[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/schnee-in-kamtschatka-virales-schlitten-video-ist-mutmasslich-ki-generiert\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/schnee-in-kamtschatka-virales-schlitten-video-ist-mutmasslich-ki-generiert\/","headline":"Schnee in Kamtschatka: Virales Schlitten-Video ist mutma\u00dflich KI-generiert","name":"Schnee in Kamtschatka: Virales Schlitten-Video ist mutma\u00dflich KI-generiert","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Gesellschaft Schnee in Kamtschatka: Virales Schlitten-Video ist mutma\u00dflich KI-generiert Ein Video zeigt Kinder, die in Kamtschatka in Russland einen Schneeh\u00fcgel herunterrodeln. Der reicht fast bis zum Dach eines Hauses \u2013 eine Aufnahme, die einige Medien aufgriffen. 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Der reicht fast bis zum Dach eines Hauses \u2013 eine Aufnahme, die einige Medien aufgriffen. Das Video ist jedoch wahrscheinlich KI-generiert.                    von                                Paulina Thom27. Januar 2026                                Im Januar sind Teile Russlands von den schwersten Schneef\u00e4llen seit Jahrzehnten betroffen, insbesondere die Halbinsel Kamtschatka, wie das obenstehende Bild zeigt. Andere Aufnahmen, die online kursieren, sind jedoch authentisch. (Symbolbild: Alexander A. Piragis\/ Anadolu \/ Picture Alliance)                            \u201eDie Kinder haben ihren Spa\u00df daran\u201c, schreibt ein X-Nutzer \u00fcber ein Video, das aus Kamtschatka, einer russischen Halbinsel im Pazifik, stammen soll. Dort gab es im Januar 2026 laut Meteorologen die schwersten Schneef\u00e4lle seit Jahrzehnten \u2013 tagelang berichteten Medien \u00fcber Schneemassen und -verwehungen. In dem Video rutschen scheinbar mehrere Kinder fr\u00f6hlich einen gro\u00dfen Schneehaufen herunter. Es sieht so aus, als t\u00fcrmte sich der Schnee fast bis zum Dach eines etwa neunst\u00f6ckigen Geb\u00e4udes.Auf X teilte es unter anderem die prorussische Bloggerin Alina Lipp, die auf der Sanktionsliste der EU steht. Zudem griffen es mehrere deutsche Medien auf, die sich sp\u00e4ter korrigierten. Uns erreichte das Video au\u00dferdem mehrfach \u00fcber unseren Chatbot mit der Bitte um Pr\u00fcfung.Der Fall zeigt: Es ist nicht mehr so leicht, KI-generierte Videos zu enttarnen. Die international virale Aufnahme wirkt aus mehreren Gr\u00fcnden unrealistisch, wie unser Faktencheck zeigt.Angebliches Schlitten-Video aus Kamtschatka offenbar mit Sora 2 erstellt\u00a0\u00a0Eine Bilder-R\u00fcckw\u00e4rtssuche f\u00fchrt zu Instagram-Beitr\u00e4gen, in denen ein Nutzername sichtbar ist: ai_nuzhdiq. Der Nutzer nennt sich in seinem Profil \u201edigital creator\u201c, teilt immer wieder offensichtlich KI-generierte Inhalte und hat das Video in der Nacht zum 16. Januar 2026 auf Instagram geteilt, also bevor es in Medienberichten und anderen Posts auftauchte \u2013 sein Beitrag hat inzwischen mehr als 17 Millionen Aufrufe. Eine \u00e4ltere Version des Videos konnten wir nicht finden. Auf Nachfrage, ob der Nutzer Urheber des Videos ist, antwortete er bis zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Faktenchecks nicht.Das mutma\u00dfliche Ursprungsvideo ist auf Instagram mit dem Hashtag Sora2 (rote Markierung) ver\u00f6ffentlicht worden \u2013 hierbei handelt es sich um ein KI-Tool (Quelle: Instagram \/ ai_nuzhdiq; Screenshot und Markierung: CORRECTIV:Faktencheck)Der Nutzer nennt in der Beschreibung das KI-Tool Sora 2 von Open AI, \u00fcber das wir schon mehrfach berichtet haben. Normalerweise haben Videos, die mit dem Tool erstellt werden, ein Wasserzeichen. Dieses l\u00e4sst sich jedoch leicht entfernen. Die meisten Videos des Instagram-Nutzers wurden laut Beschreibung mit Sora 2 erstellt. Open AI schreibt auf Nachfrage, das Video sei nicht mit Sora 2 erstellt worden. Der Nutzer verlinkt jedoch in seinem Profil ein Programm auf Telegram, das offenbar die Sora-KI nutzt, um Videos zu generieren.Experten sehen Hinweise, dass das Video k\u00fcnstlich erstellt wurdeValentin Schwind, Professor f\u00fcr Computergrafik an der Hochschule der Medien in Stuttgart, schreibt uns auf Nachfrage, die \u00fcbertrieben hohen Schneeverwehungen seien ihm auf Tiktok ins Auge gefallen, denn in anderen Aufnahmen seien eher normale Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse zu sehen. Zudem sei im konkreten Fall ein Kind auf einem Schlitten auff\u00e4llig, weil es wie ein \u201eGeist\u201c flackere.Gemeint ist das zweite Kind, das den Berg hinunterrodelt. Es verschwimmt fast mit dem Schnee im Hintergrund.Das zweite Kind, das den Berg hinunterrodelt, flackere wie ein \u201eGeist\u201c, sagt KI-Experte Schwind (Quelle: Instagram \/ ai_nuzhdiq; Gif: CORRECTIV:Faktencheck)Martin Steinebach ist Abteilungsleiter f\u00fcr Media Security und IT Forensics am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Sichere Informationstechnologie \u2013 er schreibt, er k\u00f6nne gut verstehen, dass das Video f\u00fcr echt gehalten wurde. \u201eOhne technische Analysen kommt man hier schnell an den Punkt, bei dem man sich fragt, ob man jetzt Hinweise sieht oder sie nur sehen will.\u201cSteinebach nennt einen weiteren Hinweis, der stutzig machen sollte: Im Video sehe man im Schnee ein Kind in dunkler Kleidung laufen, das dann pl\u00f6tzlich zu wachsen scheine und ein anderes Kind an der Hand nehme.Das Kind im schwarzen Schneeanzug \u201cwachse\u201d, erkl\u00e4rt KI-Experte Steinebach (Quelle: Instagram \/ ai_nuzhdiq; Gif: CORRECTIV:Faktencheck)Ebenfalls auff\u00e4llig ist die Hand eines Kindes, das gegen Ende des Videos ins Bild kommt, und ebenfalls unnat\u00fcrlich gro\u00df wird:Die Hand des Kindes im schwarzen Handschuh ist au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00df (Quelle: Instagram \/ ai_nuzhdiq; Gif: CORRECTIV:Faktencheck)Schnee in Kamtschatka reichte laut Deutschem Wetterdienst maximal in den vierten StockUnabh\u00e4ngig von diesen technischen Fehlern, ist das Video unrealistisch: Zwar gab es in Kamtschatka starke Schneeverwehungen, laut Medienberichten waren sie aber nicht so hoch wie in dem Video. Reuters zufolge fielen im Dezember und Januar etwas mehr als f\u00fcnf Meter Schnee, auch die Tagesschau berichtet \u00e4hnlich. Der deutsche Wetterdienst verweist uns auf Anfrage auf einen Artikel, wonach die Schneeverwehungen maximal in den vierten Stock reichten. Aufnahmen von Medien und Nachrichtenagenturen belegen eingeschneite Hauseing\u00e4nge und Autos \u2013 jedoch keinen so hohen Schnee wie im Video.Ist die Rodelszene realistisch dargestellt? Das haben wir den Deutschen Skiverband (DSV) gefragt. Laut Andreas K\u00f6nig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim DSV aktiv, wirken die Rodler und Skifahrer auf den Schneeh\u00fcgel \u201edraufgesetzt\u201c. Die Fahrgeschwindigkeit scheine zudem nicht zum Gef\u00e4lle des Schneeh\u00fcgels zu passen. Die Rodler beziehungsweise Skifahrer seien zu langsam unterwegs.Medien haben das Video teilweise gel\u00f6scht und einen Hinweis gesetztDas Video wurde auch in mehreren deutschsprachigen Medienberichten verwendet. Die Nachrichtenseiten T-Online und Watson korrigierten ihre Artikel mit einem Hinweis, dass das Video KI-generiert ist. T-Online l\u00f6schte zudem einen Facebook-Beitrag mit 400.000 Aufrufen. Focus und Welt haben nach unserer Anfrage ihre Artikel jeweils angepasst und ebenfalls einen Hinweis gesetzt.Alina Lipp antwortete nicht auf eine Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck \u2013 ihre Beitr\u00e4ge sind weiterhin online. Sie schrieb auf X sinngem\u00e4\u00df, dass es f\u00fcr sie keinen Unterschied mache, wenn einige der von ihr geteilten Videos KI-generiert seien.Mitarbeit: Laura SeimeRedigatur: Sarah Thust, Gabriele ScherndlZur Quelle wechselnAuthor: Paulina Thom"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Schnee in Kamtschatka: Virales Schlitten-Video ist mutma\u00dflich KI-generiert","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/schnee-in-kamtschatka-virales-schlitten-video-ist-mutmasslich-ki-generiert\/#breadcrumbitem"}]}]