[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/libysche-kuestenwache-feuert-auf-private-seenotretter-offenbar-von-einem-aus-eu-mitteln-finanzierten-boot\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/libysche-kuestenwache-feuert-auf-private-seenotretter-offenbar-von-einem-aus-eu-mitteln-finanzierten-boot\/","headline":"Libysche K\u00fcstenwache feuert auf private Seenotretter \u2013 offenbar von einem aus EU-Mitteln finanzierten Boot","name":"Libysche K\u00fcstenwache feuert auf private Seenotretter \u2013 offenbar von einem aus EU-Mitteln finanzierten Boot","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Europa Libysche K\u00fcstenwache feuert auf private Seenotretter \u2013 offenbar von einem aus EU-Mitteln finanzierten Boot Die libysche K\u00fcstenwache ist f\u00fcr ihr brutales Vorgehen gegen Boote der privaten Seenotrettung bekannt. 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Am Wochenende aber hat sie nun offenbar ein Rettungsschiff mit scharfer Munition beschossen. Das Einsatzboot daf\u00fcr scheint sie mit EU-Unterst\u00fctzung aus Italien bekommen zu haben, wie unsere Recherche zeigt.                      von                                Jean Peters25. August 2025                                Foto: Max Cavallari_SOS MEDITERRANEE                            Am Sonntagnachmittag, dem 24. August, hat die sogenannte libysche K\u00fcstenwache das Rettungsschiff Ocean Viking \u201e20 Minuten ununterbrochen\u201c mit scharfer Munition beschossen. Das berichtet die Seenotrettungsorganisation SOS M\u00e9diterran\u00e9e. Bilder, die CORRECTIV vorliegen, belegen, dass es sich bei dem beteiligten Schiff aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Corrubia-Klasse-Boot handelt. Das Boot wurde wohl von Italien zur Verf\u00fcgung gestellt und urspr\u00fcnglich aus EU-Mitteln finanziert. Sowohl die italienische Regierung als auch die EU-Grenzunterst\u00fctzungsmission in Libyen (EUBAM Libya) reagierten bis Redaktionsschluss nicht auf Anfrage. Das Ausw\u00e4rtige Amt schreibt auf Anfrage, \u201ezur Identit\u00e4t der mutma\u00dflich beteiligten Einheiten der libyschen K\u00fcstenwache liegen uns keine eigenen Erkenntnisse vor\u201c. Sie w\u00fcrden die libyschen staatlichen Akteure aber immer wieder ermahnen, sich menschenw\u00fcrdig zu verhalten.Sch\u00fcsse auf Boot mit mindestens 87 Menschen an Bord\u201eDie Ocean Viking stand unter dem intensiven Feuer der libyschen K\u00fcstenwache: ein gezielter und beispielloser Angriff auf \u00dcberlebende und humanit\u00e4re Helfer, erm\u00f6glicht durch die Komplizenschaft Europas\u201c, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Seenotrettungsorganisation SOS M\u00e9diterran\u00e9e. Die NGO spricht von einem \u201egezielten Angriff auf unsere Crew und unsere Rettungskapazit\u00e4ten\u201c, bei dem niemand verletzt wurde, aber die Br\u00fccke, Antennen und Rettungsboote besch\u00e4digt worden seien. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich laut Seenotretter abgesehen von der Crew 87 \u00dcberlebende an Bord, die zuvor in zwei Eins\u00e4tzen aufgenommen worden waren.Nach Angaben des Sea-Watch-Sprechers Paul Wagner ereignete sich der Vorfall am 24. August um 13:03 UTC in internationalen Gew\u00e4ssern, etwa 40 Seemeilen n\u00f6rdlich der libyschen K\u00fcste. Bereits zuvor habe ein Aufkl\u00e4rungsflugzeug der NGO Sea-Watch um 11:55 UTC ein Corrubia-Klasse-Boot rund 30 Seemeilen s\u00fcd\u00f6stlich der sp\u00e4teren Schussposition gesichtet, das zu diesem Zeitpunkt nordw\u00e4rts unterwegs gewesen sein soll.Bild vom Aufkl\u00e4rungsflugzeug Seabird 3, kurz vor dem Angriff. Foto: Geraldine Morat Hofmaier\/Sea-WatchDie Ocean Viking war laut SOS M\u00e9diterran\u00e9e vom italienischen Koordinationszentrum angewiesen worden, den zugewiesenen Hafen vor\u00fcbergehend nicht anzulaufen, sondern nach einem weiteren Seenotfall Ausschau zu halten. Sie fuhren in Richtung des von Sea-Watch aus der Luft gemeldeten Bootes, das in Seenot geraten war. W\u00e4hrend dieser Operation sei das Schiff von einer libyschen Patrouille abgefangen worden. Zun\u00e4chst habe man die Anweisung erhalten, den Einsatz abzubrechen und nach Norden abzudrehen. Obwohl die Crew der Anweisung nachgekommen sei, er\u00f6ffneten zwei M\u00e4nner an Bord der Patrouille ohne Vorwarnung das Feuer, so die Aussagen der Rettungsorganisation. Die Angaben sind nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfbar.Das Boot der Angreifer stammt offenbar aus einer EU-F\u00f6rderungDie Angreifer nutzten ein Patrouillenboot der sogenannten Corrubia-Klasse. Vier dieser Boote wurden urspr\u00fcnglich f\u00fcr die italienische Guardia di Finanza gebaut und in den Jahren 2018 und 2023 schrittweise an Libyen \u00fcbergeben. Zun\u00e4chst handelte es sich um eine rein nationale Initiative Italiens: Mit Dekret 84\/2018 \u00fcbergab Rom im Oktober 2018 zwei Corrubia-Einheiten \u2013 die sp\u00e4ter als Fezzan (PB 658) und Ubari (PB 660) bekannt wurden \u2013 an die libysche K\u00fcstenwache. Im Sommer 2023 folgte eine zweite \u00dcbergabe: Italien stellte im Rahmen des von der EU finanzierten Programms \u201eSupport for Integrated Border and Migration Management in Libya\u201c (SIBMMIL) zwei weitere Corrubia-Boote bereit, die fortan unter den Namen Murzuq (PB 662) und Houn (PB 664) operieren. Das Programm ist mit rund 59 Millionen Euro aus EU-Mitteln ausgestattet, die praktische Umsetzung erfolgt \u00fcber das italienische Innenministerium. Laut einer Studie von 2018 der Stiftung Wissenschaft und Politik war Deutschland der st\u00e4rkste Geldgeber des \u201eEmergency Trust Fund for Africa\u201c Programms, aus dem SIBMMIL finanziert wird.Damit verf\u00fcgt die sogenannte libysche K\u00fcstenwache heute \u00fcber vier Einheiten dieser Klasse, die sich jeweils in Aufbau und Ausr\u00fcstung leicht unterscheiden. Nach Bildauswertungen handelt es sich im aktuellen Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Boot Houn (PB 664). Das war zuletzt laut Sea-Watch-Sprecher Paul Wagner am 8. Juni 2025 durch das Aufkl\u00e4rungsflugzeug Seabird 1 der NGO Sea-Watch im zentralen Mittelmeer dokumentiert worden, wo es \u201enach einem brutalen Abfangen Gefl\u00fcchtete illegal nach Libyen zur\u00fcckbrachte.\u201cZentrales Mittelmeer, 8. Juni 2025. Laut Sea-Watch die \u201eHoun\u201c, Schiff der sogenannten libyschen K\u00fcstenwache. Besonderes Merkmal: die wei\u00dfe Plane. Das Bild wurde vom Aufkl\u00e4rungsflugzeug Seabird 1 gemacht. Foto: Sea-WatchDieses Foto stammt von der Ocean Viking, am 24. August. Zu sehen ist das Boot, von dem aus geschossen wurde. Die wei\u00dfe Plane und das Schiffsmodell deuten auf die \u201eHoun\u201c hin. Foto: Max Cavallari\/SOS MEDITERRANEEDie Aufnahmen vom j\u00fcngsten Angriff auf die Ocean Viking zeigen ein Boot mit denselben \u00e4u\u00dferen Merkmalen. Zwar ist die Erkennungsnummer auf den aktuellen Bildern nicht eindeutig auszumachen, doch sprechen Gr\u00f6\u00dfe, Bauweise und Details der Ausr\u00fcstung gegen die drei anderen Corrubia-Einheiten. Auch Sea-Watch-Sprecher Paul Wagner erkl\u00e4rte, dass nach derzeitiger Einsch\u00e4tzung \u201emit hoher Wahrscheinlichkeit\u201c die Houn beteiligt war, die im Rahmen des EU-Projekts \u00fcbergeben wurde. Ein endg\u00fcltiger Abgleich steht noch aus.Im Juli 2023 schoss die libysche K\u00fcstenwache ins Wasser\u00a0Unstrittig ist, dass s\u00e4mtliche Corrubia-Boote aus italienischer Produktion stammen und von Italien \u2013 teils national, teils mit EU-Unterst\u00fctzung \u2013 an Libyen \u00fcbergeben wurden. Bereits im Juli 2023 war es zu einem \u00e4hnlichen Vorfall gekommen, bei dem ein Corrubia-Boot w\u00e4hrend einer Rettungsmission der Ocean Viking in die N\u00e4he der Schlauchboote schoss.SOS M\u00e9diterran\u00e9e wirft der EU und Italien vor, durch die Ausstattung der libyschen K\u00fcstenwache solche Angriffe \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht zu haben. \u201eWir fordern eine sofortige Beendigung jeder europ\u00e4ischen Zusammenarbeit mit Libyen. Ein Akteur, der in internationalen Gew\u00e4ssern illegale Anspr\u00fcche erhebt, Seenotrettungen bewusst behindert und unbewaffnete humanit\u00e4re Helfer sowie gerettete Menschen ins Visier nimmt, kann nicht als zust\u00e4ndige Autorit\u00e4t betrachtet werden\u201c, erkl\u00e4rte die Direktorin von SOS M\u00e9diterran\u00e9e Italien, Valeria Taurino. \u201eWir k\u00f6nnen nicht akzeptieren, dass eine international anerkannte K\u00fcstenwache illegale Angriffe ver\u00fcbt. Wir fordern au\u00dferdem das Ende der Kriminalisierung von Rettungseins\u00e4tzen, da diese Haltung den N\u00e4hrboden f\u00fcr derart gewaltsame Angriffe schafft.\u201cTransparenzhinweis: Der Autor hat 2018 das B\u00fcndnis \u201eSeebr\u00fccke\u201c mitinitiiert, was sich gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung einsetzt. Seit 2019 ist er dort nicht mehr aktiv.Redigatur und Faktencheck: Sebastian HauptZur Quelle wechselnAuthor: Jean Peters"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Libysche K\u00fcstenwache feuert auf private Seenotretter \u2013 offenbar von einem aus EU-Mitteln finanzierten Boot","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/libysche-kuestenwache-feuert-auf-private-seenotretter-offenbar-von-einem-aus-eu-mitteln-finanzierten-boot\/#breadcrumbitem"}]}]