielten dagegen bei der Briefwahl ein besseres Zweitstimmenergebnis.Dazu schrieb Florian Machl vom \u00f6sterreichischen Online-Medium Report24 am 22. September auf X: \u201eEine andere M\u00f6glichkeit als massiver Wahlbetrug bei den Briefwahlstimmen\u201c sei \u201ev\u00f6llig undenkbar\u201c und bezieht sich dabei offenbar auf das Ergebnis der AfD. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte er sich in einem Text f\u00fcr Report24. Report24 ist \u2013\u00a0 wie der \u00f6sterreichische Online-Sender Auf1 \u2013 f\u00fcr das Verbreiten von Desinformation bekannt. Beide versuchten 2021 Einfluss auf die Bundestagswahl in Deutschland zu nehmen.Auch der Chef von Auf1, Stefan Magnet, kommentiert unter Berufung auf Machl zu den Wahlergebnissen in Brandenburg: \u201eWahlbetrug durch Briefwahl.\u201c Die Behauptung verbreitet sich auf Telegram und auf X, unter anderem schreibt dort der ehemalige AfD-Politiker Georg Pazderski, die Ergebnisse h\u00e4tten f\u00fcr ihn ein \u201eGschm\u00e4ckle\u201c. Auch der Bundesvorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, griff die Behauptung in einer Pressekonferenz zur Landtagswahl auf. Es habe Unterschiede gegeben, die \u201eauch mathematisch f\u00fcr einige schwer zu erkl\u00e4ren sind.\u201cAuf Anfrage erkl\u00e4rte uns Christopher Sokol aus der Gesch\u00e4ftsstelle des Landeswahlleiters Brandenburg jedoch, dass der Landeswahlleitung aktuell \u201ekeinerlei begr\u00fcndete Informationen der Wahlmanipulation\u201c vorliegen. Was steckt also hinter den vergleichsweise geringen Briefwahlstimmen f\u00fcr die AfD in Brandenburg?Chrupalla antwortete nicht auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck. Machl, der Chefredakteur und Herausgeber von Report24, bezeichnete seinen X-Beitrag in einer Antwort per E-Mail als \u201eMeinungs\u00e4u\u00dferung\u201c und verwies \u2013 ohne n\u00e4her auf die Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck einzugehen \u2013 auf ein etwa einst\u00fcndiges Video, in dem er dieselbe und andere Behauptung zur Briefwahl macht.Auf X suggerieren mehrere Beitr\u00e4ge, dass die Unterschiede zwischen den Brief- und Urnenwahlergebnissen bei der Landtagswahl 2024 in Brandenburg einen Wahlbetrug bei der Briefwahl belege. Das ist falsch. (Quelle: X; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)Unterschiede zwischen Urnen- und Briefwahlergebnissen der AfD gab es schon in der VergangenheitEine \u00dcberraschung sind die Wahlergebnisse in Brandenburg nicht, denn auch in der Vergangenheit schnitt die AfD bei der Briefwahl schlechter ab als an der Urne. Dominic Nyhuis vom Institut f\u00fcr Politikwissenschaft der Leibniz Universit\u00e4t Hannover verwies auf \u00e4hnliche Unterschiede bei vorherigen Wahlen: \u201eBei der Europa- und Bundestagswahl in Brandenburg war die Diskrepanz \u00e4hnlich hoch\u201c, schrieb er CORRECTIV.Faktencheck auf Anfrage.Das zeigen auch Auswertungen des Leibniz-Instituts f\u00fcr Sozialwissenschaften in Mannheim und der Universit\u00e4t Duisburg-Essen. Bei der Bundestagswahl 2021 w\u00e4hlten in Brandenburg 21,7 Prozent der Urnenw\u00e4hlenden und 11,6 Prozent der Briefw\u00e4hlenden die AfD \u2013 ein Unterschied von fast 50 Prozent. Diesen Unterschied gab es auch mit Blick auf den bundesweiten Durchschnitt.In jedem Bundesland erhielt die AfD mehr Stimmen an der Urne als bei der Briefwahl. (Hinweis: Das Leibniz-Institut erstellte die Auswertungen vor der Wiederholungswahl in Teilen Berlins im Februar 2024.)Schon bei der Bundestagswahl 2021 erzielte die AfD in Brandenburg ein deutlich besseres Ergebnis an der Urne wie dieser Vergleich der Zweitstimmenergebnisse f\u00fcr Brief- und Urnenwahl zeigt (Quelle: regierungsforschung.de \/ Bundeswahlleitung; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Auch bei der Europawahl 2024 zeigte sich f\u00fcr Brandenburg ein \u00e4hnliches Ergebnis: 32 Prozent der Urnenw\u00e4hlenden gaben der AfD ihre Stimme, aber nur 15,7 Prozent der Briefw\u00e4hlenden \u2013 ein Unterschied von rund 50 Prozent.Laut Wahlforscher Aiko Wagner vom Otto-Suhr-Institut f\u00fcr Politikwissenschaft der Freien Universit\u00e4t Berlin gab es in der Vergangenheit keine Belege daf\u00fcr, dass hinter den wenigen AfD-Briefwahlstimmen und den vergleichsweise vielen AfD-Urnenwahlstimmen Wahlbetrug steckt. Ein solcher Betrug wurde weder bei der Europawahl 2024 noch bei der Bundestagswahl 2021 gemeldet.Experte: Unterschiede bei Brief- und Urnenwahl erkl\u00e4ren sich \u00fcber soziodemographische MerkmaleStattdessen lasse sich der Unterschied \u00fcber die soziodemografischen und beruflichen Eigenschaften erkl\u00e4ren, so Wagner.Wagner untersuchte in einer 2020 ver\u00f6ffentlichten Arbeit die Unterschiede zwischen Urnen- und Briefw\u00e4hlern bei der Bundestagswahl 2017. Damals zeigte sich ein \u00e4hnliches Bild wie bei den Landtagswahlen in Brandenburg 2024: Der Wahlsieger, die CDU, schnitt unter den Briefw\u00e4hlenden besser ab, die AfD schlechter.Auch das aktuell schlechtere Abschneiden der AfD l\u00e4sst sich laut Wagner, basierend auf den vorherigen Erkenntnissen, \u00fcber die soziodemografischen und beruflichen Eigenschaften der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler erkl\u00e4ren, wenn auch zu den aktuellen Landtagswahlen noch nicht die entsprechenden Daten vorliegen: \u201eRentnerinnen und Rentner nutzen h\u00e4ufiger die Briefwahl, w\u00e4hlen aber seltener AfD.\u201c \u00c4hnlich verhalte es sich beispielsweise auch bei Studierenden und Menschen mit h\u00f6herem Bildungsgrad. Insgesamt gebe es eine ganze Reihe solcher Eigenschaften, mit der sich die Unterschiede bei der Urnen- und Briefwahl erkl\u00e4ren lie\u00dfen.Laut einer Studie zur Bundestagswahl 2017 beeinflussen verschiedene Faktoren, wie Beruf, Geschlecht und Bildung die Wahrscheinlichkeit, dass jemand per Brief w\u00e4hlt. Diese Unterschiede wirken sich auch auf das entsprechende Wahlergebnis aus. (Quelle: Wagner, A. &amp; Lichteblau, J. (2020). Germany Going Postal? Comparing Postal and Election Day Voters in the 2017 German Federal Election. German Politics, 31(4), 602\u2013625. https:\/\/doi.org\/10.1080\/09644008.2020.1759553; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)AfD sch\u00fcrt immer wieder Misstrauen gegen\u00fcber Briefwahl\u00a0Hinzu komme au\u00dferdem, dass die AfD gegen\u00fcber dem Funktionieren der Demokratie ein \u201egewisses Misstrauen\u201c s\u00e4e, erkl\u00e4rt Wagner weiter. Tats\u00e4chlich sch\u00fcrt die AfD immer wieder Misstrauen gegen\u00fcber der Briefwahl, wie CORRECTIV.Faktencheck bereits berichtete. Die AfD fordert sogar ein Verbot der Briefwahl. Auch deshalb d\u00fcrften AfD-W\u00e4hlende im Vergleich weniger h\u00e4ufig per Brief w\u00e4hlen.Fazit: Die Diskrepanzen bei AfD-W\u00e4hlenden zwischen Urnen- und Briefwahl sind keineswegs neu. Sie sind kein Beleg f\u00fcr Wahlbetrug, sondern lassen sich durch soziodemografische Unterschiede und eine Abneigung gegen\u00fcber der Briefwahl seitens der AfD erkl\u00e4ren.Redigatur: Kimberly Nicolaus, Matthias Bau\u00a0Die wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Webseite der Landeswahlleitung Brandenburg mit Wahlergebnissen der Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen: LinkStudie zu Unterschieden zwischen Urnen- und Briefw\u00e4hlern bei der Bundestagswahl 2017: LinkZur Quelle wechselnAuthor: Max Bernhard"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Landtagswahl Brandenburg: Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahlergebnis belegen keinen Betrug","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-unterschiede-zwischen-brief-und-urnenwahlergebnis-belegen-keinen-betrug\/#breadcrumbitem"}]}]