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title: "Schule und Familie: Am Mittwoch beginnt der OGS-Realitätstest"
url: https://www.bachhausen.de/schule-und-familie-am-mittwoch-beginnt-der-ogs-realitaetstest/
date: 2026-08-31
modified: 2026-08-31
lang: de
author: "Dirk Bachhausen"
description: "Mit dem neuen Schuljahr beginnt für Kölner Familien der Realitätstest beim Ganztag. Seit dem 1. August 2026 gilt der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung zunächst für Kinder der ersten Klasse...."
categories:
  - "Meinung"
  - "Stadtbezirk Chorweiler"
tags:
  - "beginnt"
  - "familie"
  - "mittwoch"
  - "realitatstest"
  - "schule"
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# Schule und Familie: Am Mittwoch beginnt der OGS-Realitätstest

Mit dem neuen Schuljahr beginnt für Kölner Familien der Realitätstest beim Ganztag. Seit dem 1. August 2026 gilt der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung zunächst für Kinder der ersten Klasse. Der Anspruch umfasst grundsätzlich acht Stunden an Werktagen einschließlich Unterricht.

Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt, fordert deshalb eine klare Zusage: Eltern müssen sich auf die Stadt Köln verlassen können.

> „Eltern interessiert nicht, aus welchem Fördertopf das Geld kommt oder welche Stelle formal zuständig ist. Sie müssen die Gewissheit haben, dass für ihr Kind dort ein verlässlicher Betreuungsplatz vorhanden ist, wo er gebraucht wird“, sagt Bachhausen.
Köln steht beim Ganztag auf den ersten Blick vergleichsweise gut da. Nach aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW nahmen im Schuljahr 2025/26 **86,5 Prozent** der Kölner Grundschulkinder an einem offenen oder gebundenen Ganztagsangebot teil. Das war der höchste Wert aller kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen.

Diese Zahl ist jedoch keine Garantie für einen Platz. IT.NRW weist ausdrücklich darauf hin, dass die Statistik die tatsächlich betreuten Kinder erfasst – nicht die Zahl der verfügbaren Plätze oder den Bedarf der Familien. Für Eltern, die keinen Platz erhalten, hilft eine hohe stadtweite Quote nicht weiter.

Dass es konkrete Engpässe gibt, war bereits vor dem Rechtsanspruch sichtbar: Nach Angaben der Stadt Köln, über die 2024 berichtet wurde, erhielten im Schuljahr 2023/24 rund **750 Erstklässlerinnen und Erstklässler** keinen OGS-Platz. Gleichzeitig ging die Stadt damals davon aus, bis zum Schuljahr 2029 noch mindestens **7.000 zusätzliche Plätze** schaffen zu müssen. Besonders problematisch sind Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Hohe Durchschnittswerte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Familien an einzelnen Schulen weiterhin leer ausgehen können.

„Ein Rechtsanspruch, der je nach Wohnort oder Schule unterschiedlich eingelöst wird, ist kein verlässlicher Rechtsanspruch“, so Bachhausen. „Die Stadt und das Land müssen gemeinsam dafür sorgen, dass jedes Kind mit Betreuungsbedarf tatsächlich einen Platz erhält – nicht irgendwann, sondern dann, wenn die Eltern ihn brauchen.“

Bachhausen fordert deshalb mehr Transparenz. Köln sollte regelmäßig veröffentlichen:

- wie viele Kinder einen Anspruch haben,
- wie viele Familien einen Platz wünschen,
- wie viele Plätze tatsächlich vergeben werden,
- wie viele Betreuungstage wegen Personalmangels ausfallen,
- und welchen Eigenanteil die Stadt pro Platz trägt.

Für Eltern ist die Zuständigkeitsdebatte zweitrangig. Entscheidend ist, ob sie am Mittwoch ihr Kind verlässlich betreuen lassen können. Wenn der Platz fehlt oder die Betreuung regelmäßig ausfällt, geraten Familien bei Beruf, Ausbildung und Alltag unmittelbar unter Druck.

„Ganztag ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Voraussetzung für Chancengerechtigkeit und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Bachhausen. „Köln muss diesen Anspruch im Alltag zuverlässig erfüllen.“