[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/niedrigwasser-am-rhein-im-jahr-1921-warum-dieses-historische-foto-nichts-ueber-den-klimawandel-aussagt\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/niedrigwasser-am-rhein-im-jahr-1921-warum-dieses-historische-foto-nichts-ueber-den-klimawandel-aussagt\/","headline":"Niedrigwasser am Rhein im Jahr 1921: Warum dieses historische Foto nichts \u00fcber den Klimawandel aussagt","name":"Niedrigwasser am Rhein im Jahr 1921: Warum dieses historische Foto nichts \u00fcber den Klimawandel aussagt","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Faktencheck Niedrigwasser am Rhein im Jahr 1921: Warum dieses historische Foto nichts \u00fcber den Klimawandel aussagt Trockenheit und hohe Temperaturen hat es in der Geschichte des Rheins immer wieder gegeben, zum Beispiel im Sommer 1921. 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Im Netz wird suggeriert, das widerlege den menschengemachten Klimawandel. Tatsache ist aber: Mit der Erw\u00e4rmung der Erde werden auch Trockenperioden wahrscheinlicher.                    von                                Sarah Thust26. Juli 2024                                Im Sommer 2024 kursiert in Sozialen Netzwerken dieses historische Bild von Niedrigwasser am Rhein im Jahr 1921. In den Beitr\u00e4gen dazu wird der Klimawandel heruntergespielt. (Quelle: Heineck 1925, Band 77 der Jahrb\u00fccher des Nassauischen Vereins f\u00fcr Naturkunde)                                        Behauptung                    Trockenheit und hohe Temperaturen habe es schon vor mehr als hundert Jahren gegeben, als es noch keine \u201eM\u00e4r vom menschengemachten Klimawandel\u201c gegeben habe. Im Sommer 1921 habe es H\u00f6chsttemperaturen bis zu 39,4 Grad Celsius am Rhein gegeben.                        Aufgestellt von:     Beitr\u00e4gen in Sozialen Netzwerken                            Datum:                21.06.2024            Quelle            Bewertung        Fehlender Kontext\u00dcber diese Bewertung                            Fehlender Kontext. Seltene Wetterereignisse wie Hitzewellen werden nicht direkt durch den Klimawandel verursacht. 1921 gab es im Sommer im Rhein-Gebiet Niedrigwasser und Trockenheit \u2013 solche Ereignisse werden laut Forschenden aber mit der Erw\u00e4rmung der Erde wahrscheinlicher und intensiver. Der schnelle Anstieg der globalen Temperaturen im 20. Jahrhundert ist laut Experten beispiellos. Es gilt zudem als eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosph\u00e4re, den Ozean und die Landfl\u00e4chen erw\u00e4rmt hat.    Im Juni 2024 taucht auf Facebook ein Schwarzwei\u00df-Foto eines anscheinend ausgetrockneten Flussbetts von 1921 auf, das die Loreley am Rhein zeigt. Dass es schon damals so hei\u00df gewesen sei, beweist angeblich, dass der menschengemachte Klimawandel \u201eeine M\u00e4r\u201c sei. Mehr als 4.800 Nutzerinnen und Nutzer teilten den Beitrag mit dem Bild, das sp\u00e4ter auch auf Telegram und X verbreitet wurde.\u00a0Die Beitr\u00e4ge nennen konkrete Zahlen und eine Quelle: die Informationsplattform Undine von der Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde und dem Bundesumweltministerium. Demnach war das Jahr 1921 relativ warm. Im Sommer seien H\u00f6chsttemperaturen bis zu 39,4 Grad Celsius aufgetreten, in Trier seien 81 Sommertage mit mindestens 25 Grad und 21 Hei\u00dfe Tage mit mindestens 30 Grad registriert worden.\u00a0Am Rhein herrschte Niedrigwasser \u2013 dazu ist auch das Bild des trockenen Flussbetts zu sehen, laut Beschreibung an der Loreley. Es stammt aus einem Jahrbuch des Nassauischen Vereins f\u00fcr Naturkunde von 1925.\u00a0Die Trockenheit am Rhein 1921 verursachte Missernten in der Landwirtschaft und Fischsterben \u2013 das Bild zeigt den Rhein und die Loreley (Quelle: Band 77, Jahrbuch des Nassauischen Vereins f\u00fcr Naturkunde \/ Zobodat.at)Extreme Einzelereignisse, wie das Niedrigwasser 1921, hat es immer gegeben\u00a0Ein Sprecher der Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde hat die Echtheit der Daten gegen\u00fcber AFP Faktencheck best\u00e4tigt. Er betonte, dass es extreme Einzelereignisse, wie das Niedrigwasser 1921, immer gegeben habe und immer geben werde. Von einem systematischen Wandel spreche man erst, \u201ewenn Niedrigwasserereignisse \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren belegbar geh\u00e4uft auftreten, l\u00e4nger dauern, intensiver werden oder sich neue Entstehungsmechanismen abzeichnen\u201c.Was fr\u00fcher ein extrem hei\u00dfer Sommer war, ist heute ein durchschnittlicher Sommer, schrieb 2020 der Deutsche Wetterdienst (DWD). Ein Indikator f\u00fcr die Zunahme von Hitze sei die Zahl der Tage mit mindestens 30 Grad Celsius (\u201eHei\u00dfe Tage\u201c oder \u201eHitzetage\u201c). \u00dcber ganz Deutschland gemittelt, hat sich seit den 1950er-Jahren die Anzahl solcher Tage von etwa drei auf derzeit durchschnittlich neun Tage pro Jahr verdreifacht. Deutlich zugenommen haben dem DWD zufolge auch Hitzewellen in Deutschland.Zum Verst\u00e4ndnis: W\u00e4hrend das Wetter kurzfristige und punktuelle Ereignisse beschreibt, befassen sich Klimamessungen mit Tendenzen. Entscheidend bei der Frage, ob sich das Klima erw\u00e4rmt oder abk\u00fchlt, sind daher langj\u00e4hrige Trends. Laut der Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie ist es f\u00fcr Temperaturvergleiche aufgrund der nat\u00fcrlichen Klimaschwankungen wichtig, einen Langzeit-Durchschnitt zu verwenden. Die Organisation empfiehlt ebenfalls einen Zeitraum von 30 Jahren.Klimawandel verursacht Extremwetter nicht direkt, macht sie aber wahrscheinlicher\u00a0Immer wieder werden Extremwetterereignisse aus der Vergangenheit herangezogen, um den menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln. Sie suggerieren zum Beispiel, der aktuelle Klimawandel basiere haupts\u00e4chlich auf nat\u00fcrlichen Einfl\u00fcssen und w\u00fcrde sich von allein regulieren.\u00a0Das Foto des trockenen Rhein-Flussbetts wurde daf\u00fcr 2022 schon einmal genutzt: Der Deutschland-Kurier verbreitete es auf Facebook mit dem Titel: \u201eSchlechte Nachricht f\u00fcr Klima-Hysteriker: Hitzewellen gibt es seit vielen Jahrhunderten\u201c.Der Facebook-Beitrag vom Deutschland-Kurier von 2022 zeigt drei historische Aufnahmen der Elbe aus dem Jahr 1904 und eine Aufnahme der Loreley am Rhein im Jahr 1921 unten rechts. (Quelle: Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Solche Ereignisse stellen den Klimawandel laut Experten jedoch nicht in Frage. Laut Deutschem Klima-Konsortium sind die globalen mittleren Temperaturen in den vergangenen 150 Jahren rasant angestiegen. Dies sei beispiellos in der menschlichen Zivilisationsgeschichte. Und der Klimawandel hat Folgen weltweit.\u00a0CORRECTIV.Faktencheck hat bereits im Juni 2022 eingeordnet: Die langfristige Erw\u00e4rmung des Klimas verursacht solche Ereignisse nicht direkt \u2013 Hitze- und D\u00fcrreperioden treten unabh\u00e4ngig vom Klima immer mal wieder auf. Extremwetter kommen aber aufgrund des Klimawandels h\u00e4ufiger und intensiver vor \u2013 dazu z\u00e4hlen auch Starkregen und \u00dcberschwemmungen.\u00a0Hitzephasen aus der Vergangenheit unterscheiden sich von aktueller globaler Erw\u00e4rmung\u00a0Laut dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch Weltklimarat genannt, betrafen warme Phasen w\u00e4hrend der letzten 2.000 Jahre h\u00e4ufig nur bestimmte Regionen (PDF, Seite 3). Bei der aktuellen Erw\u00e4rmung handele es sich dagegen um ein zeitgleich stattfindendes globales Ph\u00e4nomen. Der aktuelle Anstieg der globalen Temperaturen vollziehe sich zudem viel schneller als bei vergangenen nat\u00fcrlichen Klimaver\u00e4nderungen.\u00a0Eine Arbeitsgruppe des IPCC kam f\u00fcr den sechsten Sachstandsbericht von 2021 zu dem Schluss: \u201eEs ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosph\u00e4re, den Ozean und die Landfl\u00e4chen erw\u00e4rmt hat. Es haben weitverbreitete und schnelle Ver\u00e4nderungen in der Atmosph\u00e4re, dem Ozean, der Kryosph\u00e4re und der Biosph\u00e4re stattgefunden.\u201c Das zeigt auch diese Grafik aus dem IPCC-Bericht:\u00a0Klimamodellsimulationen, die menschliche und nat\u00fcrliche Einfl\u00fcsse auf das Klima f\u00fcr ihre Berechnungen nutzen (grauer Bereich), stimmen mit aktuellen Messungen der globalen Durchschnittstemperatur \u00fcberein. Modellsimulationen, die nur nat\u00fcrlichen Faktoren miteinbeziehen (gr\u00fcner Bereich), liegen deutlich unter den Messungen. (Quelle: \u201eKlimawandel 2021\u201c von Arbeitsgruppe 1 zum Sechsten Sachstandsbericht des IPCC, Seite 11)Redigatur: Viktor Marinov, Steffen KutznerDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Was wir heute \u00fcbers Klima wissen: Basisfakten zum Klimawandel, die in der Wissenschaft unumstritten sind, unter anderem herausgegeben vom Deutschen Klima Konsortium, 2023: (PDF, archiviert)Klimawandel 2023: Naturwissenschaftliche Grundlagen, IPCC, Februar 2023: (PDF, archiviert)Zur Quelle wechselnAuthor: Sarah Thust"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Niedrigwasser am Rhein im Jahr 1921: Warum dieses historische Foto nichts \u00fcber den Klimawandel aussagt","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/niedrigwasser-am-rhein-im-jahr-1921-warum-dieses-historische-foto-nichts-ueber-den-klimawandel-aussagt\/#breadcrumbitem"}]}]