[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mittlerer-korridor-konkurrenz-um-eine-lebensader-zwischen-europa-und-asien\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mittlerer-korridor-konkurrenz-um-eine-lebensader-zwischen-europa-und-asien\/","headline":"Mittlerer Korridor \u2013 Konkurrenz um eine Lebensader zwischen Europa und Asien","name":"Mittlerer Korridor \u2013 Konkurrenz um eine Lebensader zwischen Europa und Asien","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas fordert im Umgang mit Russland Selbstbewusstsein. Wenn die F\u00fchrung um Wladimir Putin weitgehende Forderungen stelle, m\u00fcsse die EU entsprechend antworten. 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Wenn die F\u00fchrung um Wladimir Putin weitgehende Forderungen stelle, m\u00fcsse die EU entsprechend antworten.Sie bezieht dabei die russischen Truppen ein, die nicht nur in der Ukraine, sondern in weiteren Staaten in der Nachbarschaft Russlands stationiert sind. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das sie im Februar an die EU-Staaten geschickt hat und das CORRECTIV einsehen konnte.Unter anderem fordert sie, dass Russland seine Truppen aus dem S\u00fcdkaukasus, konkret aus Georgien und Armenien abzieht. Dass es sich dabei nicht nur um einige Tausend Soldaten, sondern um einen gr\u00f6\u00dferen Interessenkonflikt zwischen der EU und Russland handelt, wurde in den vergangenen Wochen deutlich \u2013 und zwar an den weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, die auch durch einen br\u00fcchigen Waffenstillstand noch nicht behoben werden.Bereits am ersten Kriegstag wurden diese Auswirkungen sichtbar. Ab diesem 28. Februar musste der Flugverkehr erheblich eingeschr\u00e4nkt werden. Solange die Region unsicher bleibt, umfliegen zivile Flugzeuge den Iran und weite Gebiete des Nahen Ostens.Ein gro\u00dfer Teil wird von der T\u00fcrkei kommend n\u00f6rdlich am Iran vorbei gef\u00fchrt. Doch auf diesem Weg in Richtung China bleibt nur ein schmaler Raum, denn noch ein St\u00fcck weiter n\u00f6rdlich beginnt bereits Russland. Diese Region dazwischen ist der S\u00fcdkaukasus mit den Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Wie sehr sich die Flugzeuge dort dr\u00e4ngen, ist zum Beispiel auf den Karten von Flightradar24 zu erkennen.Flugverkehr w\u00e4hrend des Iran-Krieges. Screenshot: CORRECTIV \/ Fligthradar24 am 8. April 2026Jahrzehntelang war diese Region eine der wenig beachteten Verbindungen zwischen Europa und Asien. Als Konfliktgebiet war sie zu unsicher und zudem vergleichsweise unattraktiv f\u00fcr den Transport der wachsenden Warenstr\u00f6me zwischen den Kontinenten, dies mangels effektiver Infrastruktur, zu viel B\u00fcrokratie und Korruption.Sichere Landwege, begehrte RohstoffeJe h\u00e4ufiger Schiffsrouten zwischen China und Europa in den vergangenen Jahren in Gefahr gerieten \u2013 etwa durch Piratenangriffe vor Afrika etwa oder Luftangriffe der Huthis in S\u00fcdarabien \u2013 desto mehr r\u00fcckten die Transportwege auf der Landmasse Europas und Asiens in den Fokus. Dabei standen vor allem Russland mit seinem ausgedehnten Stra\u00dfen- und Schienennetz sowie die s\u00fcdlichen Landwege unter anderem durch den Iran im Mittelpunkt.Doch der Krieg Russlands gegen die Ukraine und nun der Iran-Krieg machen die Nutzung der n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Wege unsicher. Hinzu kommen die Sanktionen gegen Russland, die den Transport von G\u00fctern einschr\u00e4nken.\u00a9 Mohamed Anwar\/CORRECTIVMittlerer KorridorUnter den Begriff Mittlerer Korridor fallen Verkehrsverbindungen zwischen Europa und China abseits Russlands und des Iran \u2013 auf Stra\u00dfen, Schienen und per Schiff. Sie verlaufen in etwa durch die Mitte des eurasischen Kontinents, ausgehend von China \u00fcber Zentralasien durch das Kaspische Meer und den S\u00fcdkaukasus direkt in das Schwarze Meer oder \u00fcber den Landweg in der T\u00fcrkei nach Europa. Alle Anrainer-Staaten verfolgen Verkehrsprojekte teils in Konkurrenz, teils in Kooperation.Die Europ\u00e4ische Union betreibt eine Initiative unter dem Namen Transkaspischer Verkehrskorridor, die auch dem Handel und Transport kritischer Rohstoffe dienen soll. Ziel ist der EU zufolge, eine \u201emoderne, wettbewerbsf\u00e4hige und effiziente Route\u201c zu schaffen, die Europa und Asien in h\u00f6chstens 15 Tagen verbindet. Nach Sch\u00e4tzungen der EU-Kommission k\u00f6nnte sich das Handelsvolumen im Mittleren Korridor bis 2040 verdreifachen oder sogar verf\u00fcnffachen. Diese Sch\u00e4tzungen wurden noch vor Beginn des Iran-Krieges vorgenommen.Zwischen China und Europa bleibt also der sogenannte Mittlere Korridor \u2013 f\u00fcr den Transport von G\u00fctern einerseits und andererseits f\u00fcr den Transfer von Daten und Energie durch Kabel und Pipelines.Die Staaten Zentralasiens und des S\u00fcdkaukasus dienen dabei nicht nur dem Transfer zwischen China und Europa. Aserbaidschan, Turkmenistan und Kasachstan als Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres verf\u00fcgen \u00fcber bedeutende Reserven an \u00d6l und Gas. Die Steppen dort eignen sich f\u00fcr die Produktion von Sonnen \u2013 und Windenergie. Kasachstan verf\u00fcgt zudem \u00fcber begehrte Rohstoffe wie Lithium, Kupfer und Gold.Einst KonfliktgebietWenn bei diesem Mittleren Korridor, bildlich gesehen, Zentralasien den weiten Bauch einer Flasche bildet, dann ist der S\u00fcdkaukasus ein sehr schlanker Flaschenhals zwischen Iran und Russland.Dass der S\u00fcdkaukasus nun zur alternativen Transportroute werden kann, liegt auch darin begr\u00fcndet, dass zwei Staaten dort \u2013 Armenien und Aserbaidschan \u2013 eine jahrzehntelange Feindschaft beendet haben und mit einem Abkommen Frieden schlie\u00dfen wollen.Beide Staaten haben das enorme wirtschaftliche Potenzial erkannt und werben um Investitionen f\u00fcr den Ausbau der seit langem brachliegenden Infrastruktur.War der S\u00fcdkaukasus in der Vergangenheit isoliert und gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung verarmt, k\u00f6nnte er in Friedenszeiten ein prosperierendes Handelskreuz werden.Konflikt zwischen Armenien und AserbaidschanZwischen den S\u00fcdkaukasus-Republiken bestand jahrzehntelang ein Konflikt vor allem um territoriale Fragen. Beide Staaten hatten sich erst 1918 gegr\u00fcndet und wurden schon kurz darauf von der Roten Armee eingenommen und \u201esowjetisiert\u201c. Der damalige Diktator Stalin teilte die Sowjetrepubliken so auf, dass bestehende Konflikte nicht behoben, sondern durch Grenzziehung zementiert wurden.Der Hauptkonflikt betraf die Region Bergkarabach, das in der Mehrzahl von Armeniern bewohnt und Aserbaidschan zugeschlagen wurde. Als die sowjetische Zentralmacht Ende der 1980er Jahre Einfluss verlor, brach der Konflikt neu auf. Die Armenier bestanden auf ihrem Selbstbestimmungsrecht, die Aserbaidschaner auf territoriale Integrit\u00e4t ihres Staates.Es kam zum Krieg, der Sch\u00e4tzungen zufolge 30.000 Menschen das Leben kostete. Armenien eroberte Bergkarabach und als \u201eSchutzzone\u201c mehrere Gebiete um die Region. Tausende Aserbaidschaner mussten fliehen. Internationale Vermittlungsversuche im Rahmen der OSZE fruchteten nicht. 2020 kam es zum zweiten Krieg um Bergkarabach, nach einer weiteren Offensive nahm Aserbaidschan 2023 das Gebiet vollst\u00e4ndig ein. Fast alle Armenier flohen innerhalb weniger Tage aus Bergkarabach.Aserbaidschan erhebt eine weitere Forderung: Es besteht auf einem Korridor \u00fcber armenisches Territorium zu seiner Exklave Nachtschiwan. Mehrfach drangen aserbaidschanische Streitkr\u00e4fte auf armenisches Gebiet vor und besetzten strategisch wichtige H\u00f6hen. Jedoch erhielt Aserbaidschan keine Unterst\u00fctzung f\u00fcr dieses milit\u00e4rische Vorgehen. Die EU richtete auf Wunsch Armeniens an der Grenze eine Beobachtermission (EUMA) ein.Schlie\u00dflich einigten sich Armenien und Aserbaidschan in direkten Verhandlungen auf ein Friedensabkommen, das sie 2025 in Anwesenheit von US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Wei\u00dfen Haus in Washington vorl\u00e4ufig besiegelten. Die umstrittene Verbindung \u00fcber armenisches Gebiet soll als \u201eTrump Route\u201c gebaut und von einem US-Unternehmen gemanagt werden. An einer Eisenbahnstrecke als Anschlussst\u00fcck an die \u201eTrump Route\u201c durch Nachitschewan will sich die EU beteiligen.Konkurrenz um geostrategisch bedeutsame RegionAls schmale und doch wichtige Verbindung zwischen Ost und West, aber auch zwischen Nord und S\u00fcd, hat der S\u00fcdkaukasus eine erhebliche geostrategische Bedeutung f\u00fcr die benachbarten M\u00e4chte.Russland beansprucht diese Region als Einflusszone, in der es wirtschaftlich, politisch und milit\u00e4risch Kontrolle aus\u00fcben will. Zudem arbeitet Russland mit dem Iran am Ausbau eines Nord-S\u00fcd-Korridors, der bis nach Indien reichen und auch der Umgehung Europas dienen soll.Die T\u00fcrkei pflegt seit Jahren einen politischen und wirtschaftlichen Verbund mit sprachlich, kulturell und politisch verbundenen Staaten von Aserbaidschan bis Pakistan.F\u00fcr China ist der S\u00fcdkaukasus ein Teilstrang seiner \u201eNeuen Seidenstra\u00dfe\u201c (Belt and Road Initiative). Er gewinnt an Bedeutung, wenn die Stra\u00dfen und Schienenwege im Iran unsicher bleben.Auch die USA haben die Region wiederentdeckt mit Donald Trump als Dealmaker und \u201eFriedensstifter\u201c zwischen Armenien und Aserbaidschan.Sicherheitspolitisch von BedeutungDie Europ\u00e4ische Union ist damit nur einer von vielen Spielern in der Region, der sich politisch und wirtschaftlich engagiert. Als sich etwa die EU 2022 h\u00e4nderingend aus der Abh\u00e4ngigkeit von russischem \u00d6l und Gas befreien wollte, stattete EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen Aserbaidschan einen Besuch ab. Mit Pr\u00e4sident Ilham Alijew handelte sie eine Vereinbarung \u00fcber eine Energiepartnerschaft aus, die allerdings unverbindlich gehalten wurde.Aktuell engagiert sich die EU verst\u00e4rkt in der Region. Im M\u00e4rz besuchten hochrangige EU-Vertreter Armenien und Aserbaidschan. Anfang Mai h\u00e4lt die EU erstmals einen Gipfel mit Armenien in Jerewan ab.Erweiterungspolitik als Frage der SicherheitDer Krieg Russlands gegen die Ukraine hat den Blick auf die Region ver\u00e4ndert. Die Staaten zwischen der EU und Russland werden st\u00e4rker unter dem Aspekt der Sicherheit wahrgenommen. So sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos k\u00fcrzlich bei einer Veranstaltung in Berlin: \u201eEU-Erweiterungspolitik ist Sicherheitspolitik.\u201cUnter diese Erweiterungspolitik fallen auch die S\u00fcdkaukasus-Republiken Georgien und Armenien, wobei Georgien bereits 2023 zum Beitrittskandidaten erkl\u00e4rt wurde und Armenien \u00fcber eine Partnerschaftsagenda eingebunden ist, die Armenien mit dem Ziel der Integration in die EU verfolgt.Kallas f\u00fcr Abzug russischer TruppenAuch die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas bezieht diese Region in die europ\u00e4ische Sicherheitspolitik ein. In dem anfangs erw\u00e4hnten Positionspapier vom 11. Februar 2026, spricht sie sich daf\u00fcr aus, Russland selbstbewusst mit sicherheitspolitischen Forderungen zu konfrontieren. Diese sollen den Anspr\u00fcchen Wladimir Putins nach einer russischen Hegemonie \u00fcber Europa etwas entgegensetzen, hei\u00dft es in dem \u201eNon-Paper\u201c.Unter dem Stichpunkt \u201eSicheres und stabiles Europa\u201c schreibt Kallas:\u00a0 \u201e \u2026 die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz und Stationierung Russlands in Belarus, der Ukraine, der Republik Moldau, Georgien und Armenien muss verboten werden.\u201c Sie z\u00e4hlt dies zu den \u201ezentralen Interessen Europas bei der Gew\u00e4hrleistung eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens sowie der Sicherheit des Kontinents\u201c.Die Forderungen sollen in die Verhandlungen mit Russland zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine. Kallas betont in dem Positionspapier: \u201eOhne die EU am Verhandlungstisch und ohne Ber\u00fccksichtigung der Kerninteressen der EU wird es keinen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden und keine Sicherheit auf dem Kontinent geben.\u201cKallas verteidigte ihre Vorschl\u00e4ge, nachdem europ\u00e4ische Diplomaten diese als zu extrem bezeichnet hatten. Auf Russlands maximalistische Forderungen d\u00fcrfe keine minimalistische Reaktion seitens der EU folgen.Russische Truppen und Grenzsch\u00fctzerKallas\u2019 Forderung kollidiert an dieser Stelle direkt mit Russlands Anspr\u00fcchen. Dessen F\u00fchrung sieht den S\u00fcdkaukasus als eine der eigenen Grenze vorgelagerte Pufferzone.In Georgien betrifft das die beiden abtr\u00fcnnigen Regionen S\u00fcdossetien und Abchasien, die Russland nach einem Krieg 2008 als unabh\u00e4ngig anerkannt hat. Es betreibt dort seither Milit\u00e4rbasen und -st\u00fctzpunkte mit Tausenden Soldaten. Erst wenige Monate vor dem Kriegsbeginn im August 2008 hatte Russland zwei Milit\u00e4rbasen in Georgien ger\u00e4umt, eine in der Hafenstadt Batumi und eine unweit wichtiger \u00d6lpipelines.In Armenien wiederum betreibt Russland auf Grundlage von Beistandsverpflichtungen eine Milit\u00e4rbasis und einen Milit\u00e4rflughafen. Russland ist dar\u00fcber hinaus mit Grenzsoldaten des Inlandsgeheimdienstes FSB pr\u00e4sent.Putin lie\u00df Armenien allerdings 2021 und 2022 im Stich, als Truppen des benachbarten Aserbaidschan in Armenien einmarschierten. Russland stand auch nicht den 100.000 Armeniern zur Seite, die im September 2023 aus der Region Bergkarabach vor anr\u00fcckenden aserbaidschanischen Truppen flohen. Daraufhin wendete sich die Stimmung in Armenien gegen Russland.Politische EinflussnahmeArmeniens Regierung versucht in einem Balanceakt, die massive wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von Russland zu verringern. Ohne die Beziehungen zu Russland zu kappen, sucht sie neue Partner auch f\u00fcr Milit\u00e4rkooperationen.Die EU stellte den armenischen Streitkr\u00e4ften seit 2024 30 Millionen Euro bereit. Zudem patrouillieren seit September 2022 auf Wunsch der armenischen Regierung EU-Beobachter an der Grenze zu Aserbaidschan. Die russischen Grenztruppen hingegen lie\u00df sie von dort abziehen.Milit\u00e4risch h\u00e4lt sich Russland zur\u00fcck, solange dessen Streitkr\u00e4fte in der Ukraine gebunden sind. Daf\u00fcr versucht der Kreml, weiter politisch Einfluss zu nehmen, dies immer mit der Drohung, die Gaslieferungen zu verteuern oder abzustellen.Bei einem Besuch von Premierminister Nikol Paschinjan am 1. April in Moskau sagte Putin beispielsweise offen, er hoffe auf die Teilnahme pro-russischer Parteien an der f\u00fcr Juni anstehenden Parlamentswahl in Armenien. 2025 berichtete die russische Zeitung \u201eWedomosti\u201c, Putins Vizestabschef Sergej Kirijenko wolle vor der Wahl die russischen Interessen mittels \u201eSoft Power\u201c voranbringen. Gemeint ist damit geheimdienstliche und offene politische Einflussnahme wie auch in Ungarn oder Moldau. Mit Propaganda- und Desinformationskampagnen wird in Armenien versucht, die Menschen wieder pro-russisch zu stimmen.Mit dem autorit\u00e4r regierten Aserbaidschan, das wirtschaftlich und milit\u00e4risch weit st\u00e4rker aufgestellt ist als Armenien, versucht Putin eher auf Augenh\u00f6he zu verhandeln. Dessen Pr\u00e4sident Ilham Alijew wei\u00df es zu nutzen, dass Russland seine Nachbarn zur Umgehung der EU-Sanktionen braucht. Dazu z\u00e4hlt der Nord-S\u00fcd-Korridor, der Russland mit Iran und Indien verbindet.\u00a9 Mohamed Anwar\/CORRECTIVEinschl\u00e4ge im Kaspischen Meer und in AserbaidschanDiese Nord-S\u00fcd-Verbindung zwischen Russland und Iran gef\u00e4hrdet allerdings die Stabilit\u00e4t der Region. Denn sie geriet in den Fokus des Krieges Israels und der USA gegen den Iran: Am 19. M\u00e4rz verk\u00fcndeten die israelischen Streitkr\u00e4fte, dass man Schiffe der iranischen Marine und Hafenanlagen im Kaspischen Meer zerst\u00f6rt habe.In diesem Zusammenhang berichteten israelische Medien, dass der betroffene Hafen Bandar Anzali ein zentraler Anlandepunkt f\u00fcr den Schmuggel zwischen dem Iran und dem russischen Hafen Astrachan am Kaspischen Meer sei. Einige Tage sp\u00e4ter zitierte die \u201eFinancial Times\u201c westliche Geheimdienste, denen zufolge Russland seit Anfang M\u00e4rz neben Medikamenten und Lebensmitteln auch Drohnen in den Iran exportiere. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow best\u00e4tigte, dazu befragt, nur Gespr\u00e4che mit der iranischen F\u00fchrung.Es war w\u00e4hrend vier Wochen Krieg das erste und einzige Mal, dass Israel Ziele n\u00f6rdlich des Iran angriff. Aus dem Iran wiederum erreichten in dieser Zeit auch nur einmal Drohnen den Norden. Sie gingen am 5. M\u00e4rz in der aserbaidschanischen Exklave Nachtschiwan nieder. Die aserbaidschanische F\u00fchrung verurteilte \u201ediese Drohnenangriffe aufs Sch\u00e4rfste\u201c, forderte Aufkl\u00e4rung und drohte \u201egeeignete Gegenma\u00dfnahmen\u201c an.Heraushalten aus dem KriegEsr folgte jedoch keine Vergeltung. Stattdessen sandte Aserbaidschan wie weitere L\u00e4nder der Region humanit\u00e4re Hilfe in den Iran. Schon vor Kriegsbeginn am 28. Februar hatte die F\u00fchrung in Baku betont, dass man das eigene Territorium und den Luftraum nicht f\u00fcr Angriffe auf den Iran bereitstellen werde.Notwendig war dies, weil einerseits Aserbaidschans Verh\u00e4ltnis zum Iran von Rivalit\u00e4ten gepr\u00e4gt ist. Zudem unterh\u00e4lt Aserbaidschan enge Beziehungen zu Israel, dem es seit Jahren \u00d6l liefert und von dem es R\u00fcstungsg\u00fcter kauft.Aserbaidschans Pr\u00e4sident Alijew unternimmt derzeit alles, um sein Land aus dem Krieg herauszuhalten. Regierungsnahe Medien und Social-Media-Accounts stellen die strategisch gewachsene Bedeutung Aserbaidschans angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten heraus. Die Rede ist von einer zentralen Rolle in der internationalen Luftfahrt zwischen Asien und Europa, dies zus\u00e4tzlich zu den Verkehrsverbindungen auf Stra\u00dfen, Schienen und zu Wasser.Nach Jahrzehnten der Konflikte sind es nun die L\u00e4nder in diesem schmalen Flaschenhals des Mittleren Korridors, die mit Stabilit\u00e4t zur Aufrechterhaltung des internationalen Verkehrs beitragen wollen. Damit steigt die Bedeutung der Region gerade auch f\u00fcr Europa, auch wenn zahlreiche Unw\u00e4gbarkeiten bleiben.Faktencheck: Alexej HockRedaktion: Pamela Kaethner und Justus von DanielsZur Quelle wechselnAuthor: Silvia St\u00f6ber"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Mittlerer Korridor \u2013 Konkurrenz um eine Lebensader zwischen Europa und Asien","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/mittlerer-korridor-konkurrenz-um-eine-lebensader-zwischen-europa-und-asien\/#breadcrumbitem"}]}]