---
title: "Merzbrück: Jetzt ist der Ärger groß – doch die Weichen wurden längst gestellt"
url: https://www.bachhausen.de/merzbrueck-jetzt-ist-der-aerger-gross-doch-die-weichen-wurden-laengst-gestellt/
date: 2026-10-23
modified: 2026-10-23
lang: de
author: "Volt"
description: "Friedrich Jeschke schreibt auf https://www.derfriedri.ch/ folgendes: 61 Hektar Ackerland sollen für die weitere Gewerbeentwicklung am Flugplatz Merzbrück (Würselen) weichen. Darunter Böden, die zu den fruchtbarsten in Nordrhein-Westfalen gehören. Die Aachener..."
categories:
  - "Politik"
  - "Volt Köln"
tags:
  - "gestellt"
  - "Merzbrück"
  - "Neue"
  - "Weichen"
image: https://www.bachhausen.de/wp-content/uploads/2026/10/grafik-1-1024x616.png
word_count: 789
---

# Merzbrück: Jetzt ist der Ärger groß – doch die Weichen wurden längst gestellt

#### Friedrich Jeschke schreibt auf https://www.derfriedri.ch/ folgendes:

61 Hektar Ackerland sollen für die weitere Gewerbeentwicklung am Flugplatz Merzbrück (Würselen) weichen. Darunter Böden, die zu den fruchtbarsten in Nordrhein-Westfalen gehören.[** Die Aachener Zeitung beschreibt**](https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/wuerselen/fruchtbarste-boeden-in-nrw-vor-versiegelung-bauern-sind-verlierer-auf-merzbrueck/163389853.html), was das für die 13 betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet. Ein großer Teil der Flächen ist gepachtet. Die Pächter:innen verlieren ihre Produktionsgrundlage, ohne vom Verkauf zu profitieren.

Dass darüber jetzt diskutiert wird, ist richtig. Aber beim Lesen dachte ich: Genau über solche Konflikte haben wir bereits bei der Neuaufstellung des Regionalplans im Juli 2025 gesprochen. Die politischen Weichen wurden nicht erst mit der jüngsten Entscheidung in Würselen gestellt.

## Die wichtige Entscheidung fällt oft weit vor dem Bagger

Den Stadtrat kennen die meisten zumindest dem Namen nach. Den Regionalrat vermutlich deutlich weniger Menschen. Dabei entscheidet dieses Gremium über einen Plan, der die Entwicklung des gesamten Regierungsbezirks Köln prägt – von Aachen bis ins Bergische Land.

Der Regionalplan legt vereinfacht fest: Wo können sich Städte und Gewerbe entwickeln? Wo sollen Freiräume erhalten bleiben? Die Bezirksregierung erarbeitet den Plan, der Regionalrat entscheidet darüber. Die Städte und Gemeinden müssen ihre eigenen Planungen an den regionalplanerischen Zielen ausrichten. Städte und Kreise sind mit beratender Stimme aber immer teilnahmeberechtigt. Einige nehmen es mehr, andere weniger oft war, dabei zu sein.

Der Flächennutzungsplan einer Stadt entsteht also nicht unabhängig davon. Der Regionalplan schafft den übergeordneten Rahmen. Er ist keine Baugenehmigung und versiegelt selbst keinen Quadratmeter. Aber er stellt wesentliche Weichen für die spätere Nutzung.

**In Merzbrück waren gewerbliche Flächen bereits im vorherigen Regionalplan vorgesehen.** Im Neuaufstellungsverfahren wurde die weitere Entwicklung mit der besonderen Bedeutung des Standorts für den Strukturwandel begründet. Die grundlegende Frage, ob hier Gewerbe Vorrang vor Ackerland bekommen soll, wurde also längst behandelt.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.

Erfahre mehr in der [Datenschutzerklärung von YouTube (öffnet in neuem Tab)](https://policies.google.com/privacy?hl=de).

Inhalt von YouTube immer anzeigen

[„Enkeltaugliche Zukunft? Unsere Kritik am Regionalplan Köln – Rede von Friedrich Jeschke 11.07.202“ direkt öffnen](https://www.youtube.com/watch?v=zM3y5NaVNzY)

## Warnungen gab es – gefolgt wurde ihnen nicht

Wer heute den Eindruck bekommt, die Folgen für Landwirtschaft und Natur seien erst jetzt bekannt geworden, sollte einen Blick in die damaligen Beteiligungsunterlagen werfen.

**Die Naturschutzverbände lehnten die Gewerbedarstellung südlich des Flugplatzes ausdrücklich ab.** Ihre Begründung: Die Planung zerschneide große, zusammenhängende Ackerflächen mit Feldlerchenvorkommen und betreffe eine wichtige Kaltluftströmung. **Auch das damalige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz wollte Ackerflächen als Entwicklungsraum für Arten der offenen Feldlandschaft sichern.**

Die Antwort lautete jeweils: „*Der Stellungnahme wird nicht gefolgt*.“ Zur Begründung verwies die Regionalplanungsbehörde auf die bestehende Gewerbefestlegung und die Bedeutung des Forschungsflugplatzes für den Strukturwandel.

**Der Rheinische Landwirtschaftsverband kritisierte außerdem grundsätzlich die großzügige Ausweisung neuer Siedlungs- und Gewerbeflächen. **Er forderte unter anderem, auf den zusätzlichen Planungszuschlag von 20 Prozent zu verzichten und landwirtschaftliche Flächen stärker zu schützen. Auch diesen Forderungen wurde nicht gefolgt.

Das Problem war also nicht fehlendes Wissen. Es war die politische und planerische Gewichtung dieses Wissens.

## Wer die Entwicklung wollte

Die Stadt Würselen warb im Beteiligungsverfahren ausdrücklich für zusätzliche Gewerbeflächen in Merzbrück. Auch die StädteRegion Aachen begrüßte in der zweiten Offenlage ausdrücklich die Initiative für weitere Flächen am Standort. Ebenso die IHK.

**In den Stellungnahmen habe ich keine Eingebung des Bauernverbandes gefunden!**

**Am 11. Juli 2025 wurde der neue Regionalplan beschlossen: mit Zustimmung von CDU, SPD, FDP und den Vertretern der AfD. **

**GRÜNE, DIE LINKE/Volt – also meine Person – und die Vertreter der Freien Wähler lehnten ihn ab.**

Wer heute über den drohenden Bodenverlust spricht, sollte diese Verantwortung mitbenennen. Die Entwicklung wurde nicht einfach von einer Verwaltung ausgelöst. Sie war politisch gewollt und wurde durch entsprechende Mehrheiten ermöglicht.

## Unsere Kritik war damals schon dieselbe

Ich habe bei der Beschlussfassung für unsere damalige Fraktion DIE LINKE/Volt erklärt, warum wir den Regionalplan ablehnen: Weil wir den Umgang mit dem knappen Gut Fläche für zu großzügig hielten.

Über die Neuaufstellung wurde damals berichtet. Meine Wahrnehmung war allerdings, dass die Kritik am Flächenverbrauch und an der Abwägung deutlich weniger Aufmerksamkeit bekam als die Nachricht, dass der neue Plan endlich beschlossen war. Vor einem Jahr war Merzbrück kein Thema.

## Strukturwandel ist wichtig. Boden bleibt trotzdem wertvoll.

Forschung, neue Unternehmen und Arbeitsplätze sind echte Chancen für die Region. Ich verstehe, warum Kommunen dafür Flächen sichern wollen. Doch das Etikett „Strukturwandel“ beantwortet noch nicht jede Frage nach Standort, Größe und Alternativen.

Meine Rede ist ja, vorhandene Gewerbegebiete besser nutzen, Brachen zuerst prüfen und neue Flächen nachvollziehbar begründen. Dazu gehört eine verständliche öffentliche Bilanz: Was wird gebraucht, was tatsächlich bebaut und wie viel Boden dabei versiegelt? Bis heute gibt es eine solche Bilanz aber nicht!

Der heutige Ärger ist berechtigt. Er kommt nur an einem Punkt, an dem wichtige Weichen bereits gestellt sind. Genau deshalb lohnt sich mehr Aufmerksamkeit für Regionalplanung.

## Zum Weiterlesen

#### weitere Artikel :
» [Warum sichere Schulwege keine „linksversiffte“ Idee sind](https://www.derfriedri.ch/warum-sichere-schulwege-keine-linksversiffte-idee-sind/) | 2. Juli 2026

[Zum Originalartikel](https://www.derfriedri.ch/merzbrueck-jetzt-ist-der-aerger-gross-doch-die-weichen-wurden-laengst-gestellt/)