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title: "NRW muss wieder Games-Standort Nummer eins werden – Köln zur europäischen Games-Metropole ausbauen"
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date: 2026-08-20
modified: 2026-08-20
author: "Dirk Bachhausen"
description: "Anlässlich der veröffentlichten Zahlen von IT.NRW zur Games-Branche in Nordrhein-Westfalen und mit Blick auf die am 26. August startende gamescom erklärt Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt im Wahlkreis Köln-Chorweiler mit..."
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# NRW muss wieder Games-Standort Nummer eins werden – Köln zur europäischen Games-Metropole ausbauen

**Anlässlich der veröffentlichten Zahlen von IT.NRW zur Games-Branche in Nordrhein-Westfalen und mit Blick auf die am 26. August startende gamescom erklärt Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt im Wahlkreis Köln-Chorweiler mit dem Schwerpunkt Digitalisierung:**

„Games sind längst ein Kulturgut für alle Generationen. Gleichzeitig sind sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, ein Innovationstreiber und ein wichtiger Bestandteil der digitalen Kreativwirtschaft. Die Software- und Games-Industrie erwirtschaftet in Nordrhein-Westfalen Milliardenumsätze und schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze in Bereichen wie Softwareentwicklung, Grafikdesign, Musik, Animation, künstliche Intelligenz und Medienproduktion.

Köln steht wie kaum eine andere Stadt für das Potenzial dieser Branche. Mit der gamescom, der Koelnmesse, einer starken Medien- und Kreativwirtschaft, zahlreichen Entwicklerinnen und Entwicklern sowie einer vielfältigen Hochschul- und Ausbildungslandschaft verfügt die Stadt über hervorragende Voraussetzungen, um zu einer führenden europäischen Games-Metropole zu werden. Dieses Potenzial wird bislang jedoch nicht konsequent genug genutzt.

Die gamescom darf für den Ministerpräsidenten und die Landesregierung nicht nur einmal im Jahr eine Kulisse für schöne Bilder und internationale Termine sein. Sie muss der Ausgangspunkt einer ganzjährigen Games-Strategie für Nordrhein-Westfalen und insbesondere für Köln sein. Wenn Bayern inzwischen vom Branchenverband game als führender Games-Standort in Deutschland bewertet wird, muss das für Nordrhein-Westfalen ein Weckruf sein. Unser Anspruch muss sein, dass in NRW nicht nur über Games gesprochen und gespielt wird, sondern dass hier deutlich mehr Spiele entwickelt, Unternehmen gegründet, Investitionen getätigt und dauerhafte, gute Arbeitsplätze geschaffen werden.

Dafür braucht Nordrhein-Westfalen zunächst eine verlässliche und langfristige Games-Förderung. Studios dürfen nicht jedes Jahr aufs Neue darum bangen müssen, ob Fördermittel zur Verfügung stehen. Das Land sollte einen mehrjährigen, gesetzlich oder haushalterisch abgesicherten Förderrahmen schaffen, der kleinen unabhängigen Studios ebenso offensteht wie wachsenden Unternehmen. Förderentscheidungen müssen transparent, schnell und planbar sein. Neben der Entwicklung einzelner Spiele sollten auch Unternehmensaufbau, Weiterbildung, Internationalisierung, Marketing und der Zugang zu internationalen Märkten berücksichtigt werden.

Gerade junge Studios in Köln benötigen bessere Bedingungen, um nach einer erfolgreichen Gründung im Land bleiben und wachsen zu können. Dazu gehören bezahlbare Büro- und Produktionsflächen, eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, einfacher Zugang zu Finanzierung und eine zentrale Anlaufstelle, die Unternehmen bei Förderanträgen, Gründung, Fachkräftegewinnung und internationalen Kooperationen unterstützt. Das Land sollte gemeinsam mit der Stadt Köln, der Wirtschaft, den Hochschulen und der Branche einen Games-Hub Köln entwickeln, der Entwicklung, Forschung, Ausbildung, Finanzierung und Vernetzung dauerhaft zusammenführt. Die gamescom könnte dabei stärker als Plattform genutzt werden, um Investitionen nach Köln zu holen und junge Unternehmen mit internationalen Partnern zusammenzubringen.

Der deutsche Games-Markt setzte 2025 rund 9,4 Milliarden Euro um. Von 100 Euro, die in Deutschland für Games ausgegeben werden, kommen jedoch lediglich etwa 5,50 Euro bei heimischen Games-Unternehmen an. Diese geringe Wertschöpfung zeigt, dass Deutschland und Nordrhein-Westfalen im internationalen Wettbewerb strukturell zurückliegen.

Ein steuerlicher Anreiz darf allerdings nicht vor allem großen Konzernen zugutekommen. Er muss so ausgestaltet sein, dass auch kleine und mittlere Studios profitieren können. Notwendig sind niedrige bürokratische Hürden, klare Kriterien und eine Kombination mit direkter Projektförderung. Öffentliche Unterstützung sollte außerdem an gute Arbeitsbedingungen, faire Vergütung, soziale Standards, Barrierefreiheit und die nachhaltige Qualifizierung von Beschäftigten geknüpft werden. Eine erfolgreiche Games-Politik darf nicht allein die Zahl der Unternehmen betrachten, sondern muss auch die Qualität und Zukunftsfähigkeit der entstehenden Arbeitsplätze sichern.

Köln braucht darüber hinaus eine gemeinsame Fachkräftestrategie für die Games-Branche. Hochschulen, Berufsschulen, Weiterbildungseinrichtungen und Unternehmen müssen enger zusammenarbeiten, damit Ausbildung und tatsächlicher Bedarf besser aufeinander abgestimmt werden. Talente, die in Köln ausgebildet werden, sollen hier auch attraktive berufliche Perspektiven finden. Gleichzeitig müssen internationale Fachkräfte leichter gewonnen und integriert werden können. Das erfordert schnellere Verwaltungsverfahren, englischsprachige Angebote und eine Willkommenskultur, die der internationalen Ausrichtung der Branche gerecht wird.

Games-Förderung ist zugleich Bildungs-, Kultur- und Innovationspolitik. Serious Games und Gamification können Lernprozesse verbessern, komplexe Zusammenhänge verständlich machen und neue Zugänge zu Bildung schaffen. Das Land sollte deshalb dauerhaft Programme fördern, mit denen Schulen, Hochschulen, Bibliotheken und Jugendeinrichtungen digitale Spiele pädagogisch sinnvoll einsetzen können. Dabei dürfen solche Angebote nicht auf wohlhabende Stadtteile beschränkt bleiben. Gerade in einem vielfältigen Bezirk wie Chorweiler müssen Kinder und Jugendliche unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern Zugang zu digitaler Bildung, Medienkompetenz und kreativer Spieleentwicklung erhalten. Bibliotheken, Jugendzentren und Schulen können dafür zu offenen Lern- und Entwicklungsorten ausgebaut werden.

Nordrhein-Westfalen sollte außerdem selbst stärker als Auftraggeber innovativer Games-Anwendungen auftreten. Serious Games können beispielsweise in Bildung, beruflicher Weiterbildung, Stadtplanung, Gesundheitsprävention, Katastrophenschutz und demokratischer Beteiligung eingesetzt werden. Durch gezielte öffentliche Aufträge könnten neue Anwendungen erprobt und gleichzeitig regionale Studios gestärkt werden. So würde das Land nicht nur Fördermittel vergeben, sondern auch einen verlässlichen Heimatmarkt für innovative Unternehmen schaffen.

Zu einer modernen Games-Strategie gehört schließlich, Games konsequent als Kulturgut anzuerkennen. Dazu zählen die Förderung künstlerischer und experimenteller Projekte, die Bewahrung digitaler Spielekultur, die Unterstützung von Veranstaltungen jenseits der gamescom sowie mehr Sichtbarkeit für unabhängige Entwicklerinnen und Entwickler. Köln kann dabei eine zentrale Rolle übernehmen und sich zu einem Ort entwickeln, an dem wirtschaftliche Stärke, technologische Innovation, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen.

Unser Ziel ist klar: Köln soll nicht nur Gastgeberin der weltweit bedeutendsten Games-Messe sein, sondern das ganze Jahr über ein führender Standort für Entwicklung, Ausbildung, Forschung und Unternehmensgründungen. Die Landesregierung muss dafür eine verbindliche Games-Strategie mit konkreten Zielen, einem mehrjährigen Budget und messbaren Fortschritten vorlegen.

Aus der großen Begeisterung für Games müssen mehr Innovation, mehr wirtschaftliche Wertschöpfung und mehr gute Arbeitsplätze in Köln und ganz Nordrhein-Westfalen entstehen. So wird Nordrhein-Westfalen wieder Games-Standort Nummer eins.“