[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/rekordschnee-in-japan-ist-kein-argument-gegen-den-menschengemachten-klimawandel\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/rekordschnee-in-japan-ist-kein-argument-gegen-den-menschengemachten-klimawandel\/","headline":"Rekordschnee in Japan ist kein Argument gegen den menschengemachten Klimawandel","name":"Rekordschnee in Japan ist kein Argument gegen den menschengemachten Klimawandel","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Faktencheck Rekordschnee in Japan ist kein Argument gegen den menschengemachten Klimawandel Im Februar lag in Japan mancherorts meterhoch Schnee. F\u00fcr einige Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Netzwerken widerspricht das der globalen Erw\u00e4rmung. Warum das nicht stimmt, erkl\u00e4ren wir im Faktencheck. von&#8230;","datePublished":"2025-03-13","dateModified":"2025-03-13","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/themes\/correctiv-theme\/img\/rating\/false.svg","url":"https:\/\/correctiv.org\/wp-content\/themes\/correctiv-theme\/img\/rating\/false.svg","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/rekordschnee-in-japan-ist-kein-argument-gegen-den-menschengemachten-klimawandel\/","about":["Politik"],"wordCount":1194,"keywords":["argument","gegen","japan","klimawandel","menschengemachten","rekordschnee"],"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechselnFaktencheckRekordschnee in Japan ist kein Argument gegen den menschengemachten Klimawandel        Im Februar lag in Japan mancherorts meterhoch Schnee. F\u00fcr einige Nutzerinnen und Nutzer in Sozialen Netzwerken widerspricht das der globalen Erw\u00e4rmung. Warum das nicht stimmt, erkl\u00e4ren wir im Faktencheck.                    von                                Paulina Thom13. M\u00e4rz 2025                                In Japan kam es in diesem Winter teils zu Rekordschnee, etwa in der Pr\u00e4fektur Niigata. Anders als im Netz behauptet, ist das jedoch kein Argument gegen den Klimawandel. (Foto: Kyodo \/ Picture Alliance)                                        Behauptung                    Dass es in Japan bis zu f\u00fcnf Meter Schnee gab, widerspreche dem menschengemachten Klimawandel.                        Aufgestellt von:     Beitr\u00e4gen auf Telegram, Facebook und X                            Datum:                25.02.2025            Quelle            Bewertung        Falsch\u00dcber diese Bewertung                            Falsch. Rekordschneef\u00e4lle wie jene in Japan widersprechen dem Klimawandel nicht. Zum einen ist ein Wetterextrem ein kurzfristiges Ereignis, f\u00fcr die Betrachtung des Klimawandels sind hingegen l\u00e4ngerfristige Zeitr\u00e4ume relevant. Zum anderen kann es aufgrund der globalen Erw\u00e4rmung sogar zu mehr Schnee kommen: Eine w\u00e4rmere Atmosph\u00e4re kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu h\u00f6heren Niederschlagsmengen f\u00fchrt.    Auf Telegram verbreitet sich seit Ende Februar ein Foto von extremen Schneemengen in der japanischen Stadt Minamiuonuma. Bis zu f\u00fcnf Meter Schnee und damit die h\u00f6chste Schneemenge aller Zeiten sei dort gefallen, steht im Beitrag. \u201eDas muss wohl dieser Klimawandel sein, von dem permanent die Rede ist\u201c, hei\u00dft es dazu sarkastisch. Mehr als 50.000 Aufrufe hat der Beitrag, der sich im selben oder \u00e4hnlichen Wortlaut auch auf Facebook und X verbreitet.\u00a0Unsere Recherche zeigt: Anders als behauptet widerspricht extremer Schneefall nicht der globalen Erw\u00e4rmung.\u00a0Mehr als 50.000 Aufrufe hat dieser Telegram-Beitrag, in dem wegen extremen Schneefalls in Japan f\u00e4lschlich der Klimawandel angezweifelt wird (Quelle: Telegram; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Tats\u00e4chlich kam es in Japan im Januar und Februar zu heftigen Schneef\u00e4llen, mancherorts fielen Medienberichten zufolge mehr als drei Meter. Mehr als 20 Menschen sind wegen der dortigen Extremwetterlage gestorben. Das Foto in dem Telegram-Beitrag taucht online laut einer Bilder-R\u00fcckw\u00e4rtssuche vermehrt ab dem 24. Februar auf. Einigen Beitr\u00e4gen zufolge zeigt es ein Skigebiet in der Pr\u00e4fektur Niigata, einer von den Schneef\u00e4llen besonders betroffenen Region.\u00a0Extremer Schneefall in Japan widerspricht nicht dem Klimawandel\u00a0Widerspricht der extreme Schneefall also dem Klimawandel? \u201eGanz im Gegenteil\u201c, erkl\u00e4rt Karsten Haustein, Meteorologe und Klimawissenschaftler an der Universit\u00e4t Leipzig. \u201eRekordschneef\u00e4lle sind sogar etwas, was man auf einem w\u00e4rmeren Planeten aus physikalischer Sicht erwarten w\u00fcrde.\u201c An Orten, an denen es trotz Erw\u00e4rmung weiterhin kalt genug ist, falle logischerweise auch weiterhin Schnee. Hinzu komme aber, dass Atmosph\u00e4re und Ozean w\u00e4rmer w\u00fcrden. Das wiederum sorge daf\u00fcr, dass mehr Feuchte f\u00fcr Niederschl\u00e4ge zur Verf\u00fcgung steht \u2013 und die k\u00f6nnten sich als intensivere Schneef\u00e4lle bemerkbar machen. Umgekehrt \u201ehei\u00dft das allerdings nicht, dass im Winterdurchschnitt mehr Schnee fallen muss\u201c, so Haustein.Intensive Schneef\u00e4lle in Japan seien \u201eaufgrund des maritimen Klimas grunds\u00e4tzlich keine Seltenheit\u201c, schreibt uns auf Anfrage Gudrun M\u00fchlbacher. Sie leitet das Regionale Klimab\u00fcro des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in M\u00fcnchen. \u201eJedoch sind die aktuellen Schneef\u00e4lle aufgrund der langj\u00e4hrigen Messungen wohl als Extremereignis in der Region einzustufen.\u201c Dies sei erstmal keine direkte Auswirkung des Klimawandels. Es sei allerdings zu analysieren, ob solche Wetterlagen im Zuge des Klimawandels zunehmen. Wichtig sei dabei, einzelne Wetterereignisse und Klima nicht als dasselbe zu betrachten, schreibt M\u00fchlbacher.\u00a0Worin sich Wetter und Klima unterscheiden\u00a0Ein schneereicher Winter, eine einzelne D\u00fcrre im Sommer oder ein Jahrhunderthochwasser allein machen noch keinen Klimawandel. Genauso wenig widerlegt ein solches einzelnes Ereignis den aktuellen Klimawandel. W\u00e4hrend das Wetter ein kurzfristiges Ereignis ist, geht es beim Klima um die Betrachtung des durchschnittlichen Wetters \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, in der Regel \u00fcber drei\u00dfig Jahre.Inwieweit die Auswirkungen und Intensit\u00e4t solcher Ereignisse wie in Japan durch den Klimawandel verst\u00e4rkt w\u00fcrden, lasse sich nur aufwendig in der sogenannten Attributionsforschung berechnen, schreibt uns M\u00fchlbacher. Bei manchen Extremwettern, etwa Hitzewellen, ist der Zusammenhang zum Klimawandel eindeutig erkl\u00e4rbar, bei anderen, wie zum Beispiel Starkregenereignissen, ist eine Zuordnung aufgrund nat\u00fcrlicher Schwankungen schwieriger.\u00a0Was ist Attributionsforschung?Die Attributionsforschung will herausfinden, inwieweit der menschengemachte Klimawandel f\u00fcr Extremwetter verantwortlich ist. Forscherinnen und Forscher simulieren und vergleichen daf\u00fcr zwei Welten: eine mit und eine ohne menschlichen Einfluss auf das Klima, also quasi eine Welt vor der Industrialisierung. \u201eKommen die Wetterextreme in den Simulationen mit menschlichem Einfluss h\u00e4ufiger vor, k\u00f6nnen wir einen Zusammenhang zwischen dem menschengemachten Klimawandel und Wetterextremen herstellen\u201c, erkl\u00e4rt Jakob Zscheischler, Forscher am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung, dem Science Media Center. Wie der Klimawandel den Schneefall hierzulande ver\u00e4ndertRekord-Schneemengen seien auch in Deutschland m\u00f6glich, erkl\u00e4rt Meteorologe Haustein, da bei entsprechender winterlicher Extremwetterlage auch hier mehr Feuchte als fr\u00fcher zur Verf\u00fcgung stehe. 2010 sei es etwa in Hessen zu einem solchen Rekordschneefall gekommen, 2021 in Th\u00fcringen. Im Wintermittel sei Deutschland aber nicht kalt genug, um schneesicher zu sein, erkl\u00e4rt Haustein. \u201eDas war auch \u201afr\u00fcher\u2018 so.\u201c\u00a0Signifikant abgenommen habe aber in den meisten Regionen Deutschlands die Zahl der Frosttage, der Eistage und der Tage mit Schneedecke sowie die durchschnittliche Schneefallmenge, so Haustein. Laut einer Auswertung des DWD hat sich zwischen den Jahren 1960 und 2021 in allen H\u00f6henlagen in Deutschland die Zahl der Schneetage verringert, besonders im Flachland. \u201eW\u00e4hrend es in tiefen Lagen in den 60er Jahren im statistischen Mittel noch knapp 30 Schneetage gab, verringerte sich die Zahl im vergangenen Jahrzehnt auf magere 10 Tage\u201c, hei\u00dft es beim DWD. Auch in mittleren H\u00f6hen gebe es seit den 1960er Jahren etwa 50 Prozent weniger Schneetage.\u00a0Je h\u00f6her die Lage, umso schneesicherer sei es, erkl\u00e4rt M\u00fchlbacher vom DWD \u2013 hier werde oft die Grenze 1500 bis 2000 Meter und mehr genannt. F\u00fcr das Bergland gibt es laut Haustein folgende Faustregel: \u201ePro Grad globaler Erw\u00e4rmung, verschiebt sich die durchschnittliche Schneefallgrenze um circa 200 bis 300 Meter nach oben.\u201c\u00a0Haustein fasst die Lage f\u00fcr die Zukunft so zusammen: In den meisten Gebieten der gem\u00e4\u00dfigten Breiten w\u00fcrden Schnee-, Frost- und Eistage immer seltener werden. Strenge Winterperioden w\u00fcrden zur absoluten Ausnahme werden. \u201eSo kann es durchaus sein, dass es in einigen Regionen jahrelang keinen Schnee mehr gibt, unterbrochen von einem Starkschneefall-Ereignis im Rekordbereich.\u201cDer Telegram-Kanal, der das Foto zuerst verbreitete, hei\u00dft \u201eKen Jebsen \u2013 Aufkl\u00e4rung und Information\u201c. Der ehemalige Radiomoderator und bekannte Verschw\u00f6rungstheoretiker Ken Jebsen distanzierte sich von dem Kanal in der Vergangenheit \u2013 f\u00fcr eine Anfrage war der Kanal wegen fehlender Kontaktdaten f\u00fcr uns nicht zu erreichen. Es ist nicht das erste Mal, dass dort suggeriert wird, extreme Wetterereignisse widerspr\u00e4chen dem Klimawandel. Mal argumentiert der Kanal mit extremen Hochwassern, mal mit milden Wintern in der Vergangenheit. Warum diese Argumente nicht aufgehen, haben wir mehrfach berichtet.\u00a0Redigatur: Uschi Jonas, Gabriele ScherndlDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:\u201eWas wir heute \u00fcber das Extremwetter in Deutschland wissen, Extremwetterkongress, Deutscher Wetterdienst, 2021: Link (PDF, archiviert)\u201eBewirkt der Klimawandel die heftigen Regenf\u00e4lle?\u201c Science Media Center, 16. Juli 2021: Link (archiviert)\u201eFr\u00fcher war mehr Schnee \u2013 oder doch nicht?\u201c Deutscher Wetterdienst, 21. Dezember 2022: Link (archiviert)Zur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Rekordschnee in Japan ist kein Argument gegen den menschengemachten Klimawandel","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/rekordschnee-in-japan-ist-kein-argument-gegen-den-menschengemachten-klimawandel\/#breadcrumbitem"}]}]