[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/medien-nutzten-wohl-ki-video-fuer-berichterstattung-ueber-kamtschatka\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/medien-nutzten-wohl-ki-video-fuer-berichterstattung-ueber-kamtschatka\/","headline":"Medien nutzten wohl KI-Video f\u00fcr Berichterstattung \u00fcber Kamtschatka","name":"Medien nutzten wohl KI-Video f\u00fcr Berichterstattung \u00fcber Kamtschatka","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Gesellschaft Medien nutzten wohl KI-Video f\u00fcr Berichterstattung \u00fcber Kamtschatka Ein Video zeigt Schnee an einer H\u00e4userfront, mehrere Stockwerke sind eingeschneit. Einige deutschsprachige Medien verbreiteten die Aufnahme als authentisches Material aus Kamtschatka. Doch sie ist offenbar KI-generiert. von Paulina Thom 28. 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Einige deutschsprachige Medien verbreiteten die Aufnahme als authentisches Material aus Kamtschatka. Doch sie ist offenbar KI-generiert.                    von                                Paulina Thom28. Januar 2026                                Fotos belegen eine hohe Schneedecke auf der russischen Halbinsel Kamtschatka \u2013 einige Accounts in Sozialen Netzwerken haben jedoch KI-generierte Aufnahmen erstellt. Eine davon schaffte es offenbar sogar in Medienberichte. (Symbolbild: Alexander A. Piragis \/ Anadolu \/ Picture Alliance)                            Bild, Welt, Focus und T-Online: Diese Medien haben ein kurzes Video als Teil ihrer Berichterstattung \u00fcber den starken Schneefall auf der russischen Halbinsel Kamtschatka aufgegriffen \u2013 und es mittlerweile gel\u00f6scht. \u201eGanze Wohnbl\u00f6cke versinken im Schnee\u201c, schrieb T-Online, oder \u201eSchnee bis in den neunten Stock\u201c die Welt. Das Video zeigt eingeschneite Autos und Schneeberge, die mehrere Stockwerke von H\u00e4usern bedecken.Doch die Bilder stammen h\u00f6chswahrscheinlich von einem Tiktok-Account, der mithilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) generierter Inhalte Millionen Klicks bekommt. Auch in den Sozialen Netzwerken wurde das Video verbreitet \u2013 etwa von der pro-russischen Bloggerin Alina Lipp. Focus und Welt gaben Lipp, die auf der Sanktionsliste der EU steht, als Quelle an.Daran, dass es sich um eine authentische Aufnahme handelt, gibt es Zweifel. Laut Experten gibt es kleinere Auff\u00e4lligkeiten im Video, die auf KI hindeuten \u2013 der Fall zeige jedoch auch, wie schwer es mittlerweile offenbar f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Redaktionen sei, KI-erzeugte Inhalte zu erkennen.Mutma\u00dflicher Urheber hatte Video auf Tiktok als KI-generiert markiertDer fr\u00fcheste Beitrag mit dem Video, den wir finden konnten, stammt von einem Tiktok-Account namens \u201eCupcake Videos\u201c. Auf unsere Nachfrage reagierte der Account nicht. Mittlerweile ist er samt Video nicht mehr abrufbar, auch ein entsprechender Youtube-Kanal ist offline.Archivierte Beitr\u00e4ge belegen jedoch, dass der Account mehrere KI-generierte Videos \u00fcber den Schnee in Kamtschatka verbreitet hatte und diese auch entsprechend markierte \u2013 in englischer Sprache stand in der App unter dem im Video: \u201evom Ersteller als KI-generierter Inhalt markiert\u201c. Auch bei Youtube hatte der Account laut der Faktencheck-Redaktion der AFP in der Beschreibung stehen, dass die Videos k\u00fcnstlich erzeugt wurden.Bevor der Tiktok-Account gel\u00f6scht wurde, hatte dieses Video mehr als zwei Millionen Aufrufe. Rot markiert ist der Hinweis, dass der Ersteller das Video als KI-generiert gekennzeichnet hat. (Quelle: Tiktok \/ Cupcake.vids0; Screenshot und Markierung: CORRECTIV.Faktencheck)Experten verweist auf zwei m\u00f6gliche KI-Artefakte\u00a0Wir haben Experten um eine Einordnung dazu gebeten, ob man das Video sicher als KI-generiert bezeichnen kann. Valentin Schwind, Professor f\u00fcr Computergrafik an der Hochschule der Medien in Stuttgart, schreibt uns auf Nachfrage, ihm seien zwei Dinge aufgefallen: Ein verzerrter Laternenmast und zwei Autos, die scheinbar ineinander stecken:Laut einem KI-Experten sind der Laternenmast, der verzerrt ist, und die scheinbar ineinander steckenden Autos auff\u00e4llig (Quelle: Tiktok \/ Cupcake.vids0; Screenshot und Markierungen: CORRECTIV.Faktencheck)Martin Steinebach, Abteilungsleiter f\u00fcr Media Security und IT Forensics am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Sichere Informationstechnologie, findet, der Rauch im Hintergrund sei verd\u00e4chtig, er mache ein paar \u201eSpr\u00fcnge\u201c in seiner Form. Dies k\u00f6nnten aber auch B\u00f6en sein. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne er verstehen, warum das Video f\u00fcr echt gehalten worden sei. \u201eOhne technische Analysen kommt man hier auch schnell an den Punkt, bei dem man sich fragt, ob man jetzt Hinweise sieht oder sie nur sehen will\u201c, so der Experte.Experte warnt: \u201eKI-generierte Videos werden bald von echtem Material nicht mehr zu unterscheiden sein\u201cDiese Einsch\u00e4tzung teilt auch Schwind, er warnt: \u201eKI-generierte Videos werden bald von echtem Material nicht mehr zu unterscheiden sein, mit erheblichen Konsequenzen.\u201c Er schreibt auch, Bild- und Videomaterial sollten heute grunds\u00e4tzlich als potenziell gef\u00e4lscht angesehen werden, solange eine Aufnahme nicht technisch verifiziert sei. Genau daran w\u00fcrden derzeit viele Redaktionen scheitern. \u201eMeiner Einsch\u00e4tzung nach m\u00fcssen \u2013 und werden \u2013 Journalistinnen und Journalisten wieder st\u00e4rker als Augenzeugen vor Ort arbeiten\u201c, schreibt er. Sich prim\u00e4r auf Social-Media-Videos zu st\u00fctzen, sei problematisch.Im Winter 2025\/2026 hat es in Kamtschatka starke Schneef\u00e4lle und Schneeverwehungen gegeben. Reuters zufolge fielen im Dezember und Januar etwas mehr als f\u00fcnf Meter Schnee, auch die Tagesschau berichtet \u00e4hnlich. Der deutsche Wetterdienst verweist uns auf Anfrage auf einen Artikel, wonach die Schneeverwehungen maximal in den vierten Stock reichten. Aufnahmen von Medien und Nachrichtenagenturen belegen eingeschneite Hauseing\u00e4nge und Autos.Im Vergleich zu diesen Aufnahmen erscheint es jedoch seltsam, dass im Video kaum Schnee auf den flachen D\u00e4chern, dem oberen Teil der Fassade und an den Balkonen zu sehen ist. Der Schnee wirkt allgemein sehr plastisch und glatt, auch dass er an der Fassade und vor den Autos mit einer beinahe glatten Linie abschlie\u00dft, ist un\u00fcblich:H\u00e4user in Kamtschatka am 19. Januar 2025 (Quelle: Alexander A. Piragis \/ Anadolu \/ Picture Alliance)Eingeschneite Autos in Kamtschatka am 15. Januar 2025 (Foto: Ulyana Pamsheva \/ ZUMAPRESS.com \/ Picture Alliance)Medien entfernten Video und setzten KorrekturhinweiseAlina Lipp reagierte nicht auf unsere Anfrage \u2013 auf X erkl\u00e4rte sie sinngem\u00e4\u00df, dass es f\u00fcr sie keinen Unterschied mache, wenn einige der von ihr geteilten Videos KI-generiert seien. Focus und Welt antworten nicht auf unsere Nachfrage, warum Lipp als vertrauensw\u00fcrdige Quelle eingesch\u00e4tzt wurde.Focus und Bild erkl\u00e4rten auf Nachfrage, dass das Video aus den entsprechenden Beitr\u00e4gen entfernt worden sei. Ein Bild-Pressesprecher schrieb uns, es habe von den Schneemassen verifizierte Agenturbilder und -videos gegeben, die zu dem wahrscheinlich KI-generierten Video stimmig erschienen. T-Online und Welt antworteten bis zur Ver\u00f6ffentlichung nicht auf unsere Anfrage.Es sind nicht die einzigen falschen Bilder aus Kamtschatka, die Lipp und einige deutsche Medien teilten. Ein Video von Januar 2026 sollte Kinder in Kamtschatka zeigen, die einen Schneeh\u00fcgel herunterrodeln \u2013 der reichte bis etwa zum neunten Stock. Warum das \u00fcbertrieben ist, haben wir hier berichtet.Mitarbeit: Laura SeimeRedigatur: Sara Pichireddu, Max BernhardZur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Medien nutzten wohl KI-Video f\u00fcr Berichterstattung \u00fcber Kamtschatka","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/medien-nutzten-wohl-ki-video-fuer-berichterstattung-ueber-kamtschatka\/#breadcrumbitem"}]}]