[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mission-wahrheit-das-geschenk-im-schoss\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mission-wahrheit-das-geschenk-im-schoss\/","headline":"Mission Wahrheit \u2013 das Geschenk im Scho\u00df","name":"Mission Wahrheit \u2013 das Geschenk im Scho\u00df","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln In eigener Sache Mission Wahrheit \u2013 das Geschenk im Scho\u00df Wenn sich in den Weiten des Internets f\u00fcr jede Wahrheit, an die man glauben m\u00f6chte, vermeintliche Quellen finden, werden gemeinsame L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Probleme unm\u00f6glich gemacht. 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Im Essay-Band \u201eMission Wahrheit\u201c stellen sich Medienschaffende der Frage, wie Redaktionen den Herausforderungen der Gegenwart begegnen k\u00f6nnen. Wie k\u00f6nnen sie konstruktiv zur St\u00e4rkung des demokratischen Diskurses beitragen? Bastian Schlange, inhaltlicher Leiter des CORRECTIV.Verlags und Autor von \u201eDas einzig wahre Faktencheckbuch\u201c, hat den folgenden Text beigesteuert und fordert darin ein klares Bekenntnis.                    von                                Bastian Schlange01. August 2024Meine Suche nach der Wahrheit beginnt in der nordenglischen Stadt Scarborough. \u201eEs war gut, solange es anhielt\u201c, stand dort auf Jimmy Saviles Grabstein. Ein halbes Jahrhundert ging der \u201eschlimmste Sexualverbrecher in der Geschichte des Landes\u201c, wie die britische Polizei ihn nannte, seinen p\u00e4dophilen Neigungen nach, \u00f6ffentlich wurden sie erst nach seinem Tod. Die Geschichte dahinter ist kaum zu ertragen, durch seinen Fall begriff ich aber, welche Chance das Internet unserer Gesellschaft er\u00f6ffnet.Savile war ein DJ der ersten Stunde, TV-Star und gefeierter Wohlt\u00e4ter. Die Queen schlug ihn zum Ritter \u2013 als Dank f\u00fcr sein ehrenamtliches Engagement in Krankenh\u00e4usern, psychiatrischen Kliniken und Besserungsanstalten f\u00fcr Kinder. In vielen Einrichtungen genoss er besondere Privilegien und unterhielt eigene Privatr\u00e4ume. \u00dcber Jahrzehnte moderierte er f\u00fcr die BBC die Musikshow Top of the Pops und Jim\u2019ll fix it, eine Kindersendung, in der er Woche f\u00fcr Woche den kleinen G\u00e4sten Herzensw\u00fcnsche erf\u00fcllte. Savile war f\u00fcr viele ein Volksheld. Unter diesem Deckmantel hatte er sich ein landesweites Netz gesponnen, um jederzeit seine Perversionen ausleben zu k\u00f6nnen.Rund 500 Opfer umfasst Saviles Strafregister heute. Fast zwei Dutzend junge M\u00e4dchen, die mit R\u00fcckenmarksverletzungen gel\u00e4hmt in ihren Krankenhausbetten lagen, missbrauchte er. Auch an Leichen verging er sich. Die altehrw\u00fcrdige Rundfunkanstalt BBC sah jahrelang weg, hielt trotz immer wiederkehrender Anschuldigungen und Ger\u00fcchte an ihrem legend\u00e4ren Moderator mit den exzentrischen Macken und der Vorliebe f\u00fcr Goldkettchen und Trainingsanz\u00fcge fest. Sie unterband sogar die Ver\u00f6ffentlichung kritischer Recherchen \u00fcber ihn. Savile schien unantastbar. Er pflegte Freundschaften zu Prinz Charles und Margaret Thatcher. Auch Polizeibeamte geh\u00f6rten zum Kreis seiner Vertrauten.Lange blieben seine Opfer mit ihrem Grauen allein. Geh\u00f6r und auch einander fanden sie erst Anfang der 2000er im Netz, in Foren, Blogs oder Netzwerken wie Friends Reunited. Es waren die ersten Risse in einer Mauer kollektiven Wegschauens und Schweigens, durch die Saviles Verbrechen schlie\u00dflich den Weg in die \u00d6ffentlichkeit fanden.Hashtags, die die Welt ver\u00e4ndernAls ich eine Doku \u00fcber sein Leben sah, wurde mir bewusst, wie au\u00dfergew\u00f6hnlich unsere Zeit doch ist: Wir leben in einer Welt, in der die Schranken zur \u00d6ffentlichkeit aufgebrochen sind und das Diktat der Medienh\u00e4user gest\u00fcrzt ist. Wir leben in einer Welt, in der jede und jeder \u00d6ffentlichkeit mitgestalten kann, in der Skandale und Missst\u00e4nde an Verlagsinteressen, Redaktionspolitik oder fehlendem R\u00fcckgrat vorbei bekannt werden k\u00f6nnen und die M\u00f6glichkeiten, sich auszutauschen und zu vernetzen, unbegrenzt erscheinen.Bewegungen wie Black Lives Matter oder MeToo sind aus Hashtags geboren und pr\u00e4gen bis heute unsere gesellschaftlichen Debatten. Die gro\u00dfen Wortf\u00fchrer des Arabischen Fr\u00fchlings kommunizierten \u00fcber Twitter und waren in regierungskritischen Facebook-Communitys aktiv. F\u00fcr viele gilt die \u201eArabellion\u201c als erste revolution\u00e4re Welle, die der Kraft der Sozialen Medien entsprang.\u201eVorher haben die Leute immer gemeint, Politik sei was f\u00fcr die Elite\u201c, sagt die \u00e4gyptische Politikwissenschaftlerin Ghada al-Akhdar. \u201eAu\u00dferhalb dieser Elite existierte gar keine politische Kultur. Und hier setzte dann die Wirkung von Facebook ein. Es hat die Kultur ver\u00e4ndert.\u201c So sieht es auch die tunesische Internetaktivistin Lina Ben Mhenni, die w\u00e4hrend des Arabischen Fr\u00fchlings mit ihrem Blog A Tunisian Girl international Aufsehen erregte: \u201eDas Netz ist so m\u00e4chtig, weil es unmittelbar reagieren und unbegrenzt viele Menschen miteinander verbinden kann. Sobald jemand eine Idee oder Information ins Netz speist, wird sie umgehend empfangen. (\u2026) Es \u00fcberwindet s\u00e4mtliche Schranken, Z\u00e4une und Mauern, Verbote und Grenzen, Parteizugeh\u00f6rigkeit und sogar individuelle Hemmungen \u2013 wie in meinem Fall die Sch\u00fcchternheit\u201c.Durch die M\u00f6glichkeiten des Internets scheint die demokratische \u00d6ffentlichkeit so stark und wehrhaft zu sein wie nie zuvor. Das ist eine wunderbare Vorstellung, nicht wahr? Aber ist es auch Fakt? Oder nur eine Wahrheit, an die ich gerne glauben m\u00f6chte? Schlie\u00dflich hat jede Medaille noch eine zweite Seite.Der Makel im Transparenz-ParadiesNach den Angriffen der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 und der Reaktion Israels geriet ich mit einer Bekannten aneinander. Sie hatte erst vor Kurzem ihren Vater und seine Familie kennengelernt, die als Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen lebten. \u00dcber ihre Kan\u00e4le in den Sozialen Netzwerken erkl\u00e4rte sie hoch emotional, dass sie es von nun an als ihre Mission empfinde, der pal\u00e4stinensischen Sicht des Nahostkonfliktes \u00d6ffentlichkeit zu geben. \u201eBitte teilt die Informationen, die Menschen wie ich momentan posten\u201c, schrieb sie. \u201eEs findet gerade live ein Genozid vor den Augen aller Menschen statt und nichts wird von Seiten der Politik unternommen. Wir haben das Internet, wir sind vernetzt. Wir haben das Privileg, Bescheid zu wissen, wir haben also auch eine Verantwortung gegen\u00fcber den Menschen.\u201cIch entschied mich, nicht mit ihr \u00fcber Framing zu diskutieren, oder dar\u00fcber, wo berechtigte Kritik endet und Antisemitismus beginnt. Mein Problem war viel grunds\u00e4tzlicher: Sie verbreitete nachweislich Falschnachrichten.In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist eine Infrastruktur entstanden, in der jede und jeder alles publizieren kann \u2013 auf Webseiten, Videoportalen, in Onlineblogs oder den Sozialen Medien. Ohne das \u00d6ffentlichkeitsmonopol der Medienh\u00e4user jedoch gibt es keinerlei Qualit\u00e4tskontrolle, keine Journalistinnen und Journalisten, die ihr Handwerk gelernt haben und ethischen Grunds\u00e4tzen verpflichtet sind. Was \u00f6ffentlich wird, h\u00e4ngt nicht mehr von Nachrichtenfaktoren oder Qualit\u00e4t ab. Gedanken und Emotionen, Befindlichkeiten und krude Theorien str\u00f6men aus allen Ecken des Netzes mit einer Direktheit und Wucht auf uns ein, dass wir untergehen in einer Flut vermeintlicher Informationen.Die Algorithmen der Sozialen Medien checken keine Inhalte. Sie schenken Content Reichweite, der Gef\u00fchle und Reaktionen entfacht. Ger\u00fcchte und Falschnachrichten verbreiten sich \u00fcber diese Strukturen wie Lauffeuer und \u00fcberrollen Menschen, die es noch gewohnt sind, jeder Nachricht Glauben zu schenken. Reflexhaft werden Inhalte geteilt, Freunde oder Verwandte nicht hinterfragt. Dieser Mahlstrom aus Informationen verschlingt jeden Anker einer Gewissheit.Drei Nachrichten, die meine Bekannte in ihrer seit Kriegsbeginn chronischen \u201esocial media diarrhea\u201c in die Welt hinaus geblasen hat, habe ich ihr exemplarisch gegengecheckt, transparent mit Quellen und Begr\u00fcndung. Geholfen hat es nicht.Eine Welt, widewide wie sie mir gef\u00e4lltSie m\u00fcsse die Sicht der Pal\u00e4stinenser verbreiten, schrieb sie mir unbeirrt, \u201edeswegen teile ich Informationen \u00fcber die Situation der Menschen in Gaza und hierzulande, um darauf aufmerksam zu machen. Und das alles sehr schnell und in hoher Frequenz. Wenn sich da die ein oder andere Falschmeldung oder zu einseitige Berichterstattung einschleicht, dann ist das \u00e4rgerlich \u2013 aber derzeit nicht meine Priorit\u00e4t.\u201cIch las ihre Antwort mehrmals. Es war mir extrem schwergefallen, die Aussagen in ihren Posts nicht zu bewerten. Bewusst hatte ich vermieden, in eine emotionale Argumentation abzurutschen. Was hatte ich falsch gemacht? Ich dachte, ich appelliere an den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den wir uns alle einigen sollten: die Fakten. Was aber bedeuten Fakten in einer Welt, in der ich f\u00fcr jeden Bullshit, an den ich glauben m\u00f6chte, vermeintliche Quellen finde?Die menschliche Natur mag keine Widerspr\u00fcche. Widerspr\u00fcche bedeuten Nachdenken, manchmal sogar Umdenken. Und das ist anstrengend. Also sind wir gut darin, sie zu \u201e\u00fcbersehen\u201c, und hinterfragen zugleich weniger, was unsere Sicht der Dinge best\u00e4rkt. Denn der Wunsch, dass unsere Ansichten mit vermeintlichen Tatsachen \u00fcbereinstimmen, wird auf der schier unersch\u00f6pflichen Informationshalde des Internets mit Leichtigkeit bedient. Durch die digitale Brille nehmen wir so immer unterschiedlichere Welten wahr. Wir begegnen algorithmengesteuerten Eindr\u00fccken, ausgew\u00e4hlten Bildern und stromlinienf\u00f6rmigen Nachrichten, die K\u00fcnstliche Intelligenzen f\u00fcr uns als angenehm errechnet haben. Aus diesen passgenauen Bausteinen errichten wir dann unsere Ansichten. Ob sie der Wirklichkeit entsprechen, wird irgendwann egal.Denn auch das soziale Regulativ f\u00e4llt in Zeiten Sozialer Medien weg. H\u00e4tte ich mir fr\u00fcher eine v\u00f6llig realit\u00e4tsverfehlende Welt konstruiert, w\u00e4re ich der Cliquendepp gewesen. Keiner h\u00e4tte mit mir abh\u00e4ngen wollen, weil ich Bullshit redete. Ich h\u00e4tte mich entscheiden m\u00fcssen zwischen einem einsamen Dasein und dem Hinterfragen meiner Weltsicht. Heute muss sich niemand mehr entscheiden. Oder hinterfragen. Der soziale Selektionsprozess einer gemeinsamen Wahrnehmung ist aufgel\u00f6st. Dank der unendlichen Weiten des Internets findet jeder selbst f\u00fcr den absurdesten Irrsinn und die beh\u00e4mmertsten Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen schnell und einfach Gleichgesinnte.Opfernarrativen (\u00e0 la \u201eIch f\u00fchle mich missverstanden, mir wird Unrecht getan\u201c), Widerstandserz\u00e4hlungen (wie \u201eUnser Aufbegehren ist eine moralische Pflicht!!1!!1!\u201c) und Bildern vermeintlicher Wohlt\u00e4ter (\u201eWir wollen doch nur das Beste f\u00fcr die Menschen (mich)\u201c) bin ich in den zwei Jahren meiner Recherche zu Querdenkern, rechten Netzwerken und internationalen Desinformationskampagnen in allen Lagern begegnet. Sie sind Teil eines Radikalisierungsprozesses, in dem Scheuklappen zum gr\u00f6\u00dften Selbstschutz werden. Beziehungen zur Umwelt werden gekappt und die Abh\u00e4ngigkeit von der Best\u00e4tigung durch die Bubble immer gr\u00f6\u00dfer.Die Wahrheit wird in dieser Welt zur Entscheidung jedes Einzelnen. Wir vergessen, dass die Realit\u00e4t aus Widerspr\u00fcchen besteht und verlieren uns zunehmend im populistischen Schwarz und Wei\u00df. Es ist wichtig, dass wir das begreifen. Sobald n\u00e4mlich der Begriff der Wahrheit ins Spiel kommt, ma\u00dft sich meist die Weltsicht des Einzelnen einen Absolutheitsanspruch an. Mit ihm steht auch der Vorwurf der L\u00fcge im Raum, der Menschen in jene teilt, die recht haben, und jene, die im Unrecht sind. Wahrheit l\u00e4uft auf Spaltung hinaus. Und am Ende auf Krieg.Ein Bekenntnis zu FaktenMeiner Bekannten antwortete ich, ich k\u00f6nne es nicht akzeptieren, dass sie Fakten als bewussten Kollateralschaden ihres ideologischen Kreuzzugs in Kauf nehme. \u201eDas ist dieselbe Argumentationsstruktur, die auch Rechte, Querdenker, Schwurbler, Klimawandelleugner etc. f\u00fcr sich beanspruchen: Sie denken, ihre ,Wahrheiten\u2018 seien so wichtig und gro\u00df, dass sie rechtfertigen, sich \u00fcber Fakten und Tatsachen hinwegsetzen zu k\u00f6nnen. Du sagst, die Leute sollen sich ihre eigene Meinung auf Basis deiner Infos bilden. Sie sollen sich also auf Basis von L\u00fcgen und Propaganda, die du bewusst teilst, weil sie deiner Deutung der Situation entsprechen, eigenst\u00e4ndig eine freie Meinung bilden?\u201cDarauf entgegnete sie mir nichts mehr, teilte aber flei\u00dfig weiter.Es gibt viele Verbreitungsgr\u00fcnde f\u00fcr Desinformationen: Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, Geldgeilheit oder Machthunger. Am schlimmsten finde ich aber die ideologischen, die sich in selbstgef\u00e4lliger, moralischer \u00dcberlegenheit w\u00e4hnen. Missionierende \u00dcberzeugungst\u00e4ter ma\u00dfen sich an, unsere Wahrheiten nach ihren Narrativen zu formen \u2013 ob sie den Tatsachen entsprechen oder nicht.Wir brauchen ein Bekenntnis zu allgemeing\u00fcltigen und wissenschaftlich belegten Fakten. Denn nur auf Basis einer gemeinsamen Faktengrundlage k\u00f6nnen wir miteinander in den Dialog treten. Dabei m\u00fcssen wir nicht derselben Meinung sein und die gleichen Ansichten vertreten. Streit geh\u00f6rt bei einer gesunden Demokratie dazu. Trotzdem m\u00fcssen wir uns auf eine gemeinsame Sprache festlegen. Wie sollen wir sonst L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Krisen und Konflikte finden und handlungsf\u00e4hig bleiben?Wir m\u00fcssen uns unseren Bias, unsere Voreingenommenheit, bewusst machen und uns wappnen gegen die Verf\u00fchrung durch Ideologien und Befindlichkeiten. Wir m\u00fcssen lernen, vertrauensw\u00fcrdige Quellen zu erkennen und zugleich als Vertreter dieser Quellen beginnen, neues Vertrauen zu verdienen. (Kleiner Tipp: Wer sich nicht geh\u00f6rt und ernst genommen f\u00fchlt, wendet sich ab.) Wir m\u00fcssen uns den Fakten verpflichtet f\u00fchlen \u2013 ob sie uns gefallen oder nicht. Und wir d\u00fcrfen nicht vergessen, auch immer die Gegenseite anzuh\u00f6ren und uns auf den Tanz eines gemeinsamen Dialogs einzulassen.Denn: Wenn wir die Macht haben, zu publizieren und die \u00d6ffentlichkeit mitzugestalten, m\u00fcssen wir auch die Verantwortung annehmen, unsere eigenen Redakteure zu werden. Wir m\u00fcssen uns verantwortlich f\u00fchlen, die Informationen unseres Lebens selbst zu kuratieren und gegenzuchecken. Wir d\u00fcrfen nur publizieren und verbreiten, was wirklich wahrhaftig ist und einer allgemeing\u00fcltigen Ethik entspricht.Nur so k\u00f6nnen wir das Geschenk der \u00d6ffentlichkeit, das uns das Internet in den Scho\u00df unserer Gesellschaft gelegt hat, sch\u00fctzen und als Demokratie mit ihm wachsen.Diese Chance ist es wert.\u2013Der Text ist erschienen in \u201eMission Wahrheit \u2013 Wer vermittelt uns ein realistisches Bild unserer Welt?\u201c, herausgegeben von Prof. Bodo Hombach, Tectum, 2024, 250 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-8288-5167-2Zur Quelle wechselnAuthor: Bastian Schlange"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Mission Wahrheit \u2013 das Geschenk im Scho\u00df","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mission-wahrheit-das-geschenk-im-schoss\/#breadcrumbitem"}]}]