[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/","headline":"Sommerinterview mit Markus S\u00f6der: Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten im Faktencheck","name":"Sommerinterview mit Markus S\u00f6der: Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten im Faktencheck","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Politik Sommerinterview mit Markus S\u00f6der: Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten im Faktencheck Am 24. August war Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) im ARD-Sommerinterview. Er wiederholte falsche und unbelegte Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten und B\u00fcrgergeld. Wir ordnen sie ein. von Sara Pichireddu 28.&#8230;","datePublished":"2025-08-28","dateModified":"2025-08-28","author":{"@type":"Person","@id":"##Person","name":"Correctiv.org","url":"#","identifier":15,"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/51a6c0962ec4a7a9fff8508f3b6a21069f40fbb9a1ee7294cca7a040ced87b6c?s=96&d=monsterid&r=g","height":96,"width":96}},"publisher":{"@type":"Person","name":"Dirk Bachhausen","image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/dirk_profil-300x300.jpg","width":600,"height":60}},"image":{"@type":"ImageObject","@id":"https:\/\/correctiv.org\/faktencheck\/hintergrund\/2025\/08\/28\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/","url":"https:\/\/correctiv.org\/faktencheck\/hintergrund\/2025\/08\/28\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/","height":"","width":""},"url":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/","about":["Politik"],"wordCount":1060,"articleBody":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln            Politik     Sommerinterview mit Markus S\u00f6der: Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten im Faktencheck        Am 24. August war Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) im ARD-Sommerinterview. Er wiederholte falsche und unbelegte Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten und B\u00fcrgergeld. Wir ordnen sie ein.                    von                                Sara Pichireddu28. August 2025                                Markus S\u00f6der, Ministerpr\u00e4sident von Bayern und Parteivorsitzender der CSU, beim Sommerinterview der ARD am 24. August (Foto: Jens Krick \/ Flashpic \/ Picture Alliance)                            Aktuell laufen die traditionellen Sommerinterviews von ZDF und ARD mit deutschen Spitzenpolitikerinnen und -politikern. Am 24. August 2025 war in der ARD der CSU-Parteivorsitzende und bayerische Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der zu Gast.Im Gespr\u00e4ch mit Moderatorin Anna Engelke ging es unter anderem um den Umgang mit ukrainischen Gefl\u00fcchteten in Deutschland. S\u00f6der will die Sonderregelung, mit der Ukrainerinnen und Ukrainer B\u00fcrgergeld statt Unterst\u00fctzung f\u00fcr Asylbewerbende bekommen, abschaffen. Das begr\u00fcndet er mit falschen und unbelegten Aussagen. CORRECTIV.Faktencheck ordnet sie ein.Besch\u00e4ftigungsquote der ukrainischen Gefl\u00fcchteten in Deutschland liegt im europ\u00e4ischen Mittelfeld\u201eDas System jetzt f\u00fchrt dazu, dass Deutschland im internationalen Vergleich viel weniger Menschen hat aus der Ukraine, die arbeiten k\u00f6nnten. [\u2026] Das ist doch echt absurd, was wir in Deutschland machen. Da haben wir gut ausgebildete Leute, setzen aber Anreize, dass sie nicht arbeiten. Das macht nur Deutschland so. Keiner in Europa versteht das.\u201cBewertung: Gr\u00f6\u00dftenteils falschSchon in seinem ersten Sommerinterview dieses Jahr am 3. August sprach Markus S\u00f6der \u00fcber Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland. Dass wegen des B\u00fcrgergelds in Deutschland im internationalen Vergleich besonders wenige von ihnen arbeiten w\u00fcrden, stimmt nicht, wie wir schon damals schrieben. Auch im aktuellen Sommerinterview mit der ARD wiederholt er bei Minute 27.40 seine falsche Behauptung.In einer im November 2024 ver\u00f6ffentlichten Studie untersuchte die Forschungseinrichtung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Situation ukrainischer Gefl\u00fcchteter im europ\u00e4ischen Vergleich. Demnach lag Deutschland mit einer Besch\u00e4ftigungsquote von etwa 27 Prozent im ersten Quartal 2024 unter Ukrainerinnen und Ukrainern \u201eim europ\u00e4ischen Mittelfeld\u201c. Seit 2023 stieg die Quote laut der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Im Mai 2025 hatten demnach knapp 35 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer eine Arbeit. Der Gro\u00dfteil von ihnen war sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt.Im Mai 2025 waren knapp 35 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer besch\u00e4ftigt (Quelle: Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)S\u00f6ders Behauptung, das mache \u201enur Deutschland so\u201c bezieht sich auf die aktuelle Rechtslage in Deutschland, wonach gefl\u00fcchtete Ukrainerinnen und Ukrainer Anspruch auf das B\u00fcrgergeld haben. Sie unterliegen dabei den gleichen Regeln wie alle anderen Empf\u00e4ngerinnen und Empf\u00e4nger auch. Das hei\u00dft, sie m\u00fcssen umfangreiche Aussagen zu ihrem Verm\u00f6gen machen, erreichbar sein und Termine und Ma\u00dfnahmen wahrnehmen.Deutschland ist nicht das einzige Land, das die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Ukrainerinnen und Ukrainer mit einer Sonderregelung sichert: In fast allen EU-Staaten haben ukrainische Gefl\u00fcchtete einen besonderen Schutzstatus, in manchen erleichtert ihnen das den Zugang zum Arbeitsmarkt. In Belgien erhalten sie dar\u00fcber hinaus beispielsweise staatliche Sozialhilfe.B\u00fcrgergeld spielt kaum eine Rolle f\u00fcr Erwerbst\u00e4tigenquote ukrainischer Gefl\u00fcchteter\u201eWir haben da noch eine Menge Arbeit, Sparpotential und auch Ver\u00e4nderungen, die durchzusetzen sind. Denken Sie an das Thema Rechtskreiswechsel beim Thema Ukraine, damit auch mehr Menschen aus der Ukraine arbeiten.\u201cBewertung: UnbelegtDass Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine B\u00fcrgergeld bekommen, soll jedoch ge\u00e4ndert werden, wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Demzufolge sollen Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine, die nach dem 1. April 2025 ins Land gekommen sind, k\u00fcnftig, so wie Asylwerbende aus anderen L\u00e4ndern, Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben.\u00dcber diesen \u201eRechtskreiswechsel\u201c spricht auch S\u00f6der im Sommerinterview (ab Minute 27). Er will weiter gehen als die Koalition und die Leistungen auch f\u00fcr jene begrenzen, die schon vor April 2025 nach Deutschland kamen. Durch die damit verbundene Leistungsminderung \u2013 statt 563 Euro im Monat f\u00fcr Alleinstehende nur noch 441 Euro \u2013 erhofft er sich mehr Arbeitswillen.Doch f\u00fcr diese Annahme gibt es laut der Studie des IAB keine Belege. Vielmehr spielen demnach vor allem die Kinderbetreuung, soziale Netzwerke und auch gute Englischkenntnisse eine zentrale Rolle f\u00fcr die Integration in den Arbeitsmarkt. Dar\u00fcber berichteten wir bereits im August 2023 und zuletzt im Juli 2025.Etwas weniger als 700.000 Ukrainerinnen und Ukrainer erhielten im April 2025 B\u00fcrgergeld. Das geht aus dem aktuellen \u201eMigrationsmonitor\u201c der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit hervor. Legt man die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom 31. Dezember 2024 zu Grunde, beziehen von rund 1,1 Millionen ukrainischen Menschen etwa 64 Prozent B\u00fcrgergeld.Narrative, die mit dieser oder \u00e4hnlichen Zahlen Stimmung gegen Gefl\u00fcchtete machen wollen, gibt es immer wieder. Wie wir bereits in diesem Faktencheck zeigten, ist die Quote aber kein Hinweis auf Arbeitsverweigerung oder gescheiterte Integration.Wir haben schon 2023 unter anderem mit Moritz Kuhn, Professor f\u00fcr Arbeits\u00f6konomie, \u00fcber die Zahlen und deren Bedeutung gesprochen. Er sagte, dass es vor allem wichtig sei, wie lange sich Menschen bereits in Deutschland bef\u00e4nden: \u201eMenschen arbeiten sich in den Arbeitsmarkt rein\u201c, sagt Kuhn. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steige daher auch die Besch\u00e4ftigungsquote.Die Besch\u00e4ftigungsquote f\u00fcr Gefl\u00fcchtete verbessert sich, je l\u00e4nger sie im Land sind (Quelle: IAB-Kurzbericht, Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Das zeigten auch Ver\u00f6ffentlichungen des IAB: \u201eMit zunehmender Aufenthaltsdauer steigen die Erwerbst\u00e4tigenquoten jedoch deutlich an: Im Durchschnitt erreichen sie sechs Jahre nach dem Zuzug 57 Prozent, sieben Jahre nach dem Zuzug 63 Prozent und bei einer Aufenthaltsdauer von acht und mehr Jahren 68 Prozent.\u201cOb und wie viel S\u00f6ders Vorschlag Geld einsparen w\u00fcrde, ist unklarDass all das Geld einsparen k\u00f6nne, wie S\u00f6der behauptet, ist nicht belegt. Zum Vorschlag der Koalition \u2013 der weniger weit geht als S\u00f6ders Vorschlag \u2013 gibt es entsprechende Berechnungen.Laut einem Referentenentwurf vom 8. August aus dem Arbeitsministerium liegen die Ersparnisse f\u00fcr Kommunen, Bund und L\u00e4nder durch den Rechtskreiswechsel in den Jahren 2026 und 2027 bei knapp 1,7 Milliarden Euro. Demgegen\u00fcber stehen aber Mehrkosten von insgesamt knapp 1,8 Milliarden Euro. Dazu kommen noch ein einmaliger Erf\u00fcllungsaufwand von 1,3 Millionen Euro. Eine Ersparnis f\u00fcr den Haushalt ist der Vorschlag laut dem Papier also nicht.Weitere Faktenchecks zu den Sommerinterviews 2025 finden Sie unter anderem hier, hier und hier.Korrektur, 29. August 2025: Wir haben im ersten Absatz korrigiert, dass das Sommerinterview mit S\u00f6der am 24. August nicht beim ZDF ausgestrahlt wurde, sondern bei der ARD. Redigatur: Steffen Kutzner, Gabriele ScherndlZur Quelle wechselnAuthor: Sara Pichireddu"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Sommerinterview mit Markus S\u00f6der: Aussagen zu ukrainischen Gefl\u00fcchteten im Faktencheck","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sommerinterview-mit-markus-soeder-aussagen-zu-ukrainischen-gefluechteten-im-faktencheck\/#breadcrumbitem"}]}]