[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/omr-reizueberflutung-statt-inklusion-so-bringt-das-festival-betroffene-an-ihre-grenzen\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/omr-reizueberflutung-statt-inklusion-so-bringt-das-festival-betroffene-an-ihre-grenzen\/","headline":"OMR: Reiz\u00fcberflutung statt Inklusion \u2013 so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen","name":"OMR: Reiz\u00fcberflutung statt Inklusion \u2013 so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Barrierefreiheit OMR: Reiz\u00fcberflutung statt Inklusion \u2013 so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen \u201eLaut, grell, \u00fcberfordernd\u201c \u2013 so beschreiben uns neurodivergente Besucherinnen und Besucher das OMR-Festival. Dabei positioniert sich das Event gern als Vorreiter in Sachen Awareness und Diversit\u00e4t. Die&#8230;","datePublished":"2025-05-09","dateModified":"2025-05-09","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Zeitungsleser.webp","height":534,"width":800},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/omr-reizueberflutung-statt-inklusion-so-bringt-das-festival-betroffene-an-ihre-grenzen\/","about":["Politik"],"wordCount":988,"keywords":["betroffene","bringt","festival","grenzen","inklusion","reizuberflutung","statt"],"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnBarrierefreiheitOMR: Reiz\u00fcberflutung statt Inklusion \u2013 so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen        \u201eLaut, grell, \u00fcberfordernd\u201c \u2013 so beschreiben uns neurodivergente Besucherinnen und Besucher das OMR-Festival. Dabei positioniert sich das Event gern als Vorreiter in Sachen Awareness und Diversit\u00e4t. Die Kritik wirft eine grunds\u00e4tzliche Frage auf: Wie ernst ist es den Veranstaltern wirklich mit Inklusion, wenn sie unsichtbare Einschr\u00e4nkungen nicht ausreichend mitdenken?                    von                                Samira Frauwallner09. Mai 2025                                Das OMR-Festival gilt als Vorreiter f\u00fcr Awareness und Vielfalt \u2013 doch viele neurodivergente Menschen f\u00fchlen sich ausgeschlossen.                            Es ist ein Leuchtturm-Event der Digitalbranche: Jedes Jahr zieht das Festival OMR (\u201eOnline Marketing Rockstars\u201c) fast 70.000 Besucherinnen und Besucher an, au\u00dferdem \u00fcber 800 Speaker und prominente G\u00e4ste wie Kim Kardashian, Quentin Tarantino und Ryan Reynolds. Auf dem Karriereportal Linkedin dominiert Hochstimmung w\u00e4hrend der Veranstaltung: Selfies, Erfahrungsberichte und Live-Kommentare \u00fcberschwemmen die Timeline.OMR inszeniert sich gern als Plattform f\u00fcr Vielfalt und Awareness \u2013 mit Initiativen wie \u201e5050\u201c, sowie Keynotes, Panels und Interviews zu Diversity, Equality und Inclusion (DEI, auf Deutsch: Diversit\u00e4t, Gleichheit und Inklusion) auf den Hauptb\u00fchnen. Das unterstrich auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Isabelle Gardt im Februar im Gespr\u00e4ch mit \u201eHamburg Business\u201c.Doch ausgerechnet diese Zielgruppe f\u00fchlt sich \u00fcbersehen: neurodivergente Menschen. Dazu z\u00e4hlen etwa Autistinnen und Autisten, Menschen mit ADHS, Hochsensibilit\u00e4t, Dyskalkulie, Tourette-Syndrom, Legasthenie oder posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung. Laut \u201eHochschulforum Digitalisierung\u201c sind 15 bis 20 Prozent der Bev\u00f6lkerung neurodivergent \u2013 statistisch also jede f\u00fcnfte Person.CORRECTIV hat mit f\u00fcnf Betroffenen gesprochen, die sich \u00f6ffentlich auf Linkedin dazu \u00e4u\u00dferten. Ihre Aussagen werfen Fragen auf: Wie inklusiv ist die OMR tats\u00e4chlich?Von \u201eReizh\u00f6lle\u201c bis zu \u201enicht machbar\u201cDie Betroffenen beschrieben die meisten Gro\u00dfevents als \u201eReizh\u00f6lle voller L\u00e4rm, grellem Licht und Menschenmassen\u201c. Auch \u201eOMR\u201c fiel dabei immer wieder. \u201eDie meisten Mega-Events sind so, wie sie gerade ablaufen, nicht machbar\u201c, sagt etwa Social-Media-Managerin und Aktivistin Nala Wahle. \u201eIch habe mich schon oft in Mengen wiedergefunden, in denen gedr\u00fcckt, geschubst und gesto\u00dfen wird.\u201c Zwar werben viele Veranstalter mit Inklusion, sagt Wahle. Doch das betreffe meist nur Menschen mit sichtbaren Behinderungen.Sarah Eichler, Speakerin f\u00fcr Neurodivergenz, beschreibt: \u201eIch habe mich schon auf Parkdecks oder neben M\u00fcllcontainern in Hinterh\u00f6fen zur\u00fcckgezogen, weil es keine geeigneten Ruher\u00e4ume gab.\u201c Auf einem Panel im Januar habe sie eine Networking-Session abgebrochen: \u201eKeine Pausen zwischen den Slots. Null R\u00fccksicht auf Reizverarbeitung. Begr\u00fc\u00dfung mit Umarmung war selbstverst\u00e4ndlich. Ich war also v\u00f6llig reiz\u00fcberflutet und kurz vor einer Panikattacke.\u201c Jasmin Benn-Maksimovic, Co-Host des Podcasts \u201eUnversch\u00e4mt &amp; Unbequem\u201c, meide Events wie OMR aus Selbstschutz gleich ganz: \u201eF\u00fcr mich ist vor allem die Reiz\u00fcberflutung ein Problem.\u201c\u201eChaos Computer Club\u201c-Kongress zeigt: Es geht auch andersDEIB-Berater*in Daniela Schubert sei \u201ejedes Mal krank nach einem Gro\u00dfevent.\u201c Schubert nennt den Kongress \u201eChaos Computer Club\u201c als positives Beispiel. Dort habe es ausgeschilderte Ruher\u00e4ume mit H\u00e4ngematten gegeben, gro\u00dfe Awareness-Teams auf dem Gel\u00e4nde und sogar die M\u00f6glichkeit, Vortr\u00e4ge im Ruheraum per Stream zu verfolgen. Schuberts Forderungen an Gro\u00dfveranstaltungen: Luftfilter, Ampelsystem-Sticker f\u00fcr Begr\u00fc\u00dfungen, Sunflower-Lanyards, Sensibilisierung. \u201eAuch [Long] COVID versch\u00e4rft neurodivergente Symptome \u2013 das muss man bei der Eventplanung mitdenken.\u201c\u201eSunflower-Lanyards\u201c sind seit 2016 g\u00e4ngig und bezeichnen gr\u00fcne Schl\u00fcsselb\u00e4nder mit Sonnenblumenmuster, die als diskretes Zeichen f\u00fcr nicht sichtbare Behinderungen dienen. Sie sollen es Tr\u00e4gern erm\u00f6glichen, darauf hinzuweisen, dass sie m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung, Verst\u00e4ndnis oder mehr Zeit ben\u00f6tigen.Die Reaktion der OMR: bem\u00fcht, aber begrenztCORRECTIV hat das Gro\u00dfevent OMR mit der Kritik und den Forderungen konfrontiert. Eine Sprecherin nimmt das Feedback \u201esehr ernst\u201c. Seit 2023 gebe es ein Awareness-Konzept, das laufend weiterentwickelt werde, erkl\u00e4rt sie. Die OMR schreibe sich jedoch nicht \u201eInklusion\u201c zu: \u201eWir sprechen bewusst von ,Awareness\u2018 und schreiben uns nicht auf die Fahne, dass das OMR Festival inklusiv ist.\u201cGenannt werden als Ma\u00dfnahme unter anderem zwei abgedunkelte R\u00fcckzugsr\u00e4ume auf dem Indoor-Gel\u00e4nde, ausgestattet mit Couch, Kissen und ausleihbaren Noise-Cancelling-Kopfh\u00f6rern: Zwei St\u00fcck in den Safer Spaces, erkl\u00e4rt die Sprecherin.Auf Nachfrage von CORRECTIV sollen die Ruher\u00e4ume 14 und 20 Quadratmeter haben. Gemessen an der potenziellen Zahl neurodivergenter Menschen in der Gesellschaft \u2013 rein rechnerisch zwischen 10.500 und 14.000 bei 70.000 Besuchern \u2013 erscheint das ausgesprochen wenig. Selbst bei vier Ruher\u00e4umen w\u00fcrde das bis zu 0,04 Ruher\u00e4ume pro 100 neurodivergente Personen bedeuten.Bei genauerem Hinsehen zeigt sich also: Viele der von CORRECTIV recherchierten Forderungen bleiben unerf\u00fcllt. OMR verweist zudem auf eine Awareness-Landingpage. Dort werden jedoch keine Angaben zur Ausstattung der R\u00fcckzugsr\u00e4ume gemacht. Auf die Forderungen nach \u201eSunflower Lanyards\u201c schreibt die Sprecherin: \u201eDas war mir bisher nicht bekannt\u201c. Sie f\u00fchrt aus: \u201eDie eigene unsichtbare Behinderung sichtbar zu machen, sei eine pers\u00f6nliche Entscheidung.\u201c Betroffene k\u00f6nnten dies laut der Sprecherin gerne selbstbestimmt auf der OMR umsetzen.Auf die Frage nach Apps zur Reiznavigation (\u201eWo ist es gerade leer\/leise?\u201c) schreibt die Sprecherin: \u201eDie Idee wurde aus sicherheitsrelevanten Aspekten verworfen.\u201c Bei der Frage nach CO2-Messung, Luftfilterung und Frischluftzufuhr zur Minimierung von Gesundheitsrisiken hei\u00dft es: \u201eDas Messegel\u00e4nde umfasst einen gro\u00dfz\u00fcgigen Au\u00dfenraum.\u201c Frei nach dem Motto: Frischluft gibt es auch drau\u00dfen. Die Hallen seien aber bel\u00fcftet und FFP2-Masken sollen kostenlos beim Awareness-Team besorgt werden k\u00f6nnen.Die OMR verweist zudem auf ein geschultes Awareness-Team in lila Westen, erreichbar per Telefon oder Codewort \u201eIst SOFIA da?Ein Anfang \u2013 aber reicht das?Die OMR hat Schritte unternommen, die \u00fcber den Branchendurchschnitt hinausgehen. Doch viele der recherchierten Forderungen bleiben bislang unerf\u00fcllt. Die Reaktionen auf konkrete Vorschl\u00e4ge zeigen, wie gro\u00df der Handlungsbedarf ist \u2013 vor allem, wenn Inklusion und Diversit\u00e4t mehr sein soll als gute Absicht und Namen im Timetable. Wenn laut Statistik jede f\u00fcnfte Person in Deutschland neurodivergent ist, stellt sich eine entscheidende Frage: Wer f\u00fchlt sich wirklich eingeladen?Zur Quelle wechselnAuthor: Samira Frauwallner"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"OMR: Reiz\u00fcberflutung statt Inklusion \u2013 so bringt das Festival Betroffene an ihre Grenzen","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/omr-reizueberflutung-statt-inklusion-so-bringt-das-festival-betroffene-an-ihre-grenzen\/#breadcrumbitem"}]}]