[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/pro-russisch-und-rechtsextrem-das-internationale-netzwerk-von-anonymous-news\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/pro-russisch-und-rechtsextrem-das-internationale-netzwerk-von-anonymous-news\/","headline":"Pro-russisch und rechtsextrem: Das internationale Netzwerk von \u201eAnonymous News\u201c","name":"Pro-russisch und rechtsextrem: Das internationale Netzwerk von \u201eAnonymous News\u201c","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Pausenlos verbreitet eine deutschsprachige Webseite Hetze, Desinformation und russische Propaganda \u2013 sie erreicht damit monatlich Zehntausende. Auf \u201eAnonymous News\u201c werden der Holocaust verharmlost und Mythen \u00fcber Adolf Hitler verbreitet. 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Auf \u201eAnonymous News\u201c werden der Holocaust verharmlost und Mythen \u00fcber Adolf Hitler verbreitet. Die Seite mischt sich in deutsche Wahlen ein, dazwischen streut sie Lobeslieder auf Wladimir Putin und rassistische Hetze. Und doch ist sie seit zehn Jahren online.\u00a0Wie kann das sein und wer ist daf\u00fcr verantwortlich? Erst k\u00fcrzlich fanden Recherchen eine Spur zum russischen Inlandsgeheimdienst \u2013 CORRECTIV.Faktencheck enttarnt nun weitere bisher unbekannte rechtsextreme und pro-russische Verbindungen der Seite. Die Recherche f\u00fchrt von Deutschland \u00fcber Osteuropa bis nach Russland. Und am Ende zu der Frage: Wieso macht \u201eAnonymous News\u201c damit einfach immer weiter?Hier direkt zu einzelnen Themenbl\u00f6cken springen:Wer steckt hinter Anonymous News?Das Gesicht der Webseite ist Mario R\u00f6nsch, ein verurteilter Straft\u00e4ter aus Th\u00fcringen, der sich nach Russland abgesetzt hat. Seit Ende 2023 wird er in Beitr\u00e4gen als Chefredakteur von \u201eAnonymous News\u201c genannt, er galt jedoch schon Jahre davor als mutma\u00dflicher Betreiber.\u00a0Nicht einfach.Diese Arbeit ist aufwendig, langfristig und kostspielig. Sie ist nicht einfach. Aber sie ist notwendig. Bitte unterst\u00fctzen Sie CORRECTIV jetzt mit Ihrer Spende. Damit wir auch in diesem Jahr weiter recherchieren, aufkl\u00e4ren und einordnen k\u00f6nnen.\t\t\t\t\tJetzt spenden\t\t\t\tDoch deswegen musste er nicht ins Gef\u00e4ngnis \u2013 sondern weil er \u00fcber eine andere Webseite namens \u201eMigrantenschreck\u201c 2016 illegal Schreckschusswaffen verkauft hatte. Verschiedene Medien, etwa Focus und Vice, berichteten damals ausf\u00fchrlich.Nachdem die Facebook-Seite \u201eAnonymous.Kollektiv\u201c im Fr\u00fchjahr 2016 begann, Werbung f\u00fcr R\u00f6nschs Online-Waffenshop zu machen, verschwand sie. Kaum zehn Tage sp\u00e4ter tauchte eine Webseite unter dem Namen \u201eAnonymous News\u201c auf \u2013 und schaltete genau dieselben Werbeanzeigen.Screenshot einer Werbeanzeige (unten) auf der Webseite mit der alten Adresse, archiviert am 24. Januar 2017 (Quelle: Anonymous News \/ Archive.org; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Mit dem dezentralen Hacktivisten-Kollektiv Anonymous hat die Webseite \u201eAnonymous News\u201c nichts zu tun, sie entstand aus der Facebook-Seite \u201eAnonymous.Kollektiv\u201c. Newsguard kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, bei dem Blog sei \u201eh\u00f6chste Vorsicht\u201c geboten, weil er gegen journalistische Standards versto\u00dfe \u2013 CORRECTIV.Faktencheck berichtete h\u00e4ufiger \u00fcber Desinformation, die auf der Seite ver\u00f6ffentlicht wurde.\u00a0Es dauerte rund zwei Jahre, ehe R\u00f6nsch wegen \u201eMigrantenschreck\u201c in Budapest in Ungarn verhaftet und sp\u00e4ter nach Deutschland ausgeliefert wurde. \u201eEr nutzt eine Ideologie, um Geld zu verdienen\u201c, sagte die Staatsanw\u00e4ltin damals im Verfahren. Erst im November 2019 ging er in Haft.Etwas mehr als ein Jahr musste R\u00f6nsch in einer Justizvollzugsanstalt in Berlin absitzen. Ab Ende 2020 war er auf Bew\u00e4hrung frei.\u00a0Nach seiner Haftentlassung passierte erstmal nicht viel. Auf \u201eAnonymous News\u201c erschienen wieder Artikel unter R\u00f6nschs Namen, die Webseite zog um, von einer russischen Domain auf .org. Mario R\u00f6nsch ver\u00f6ffentlicht wohl nicht alleineAufschlussreicher ist jedoch, was passierte, w\u00e4hrend R\u00f6nsch in Haft war: Von Mitte November 2019 bis Mitte Dezember 2020 erschienen bei \u201eAnonymous News\u201c rund 500 neue Artikel, Profile in Sozialen Netzwerken blieben aktiv. Dort ist von einer \u201eRedaktion\u201c die Rede. Doch wer soll das sein?Vorl\u00e4ufer von \u201eAnonymous News\u201c war die Facebook-Seite \u201eAnonymous.Kollektiv\u201c. Wie etwa  im Mai 2016 berichtete, wurde gegen R\u00f6nsch zu diesem Zeitpunkt ermittelt \u2013 doch er war offenbar abgetaucht. Im Internet kursierte sp\u00e4ter ein Screenshot von 2016, der neben R\u00f6nsch zwei weitere Namen in Verbindung mit dieser Facebook-Seite brachte: Kai Homilius und Chris Heller.In Sozialen Netzwerken verbreitete sich im Jahr 2018 ein Screenshot, der drei Profile als Administratoren der Facebook-Seite Anonymous.Kollektiv zeigen soll (Quelle: Tobias Huch \/ Facebook; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Kai Homilius ist Mitgr\u00fcnder des Compact-Magazins, das der Verfassungsschutz inzwischen als \u201egesichert rechtsextremistisch\u201c einstuft. Vor seiner Verurteilung wegen \u201eMigrantenschreck\u201c hat R\u00f6nsch laut dem Urteil eng mit dem Magazin zusammenarbeit. Zu seinem Namen auf dem Screenshot wollte Homilius sich damals nicht \u00e4u\u00dfern. Beitr\u00e4ge auf \u201eAnonymous News\u201c deuten darauf hin, dass sich sich \u00fcberworfen haben.Der zweite Name, der auf dem Screenshot genannt wird, lautet Chris Heller. Heller stritt 2019  ab, etwas mit \u201eAnonymous.Kollektiv\u201c zu tun zu haben, die Zeitung schrieb damals: Seine Daten seien eventuell missbraucht worden.\u00a0Auf Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck schreibt Heller nun: \u201eEs ist zutreffend, dass ich pers\u00f6nlich mit Herrn R\u00f6nsch bekannt war. Zwischen uns besteht allerdings schon seit Jahren keinerlei Kontakt mehr \u2013 weder privat, noch gesch\u00e4ftlich.\u201cUnter dem Autorennamen \u201eChris Heller\u201c wurden, w\u00e4hrend R\u00f6nsch im Gef\u00e4ngnis war, rund 70 Artikel ver\u00f6ffentlicht \u2013 kein anderer Autorenname taucht in dieser Zeit so h\u00e4ufig auf der Webseite auf, wie eine Datenanalyse von CORRECTIV.Faktencheck zeigt. Ab 2020 ging diese Zahl zur\u00fcck.\u00a0Anders als viele Artikel der Webseite wurden diese Texte nicht von anderen Webseiten kopiert, sondern sie erschienen nur bei \u201eAnonymous News\u201c.\u201eAnonymous News\u201c kopiert und nutzt falsche NamenNur wenige der Artikel bei \u201eAnonymous News\u201c sind Originale: Viele sind \u00fcbernommen von Kreml-freundlichen Autoren oder rechtskonservativen Webseiten, wie den Nachdenkseiten oder Achgut. Einige haben sich bereits \u00f6ffentlich dar\u00fcber beschwert \u2013 sie werfen der Seite Urheberrechtsverletzungen oder Verst\u00f6\u00dfe gegen das Telemediengesetz vor. Einer schildert in seinem Blog, er habe auf seine Beschwerde bei \u201eAnonymous News\u201c die Antwort erhalten, er k\u00f6nne sich das Gesetz \u201emit Verlaub gesagt \u2013 in den braunen Salon schieben\u201c. Man sei au\u00dferhalb der EU ans\u00e4ssig.\u00a0Bei manchen Artikeln werden Autorennamen schlicht erfunden: Insgesamt tauchen auf der Webseite mehr als 500 Autorennamen auf. Etwa Personen aus der Welt der \u201eAlternativen Medien\u201c wie Boris Reitschuster und Roland Tichy, aber auch Wladimir Putin, die Politiker Oskar Lafontaine und Martin Sonneborn. Oder etwa Max Hoppenstedt, ein Journalist, der damals f\u00fcr Vice \u00fcber Mario R\u00f6nsch berichtet hat. CORRECTIV.Faktencheck hat R\u00f6nsch mit dem Vorwurf, es w\u00fcrden Artikel kopiert und falsche Autorennamen angegeben, konfrontiert, bekam jedoch keine Antwort. Ebenso wenig antwortete R\u00f6nsch auf Fragen dazu, warum er mittlerweile \u00f6ffentlich als das Gesicht der Seite auftaucht.Belege daf\u00fcr, dass hinter dem Autorennamen \u201eChris Heller\u201c die echte Person steht, fanden wir nicht. Gegen\u00fcber CORRECTIV.Faktencheck erkl\u00e4rt Heller nun erneut, er ver\u00f6ffentliche keine Beitr\u00e4ge auf R\u00f6nschs Blog. Artikel mit seinem Namen auf \u201eAnonymous News\u201c seien nicht wirklich von ihm. Ob das fr\u00fcher anders war, gibt er nicht an.\u00a0Weitere Verbindungen in die rechtsextreme SzeneHellers Vergangenheit hat einige \u00dcberschneidungen mit Mario R\u00f6nsch und \u201eAnonymous News\u201c. Auff\u00e4llig ist: 2019 meldete Heller seine Unternehmensberatung an derselben Briefkastenadresse in Prag an, an der wenige Monate sp\u00e4ter die Firma hinter \u201eAnonymous News\u201c registriert wurde.\u00a0Profile mit seinem Namen in Sozialen Netzwerken folgten \u201eAnonymous News\u201c schon fr\u00fch und kommentierten dort auch. R\u00f6nsch war auf VKontakte mit ihm befreundet. Im Januar 2016 waren sie offenbar zeitgleich in Budapest. Zudem geben beide an, in Karlsbad und Prag gelebt zu haben. Auf R\u00fcckfragen zu diesen Details antwortete Heller nicht.Heller hatte, so wie \u201eAnonymous News\u201c und R\u00f6nsch, offenbar auch Verbindungen in die rechtsextremen Szene: Fotos in Sozialen Netzwerken zeigen offenbar denselben Mann auf Demonstrationen der rechtsextremen Partei Dritter Weg in 2019 in Fulda (Hessen), Plauen (Sachsen) und Wunsiedel (Bayern). Oder 2020 in Berlin bei einer Kundgebung mit dem wegen Volksverhetzung gesuchten Attila Hildmann. Auf Nachfrage von CORRECTIV.Faktencheck \u00e4u\u00dferte Heller sich nicht dazu.Woher kommt das Geld?Die vielen Publikationen bei \u201eAnonymous News\u201c, die Pflege der Webseite, die Videos \u2013 all das ist aufw\u00e4ndig. Wie wird das finanziert?CORRECTIV.Faktencheck hat R\u00f6nsch mit detaillierten Fragen zur Finanzierung der Seite und etwaigen Partnerschaften kontaktiert, eine Antwort kam nicht.In einer Analyse, die CORRECTIV.Faktencheck vorliegt, weist Newsguard darauf hin, dass die Seite \u201eh\u00e4ufig ungekennzeichnete Affliate-Links in ihre Artikel einbindet\u201c, ohne deutlich zu machen, dass sie mit K\u00e4ufen \u00fcber diese Links eine Provision verdient.\u00a0Der Kopp-Verlag, der in Deutschland Esoterik und rechte Verschw\u00f6rungsmythen verbreitet, schaltet bei \u201eAnonymous News\u201c seit langem Werbeanzeigen. Auf Fragen, wie viel der Verlag daf\u00fcr zahlt, erhielten wir keine Antwort. Aus dem vergangenen Prozess gegen R\u00f6nsch ist bekannt: 2016 hatte er insgesamt knapp 90.000 Euro vom Kopp-Verlag und dem rechten Compact-Magazin erhalten.Werbeanzeige des Kopp-Verlags, archiviert am 11. Februar 2026 (Quelle: Anonymous News \/ Archive.org; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Das Compact-Magazin hatte damals  die Zusammenarbeit mit \u201eAnonymous News\u201c eingestellt. Der Kopp-Verlag zahlt dagegen offenbar weiter. Der Verlag beantwortete uns Fragen dazu nicht.\u00a0Und \u201eAnonymous News\u201c sammelt Spenden. Fr\u00fcher \u00fcber Bitcoin oder Konten bei Banken in Tschechien und Litauen, inzwischen wird um Zahlungen \u00fcber Paypal oder Telegram gebeten. Wer Spenden per Paypal schicken will, sieht heute den Namen eines Unternehmens: AN M\u00e9dia a Platebn\u00ed Slu\u017eby s.r.o. Fr\u00fcher stand dort die Digital Media Success s.r.o. Beide Unternehmen sind tschechische Gesellschaften mit beschr\u00e4nkter Haftung mit Sitz in Prag.Hinter Anonymous News stecken Briefkastenfirmen in Tschechien mit undurchsichtiger FinanzierungSie laufen aber nicht auf R\u00f6nsch. W\u00e4hrend dieser nach seiner Festnahme in Budapest und seiner Auslieferung nach Deutschland im Herbst 2018 auf seinen Prozess wartete, registrierte laut Handelsregister ein bulgarischer Staatsb\u00fcrger namens Ivelin B. im September die Digital Media Success s.r.o. Da eine s.r.o. in Tschechien verpflichtet ist, nach zwei Jahren einen Jahresabschluss zu ver\u00f6ffentlichen und die Digital Media Success das nicht tat, wurde das Unternehmen sp\u00e4ter aufgel\u00f6st. Ein Muster, das sich auch bei der AN M\u00e9dia wiederholte.\u00a0Derselbe Ivelin B. meldete wenige Wochen vor R\u00f6nschs Haftantritt, im Oktober 2019, auch die AN M\u00e9dia an, ebenfalls an einer Briefkastenadresse in Prag. Aus dem tschechischen Unternehmensregister geht hervor, dass B. an diesem Tag durch eine Frau vertreten wurde. Die Investigativredaktionen von Bird und Investigace konnten B. in Bulgarien und die Frau in Tschechien aufsp\u00fcren \u2013 beide behaupteten, sie h\u00e4tten f\u00fcr die Anmeldung der AN M\u00e9dia Geld erhalten. Laut der Frau sei der Auftrag von \u201ejemandem namens Mario\u201c gekommen, der Artikel gegen Migranten schreibe.Wie die Digital Media Success hat auch die AN M\u00e9dia keine Jahresabschl\u00fcsse ver\u00f6ffentlicht. Anfang M\u00e4rz 2026 wurde sie laut Handelsregister gel\u00f6scht. Stand 16. M\u00e4rz 2026 wird das Unternehmen jedoch weiter auf der Paypal-Seite f\u00fcr Spenden angegeben. Paypal wollte sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern, ob das Profil gegen die Richtlinien verst\u00f6\u00dft.Klicks kommen \u00fcber rechtsextreme Webseiten aus den Niederlanden, den USA, Litauen und UngarnEine Analyse der Verlinkungen zu \u201eAnonymous News\u201c f\u00fchrt in weitere L\u00e4nder: nach Litauen, in die Niederlande, nach Ungarn und in die USA.\u00a0CORRECTIV.Faktencheck fand Blogs mit Namen wie \u201eEinreich\u201c und \u201eDeutscherblick\u201c, die deutsche Beitr\u00e4ge von \u201eAnonymous News\u201c weiter ver\u00f6ffentlichen. Nutzerinnen und Nutzer k\u00f6nnen auf diesen Webseiten offenbar selbst Artikel hochladen. Ebenso wie \u201eAnonymous News\u201c sind sie voller pro-russischer und rechter Inhalte.\u00a0Als Spenden-Empf\u00e4nger ist auf den Seiten der pro-russische Aktivist Laurynas Ragelskis aus Litauen angegeben. Im M\u00e4rz 2026 wurde er dort laut litauischen Medienberichten unter anderem wegen antisemitscher \u00c4u\u00dferungen nicht rechtskr\u00e4ftig verurteilt, er darf als Teil seiner Bew\u00e4hrungsauflagen keine Inhalte mehr in Sozialen Netzwerken oder auf Webseiten ver\u00f6ffentlichen.Zwei deutschsprachige Webseiten mit dem Logo von Ldiena, Webseiten des pro-russischen Aktivisten Laurynas Ragelskis aus Litauen (Quelle: Google; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)In dem deutschsprachigen Forum \u201eVerkehrt\u201c werden neben \u201eAnonymous News\u201c auch die\u00a0 rechtsextremen Initiativen Identit\u00e4re Bewegung oder Ein Prozent beworben.\u00a0Im mehrsprachigen Blog des Neonazis John de Nugent steht ebenfalls eine Anzeige f\u00fcr \u201eAnonymous News\u201c. Der US-Amerikaner ist in Deutschland damit bekannt geworden, dass er ein Netzwerk von rechten Blogs und Telegram-Kan\u00e4len aufgebaut hat, die sp\u00e4ter teilweise in Verbindung mit Anschlagspl\u00e4nen gebracht wurden.\u00a0Der anonyme Blog \u201eFrontNiuws\u201c, der auch auf niederl\u00e4ndisch ver\u00f6ffentlicht, verlinkt h\u00e4ufiger auf Anonymous News als Quelle. Auch er wird der rechtsextremen Szene zugeordnet und verbreitet Desinformation aus russischen Quellen.\u00a0Auch die Webseite \u201eUnser Mitteleuropa\u201c, die ein Netzwerk rechter Medien in Europa aufgebaut hat, bezieht sich gelegentlich auf Artikel von \u201eAnonymous News\u201c als Quelle. Wie CORRECTIV.Faktencheck bereits 2022 berichtete, \u00fcbernimmt und \u00fcbersetzt sie Berichte von anderen und verhilft diesen \u2013 und sich selbst \u2013 zu gr\u00f6\u00dferer, internationaler Reichweite. Wer aktuell hinter \u201eUnser Mitteleuropa\u201c steckt, ist unklar.\u00a0Ein zeitlicher Zusammenhang f\u00e4llt jedoch ins Auge: Im M\u00e4rz 2016 wurde \u201eUnser Mitteleuropa\u201c auf den Namen des Jobbik-Politikers J\u00e1nos Bencsik und einer Stiftung, die er damals leitete, registriert. Die ungarische Partei Jobbik galt damals als rechtsextrem. R\u00f6nsch war in dieser Zeit schon in Budapest, wie aus dem Gerichtsurteil gegen ihn hervorgeht. In einem Artikel behauptete er sp\u00e4ter, er sei im Mai 2016 mit Vertretern der Jobbik-Partei im ungarischen Parlament gewesen. Laut einem ungarischen Medienbericht soll R\u00f6nsch damals unter anderem Bencsik getroffen haben. Ob der Besuch mit der Gr\u00fcndung von \u201eUnser Mitteleuropa\u201c zusammenhing, ist unklar.\u00dcberschneidungen mit russischer PropagandaUnd dann sind da noch die vielen Verbindungen nach Russland. Die Webseite l\u00e4uft \u00fcber Server in Russland und bekommt nach neuesten Medienberichten wom\u00f6glich Unterst\u00fctzung vom russischen Geheimdienst FSB.\u00a0Der Blog kopiert inzwischen regelm\u00e4\u00dfig Texte des sanktionierten russischen Staatsmediums \u201eRT\u201c oder von Thomas R\u00f6per, der den seit Mai 2025 von der EU sanktionierten Propaganda-Blog \u201eAnti-Spiegel\u201c betreibt. \u201eAnonymous News\u201c macht so Inhalte in Deutschland zug\u00e4nglich, die in der EU eigentlich nicht mehr verbreitet werden d\u00fcrfen.Schon die Facebook-Seite \u201eAnonymous.Kollektiv\u201c teilte um 2014 herum pro-russische Beitr\u00e4ge oder Karikaturen. Im November 2014 bedankte sich das Facebook-Profil von \u201eRT\u201c Deutschland sogar bei der Facebook-Seite, weil sie zuvor den neuen Kanal des Staatssenders beworben hatte.\u00a0Die Webseite spielt auch zehn Jahre sp\u00e4ter immer wieder gro\u00dfen russischen Desinformationskampagnen in die H\u00e4nde. Einige Beispiele:Laut einer Untersuchung von Insight News im M\u00e4rz 2024 ist der Blog russischen Propaganda-Medien wie \u201eRT\u201c und \u201eVoice of Europe\u201c inhaltlich \u201eauffallend\u201c \u00e4hnlich. Unsere Datenanalyse zeigt: Dort erscheinen Texte unter dem Namen von Kreml-freundlichen Autoren, wie etwa Wladislaw Sankin, der zuvor f\u00fcr \u201eRT DE\u201c arbeitete.Im November 2024 griff die Webseite eine Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlung \u00fcber die deutsche Bundesregierung auf, die von der Stiftung zur Bek\u00e4mpfung der Repression stammt. Die Organisation wurde von dem einstigen Leiter der ber\u00fcchtigten Trollfabrik Internet Research Agency, Jewgenij Prigoschin, gegr\u00fcndet und inzwischen von der EU sanktioniert. W\u00e4hrend der Bundestagswahl 2025 verbreitete \u201eAnonymous News\u201c zwei Fake-Videos, die angeblichen Wahlbetrug zeigten \u2013 beide standen in Verbindung mit der russischen Einflusskampagne Storm-1516.Diese Videos zeigen falsche Aufnahmen von Stimmzetteln zur Bundestagswahl \u2013 doch diese Beitr\u00e4ge standen mutma\u00dflich in Verbindung mit der russischen Einflusskampagne Storm-1516 (Quelle: Telegram; Screenshots und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)S\u00e4mtliche Fragen zu Verbindungen zu rechtsextremen Blogs und zu pro-russischen Desinformationskampagnen sowie einige weitere Fragen an R\u00f6nsch blieben bis zur Ver\u00f6ffentlichung der Recherche unbeantwortet.Propaganda-Gr\u00fc\u00dfe aus MoskauEnde 2023, nach dem Ende seiner Bew\u00e4hrung, schrieb R\u00f6nsch auf Telegram: \u201eIch werde mein Versprechen in diesem Jahr einl\u00f6sen und im Dezember 2023 und Januar 2024 f\u00fcr zwei volle Monate aus Russland berichten.\u201c Er hielt, was er versprach, und schickte sp\u00e4ter in seinem Blog \u201eLiebesgr\u00fc\u00dfe aus Moskau\u201c.\u00a0Mehr noch: Er gr\u00fcndete dort ein Unternehmen. Es ist seit Gr\u00fcndung jedoch nicht in Erscheinung getreten \u2013 CORRECTIV.Faktencheck liegen Fotos von vor Ort vor: Der blassgelb gestrichene Hausflur h\u00e4ngt voller Firmenschilder, doch von R\u00f6nschs Firma findet sich keine Spur.Ein Foto von August 2025 aus der russischen Suchmaschine Yandex zeigt den Hauseingang des Geb\u00e4udes in Moskau, in dem R\u00f6nschs Unternehmen angemeldet ist (Quelle: Yandex; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Auch das Telegram-Angebot wurde weiter ausgebaut: Im August 2024 kam ein neuer englischsprachiger Kanal dazu. Dessen Posts werden laut Spiegel, OCCRP und Investigace besonders h\u00e4ufig von einem Nutzer verbreitet, dessen Telefonnummer mutma\u00dflich einem FSB-Mitarbeiter geh\u00f6rt.R\u00f6nsch blieb offenkundig l\u00e4nger als nur zwei Monate in Russland. Im Sommer 2025 k\u00fcndigte \u201eAnonymous News\u201c ein TV-Studio in Moskau an. Auf Sendung geht R\u00f6nsch pers\u00f6nlich Ende Oktober 2025 auf Youtube und Tiktok. In einem ersten Video steht er breitbeinig im schwarzen Mantel auf dem Roten Platz in Moskau \u2013 im Hintergrund die Basilius-Kathedrale. Es folgen mehr Videos: R\u00f6nsch f\u00fchrt durch schillernde Shoppingzentren, filmt volle Lebensmittelregale und interviewt Passanten in holprigem Russisch. Mario R\u00f6nsch in Moskau, ver\u00f6ffentlicht am 19. Dezember 2025 (Quelle: Youtube; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)R\u00f6nsch und \u201eAnonymous News\u201c machen also weiter \u2013 mit Desinformation, Hetze und mit pro-russischer Propaganda. Hat das denn niemand bei den deutschen Beh\u00f6rden auf dem Schirm?Auf dem Schirm schon. Eine Sprecherin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg schrieb auf Nachfrage im Februar 2026, bez\u00fcglich der Webseite sei eine Pr\u00fcfung angesto\u00dfen worden. Das Bundeskriminalamt teilte schon im vergangenen Jahr mit, grunds\u00e4tzlich sei \u201eAnonymous News\u201c bekannt, man wolle sich aber nicht weiter \u00e4u\u00dfern. Und die Staatsanwaltschaft von R\u00f6nschs ehemaligem Wohnort schrieb, man gebe zu laufenden Ermittlungsverfahren keine Auskunft, der Aufenthalt von R\u00f6nsch sei unbekannt.Konsequenzen bleiben also bislang aus.Autorin: Sarah ThustDatenanalyse: Johannes GilleRedigatur: Max Bernhard, Gabriele ScherndlCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Faktencheck-Redaktion"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Pro-russisch und rechtsextrem: Das internationale Netzwerk von \u201eAnonymous News\u201c","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/pro-russisch-und-rechtsextrem-das-internationale-netzwerk-von-anonymous-news\/#breadcrumbitem"}]}]