[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-neuen-drohnensichtungen-laender-feilen-an-abwehrkonzepten\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-neuen-drohnensichtungen-laender-feilen-an-abwehrkonzepten\/","headline":"Nach neuen Drohnensichtungen: L\u00e4nder feilen an Abwehrkonzepten","name":"Nach neuen Drohnensichtungen: L\u00e4nder feilen an Abwehrkonzepten","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Hybride Kriegsf\u00fchrung Nach neuen Drohnensichtungen: L\u00e4nder feilen an Abwehrkonzepten Nach Sichtungen in D\u00e4nemark und Schleswig-Holstein sind auch in Niedersachsen wieder Drohnen unbekannter Herkunft gemeldet worden. Dort verf\u00fcgt die Polizei noch nicht \u00fcber die n\u00f6tige Technik zur Detektion und Abwehr. 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Dort verf\u00fcgt die Polizei noch nicht \u00fcber die n\u00f6tige Technik zur Detektion und Abwehr. Experten der Forschungseinrichtung Fraunhofer IOSB berichten von technischen Herausforderungen f\u00fcr Deutschland und Nebeneffekten der Drohnenabwehr.                     von                                Samira Joy Frauwallner                                , Alexej Hock02. Oktober 2025                                Ein Bundeswehrsoldat mit einem Jammer, der die Signale von Drohnen st\u00f6ren kann. Auch die Polizeien in den L\u00e4ndern beschaffen solche Abwehrger\u00e4te. Foto: Marcus Golejewski\/picture alliance                            Die vergangene Woche hat offenbart, wie vulnerabel Deutschland und Europa f\u00fcr feindliche Drohnen sind. Erst versetzten Drohnen unbekannter Herkunft D\u00e4nemark in Alarmbereitschaft. Kurz darauf gab es Meldungen auch aus Schweden, Norwegen und Lettland.Am Freitag wurden dann auch in Schleswig-Holstein erneute \u00dcberfl\u00fcge vermeldet. Der Spiegel berichtete, dass Drohnen wichtige Einrichtungen der kritischen Infrastruktur \u00fcberflogen, darunter ein Kraftwerk und den Sitz der Landesregierung.Das Ausma\u00df verd\u00e4chtiger Drohnen\u00fcberfl\u00fcge ist jedoch noch gr\u00f6\u00dfer als bisher bekannt. Denn auch im benachbarten Niedersachsen wurden in der vergangenen Woche mehrere F\u00e4lle registriert, wie CORRECTIV erfuhr:\u201eIn der vergangenen Woche ereigneten sich mehrere Drohnensichtungen, auch unbekannter Herkunft, an verschiedenen Orten in Niedersachsen\u201c, teilte ein Sprecher des dortigen Innenministeriums auf Anfrage mit. Weiterf\u00fchrende Informationen k\u00f6nne man nicht mitteilen, da diese als vertraulich eingestuft sind.Staatsanwaltschaft durchsuchte FrachtschiffBeide K\u00fcstenl\u00e4nder sehen sich schon l\u00e4nger mit dem Ph\u00e4nomen von Drohnen\u00fcberfl\u00fcgen \u00fcber Bundeswehrstandorten oder kritischer Infrastruktur konfrontiert.Eine Vermutung ist, dass die Ger\u00e4te von Russland von Schiffen aus der Nordsee gestartet werden k\u00f6nnten. Die Staatsanwaltschaft Flensburg hatte in diesem Zusammenhang Anfang Juli ein Frachtschiff durchsucht, das den Nord-Ostsee-Kanal passiert hatte.Am Mittwoch haben jene Staatsanwaltschaft und die Innenministerin von Schleswig-Holstein, Sabine S\u00fctterlin-Waack (CDU), den Landtag \u00fcber die neuesten Sichtungen informiert. Es gebe \u201ebisher keine gesicherten Erkenntnisse, wo die Drohnen herkommen\u201c, sagte S\u00fctterlin-Waack.Man ordne die Sichtungen als Mittel hybrider Kriegsf\u00fchrung ein und habe mittlerweile auch mit dem d\u00e4nischen Geheimdienst Kontakt aufgenommen.Foto: Matthias Balk\/picture allianceVermehrt Sichtungen unbemannter FlugobjekteNach den Sichtungen nahm auch die politische Diskussion an Fahrt auf. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) k\u00fcndigte am Wochenende eine Neufassung des Luftsicherheitsgesetzes an.Demnach soll die Bundeswehr k\u00fcnftig Drohnen abschie\u00dfen d\u00fcrfen. Eine solche Gesetzes\u00e4nderung war Anfang des Jahres bereits vom SPD-gef\u00fchrten Innenministerium der Ampel-Regierung vorbereitet worden. Das Vorhaben kam aber seitdem nicht voran.Das z\u00f6gerliche Vorgehen \u00fcberrascht. Denn das Ph\u00e4nomen verd\u00e4chtiger Drohnen\u00fcberfl\u00fcge erstreckt sich nicht nur auf einzelne Bundesl\u00e4nder.Auch in der restlichen Bundesrepublik gab immer wieder Sichtungen unbemannter Flugobjekte \u00fcber kritischer Infrastruktur und Bundeswehreinrichtungen \u2013 und zwar bereits seit 2022.In einer fr\u00fcheren Recherche hatte CORRECTIV gezeigt, dass es 2024 mindestens 24 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Aussp\u00e4hungen durch Drohnen gab. Damals wollten die norddeutschen L\u00e4nder an den K\u00fcsten \u201eaus ermittlungstaktischen Gr\u00fcnden\u201c keine Angaben machen.In Deutschland gab es 2024 mindestens 24 Ermittlungsverfahren wegen m\u00f6glicher Spionage-Drohnen. (Symbolbild: ABBfoto \/ picture alliance)Wer ist f\u00fcr die \u00dcberfl\u00fcge verantwortlich?Wer f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der mutma\u00dflich vom Putin-Regime gesteuerten \u00dcberfl\u00fcge verantwortlich sein sollte, ist unklar. Die Bundeswehr? Oder die Bundespolizei? Oder doch lieber die Polizeibeh\u00f6rden der Bundesl\u00e4nder? Ein klares Konzept mit eindeutig geregelten Zust\u00e4ndigkeiten gibt es bisher nicht.Auch die rechtlichen Befugnisse sind noch ungekl\u00e4rt, ebenso die Frage, mit welchen technischen Mitteln sich die von Experten als existenziell eingesch\u00e4tzte Bedrohung am besten eind\u00e4mmen l\u00e4sst.Und weil die Kl\u00e4rung dieser Fragen auf sich warten l\u00e4sst, m\u00fchen sich die Bundesl\u00e4nder derzeit noch, der Bedrohung mit Bordmitteln Herr zu werden. Die schleswig-holsteinische Innenministerin S\u00fctterlin-Waack etwa fordert zwar mehr Befugnisse f\u00fcr die Bundeswehr, sieht also offenbar vor allem den Bund in der Verantwortung.Im Landtag sagte S\u00fctterlin-Waack aber auch, die Abwehr sollte \u201enicht durch Zust\u00e4ndigkeitsfragen verlangsamt werden\u201c. Solange eine entsprechende Gesetzes\u00e4nderung auf sich warten l\u00e4sst, will man mit eigenen Konzepten voranschreiten.K\u00fcstenl\u00e4nder arbeiten mit eigenen DrohnenkonzeptenAuf Anfrage best\u00e4tigte ein Ministeriumssprecher, dass durch die Landespolizei ein Konzept zur Drohnendetektion und Drohnenabwehr erarbeitet wurde, das sich nun in der Beschaffung befinde.Die Landespolizei habe bereits 2024 Ger\u00e4te zur Drohnenabwehr beschafft. F\u00fcr 2025 wurden im Haushalt f\u00fcr das Konzept nochmals \u00fcber f\u00fcnf Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt, sowie mehr Stellen f\u00fcr die Landespolizei und den Verfassungsschutz geschaffen.Niedersachsen wiederum verf\u00fcgt nach Auskunft des dortigen Innenministeriums bereits seit 2022 \u00fcber ein Drohnenkonzept. Hinsichtlich Detektion, Verifikation und Abwehr von Drohnen sei es aktuell erweitert worden.Bei der Beschaffung ist man noch nicht so weit wie im Nachbarland: \u201eDie Polizei Niedersachsen verf\u00fcgt gegenw\u00e4rtig nicht \u00fcber Technik zur Detektion, Verifikation und Abwehr von Drohnen, plant jedoch eine Beschaffung\u201c, antwortete ein Ministeriumssprecher auf Anfrage von CORRECTIV.Sicherheitsstandards und rechtliche Grenzen k\u00f6nnen die Abwehr erschweren. F\u00fcr die Drohnenabweher eingesetzte Laser- und Mikrowellenstrahlen k\u00f6nnten beispielsweise Herzschrittmacher beeintr\u00e4chtigen. (Symbolbild). Foto: picture alliance \/ dpa | Arno BurgiDrohnenforschung am Fraunhofer-Institut: Technische Herausforderungen und M\u00f6glichkeiten im \u00dcberblickF\u00fcr CORRECTIV ordnete auch die Forschungseinrichtung des Fraunhofer-Instituts Karlsruhe die Frage ein, wie sich Deutschland besser gegen potenziell gef\u00e4hrliche oder spionierende Drohnen sch\u00fctzen kann. Im Bereich Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) wird intensiv zu Drohnen geforscht. Ein Sprecher nennt drei zentrale Punkte:\u00a0Den Aufbau eines fl\u00e4chendeckenden Systems, um mit allen verf\u00fcgbaren Techniken verd\u00e4chtige Drohnen\u00fcberfl\u00fcge erkennen zu k\u00f6nnen, um ein aussagekr\u00e4ftiges Lagebild zu erstellenEinen klaren Rechtsrahmen f\u00fcr Abwehrma\u00dfnahmen \u2013 bislang sei die aktive Neutralisierung von Drohnen in vielen F\u00e4llen rechtlich schwierig oder unzul\u00e4ssig.Die Beschaffung und Integration verschiedener Abwehrsysteme.Jedoch best\u00fcnden bislang noch erhebliche H\u00fcrden f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende \u00dcberwachung und Abwehr im Umfeld kritischer Infrastrukturen. Dazu z\u00e4hlten: unklare und fragmentierte Zust\u00e4ndigkeiten, fehlende Befugnisse sowie die mangelnde Vernetzung zu einem zentralen Lagebild. Aber auch die grundlegenden technischen Herausforderungen bei der Detektion kleiner Drohnen, etwa der Unterscheidung \u201egut\u201c vs. \u201eb\u00f6se\u201c und bei der Abwehr, so der Sprecher.\u00a0Welche Schwierigkeiten gibt es in der Drohnendetektion?Grunds\u00e4tzlich stehen laut Fraunhofer verschiedene Sensoriken zur Verf\u00fcgung, um unbekannte Drohnen zu detektieren \u2013 jede mit ihren eigenen Vorteilen und Begrenzungen. Im Wesentlichen sind dies:M\u00f6glichkeiten zur DrohnenabwehrFunksignale: Steht die Drohne per Funk mit einer Bodenstation in Kontakt, etwa zwecks Fernsteuerung oder um Bilder zu \u00fcbertragen, lassen sich die Funksignale orten. Eine Detektion und Identifikation ist oft sogar schon vor dem Start der Drohne m\u00f6glich. Aber: Dies funktioniere nicht bei autonomen Drohnen, die ihren Weg selbst\u00e4ndig finden beziehungsweise vorab via Flugweg (\u201eflight path\u201c) programmiert wurden.Radar: Drohnen, die Radarsignale reflektieren, lassen sich wie andere Flugobjekte auch \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanzen sehr genau orten, wenn sie in der Luft sind. Aber: Dies funktioniere nicht bei sehr kleinen oder \u00fcberwiegend aus Plastik bestehenden Drohnen. Drohnen k\u00f6nnen das Radar unterfliegen.Optische Detektion: Mit verschiedenen Arten leistungsf\u00e4higer Kameras und KI-unterst\u00fctzter Bildauswertung k\u00f6nnen Drohnen auf einige hundert Meter detektiert werden. Unter Einsetzung von thermischem Infrarot k\u00f6nne man auch in der Nacht operieren. Die Vorwarnzeit sei aufgrund der begrenzten Reichweite gering.Akustische Detektion: Funktioniert laut IOSB-Sprecher in realen Szenarien kaum, etwa in der Umgebung von kritischen Infrastrukturen oder in st\u00e4dtischen Bereichen, weil mit zu viel Schall durch Dritte zu rechnen sei.F\u00fcr Systeme, die Drohnen unterschiedlicher Klassen oder in unterschiedlichen Szenarien effektiv detektieren und gegebenfalls abwehren sollen, sei es unerl\u00e4sslich, verschiedene Sensoriken und Wirkmechanismen zu kombinieren.Drohnenabwehr: Vor- und Nachteile Zwar existieren verschiedene Strategien, um Drohnen abzuwehren. Aber nach Angaben der Forschungseinrichtung jeweils mit Vor- und Nachteilen: Im zivilen Umfeld gehe es dabei etwa nicht nur um Technik. Sicherheitsstandards und rechtliche Grenzen w\u00fcrden die Abwehr zus\u00e4tzlich erschweren. F\u00fcr die Drohnenabweher eingesetzte Laser- und Mikrowellenstrahlen k\u00f6nnten beispielsweise Herzschrittmacher beeintr\u00e4chtigen.Die wichtigsten M\u00f6glichkeiten zur Drohnenabwehr mit Vor- und Nachteilen:\u201eJamming\u201c, also das St\u00f6rung der Funksignale: Die Drohne kann vom Angreifer nicht mehr gesteuert und somit zum Landen gebracht werden. Nachteil: Kann auch andere funkbasierte Systeme st\u00f6ren oder wirkungslos sein, wenn die Drohne vorab via Flugweg (flight path) programmiert wurde.\u201eSpoofing\u201c, also die ManipulZur Quelle wechselnAuthor: Alexej Hock"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Nach neuen Drohnensichtungen: L\u00e4nder feilen an Abwehrkonzepten","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/nach-neuen-drohnensichtungen-laender-feilen-an-abwehrkonzepten\/#breadcrumbitem"}]}]