[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/russische-propaganda-bundesregierung-ignoriert-hinweise-auf-spuren-in-deutschland\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/russische-propaganda-bundesregierung-ignoriert-hinweise-auf-spuren-in-deutschland\/","headline":"Russische Propaganda: Bundesregierung ignoriert Hinweise auf Spuren in Deutschland","name":"Russische Propaganda: Bundesregierung ignoriert Hinweise auf Spuren in Deutschland","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Die Bundesregierung ist Hinweisen auf die Beteiligung deutscher und europ\u00e4ischer Firmen bei der Verbreitung russischer Desinformation offenbar nicht nachgegangen. 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Nach Informationen von CORRECTIV hat das Ausw\u00e4rtige Amt bereits vor einigen Monaten eine unabh\u00e4ngige Analyse \u00fcber die technische Infrastruktur der sogenannten Doppelg\u00e4nger-Kampagne erhalten. Die darin aufgezeigten Verbindungen haben bisher allerdings zu keinen konkreten Ma\u00dfnahmen gef\u00fchrt.Die Einflussoperation unter dem Namen \u201eDoppelg\u00e4nger\u201c ist die gr\u00f6\u00dfte bisher bekannte russische Desinformationskampagne und wurde schon im Sommer 2022 entdeckt. Sie bedient sich unter anderem gef\u00e4lschter Webseiten, die aussehen wie westliche Medien, darunter Spiegel, Welt, S\u00fcddeutsche, Guardian oder Le Monde. Von Anfang an richtete sich die Kampagne schwerpunktm\u00e4\u00dfig gegen Deutschland. Einige Firmen und Hinterleute in Russland wurden von der EU und den USA sanktioniert.Die schwedische Nichtregierungsorganisation Qurium hat in der Analyse, die sie am Donnerstag ver\u00f6ffentlicht hat und die CORRECTIV vorab vorlag, unter anderem auf die Rolle der deutschen IT-Firma Aurologic und der finnischen Tochter des deutschen Hosting-Riesen Hetzner hingewiesen. Ihre Dienste, sowie die weiterer Unternehmen mit Sitz in der EU, wurden demnach bis zuletzt direkt oder \u00fcber Zwischendienstleister f\u00fcr die Weiterleitung zu gef\u00e4lschten Nachrichtenseiten und Propaganda-Portalen verwendet. Aurologic ist in einer fr\u00fchen Stufe im Datenfluss zwischengeschaltet. Bei Hetzner hingegen sind vier entscheidende Internetseiten beheimatet. Wie genau das System funktioniert, lesen Sie hier.Aurologic und Hetzner teilten CORRECTIV mit, von den Vorg\u00e4ngen nichts gewusst zu haben. Hetzner antwortete auf Anfrage, man werde \u201egeeignete Ma\u00dfnahmen ergreifen, um weitere zuk\u00fcnftige Rechtsverletzungen \u00fcber unsere Server zu verhindern\u201c, sollten sich die Vorw\u00fcrfe bewahrheiten. Aurologic-Chef Joseph Hofmann betonte zudem, die Beh\u00f6rden h\u00e4tten sich bisher nicht bei ihm gemeldet.Seit dem Fr\u00fchjahr dieses Jahres kursiert der Bericht von Qurium unter Regierungsstellen mindestens zweier EU-Staaten. In Deutschland erreichte er das Ausw\u00e4rtige Amt, das die Kampagne zuletzt inhaltlich und strukturell untersucht hatte. Das Ministerium wollte sich nicht zu dem Bericht \u00e4u\u00dfern und verwies auf eigene Untersuchungen. In seinem im Juni ver\u00f6ffentlichten Bericht finden sich jedoch keine Hinweise auf die Beteiligung europ\u00e4ischer IT-Firmen.Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erkl\u00e4rte auf Nachfrage, dass der Bericht \u201edem BMI und seinen Gesch\u00e4ftsbereichsbeh\u00f6rden\u201c vorliege. Mit dem Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundeskriminalamt (BKA) sind dem Haus zwei Beh\u00f6rden untergeordnet, in deren Bereich das Thema passt. Die Frage, ob das Ministerium mit den Firmen in Kontakt stehe, wurde nicht beantwortet.\u201eTempor\u00e4r gelingt es immer wieder, Inhalte, die auf Desinformations-Aktivit\u00e4ten wie die Doppelg\u00e4nger-Kampagne zur\u00fcckgehen, auf technische Weise nicht-verf\u00fcgbar zu machen\u201c, so das Innenministerium weiter. Die T\u00e4ter k\u00f6nnten ihre Inhalte aber durch Nutzung anderer Identit\u00e4ten schnell \u00fcber neue Wege verbreiten. F\u00fcr Sanktionsverst\u00f6\u00dfe seien hingegen die Finanz- und Wirtschaftsministerien zust\u00e4ndig.Die Sanktionierung der mutma\u00dflichen russischen Hinterleute der Doppelg\u00e4nger-Kampagne verbietet es europ\u00e4ischen Firmen eigentlich, mit diesen Gesch\u00e4fte zu machen oder ihnen Ressourcen bereitzustellen \u2013 direkt oder indirekt. Das Wirtschaftsministerium verwies auf die beim Zoll angesiedelte Zentralstelle f\u00fcr Sanktionsdurchsetzung. Diese teilte mit, keine Ausk\u00fcnfte zu Einzelf\u00e4llen zu erteilen.Abgesehen von den Sanktionen h\u00e4tten die Beh\u00f6rden eigentlich auch noch einen weiteren Grund, aktiv zu werden: \u00dcber dieselbe Infrastruktur, die die Doppelg\u00e4nger-Kampagne verwendet, laufen laut Fachleuten zum Teil auch Phishing, Betrug und andere kriminelle Aktivit\u00e4ten.Redigatur: Alice Echtermann, Justus von Daniels Faktencheck: Alice EchtermannDesign: Ivo MayrZur Quelle wechselnAuthor: Max Bernhard"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Russische Propaganda: Bundesregierung ignoriert Hinweise auf Spuren in Deutschland","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/russische-propaganda-bundesregierung-ignoriert-hinweise-auf-spuren-in-deutschland\/#breadcrumbitem"}]}]