[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-blackout-in-berlin-cdu-und-netzbetreiber-fordern-geheimhaltung-von-daten-zu-stromtrassen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-blackout-in-berlin-cdu-und-netzbetreiber-fordern-geheimhaltung-von-daten-zu-stromtrassen\/","headline":"Nach Blackout in Berlin: CDU und Netzbetreiber fordern Geheimhaltung von Daten zu Stromtrassen","name":"Nach Blackout in Berlin: CDU und Netzbetreiber fordern Geheimhaltung von Daten zu Stromtrassen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz dr\u00e4ngen Fachleute und Politiker auf einen besseren Schutz Kritischer Infrastrukturen. 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Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (CDU) forderte auf Anfrage von CORRECTIV mehr Geheimhaltung sensibler Daten. \u201eUnsere Kritische Infrastruktur darf nicht l\u00e4nger durch digitale Transparenz zum leichten Ziel werden\u201c, sagte Henrichmann. \u201eDass T\u00e4ter mit nur wenigen Klicks auf Plattformen wie Google Maps Schwachstellen ausspionieren k\u00f6nnen, zeigt, dass wir den \u00f6ffentlichen Zugang sensibler Informationen \u00fcber unsere Kritische Infrastruktur endlich \u00fcberpr\u00fcfen m\u00fcssen.\u201cHenrichmann steht auch dem Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste vor, das sich regelm\u00e4\u00dfig mit der Gefahr durch Sabotageakte befasst.Reformen fordert auch das Unternehmen 50Hertz, zust\u00e4ndig f\u00fcr den Betrieb des Strom\u00fcbertragungsnetzes im Norden und Osten Deutschlands. \u201eDie bestehenden Transparenzpflichten werden der heutigen Bedrohungslage nicht mehr gerecht\u201c, sagte die 50Hertz-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sylvia Borcherding CORRECTIV. \u201eWenn sensible Infrastrukturdaten ver\u00f6ffentlicht werden m\u00fcssen, k\u00f6nnen sie mithilfe von KI gezielt f\u00fcr Angriffe genutzt werden \u2013 das ist nicht mehr akzeptabel. Hier brauchen wir dringend Anpassungen.\u201cInformationen \u00fcber Kritische Infrastrukturen finden sich im InternetDaten zu Stromtrassen sind derzeit im Internet auffindbar, ebenso Standorte von Kraftwerken und Umspannwerken. Die Informationen werden etwa durch Ausschreibungen, Auftragsvergaben oder f\u00fcr B\u00fcrgerbeteiligungen \u00f6ffentlich auszulegende Planungsunterlagen bekannt.Nach dem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin hatten die Verfasser eines Bekennerschreibens zwar behauptet, die in Brand gesetzte Kabelbr\u00fccke sei \u201enicht \u00f6ffentlich verzeichnet\u201c gewesen. Tats\u00e4chlich ist sie aber auf einer frei zug\u00e4nglichen Karte im Internet eingetragen.Hintergrund der Debatte f\u00fcr eine bessere Resilienz (Widerstandsf\u00e4higkeit) Kritischer Infrastrukturen sind \u2013 neben dem Berliner Sabotageakt \u2013 die derzeitigen parlamentarischen Beratungen zum sogenannten KRITIS-Dachgesetz.Bauarbeiten am Heizkraftwerk Lichterfelde am Teltow Kanal. Anfang Januar war der Berliner S\u00fcdwesten von einem Stromausfall betroffen. (Quelle: Picture Alliance\/DPA | Britta Pedersen)Schutz gegen Sabotage und NaturkatastrophenDas Paragrafenwerk soll gro\u00dfe Betreiber Kritischer Infrastrukturen, etwa im Energie-, Wasser- oder Gesundheitssektor oder im Transportwesen, zu einem besseren Schutz ihrer Einrichtungen verpflichten. Es soll Deutschland widerstandsf\u00e4higer gegen Sabotageakte, Unf\u00e4lle und Naturkatastrophen machen. Betreiber m\u00fcssen demnach Risikoanalysen erstellen und sch\u00e4rfere Sicherheitsvorkehrungen treffen.Mit dem KRITIS-Dachgesetz will Deutschland zudem eine EU-Richtlinie umsetzen. Wie das Bundesinnenministerium CORRECTIV mitteilte, m\u00fcssen die Einrichtungen kritischer Infrastrukturen demnach bis sp\u00e4testens Mitte Juli dieses Jahres benannt sein. Zehn Monate sp\u00e4ter m\u00fcssen die Betreiber einen Plan zur Erh\u00f6hung der Resilienz (Widerstandsf\u00e4higkeit) festlegen und entsprechenden Ma\u00dfnahmen ergreifen.Die Bundesregierung hatte den Entwurf f\u00fcr das Gesetz im September vergangenen Jahres per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht. Einem Bericht des Tagesspiegel zufolge h\u00e4tte es eigentlich bereits in der vergangenen Woche (ab 7. Januar) auf der Tagesordnung des Bundestagsausschusses f\u00fcr Digitales stehen sollen. Die Beratung sei allerdings verschoben worden. Nach Informationen von CORRECTIV aus dem Umfeld des Bundestages m\u00fcssen zwischen Bund und L\u00e4ndern noch Modalit\u00e4ten zur Finanzierung gekl\u00e4rt werden.\u201eExtreme Gefahr\u201c: Kritik an Warnmeldung \u00fcber SmartphoneDas Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat sich derweil zu einer umstrittenen Warnmeldung ge\u00e4u\u00dfert, die unmittelbar vor dem Ende des Stromausfalls verschickt worden war. Berliner Handy-Nutzer wurden dabei durch das \u201eCell Broadcast\u201c-Verfahren mit einem schrillen Alarmton gewarnt.Unter der \u00dcberschrift \u201eExtreme Gefahr\u201c hie\u00df es in der Meldung: \u201eAchtung! Warnung Stromausfall f\u00fcr Berlin\u201c. Dass der Strom bald wieder flie\u00dfen w\u00fcrde, erfuhren die Nutzer erst nach einem Klick auf einen Text mit ausf\u00fchrlicheren Informationen. Die Meldung f\u00fchrte daher zu Irritationen.Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Warnung sei n\u00f6tig gewesen, um Sch\u00e4den am Netz durch fortlaufende private Stromaggregate zu verhindern. Eine Sprecherin der Innenverwaltung sagte, in dem f\u00fcr die Meldung genutzten \u201eModularen Warnsystem\u201c gebe es festgelegte Textbausteine. Diese Formulierungen habe Berlin nicht beeinflussen k\u00f6nnen.Eine Warnung am Smartphone zum Stromausfall in Berlin Anfang Januar 2026. Quelle: Picture AllianceDas f\u00fcr das \u201eModulare Warnsystem\u201c zust\u00e4ndige BBK stellte auf Anfrage von CORRECTIV nun allerdings klar, dass das System nicht den Text der Warnmeldungen, sondern lediglich die \u00dcberschriften zu den unterschiedlichen Warnstufen festschreibe. Die Entscheidung \u00fcber \u201edie Formulierung des Warntextes liegt in den H\u00e4nden der jeweiligen warnenden Stelle \u2013 in diesem Fall das Land Berlin\u201c, sagte die Sprecherin.Berlin soll \u2013 so kann die Stellungnahme des BKK verstanden werden \u2013 nun offenbar f\u00fcr eine angemessene Nutzung des Modularen Warnsystems sensibilisiert werden. Die Sprecherin des BBK sagte: \u201eIn den k\u00fcnftigen Nutzerschulungen f\u00fcr die Anwender des Modularen Warnsystems, die das BBK durchf\u00fchrt, und in der Weiterentwicklung des Warnsystems in Deutschland wird dieses Thema gesondert ber\u00fccksichtigt werden.\u201cPolizei vermutet Linksextremisten hinter dem AnschlagDer Stromausfall war am 3. Januar durch einen Sabotageakt an einer Kabelbr\u00fccke verursacht worden. Rund 45.000 Haushalte im S\u00fcdwesten Berlins mussten zwischenzeitlich ohne Strom auskommen. Der Ausfall konnte erst nach vier Tagen vollst\u00e4ndig behoben werden.Die T\u00e4ter sind noch nicht gefasst. Die Sicherheitsbeh\u00f6rden halten ein im Internet ver\u00f6ffentlichtes Bekennerschreiben f\u00fcr authentisch und vermuten die T\u00e4ter in der linksextremistischen Szene.Redigatur: Samira Joy FrauwallnerFaktencheck: Finn Sch\u00f6neckZur Quelle wechselnAuthor: Ulrich Kraetzer"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Nach Blackout in Berlin: CDU und Netzbetreiber fordern Geheimhaltung von Daten zu Stromtrassen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-blackout-in-berlin-cdu-und-netzbetreiber-fordern-geheimhaltung-von-daten-zu-stromtrassen\/#breadcrumbitem"}]}]