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Sport in NRW auch europäisch denken

Der Solinger Jürgen Palm gilt als Gründungsvater der „Trimm Dich“ Bewegung, die in den 70er Jahren populär wurde. Viele der Trimm-Dich-Pfade sind mittlerweile marode oder in Vergessenheit geraten, aber die Idee „Bewegung für Alle“ hat überlebt und spielt in unserem sonst so bewegungsarmen Alltag eine wichtige Rolle: Fahrradfahren, Joggen, Walken, Slacklining oder Krafttraining mit eigenem Körpergewicht – diese und viele weitere Sportarten bilden den Bereich des selbstorganisierten Sports. Aktuelle Studienergebnisse des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft besagen, dass der selbstorganisierte Sport die häufigste Form der Sportausübung der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland darstellt. Basierend auf einem weiten Verständnis von Sport sind 92% der ausgeübten Sportaktivitäten dem informellen Sportsektor zuzurechnen.

Noch heute vergibt der Breitensport-Weltverband TAFISA den Jürgen Palm-Award für besonderes Engagement im Breitensport. Zuletzt wurde der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, mit dem Jürgen Palm-Preis ausgezeichnet, insbesondere, weil er die Europäische Woche des Sports ins Leben rief und für eine Erhöhung des Budgets für Sportaktivitäten innerhalb des Programms Erasmus+ sorgte.
Um was geht es bei den zwei sportpolitischen Initiativen der EU-Kommission eigentlich?

Europäische Woche des Sports

Vom 23. bis 30. September findet unter dem Motto „It’s time to be Active!“ die europäische Woche des Sports statt, sie wurde 2015 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und soll – genau wie die „Trimm Dich“ Bewegung – dem Bewegungsmangel der Europäer entgegen wirken. Die Europäische Kommission hat es sich zum Ziel gemacht, die Bevölkerung durch öffentliches Bewusstsein zu sensibilisieren und damit zu einem Umdenken in Ihrem Verhalten zu bringen. Seit 2016 koordiniert der Deutsche Turner-Bund die Europäische Woche des Sports in Deutschland und sucht Partner zur Umsetzung von sportlichen Aktivitäten. Ich fordere die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen auf, den deutschen Turnerbund bei der diesjährigen Europäischen Woche des Sports zu unterstützen, um Nordrhein-Westfalen zusammen mit ganz Europa in Bewegung zu bringen!

Erasmus+ Sport

Zudem gibt es das Erasmus Förderprogramm, welches in Form von studentischen Austauschprogrammen seit Jahren für grenzübergreifende Begegnung sorgt. Seit der Förderperiode 2014-2020 ist Erasmus+ schwerpunktmäßig auch auf den Breitensport ausgerichtet.

Erasmus+ Sport soll dabei helfen, die europäische Dimension des Sports zu entfalten und die Zusammenarbeit zwischen Sportverbänden, Behörden und anderen Interessenträgern zu stärken.

Der Programmschwerpunkt liegt auf den Bereichen:

  • gesundheitsförderliche körperliche Betätigung
  • Bekämpfung von Doping
  • soziale Eingliederung, Integration und Gleichberechtigung
  • Bekämpfung von Rassismus und Gewalt bei Sportveranstaltungen
  • Governance im Sport
  • Zweigleisige Laufbahnen für Sportlerinnen und Sportler

 

Die europäischen Institutionen diskutieren derzeit auf Grund des großen Erfolgs eine drastische Erhöhung der Mittel für Erasmus+. Der Exekutivvorschlag der Kommission sieht eine Verdopplung der Mittel und eine Verdreifachung der Geförderten vor. Im Parlament wird sogar dafür plädiert, auch die Mittel zu verdreifachen. Fördermittel stehen also zur Verfügung.

Nordrhein-Westfalen muss aber dazu beitragen, dass seine Athletinnen und Athleten, Funktionäre und Verbände von diesen Mitteln profitieren! In Brüssel hat man erkannt dass der Sport eine europäische Dimension, und Europa eine sportliche Dimension braucht, da Sport ein wichtiges Werkzeug für den europäischen Zusammenhalt darstellt. Das Land NRW sollte diese Dimension wahrnehmen und aktiv unterstützen!

Sport verbindet über Grenzen hinweg, schafft Zusammenhalt und vermittelt Werte wie Fairness, Respekt und Hilfsbereitschaft. In Zeiten von Brexit und wiederkehrendem Nationalismus sind die Werte des Sports Grundlage unseres europäischen Zusammenlebens und der Sport stellt ein wichtiges Element dar, um unser vereintes Europa zu stärken.
Aus diesem Grund erwarten meine Fraktion und ich von der Landesregierung, die Sportprogramme der EU-Kommission zu unterstützen und in NRW zu verankern!

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