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title: "Mülheimer Brücke: Vier Autospuren sind kein Muss – sichere Radwege schon"
url: https://www.bachhausen.de/muelheimer-bruecke-vier-autospuren-sind-kein-muss-sichere-radwege-schon/
date: 2026-10-21
modified: 2026-10-21
lang: de
author: "Dirk Bachhausen"
description: "Seit Jahren zeigt die Mülheimer Brücke, dass sie auch mit einer Autospur je Richtung ihre Funktion als Rheinquerung erfüllt. Trotzdem wird weiter darüber diskutiert, nach der Sanierung wieder vier Fahrspuren..."
categories:
  - "Meinung"
tags:
  - "Brücke"
  - "Platz"
  - "sichere"
  - "Vier Autospuren"
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# Mülheimer Brücke: Vier Autospuren sind kein Muss – sichere Radwege schon

Seit Jahren zeigt die Mülheimer Brücke, dass sie auch mit einer Autospur je Richtung ihre Funktion als Rheinquerung erfüllt. Trotzdem wird weiter darüber diskutiert, nach der Sanierung wieder vier Fahrspuren für Autos bereitzustellen. Für mich ist klar: Wir sollten die Erfahrungen der vergangenen Jahre nutzen, um die Brücke endlich für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen.

Ich setze mich dafür ein, dauerhaft eine Fahrspur je Richtung für den Autoverkehr vorzusehen und die jeweils äußere Spur in einen breiten, sicheren Radfahrstreifen umzuwandeln. Fußgängerinnen und Fußgänger bekämen dadurch mehr Platz auf den seitlichen Wegen. Das wäre eine sinnvolle Neuaufteilung des begrenzten Raums.

Die Baustelle liefert seit Jahren praktische Erfahrungen

Bereits seit April 2019 sieht die baustellenbedingte Verkehrsführung eine Reduzierung auf einen Fahrstreifen je Richtung vor. Die Brücke bleibt damit eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Rheinseiten. Vier Autospuren sind offensichtlich keine Voraussetzung dafür, dass sie diese Aufgabe grundsätzlich erfüllen kann.

Natürlich bedeutet das nicht, dass es keine Staus, Ausweichverkehre oder Belastungen an anderen Stellen gibt. Die Stadt beschreibt ausdrücklich eine verringerte Kapazität und ergänzende Maßnahmen zur Steuerung des Zuflusses. Diese Auswirkungen müssen in die dauerhafte Planung einfließen. Sie rechtfertigen aber nicht automatisch die Rückkehr zur alten Flächenverteilung.

Wer vier Autospuren fordert, muss auch erklären, wie dann sichere und ausreichend breite Wege für den Fuß- und Radverkehr entstehen sollen.

Eine entschärfte Engstelle löst das Grundproblem nicht

Jede Verbesserung an einer Engstelle ist willkommen. Doch punktuelle Verbesserungen ersetzen keine durchgehend sichere Radverkehrsführung.

Die Stadt selbst stellt fest: Die Verkehrsfläche der Brücke bleibt im Wesentlichen gleich groß. Eine Verbreiterung wurde geprüft und verworfen. Wenn wir mehr Sicherheit und ausreichend Platz für Menschen schaffen wollen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen wir den vorhandenen Raum anders verteilen.

Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen brauchen verlässlichen Platz. Radfahrende brauchen eine sichere Verbindung, auf der sie nicht ständig in Konflikt mit dem Fußverkehr geraten. Beides darf bei der Sanierung nicht zur Nebensache werden.

Die politische Grundlage besteht längst

Die Idee, den Radverkehr auf die Fahrbahn zu verlegen, ist keineswegs neu. Nach Angaben der Stadt wurde bereits 2016 beschlossen, ihn künftig auf dem jeweils rechten Fahrstreifen sicher über die Brücke zu führen. Die Verwaltung hält eine Veränderung zugunsten des Fuß- und Radverkehrs weiterhin für erforderlich.

Für mich folgt daraus ein klarer Auftrag: Diese Zielsetzung muss endlich in eine tragfähige dauerhafte Lösung übersetzt werden. Dazu gehören gut geplante Anschlüsse an beiden Brückenenden und eine Verkehrsführung, die auch im Umfeld funktioniert.

Auch der Clevische Ring zählt

Bei dieser Debatte geht es ebenso um die Menschen, die an den Zufahrtsstraßen wohnen. Im Maßnahmenpaket zur Kölner Luftreinhaltung ist dokumentiert, dass die damaligen Verkehrsbeschränkungen und die veränderte Verkehrsführung die Belastung am Clevischen Ring um rund 9.000 Fahrzeuge täglich beziehungsweise 20 Prozent verringerten.

Das ist ein gewichtiger Grund, die Auswirkungen einer Rückkehr zu vier Autospuren sorgfältig zu prüfen. Weniger Verkehr, bessere Luft und weniger Lärm müssen eigenständige Ziele der Planung sein. Die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner gehört genauso in diese Abwägung wie die Leistungsfähigkeit einer Kreuzung.

Meine Forderung: Die Erfahrungen nutzen und Platz gerecht verteilen

Als Landtagskandidat von Volt unterstütze ich eine Mülheimer Brücke mit einer Autospur und einem breiten Radfahrstreifen je Richtung sowie ausreichend Platz für den Fußverkehr.

Die jahrelange Baustellenführung liefert ein starkes Argument gegen die Behauptung, vier Autospuren seien unverzichtbar. Jetzt müssen wir daraus eine gut geplante Lösung machen, die Sicherheit, Erreichbarkeit und Lebensqualität zusammenbringt.

Die Sanierung ist die Gelegenheit, die Mülheimer Brücke für die kommenden Jahrzehnte zu gestalten. Diese Chance sollten wir nutzen.