[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-warum-die-zahlen-im-tv-anfangs-von-angaben-der-landeswahlleitung-abweichen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-warum-die-zahlen-im-tv-anfangs-von-angaben-der-landeswahlleitung-abweichen\/","headline":"Landtagswahl Brandenburg: Warum die Zahlen im TV anfangs von Angaben der Landeswahlleitung abweichen","name":"Landtagswahl Brandenburg: Warum die Zahlen im TV anfangs von Angaben der Landeswahlleitung abweichen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln \u201eGlaubt nicht die Zahlen im TV \u2013 geht auf die Website Land Brandenburg. AfD liegt vorn\u201c, hei\u00dft es auf Tiktok zu einem Diagramm am Abend nach der Landtagswahl am 22. September 2024 in Brandenburg. 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AfD liegt vorn\u201c, hei\u00dft es auf Tiktok zu einem Diagramm am Abend nach der Landtagswahl am 22. September 2024 in Brandenburg. Das Diagramm zeigt ein Zwischenergebnis der Landeswahlleitung, in dem die AfD die meisten Erststimmen hat. Der Beitrag wurde mehr als 105.000 Mal gesehen.\u00a0Auch auf Telegram, Facebook und X kursieren nach Wahlschluss um 18 Uhr \u00e4hnliche Beitr\u00e4ge. Mal liegt die AfD in den Diagrammen bei mehr als 53 Prozent Erststimmen, sp\u00e4ter bei etwa 37 Prozent. Auch Diagramme zu den Zweitstimmen werden gezeigt, in denen die AfD kurz nach 18 Uhr ebenfalls bei \u00fcber 53 Prozent lag.Alle Beitr\u00e4ge heben hervor, dass die AfD laut Daten der Landeswahlleitung zwischen 18 und 20 Uhr besser abschnitt als in Berichten der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender. Dort war kurz nach Wahlschluss von 29 oder 30 Prozent die Rede. Manche vermuten, dahinter stecke \u201eWahlmanipulation\u201c oder das Ergebnis werde \u201emit der Briefwahl passend gemacht\u201c.\u00a0Doch hier werden zwei unterschiedliche Dinge vermischt: Die Angaben auf der Webseite des Landeswahlleiters zeigen die Zwischenergebnisse, die sich durch die Ausz\u00e4hlung noch bis nach 23 Uhr ver\u00e4nderten. ARD und ZDF ver\u00f6ffentlichen dagegen zun\u00e4chst Prognosen und Hochrechnungen, die auch als solche gekennzeichnet werden und in die unter anderem W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler-Befragungen und Briefwahl-Sch\u00e4tzungen einflie\u00dfen. Je sp\u00e4ter es wurde, desto mehr n\u00e4herten sich die Ergebnisse der Landeswahlleitung den ersten Prognosen in Medienberichten an. Ein Beleg f\u00fcr Wahlmanipulation ist das nicht.Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Netzwerken verbreiteten am Wahlabend Diagramme des Landeswahlleiters Brandenburg, wie dieses von 18.17 Uhr. Hier fragt einer, warum die Prognosen des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks davon abweichen und streut Zweifel an der Briefwahl. (Quelle: Facebook; Screenshot und Unkenntlichmachung: CORRECTIV.Faktencheck)Diagramme in Sozialen Netzwerken zeigen Zwischenergebnisse der LandeswahlleitungIm Internet Archive l\u00e4sst sich nachvollziehen, dass sich die Angaben auf der Webseite des Landeswahlleiters Brandenburg im Laufe des Abends ver\u00e4ndert haben. Bis etwa 19 Uhr war der Stimmanteil der AfD in Brandenburg sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen sehr hoch. Zu diesem Zeitpunkt lagen jedoch noch nicht alle Ergebnisse der ausz\u00e4hlenden Wahlvorst\u00e4nde vor, um 18:41 Uhr waren es gerade mal ein Zehntel der Ergebnisse, um 19:19 Uhr dann etwa die H\u00e4lfte. Bis zum Ende der Ausz\u00e4hlung sank der Stimmanteil der AfD.\u00a0Um deutlich zu machen, wie sich die Werte ver\u00e4ndert haben, haben wir die Zwischenergebnisse der Zweitstimmen, die die Landeswahlleitung um 18.41 Uhr und 19.19 Uhr ver\u00f6ffentlichte, dem vorl\u00e4ufigen Ergebnis von 23.36 Uhr gegen\u00fcbergestellt. Vor allem die g\u00fcltigen Zweitstimmen wirken sich auf die Sitzverteilung nach Partei im Landtagsparlament aus.Laut vorl\u00e4ufigem amtlichem Ergebnis ging die SPD nach der Ausz\u00e4hlung als st\u00e4rkste Partei aus der Wahl hervor \u2013 mit 33,57 Prozent Erststimmen und 30,89 Prozent Zweitstimmen, knapp vor der AfD.\u00a0Auf Anfrage betont auch ein Sprecher der Landeswahlleitung in Brandenburg: Die Daten auf der Webseite haben am Wahlabend den jeweils aktuellen Ausz\u00e4hlungsstand angezeigt. Medien w\u00fcrden sich in den nach 18 Uhr gezeigten Zahlen dagegen unter anderem auf Nachwahlbefragungen von Meinungsforschungsinstituten beziehen.Medien ver\u00f6ffentlichen Prognosen und Hochrechnungen, die die politische Stimmung abbildenWie wir bereits nach der Europawahl berichteten, flie\u00dfen in die Prognosen solcher Meinungsforschungsinstitute Nachwahlbefragungen von Urnenw\u00e4hlerinnen und -w\u00e4hlern und Sch\u00e4tzungen von Briefwahl-Ergebnissen ein. Etwas sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichen Medien auch Hochrechnungen, in die zus\u00e4tzlich bereits ausgez\u00e4hlte Stimmen einflie\u00dfen.\u00a0Das ZDF nutzt Prognosen der Forschungsgruppe Wahlen, die ARD solche des Forschungsinstituts Infratest Dimap. Die Tagesschau schrieb um 18 Uhr im Live-Blog zur Landtagswahl in Brandenburg: \u201eLaut der ARD-Prognose von Infratest Dimap liegt die SPD von Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke mit 31 Prozent knapp vor der AfD mit 30 Prozent.\u201c Beim ZDF kam die Partei SPD laut der Forschungsgruppe Wahlen um 18 Uhr auf 32 Prozent, die AfD auf 29 Prozent.\u00a0In einer ersten Hochrechnung von 18.24 Uhr von Infratest Dimap lag die AfD bei 29,9 Prozent (Quelle: RBB \/ ARD; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Die Angaben in den Diagrammen der Landeswahlleitung, die online kursieren, sind also nicht vollst\u00e4ndig, weil noch nicht alle Stimmen ausgez\u00e4hlt waren.\u00a0Ergebnisse aus gr\u00f6\u00dferen Wahlbezirken flie\u00dfen erst sp\u00e4ter in die Statistik ein, weil die Ausz\u00e4hlung l\u00e4nger dauertDoch hat der anf\u00e4nglich h\u00f6here Stimmenanteil der AfD etwas mit der Briefwahl zu tun, wie manche der Beitr\u00e4ge suggerieren? Querdenken-Rechtsanwalt Markus Haintz sieht etwa eine \u201eoffenkundige Diskrepanz\u201c zwischen der Urnen- und Briefwahl bei dem Ergebnis der AfD, die statistisch \u201eauff\u00e4llig\u201c sei; andere Nutzer unterstellen \u201eWahlmanipulation\u201c.\u00a0Tats\u00e4chlich spielt die Briefwahl dabei eine Rolle \u2013 aber es spielt auch mit, wann welche Wahlbezirke ausgez\u00e4hlt werden. Um Manipulation geht es dabei aber nicht.Bei der Landtagswahl in Brandenburg gab es neben den 3.238 Urnenwahlbezirken 687 Briefwahlbezirke. Der Sprecher des Landeswahlleiters schrieb uns hierzu: \u201eKleinere Wahlbezirke wurden schneller ausgez\u00e4hlt als gr\u00f6\u00dfere Wahlbezirke (bemessen an der Anzahl der W\u00e4hlenden). Gro\u00dfe Wahlbezirke befanden sich in der Regel in St\u00e4dten. Auch die Briefwahlbezirke waren gro\u00df geschnitten. Hat eine Partei im l\u00e4ndlichen Raum andere Wahlergebnisse als im st\u00e4dtischen Raum, \u00e4ndert sich im Laufe des Wahlabends die Stimmenverteilung entsprechend.\u201c Kurzum: Gerade in gro\u00dfen Wahlbezirken mit hoher Wahlbeteiligung dauert das Ausz\u00e4hlen l\u00e4nger, deswegen flie\u00dfen zu einem relativ sp\u00e4ten Zeitpunkt viele Stimmen auf einmal in das Zwischenergebnis.Und auch die Briefwahlstimmen sind nicht von Anfang an in den Zahlen abgebildet. Der Sprecher der Landeswahlleitung schilderte uns auch, wie die aktuelle Ausz\u00e4hlung der Briefwahlstimmen in Brandenburg ablief: Die enthaltenen Umschl\u00e4ge wurden auf Echtheit und Unversehrtheit gepr\u00fcft, zudem wurde die beiliegende Versicherung an Eides statt gepr\u00fcft. Danach wurde der Umschlag mit dem Stimmzettel unge\u00f6ffnet in eine verschlossene Wahlurne eingeworfen. Diese wurde nach 18 Uhr ge\u00f6ffnet und ausgez\u00e4hlt.Der Sprecher schrieb uns, dass die Briefwahlvorst\u00e4nde \u2013 wie auch die Urnenwahlvorst\u00e4nde \u2013 die Ergebnisse nach Beendigung der Ausz\u00e4hlung telefonisch an die zust\u00e4ndige Wahlbeh\u00f6rde melden w\u00fcrden, die wiederum diese Ergebnisse elektronisch in der Wahlsoftware erfasse. \u201eSomit sind sie sukzessive \u00fcber den gesamten Wahlabend in die Darstellung der Ergebnisse auf der Webseite eingeflossen.\u201c\u00a0Irina Roth vom Umfrageinstitut Infratest Dimap, das unter anderem von der ARD mit Wahl-Prognosen beauftragt wird, schrieb uns f\u00fcr einen Faktencheck 2023, es sei \u201eein h\u00e4ufiges Muster, dass zun\u00e4chst Urnenwahlbezirke bei den Ergebnismeldungen einlaufen und erst sp\u00e4ter Briefwahlbezirke\u201c.\u00a0Anzahl der Briefw\u00e4hlenden steigt \u2013 AfD-W\u00e4hlende stimmen eher pers\u00f6nlich an der Urne als per Briefwahl abDie Zahl der Briefw\u00e4hler steigt in vielen Gemeinden seit Jahren: Bei der Landtagswahl in Brandenburg 2024 stimmten 32 Prozent der W\u00e4hlenden per Briefwahl ab \u2013 2019 waren es noch 23,1 Prozent. Die Briefwahl war laut Fachleuten urspr\u00fcnglich als Ausnahme gedacht, auch weil sich au\u00dferhalb der Wahlkabine nicht sicherstellen l\u00e4sst, ob die Wahl geheim abl\u00e4uft. Und sie kann fehleranf\u00e4llig sein: In Berlin etwa kam es 2024 bei der Europawahl im Juni zu einer Panne beim Versand der Unterlagen, bei der Landtagswahl in Sachsen im August waren mutma\u00dflich Briefwahlstimmzettel zugunsten der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen manipuliert worden.\u00a0Ein Gro\u00dfteil der AfD-W\u00e4hlenden hat in Brandenburg laut Landeswahlleitung nicht per Briefwahl abgestimmt, sondern pers\u00f6nlich an der Wahlurne. Auch Auswertungen vergangener Wahlergebnisse zeigen, dass, wer AfD w\u00e4hlt, seltener per Briefwahl abstimmt. Ein Grund daf\u00fcr: Etliche Politikerinnen und Politiker der AfD warnen schon seit Jahren vor \u201eWahlbetrug\u201c durch die Briefwahl \u2013 ohne Beweise und oft ausgehend von falschen Annahmen. Weshalb die Angst vor Betrug in gro\u00dfem Stil unbegr\u00fcndet ist, haben wir in diesem Text erkl\u00e4rt.\u00a0Alle Faktenchecks rund um die Landtagswahlen 2024 finden Sie hier.Redigatur: Paulina Thom, Gabriele ScherndlZur Quelle wechselnAuthor: Sarah Thust"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Landtagswahl Brandenburg: Warum die Zahlen im TV anfangs von Angaben der Landeswahlleitung abweichen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/landtagswahl-brandenburg-warum-die-zahlen-im-tv-anfangs-von-angaben-der-landeswahlleitung-abweichen\/#breadcrumbitem"}]}]