[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/menschen-mit-behinderungen-warum-sie-im-katastrophenfall-bislang-auf-sich-allein-gestellt-sind\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/menschen-mit-behinderungen-warum-sie-im-katastrophenfall-bislang-auf-sich-allein-gestellt-sind\/","headline":"Menschen mit Behinderungen: Warum sie im Katastrophenfall bislang auf sich allein gestellt sind","name":"Menschen mit Behinderungen: Warum sie im Katastrophenfall bislang auf sich allein gestellt sind","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Barrierefreiheit Menschen mit Behinderungen: Warum sie im Katastrophenfall bislang auf sich allein gestellt sind Eine CORRECTIV-Abfrage zeigt: St\u00e4dte und Landkreise haben zwar Notfallpl\u00e4ne. Informationen \u00fcber besonders gef\u00e4hrdete Menschen liegen aber nur vor, wenn diese in Einrichtungen leben. Wer zu Hause auf&#8230;","datePublished":"2026-01-26","dateModified":"2026-01-26","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/sicherheit\/2026\/01\/26\/hilfe-menschen-mit-behinderungen-wie-ihnen-ernstfall-stromausfall-katastrophe-hilfsangebote\/","url":"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/sicherheit\/2026\/01\/26\/hilfe-menschen-mit-behinderungen-wie-ihnen-ernstfall-stromausfall-katastrophe-hilfsangebote\/","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/menschen-mit-behinderungen-warum-sie-im-katastrophenfall-bislang-auf-sich-allein-gestellt-sind\/","about":["Politik"],"wordCount":1259,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln            Barrierefreiheit    Menschen mit Behinderungen: Warum sie im Katastrophenfall bislang auf sich allein gestellt sind        Eine CORRECTIV-Abfrage zeigt: St\u00e4dte und Landkreise haben zwar Notfallpl\u00e4ne. Informationen \u00fcber besonders gef\u00e4hrdete Menschen liegen aber nur vor, wenn diese in Einrichtungen leben. Wer zu Hause auf mit Strom betriebene medizinische Ger\u00e4te angewiesen ist, bleibt ohne eigenes Zutun unsichtbar.                     von                                Samira Joy Frauwallner                                , Steffen Kutzner26. Januar 2026                                In Deutschland leben Millionen Menschen, die auf Medikamente, medizinische Ger\u00e4te oder Unterst\u00fctzung angewiesen sind. Im Ernstfall k\u00f6nnen viele ohne Strom nicht \u00fcberleben \u2013\u00a0und teils nicht einmal die Wohnung verlassen. (Symbolbild). Quelle: Kris Tian, Unsplash                            F\u00fcr gro\u00dffl\u00e4chige Stromausf\u00e4lle oder andere Katastrophen hat der Staat Vorsorge getroffen: Bund, L\u00e4nder und Kommunen haben in den vergangenen Jahren Notfallpl\u00e4ne erarbeitet, Anlaufstellen eingerichtet, Krisenst\u00e4be definiert. CORRECTIV hat bereits Anfang Januar im Schatten des Blackouts in Berlin berichtet, wie die Bundesl\u00e4nder ihre Katastrophenvorsorge finanzieren und organisieren.Doch eine zentrale Frage bleibt auff\u00e4llig oft ein Randthema oder unbeantwortet: Was geschieht im Ernstfall mit Menschen, die ohne Strom oder bei Hochwasser ihre Lebensgrundlage verlieren?Gemeint sind Menschen, die im eigenen Zuhause auf Beatmungsger\u00e4te oder Heimdialyse angewiesen sind, elektrisch betriebene Rollst\u00fchle nutzen, gepflegt werden m\u00fcssen oder ohne funktionierenden Aufzug ihre Wohnung nicht verlassen k\u00f6nnen. Menschen also, die im Notfall nicht einfach zur Anlaufstelle gehen k\u00f6nnen.Neun Prozent der deutschen Gesamtbev\u00f6lkerung haben eine schwere BehinderungIn Deutschland leben laut Statistischem Bundesamt 2023 knapp acht Millionen Menschen mit schwerer Behinderung \u2013 gut neun Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung. Welche Auswirkungen die L\u00fccke im Schutz von Menschen mit Behinderungen haben kann, zeigte sich bereits bei der Flut im Ahrtal 2021, \u00fcber deren Auswirkungen damals unter anderem die Redaktion Andererseits berichtete.\u00a0Nach dem Stromausfall in Berlin Anfang Januar 2026 hat CORRECTIV nun bundesweit eine Auswahl von Landkreisen, St\u00e4dten und Landesbeh\u00f6rden gefragt: Wie werden besonders vulnerable Menschen im Katastrophenfall gesch\u00fctzt? Und wissen die Beh\u00f6rden \u00fcberhaupt, wo diese Menschen leben?Im Ernstfall k\u00f6nnen viele Menschen mit Behinderungen oder Beeintr\u00e4chigung ohne Strom nicht \u00fcberleben \u2013\u00a0und teils nicht einmal die Wohnung verlassen. (Symbolbild). Quelle: Yuriy Vinnicov, UnsplashAbfrage zeigt: Hilfe f\u00fcr Menschen mit Behinderung greit oft erst nach MeldungAlle angefragten Kommunen betonen, sie seien auf den Ernstfall\u00a0vorbereitet. In den Antworten ist von Blackout-Konzepten die Rede, von Katastrophenschutz-Leuchtt\u00fcrmen, Notfallmeldestellen, Krisenst\u00e4ben und Versorgungspl\u00e4nen.\u00a0Auf dieser Ebene wirkt der Katastrophenschutz in Deutschland organisiert und stabil. Die Abfrage zeigt jedoch auch eine klare Grenze: Unterst\u00fctzung greift in vielen Konzepten erst dann, wenn ein konkreter Bedarf gemeldet wird. Das bayrische Ansbach etwa schreibt auf Anfrage von CORRECTIV, die Einsatzleitung sei \u201eauf R\u00fcckmeldung von pflegenden Angeh\u00f6rigen bzw. Pflegepersonal angewiesen\u201c. Eine vorherige Erfassung sei \u201enicht realisierbar\u201c. Immerhin bietet es aber barrierefreie Versorgungspunkte und medizinisches Personal an.\u00a0F\u00fcr Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen k\u00f6nnen oder niemanden haben, der f\u00fcr sie Kontakt aufnimmt, bleiben diese Hilfsangebote aber faktisch schwer erreichbar. Wer sich nicht selbst melden kann, ist darauf angewiesen, dass andere es tun \u2013 Angeh\u00f6rige, Pflegedienste, Nachbarn. Fehlt dieses Umfeld, h\u00e4ngt Hilfe im Notfall vom Zufall ab.\u00a0Zwar erkl\u00e4ren viele der angefragten Kommunen, Menschen mit Behinderungen und Beeintr\u00e4chtigungen seien ber\u00fccksichtigt. Doch was das praktisch bedeutet, bleibt h\u00e4ufig vage.Ein dieselbetriebenes Notstromaggregat im Berliner Seniorenheim Mathildenhof nach Wiederanlaufen der Stromversorgung. Januar 2026. Doch nicht jeder hat ein Notstromaggregat zuhause. Quelle: Picture Alliance\/DPA, Fabian SommerVulnerable Menschengruppen werden (nicht) ber\u00fccksichtigtIm Th\u00fcringer Landkreis Altenburger Land etwa setzt die Krisenplanung darauf, dass Betroffene oder ihr Umfeld sich im Ernstfall bei Katastrophenschutz- oder Hilfspunkten melden. Erst dann k\u00f6nnten sie gezielt erfasst und versorgt werden. Dieses Verfahren sei bereits ge\u00fcbt worden, etwa bei einem Kampfmittelfund 2025.Stuttgart betont, auf vulnerablen Personen l\u00e4ge im Einsatzfall \u201eein Fokus\u201c. Au\u00dferdem hei\u00dft es in der Antwort: \u201eIm Bedarfsfall kann nicht jedem B\u00fcrger, zum Beispiel durch Bereitstellung von Notstrom geholfen werden.\u201c Deshalb setze man auf Eigenvorsorge. Im Einsatzfall w\u00fcrden \u201ebed\u00fcrftige, beispielsweise heimbeatmete Patienten\u201c priorisiert behandelt.Leipzig verweist auf das Subsidiarit\u00e4tsprinzip: Das hei\u00dft, Aufgaben sollen auf der niedrigstm\u00f6glichen Ebene erledigt werden \u2013 also zuerst vom Individuum, dann von der Familie oder Nachbarschaft, dann von zivilgesellschaftlichen Akteuren wie etwa Wohlfahrtsverb\u00e4nden, und erst ganz am Ende vom Staat. Im Falle Leipzig seien f\u00fcr bis zu 72 Stunden Betroffene selbst verantwortlich, staatliche Hilfe greife erst, wenn diese Eigenvorsorge nicht ausreiche.\u00a0Aus dem Landkreis Emsland in Niedersachsen hei\u00dft es auf die Frage nach einer speziellen Ber\u00fccksichtigung vulnerabler Gruppen sogar ausdr\u00fccklich: \u201eEine spezielle Ber\u00fccksichtigung erfolgt nicht.\u201c Hilfe solle \u00fcber allgemeine Notfallinformationspunkte und die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen erfolgen.\u00dcbersetzt hei\u00dft das: Wer nicht vorsorgt oder niemanden hat, der sich k\u00fcmmert oder meldet, \u00fcberlebt im Ernstfall nur durch Zufall oder Gl\u00fcck.Wer sich in einer Notsituation wie bei einem Stromausfall nicht selbst melden kann, ist darauf angewiesen, dass andere es tun \u2013 Angeh\u00f6rige, Pflegedienste, Nachbarn. Fehlt dieses Umfeld, h\u00e4ngt Hilfe im Notfall vom Zufall ab. (Symbolbild) Quell: Alex Gagareen, UnsplashWie sieht Hilfe f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen im Ernstfall aus \u2013 (wie) werden Betroffene \u00fcberhaupt gefunden?Einige Kommunen beschreiben ihre Vorgehensweise konkreter. Der Kreis Pinneberg in Holstein erkl\u00e4rt etwa: Im Blackout-Fall k\u00f6nnten nicht alle Dialyseeinrichtungen betrieben werden. Stattdessen w\u00fcrde eine ausgew\u00e4hlte Einrichtung im Schichtbetrieb arbeiten, Patienten m\u00fcssten dorthin gebracht werden. Menschen mit Beatmungsger\u00e4ten k\u00f6nnten an Notfallpunkten Akkus laden. \u00c4hnliche Vorgehensweisen schildert auch Dortmund.\u00a0Eine weitere, einfache Frage offenbart schlie\u00dflich die gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle: Wissen die Beh\u00f6rden \u00fcberhaupt, wo Menschen leben, die bei einem Stromausfall besonders gef\u00e4hrdet w\u00e4ren?Die Antwort f\u00e4llt bei den von CORRECTIV abgefragten Beh\u00f6rden einheitlich aus: Nein. Kommunen, Landkreise und St\u00e4dte f\u00fchren keine eigenen Register mit Privatadressen besonders gef\u00e4hrdeter Menschen. Als Gr\u00fcnde nennen sie Datenschutz, organisatorische Grenzen und sich st\u00e4ndig \u00e4ndernde Daten. Erfasst werden also meist nur Einrichtungen wie Krankenh\u00e4user, Pflegeheime oder betreutes Wohnen \u2013 nicht aber Menschen, die ambulant oder privat versorgt zu Hause leben.Warum keiner wei\u00df, wo Betroffene wohnen \u2013 das sagen Landkreise und St\u00e4dtePinneberg schreibt: \u201eDie Planungen sehen nicht das Vorhalten von Adresslisten vor.\u201c\u00a0Wolfsburg: \u201e\u200b\u200bEin stadtweites, personenbezogenes Register privater Adressen f\u00fcr stromabh\u00e4ngige Medizinger\u00e4te wird nicht gef\u00fchrt. Im Ereignisfall erfolgt die Hilfe \u00fcber Leitstelle\/Rettungsdienst lageabh\u00e4ngig.\u201c\u00a0Emsland: \u201eDiese Daten werden nicht erhoben. Es gibt kein fl\u00e4chendeckendes, verpflichtendes Register auf kommunaler Ebene, das exakt erfasst, an welchen konkreten Adressen besonders stromabh\u00e4ngige oder vulnerable Personen wohnen, die bei einem Stromausfall gezielt anzufahren w\u00e4ren. Hilfe wird im Ereignisfall auf Anforderung (z.B. \u00fcber ein B\u00fcrgertelefon) bestm\u00f6glich bereitgestellt.\u201c\u00a0M\u00fcnchen: \u201eUns liegen keine Privatadressen besonders gef\u00e4hrdeter Menschen vor.\u201cSchwerin verweist darauf, dass sich solche Daten zu h\u00e4ufig \u00e4ndern w\u00fcrden.\u00a0Ansbach sei auf R\u00fcckmeldungen von Angeh\u00f6rigen oder Pflegepersonal angewiesen.\u00a0Dortmund formuliert es besonders klar: Eine stadtweite, systematische Einzelbetreuung \u2013 etwa das gezielte Aufsuchen aller Heimdialyse-Patientinnen \u2013 ist organisatorisch und datenschutzrechtlich nicht umsetzbar. Stattdessen setze man auf Notfall-Anlaufstellen, \u00fcber die Bedarfe aufgenommen und weitergeleitet w\u00fcrden.Dass das nicht ideal ist, erl\u00e4utert das Technische Hilfswerk (THW) auf Anfrage: Zwar verf\u00fcge man \u00fcber tausende Stromerzeuger und hunderte Netzersatzanlagen. Doch ohne Informationen dar\u00fcber, wo besonders gef\u00e4hrdete Menschen leben, k\u00f6nne Hilfe nicht gezielt ankommen.Eine Hilfe im Notfall kann die App \u201eNora\u201c sein: Um mit Nora einen Notruf abzusetzen, muss man nicht telefonieren, die Kommunikation l\u00e4uft \u00fcber die AZur Quelle wechselnAuthor: Samira Joy Frauwallner"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Menschen mit Behinderungen: Warum sie im Katastrophenfall bislang auf sich allein gestellt sind","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/menschen-mit-behinderungen-warum-sie-im-katastrophenfall-bislang-auf-sich-allein-gestellt-sind\/#breadcrumbitem"}]}]