[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/merz-in-den-epstein-files-erwaehnung-ist-kein-hinweis-auf-straftaten\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/merz-in-den-epstein-files-erwaehnung-ist-kein-hinweis-auf-straftaten\/","headline":"Merz in den Epstein-Files: Erw\u00e4hnung ist kein Hinweis auf Straftaten","name":"Merz in den Epstein-Files: Erw\u00e4hnung ist kein Hinweis auf Straftaten","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Politik Merz in den Epstein-Files: Erw\u00e4hnung ist kein Hinweis auf Straftaten Nachdem im Januar eine riesige Menge an Unterlagen rund um den verurteilten Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein ver\u00f6ffentlicht wurde, kam es online zu zahlreichen Spekulationen und Falschbehauptungen. 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Wie ist mit den Daten umzugehen?                    von                                Gabriele Scherndl11. Februar 2026                                Die Epstein-Files, die das US-Justizministerium im Januar 2026 ver\u00f6ffentlichte, waren auch Anlass f\u00fcr Spekulationen und Falschbehauptungen (Quelle: Beata Zawrzel \/ Zumapress.com \/ Picture Alliance)                            Hinweis: In diesem Text und den verlinkten Quellen geht es auch um den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.\u201eFriedrich Merz, unser Bundeskanzler, ist in den Epstein-Files\u201c, sagt eine Frau in die Kamera. \u201eAber nicht so, wie ihr denkt\u201d, rudert sie zur\u00fcck. Nur um dann zu sagen: \u201eDas machts aber nicht besser, es ist nur noch gruseliger\u201c. Ihr Tiktok-Video wurde fast zwei Millionen Mal gesehen.\u00a0Sie ist nicht die einzige, die das thematisiert. Andere Beitr\u00e4ge gehen noch weiter und stellen die Frage, ob Merz beim verurteilten Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein zu Gast oder anderweitig involviert gewesen sei. Dabei liefern die aktuellen Epstein-Files keinerlei Hinweis daf\u00fcr, dass Merz mit den Straftaten Epsteins zu tun hatte .\u00a0Richtig ist zwar, dass sein Name in einem der Dokumente vorkommt (Stand: 11. Februar 2026), die am 30. Januar 2026 auf der Webseite des US-Justizministeriums ver\u00f6ffentlicht wurden. Das Dokument belegt aber keinen Kontakt zwischen Merz und Epstein, es handelt sich dabei offenbar um einen Blogpost einer Seite, die Verschw\u00f6rungsmythen teilt und sich als Gegenst\u00fcck zu etablierten Medien positioniert. In dem Beitrag geht es um die Trilaterale Kommission, ein in den 70ern gegr\u00fcndetes Netzwerk, das immer wieder Gegenstand antisemitischer Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen ist, weil sich dort einflussreiche Personen aus Wirtschaft und Politik austauschen. Die Authentizit\u00e4t des Dokuments ist unklar.Kontext aus den Epstein-Akten wird weggelassen, auch KI-Fakes kursierenDie falschen Anschuldigungen gegen Merz, die deswegen laut wurden, sind nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie die Epstein-Files durch Skandalisierung und durch das Weglassen von Kontext zu m\u00f6glichen Falschbehauptungen f\u00fchren.\u00a0So hie\u00df es etwa auch \u00fcber Stephanie von Bismarck mit Verweis auf eine Datei in den Epstein-Files, sie habe Geld von Epstein bekommen. Das Dokument, in dem sie \u2013 damals noch unter dem Namen Stephanie zu Gutenberg \u2013 vorkommt, belegt das aber nicht. Zu sehen ist lediglich eine Reihe von Namen, auf die Kreditkarten laufen, der Kontext wird nicht weiter erl\u00e4utert. Ihr Anwalt sagte dem Focus: Sie sei lediglich Kundin bei derselben Bank wie Epstein gewesen und kenne ihn nicht.Zu diesen Behauptungen kommen auch schlichtweg gef\u00e4lschte Inhalte. Etwa ein Foto, das angeblich New Yorks B\u00fcrgermeister Zohran Mamdani gemeinsam mit Epstein zeigen soll \u2013 laut Recherchen der AFP ist es KI-generiert und geh\u00f6rt nicht zu den Akten. Ein Foto, das Donald Trump mit Kindern zeigen soll, ist nach Recherchen von Snopes ebenfalls KI-generiert. Trump taucht jedoch etliche Male in den Akten auf, etwa auf einem Foto, dass das Justizministerium nach eigenen Angaben zun\u00e4chst aus Opferschutzgr\u00fcnden nicht in die Akten gegeben hatte und sp\u00e4ter doch wieder erg\u00e4nzte.Warum ist das Recherchieren in den Epstein-Akten so schwierig?Mit ein Grund daf\u00fcr, warum die Akten Raum f\u00fcr so viele Spekulationen lassen, ist, dass deren Pr\u00fcfung aufwendig ist. Die Datenmenge ist riesig, alleine die Ver\u00f6ffentlichungen vom 30. Januar beinhalten laut US-Justizministerium 3,5 Millionen Seiten, darunter 2.000 Videos und 180.000 Bilder. Sie kommen vom Justizministerium, dem FBI und den Staatsanwaltschaften und basieren auf dem im November 2025 unterzeichneten \u201eEpstein Files Transparency Act\u201c. Schon Ende 2025 ver\u00f6ffentlichte das Justizministeriums Unterlagen, andere stammen aus einem Zivilprozess.\u00a0Ob weitere Informationen dazukommen werden, ist unklar. Noch immer entfernt das Ministerium Schw\u00e4rzungen, nachdem Fehler publik wurden. Umgekehrt erkl\u00e4rte es, sensible Daten aus den Dokumenten zu entfernen.\u00a0Diese un\u00fcbersichtliche Lage ist ein Einfallstor f\u00fcr Falschbehauptungen. Die Zeit formuliert das in einer Analyse so: \u201eDie L\u00fccke zwischen Informationsbed\u00fcrfnis und fehlender Information ist der optimale N\u00e4hrboden f\u00fcr Verschw\u00f6rungstheorien.\u201c W\u00e4hrend Medien aufwendig recherchieren, was sich aus den Akten ableiten l\u00e4sst und wer Epstein nahe stand, sind Spekulationen schnell in die Welt gesetzt.Der Spiegel schreibt zum Beispiel: Eine systematische Untersuchung sei aufwendig, weil der un\u00fcbersichtliche Datensatz daf\u00fcr erst aufbereitet werden muss \u2013 die Daten sind auf der Webseite des Justizministeiriums nicht als Pakete, sondern als einzelne Dateien verf\u00fcgbar, Einordnungen, was zu sehen ist, fehlen vielerorts.Die Suche \u00fcber die Ministeriumsseite erfasse au\u00dferdem nicht alle ver\u00f6ffentlichten Dateien, eine klare Struktur fehle, schreibt die SZ. Dazu kommt, dass Dokumente teils \u201egel\u00f6scht, erneut hochgeladen oder in \u00fcberarbeiteter Form eingestellt\u201c wurden, wie der Spiegel schreibt. Au\u00dferdem, so schreibt The Atlantic, sei unklar, ob die Akten vollst\u00e4ndig sind, vieles ist auch geschw\u00e4rzt.Namen und Anschuldigungen in Epstein-Akten m\u00fcssen mit ihrem Kontext gelesen werdenUmso wichtiger ist es also, sie mit Vorsicht zu betrachten: Nur, weil jemand etwas in einer Ermittlungsakte behauptet, hei\u00dft das nicht, dass das wirklich passiert ist. Nur, weil ein Name auf einem Dokument steht, hei\u00dft das nicht, dass die Person in den Missbrauchsring Epsteins involviert war.Die Tikotok-Nutzerin hat in ihrem Video mittlerweile die Kommentare deaktiviert. Im Gespr\u00e4ch mit CORRECTIV.Faktencheck sagt sie, dort sei es zu Anschuldigungen, Verschw\u00f6rungen und Antisemitismus gekommen. In einem sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten Video erkl\u00e4rt sie, dass sie nicht in den Raum stellen wollte, dass Merz eine Straftat begangen habe. Der Beitrag erreicht Stand 11. Februar nicht einmal ein Zehntel so viele Menschen wie ihr erster zum Thema.\u00a0Redigatur: Matthias Bau, Max BernhardZur Quelle wechselnAuthor: Gabriele Scherndl"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Merz in den Epstein-Files: Erw\u00e4hnung ist kein Hinweis auf Straftaten","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/merz-in-den-epstein-files-erwaehnung-ist-kein-hinweis-auf-straftaten\/#breadcrumbitem"}]}]