[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mehrheit-der-kreise-in-sachsen-hat-schulsozialarbeit-seit-2024-gekuerzt\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mehrheit-der-kreise-in-sachsen-hat-schulsozialarbeit-seit-2024-gekuerzt\/","headline":"Mehrheit der Kreise in Sachsen hat Schulsozialarbeit seit 2024 gek\u00fcrzt","name":"Mehrheit der Kreise in Sachsen hat Schulsozialarbeit seit 2024 gek\u00fcrzt","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Gewalt betroffen oder haben schwere psychische Erkrankungen. Schulsozialarbeiter sind h\u00e4ufig die Ersten, die ihnen helfen. Sie bieten Kindern und Jugendlichen vertrauliche Gespr\u00e4che an, stellen f\u00fcr sie den Kontakt zu Beratungsstellen her oder&#8230;","datePublished":"2026-03-30","dateModified":"2026-03-30","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":100,"height":100},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mehrheit-der-kreise-in-sachsen-hat-schulsozialarbeit-seit-2024-gekuerzt\/","about":["Politik"],"wordCount":1305,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnImmer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Gewalt betroffen oder haben schwere psychische Erkrankungen. Schulsozialarbeiter sind h\u00e4ufig die Ersten, die ihnen helfen. Sie bieten Kindern und Jugendlichen vertrauliche Gespr\u00e4che an, stellen f\u00fcr sie den Kontakt zu Beratungsstellen her oder informieren das Jugendamt. Trotzdem gibt es noch immer nicht an allen Schulen in Deutschland eine Sozialarbeiterin oder einen Sozialarbeiter.Wie eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Recherche von CORRECTIV zeigt, haben viele Bundesl\u00e4nder nicht einmal einen \u00dcberblick, wie viele und welche Schulen in ihrem Land Sozialarbeiter haben. CORRECTIV liegen genaue Daten f\u00fcr Th\u00fcringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vor, wobei Sachsen das Schlusslicht ist. Nur an rund jeder zweiten allgemeinbildenden Schule dort gibt es Schulsozialarbeit.K\u00fcrzungen in Mehrheit der LandkreiseMehr als die H\u00e4lfte der s\u00e4chsischen Kreise und kreisfreien St\u00e4dte hat seit 2024 Stellen in der Schulsozialarbeit gek\u00fcrzt oder ganz gestrichen. Das zeigt erstmals eine Anfrage von CORRECTIV an alle Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte in Sachsen. Im Landkreis Leipzig etwa wurde 2025 an vier Schulen die Schulsozialarbeit komplett gestrichen, an 17 weiteren Schulen wurde sie gek\u00fcrzt. F\u00fcr das Jahr 2026 wurden K\u00fcrzungen in den St\u00e4dten Chemnitz und Leipzig sowie den Kreisen Bautzen und G\u00f6rlitz beschlossen. Im Erzgebirgskreis drohen voraussichtlich ab Sommer an f\u00fcnf Schulen K\u00fcrzungen in der Schulsozialarbeit. Das zust\u00e4ndige Landratsamt teilt auf Anfrage von CORRECTIV mit, dass die Finanzierung an diesen Schulen derzeit nur bis zum Sommer gesichert sei.Claudia Maa\u00df, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen, h\u00e4lt die K\u00fcrzungen f\u00fcr ein \u201ebildungspolitisch falsches Signal\u201c. \u201eSchulsozialarbeit ist kein freiwilliger Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil der Bildungslandschaft\u201c, sagt sie. Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen, in denen immer mehr Kinder und Jugendliche Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigten, brauche es mehr Schulsozialarbeit.Weniger Schulabbrecher durch SchulsozialarbeitWie Schulsozialarbeit wirkt, ist inzwischen gut erforscht. Sie tr\u00e4gt unter anderem dazu bei, dass weniger Jugendliche die Schule abbrechen oder die Klasse wiederholen m\u00fcssen. Und sorgt daf\u00fcr, dass Kinder und Jugendliche fr\u00fcher Hilfe in der Schule und au\u00dferhalb bekommen.Eine bundesweite Befragung von rund 550 Schulsozialarbeitenden durch CORRECTIV zeigt jedoch, dass viele so \u00fcberlastet sind, dass sie sich nicht mehr um alle Kinder k\u00fcmmern k\u00f6nnen, die Hilfe brauchen. Auch eine Schulsozialarbeiterin, die alleine an einem s\u00e4chsischen Gymnasium mit rund 1.100 Kindern und Jugendlichen arbeitet, berichtete CORRECTIV im Rahmen der Recherche davon, dass sie sich nur noch um absolute Notf\u00e4lle k\u00fcmmern k\u00f6nne und kaum Zeit f\u00fcr Pr\u00e4vention bleibe.Finanzierung durch Land und KreiseObwohl es einen so gro\u00dfen Bedarf an Schulsozialarbeit gibt, werden in Sachsen Stellen gestrichen.Schulsozialarbeit wird in den Bundesl\u00e4ndern sehr unterschiedlich finanziert. Je nach Bundesland kommt das Geld daf\u00fcr entweder vor allem vom Land, von den Kommunen und dem Land zusammen oder von der EU.In Sachsen f\u00f6rdert das Land vor allem Schulsozialarbeit an \u00f6ffentlichen Oberschulen und Gemeinschaftsschulen: Hier \u00fcbernimmt das Land Sachsen bis zu 100 Prozent der Kosten einer vollen Stelle in der Schulsozialarbeit. Jede \u00f6ffentliche Oberschule und Gemeinschaftsschule soll nach dem Willen des Landes mindestens einen Sozialarbeiter haben.Dar\u00fcber hinaus f\u00f6rdert das Land auch Stellen in der Schulsozialarbeit an anderen Schulen wie Gymnasien oder Grundschulen mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Mindestens 20 Prozent muss aber der jeweilige Landkreis oder die kreisfreie Stadt hinzugeben.Die Landesmittel sind zudem gedeckelt: Wie viel Geld ein Landkreis vom Land maximal bekommt, h\u00e4ngt davon ab, wie viele allgemeinbildende Schulen es im Kreis gibt und wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler diese besuchen.\u00dcberlastete KommunenIn Zeiten klammer kommunaler Kassen k\u00f6nnen viele Kreise die n\u00f6tigen Gelder kaum aufbringen. Mehrere Kreise teilen auf Anfrage von CORRECTIV mit, dass sie Stellen k\u00fcrzen mussten oder voraussichtlich m\u00fcssen, weil die Personalkosten etwa durch Tariferh\u00f6hungen gestiegen seien. Denn das Land habe die F\u00f6rderung nicht entsprechend erh\u00f6ht.\u201eWenn F\u00f6rderprogramme nicht an reale Kostenentwicklungen angepasst werden, f\u00fchrt das zwangsl\u00e4ufig zu Einschnitten vor Ort\u201c, sagt Claudia Maa\u00df von der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen. Der Freistaat Sachsen m\u00fcsse daf\u00fcr sorgen, dass die Landesf\u00f6rderung f\u00fcr Schulsozialarbeit an gestiegene Kosten angepasst werde. Schulsozialarbeit m\u00fcsse gesetzlich an allen Schulen verankert und dauerhaft gesichert werden. \u201eStatt K\u00fcrzungen braucht es einen klaren Ausbau.\u201cF\u00f6rderung durchs Land stagniertDas s\u00e4chsische Sozialministerium bleibt in seiner Antwort auf die Anfrage von CORRECTIV vage und teilt mit, dass die H\u00f6he der Gesamtf\u00f6rderung durch das Land vom jeweils g\u00fcltigen Haushaltsplan des Landes abh\u00e4nge. Seit Beginn des F\u00f6rderprogramms 2017 sei die Schulsozialarbeit stark ausgebaut worden und die F\u00f6rdergelder des Landes sowie die Zahl der Schulsozialarbeiter h\u00e4tten sich seitdem mehr als verdoppelt.Sachsens Sozialministerin Petra K\u00f6pping (SPD) sagt auf Anfrage von CORRECTIV, dass das Landesprogramm fortgef\u00fchrt und weiterentwickelt werden solle, gesetzlich geregelt f\u00fcr alle Schulformen: \u201eDie weitere St\u00e4rkung der Schulsozialarbeit ist mir ein wichtiges Anliegen, denn es ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder.\u201cTats\u00e4chlich stagnierten die Landesf\u00f6rdermittel f\u00fcr Schulsozialarbeit in Sachsen in den vergangenen drei Jahren aber: Im Jahr 2024 lagen sie bei 37,2 Millionen Euro, in den Jahren 2025 und 2026 jeweils bei 37,5 Millionen Euro.Stellen m\u00fcssen jedes Jahr neu beantragt werdenEin weiteres Problem in Sachsen: Die Stellen in der Schulsozialarbeit m\u00fcssen in der Regel jedes Jahr aufs Neue beantragt und vom Kreis bewilligt werden. Nicole P\u00f6tter h\u00e4lt das f\u00fcr fatal. Sie ist Professorin f\u00fcr Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule M\u00fcnchen und forscht seit Langem zu Schulsozialarbeit. \u201eWenn Stellen in der Schulsozialarbeit nur von Jahr zu Jahr bewilligt werden, dann springen die Mitarbeitenden ab und bewerben sich woanders\u201c, sagt sie. Dadurch gebe es in der Schulsozialarbeit besonders viele Berufsanf\u00e4nger, obwohl die Arbeit so anspruchsvoll sei, dass es eigentlich viele erfahrene Kr\u00e4fte brauche.\u201eSchulsozialarbeit muss langfristig an einer Schule sein, damit sie wirken kann\u201c, sagt P\u00f6tter. Schulsozialarbeitende m\u00fcssten erst einmal Vertrauen und Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen, Lehrkr\u00e4ften und Eltern aufbauen und das brauche Zeit.Sie spricht sich daf\u00fcr aus, dass es an jeder Schule Sozialarbeit gibt. Damit Schulsozialarbeit optimal wirken k\u00f6nne, brauche es mindestens eine volle Stelle pro 150 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Diese Forderungen verabschiedeten hunderte Schulsozialarbeiter sowie Wissenschaftler und Vertreter der GEW und von Tr\u00e4gern Anfang M\u00e4rz auf dem Bundeskongress Schulsozialarbeit in Hildesheim. P\u00f6tter geh\u00f6rt zu den Erstunterzeichnerinnen der Resolution.Drastische Ver\u00e4nderungen auch in der Stadt LeipzigWelche Schulen, au\u00dfer den \u00f6ffentlichen Oberschulen und Gemeinschaftsschulen, in Sachsen \u00fcberhaupt Schulsozialarbeit bekommen und wie viele Stellen, legen die Kreise und kreisfreien St\u00e4dte selbst fest. Die Stadt Leipzig hat im vergangenen Jahr die Kriterien, nach denen sie Schulen aussucht, ge\u00e4ndert. Verschiedene Indikatoren wie die Zahl der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und soziale Kriterien wie der Anteil an Sch\u00fclern mit Inklusionsstatus wurden neu gewichtet.In der Folge streicht die Stadt die Sozialarbeit an drei Grundschulen komplett, an mehr als zwanzig weiteren wird sie gek\u00fcrzt. Daf\u00fcr bekommen f\u00fcnf Gymnasien und drei Grundschulen zum ersten Mal eine Sozialarbeiterin.\u201eIch kann nachvollziehen, dass es Kriterien braucht, um die wenigen vorhandenen Mittel f\u00fcrSchulsozialarbeit m\u00f6glichst bedarfsgerecht auf die Schulen zu verteilen\u201c, sagt Nicole P\u00f6tter. Aber wenn man jetzt Stellen in der Schulsozialarbeit streiche, dann laufe man mittel- und langfristig Gefahr, dass es an den betroffenen Schulen wieder mehr Probleme gebe. \u201eLetztendlich setzt man die Erfolge, die man durch die Schulsozialarbeit erzielt hat, wieder aufs Spiel.\u201cMitarbeit: Sarah LangnerRedigat: Isabel KnippelFaktencheck: Stella HeschCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Miriam Lenz"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Mehrheit der Kreise in Sachsen hat Schulsozialarbeit seit 2024 gek\u00fcrzt","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mehrheit-der-kreise-in-sachsen-hat-schulsozialarbeit-seit-2024-gekuerzt\/#breadcrumbitem"}]}]