[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/millionen-betrug-mit-cannabis-das-system-boomte-trotz-warnungen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/millionen-betrug-mit-cannabis-das-system-boomte-trotz-warnungen\/","headline":"Millionen-Betrug mit Cannabis: Das System boomte trotz Warnungen","name":"Millionen-Betrug mit Cannabis: Das System boomte trotz Warnungen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Bei dem Anlagebetrugs-Skandal um die Plattform Juicyfields gingen erste Warnsignale offenbar fr\u00fcher bei den Beh\u00f6rden ein als bisher bekannt: Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) wurde bereits Anfang 2021 auf Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufmerksam. 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Laut Quellen, die mit den Ermittlungen vertraut sind, lagen da schon mehrere Geldw\u00e4sche-Meldungen vor.Die Webseite Juicyfields ging im M\u00e4rz 2020 online und bot Anlegern \u00fcber ein virtuelles Gew\u00e4chshaus Anlagen in medizinisches Cannabis. Im Juli 2022 konnten die Anleger sich nicht mehr in ihre Accounts einloggen. Offenbar wurden die Renditen nie mit dem Anbau echter Pflanzen erwirtschaftet. Die Polizei geht von einem Schneeballsystem mit 186.000 Gesch\u00e4digten aus \u2013 die meisten davon in Deutschland \u2013 und einem Verlust von 645 Millionen Euro. Damit ist Juicyfields der umfangreichste Fall, in dem das Berliner LKA je ermittelt hat, und wohl der gr\u00f6\u00dfte Cannabis-Betrug aller Zeiten.Nun hat CORRECTIV gemeinsam mit sieben Medienpartnern in vier L\u00e4ndern recherchiert, unter anderem Danish Radio (DR), Paper Trail Media, ZDF, dem Standard in \u00d6sterreich, dem Spiegel, Svenska Dagbladet (Schweden) und BNNVARA (Niederlande), mit Zeugen, Aussteigern, Ermittlern, Fachleuten gesprochen, Firmennetzwerke analysiert, Zahlungsstr\u00f6me verfolgt und geheime Unterlagen ausgewertet.Mutma\u00dfliche Serienbetr\u00fcger aus Russland, die europ\u00e4ische Anleger ins Visier nehmenDie Recherche erm\u00f6glicht einen Blick hinter die Kulissen des organisierten Verbrechens\u00a0 und deckt Strukturen hinter den Fassaden des Betrugssystem auf: Offenbar steckte hinter der Plattform eine Riege mutma\u00dflicher Serienbetr\u00fcger aus Russland, die mehrfach mit Anlagebetrugs-Systemen europ\u00e4ische Anleger abgezockt haben sollen.Die Recherchen zeigen, dass wohl eine kleine, hierarchisch strukturierte Gruppe den Betrug offenbar organisierte; die Ermittler gehen von Verbindungen zur russischen Mafia aus: An der Spitze sollen zwei M\u00e4nner aus Sankt Petersburg gestanden haben. Der eine, Sergei Berezin, wurde im April in der Dominikanischen Republik verhaftet und sitzt aktuell in einem spanischen Gef\u00e4ngnis. Der andere, die mutma\u00dfliche Nummer zwei, ist IT-Experte und\u00a0 in Russland auf freiem Fu\u00df.Erstmals \u00e4u\u00dfern sich die mutma\u00dflichen Drahtzieher auch auf Anfrage von internationalen Medien zu dem Betrug.Wie die Recherche zeigt, wurde das Berliner LKA schon anderthalb Jahre vor dem Kollaps auf das kriminelle Projekt aufmerksam: Zu der Zeit lief die Plattform \u00fcber eine Firma in Berlin, die Juicy Grow GmbH, und die f\u00fchrte nach Recherchen der Medienpartner acht Konten bei f\u00fcnf deutschen Banken, darunter zwei bei der Berliner Sparkasse und drei bei der Commerzbank. Beide wurden offenbar stutzig angesichts der hohen Betr\u00e4ge, die auf den Konten ein- und ausgingen und schlugen wegen Verdachts auf Geldw\u00e4sche Alarm.Die Ermittler verfolgten einen Millionenbetrag, der \u00fcber deutsche Banken auf ausl\u00e4ndische Konten flossNach mehreren Meldungen bei der zust\u00e4ndigen Financial Intelligence Unit (FIU) des Zoll nahm die Polizei Ermittlungen auf. Die Beamten schauten sich am Sitz der der Juicy Grow GmbH um, einem Ladenlokal in Berlin Sch\u00f6neberg \u2013 offenbar einer Scheinfirma; Hinweise auf gesch\u00e4ftlichen Betrieb fanden sie dort nicht. Sie durchleuchteten auch die Ein- und Auszahlungen auf den Konten und stellten fest, dass ein Millionenbetrag \u00fcber die Banken floss und dann an ausl\u00e4ndische Konten in Osteuropa weiterging, unter anderem nach Ungarn, Polen, Tschechien.Die Berliner Staatsanwaltschaft wurde ebenfalls \u00fcber die auff\u00e4lligen Zahlungsstr\u00f6me informiert und fror minestens eines der Konten ein. Es gibt Hinweise, dass auch die Finanzaufsicht BaFin fr\u00fch von den Ungereimtheiten informiert wurde. Aber dann geschah nichts. Damals f\u00fchlte sich niemand betrogen, mehr als zwei Jahre lang zahlte die Plattform enorme Renditen von bis zu 100 Prozent im Jahr aus. Niemand f\u00fchlte sich gesch\u00e4digt.Damit wirft der Fall, \u00e4hnlich wie Wirecard, Fragen nach der Rolle der Finanzaufsicht auf: Die BaFin wies erstmals im M\u00e4rz 2022 \u00f6ffentlich auf Unstimmigkeiten bei der Firma hin \u2013\u00a0etwa ein Jahr sp\u00e4ter. Und erst im Juni 2022 untersagte sie den Betreibern, weiter Investments in Cannabis anzubieten. Als Grund nannten die Finanzaufseher einen fehlenden Prospekt.Ab Mitte 2021 wechselte die Plattform zu einer Bank auf ZypernIn der Zwischenzeit war die Zahl der Investoren und die Summe der investierten Betr\u00e4ge rapide angestiegen: Bei den deutschen Banken konnten die Ermittler neun Millionen Euro verfolgen. Mitte 2021 aber zog die Plattform um, wechselte in eine internationale Holding-Struktur und nutzte Konten in Zypern. Dar\u00fcber flossen\u00a0446 Millionen Euro. Weitere 190 Millionen zahlten die Anleger in Kryptow\u00e4hrung ein.Eine fr\u00fchere Warnung h\u00e4tte wom\u00f6glich viele Investoren vor erheblichen Verlusten sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Einer von ihnen, ein Sozialp\u00e4dagoge aus L\u00fcbeck, hat der seine gesamte Altersvorsorge bei Juicyfields investiert und verloren, 7500 Euro. \u201eIch habe viel recherchiert und mich im Netz schlau gemacht\u201d, sagt er heute. \u201eUnd ich bin auf nichts Negatives gesto\u00dfen. Ich habe mir tagelang Videos von erfolgreichen Anlegern angeschaut. Da dachte ich: Das ist ein perfekt aufgezogenes Erfolgskonzept.\u201cDie BaFin sieht sich nicht in der Pflicht: Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne sie sich nicht \u201ezu einzelnen Unternehmen\u201c \u00e4u\u00dfern, teilt ein Sprecher mit und verweist auf gesetzliche Verschwiegenheitspflichten: \u201eEine allgemeine Bekanntmachungsbefugnis \u2013 etwa im Hinblick auf strafrechtliche Verdachtsmomente \u2013 besitzt die BaFin nicht\u201c, schreibt der Sprecher.Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Gier, Mordauftr\u00e4ge und der russische GeheimdienstZur Quelle wechselnAuthor: Gabriela Keller"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Millionen-Betrug mit Cannabis: Das System boomte trotz Warnungen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/millionen-betrug-mit-cannabis-das-system-boomte-trotz-warnungen\/#breadcrumbitem"}]}]