[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/straftaten-rueckgang-in-der-kriminalstatistik-nicht-vor-allem-wegen-cannabis-legalisierung\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/straftaten-rueckgang-in-der-kriminalstatistik-nicht-vor-allem-wegen-cannabis-legalisierung\/","headline":"Straftaten-R\u00fcckgang in der Kriminalstatistik nicht \u201evor allem\u201c wegen Cannabis-Legalisierung","name":"Straftaten-R\u00fcckgang in der Kriminalstatistik nicht \u201evor allem\u201c wegen Cannabis-Legalisierung","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Nachdem die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) f\u00fcr 2025 pr\u00e4sentiert wurde, griffen mehrere Personen in Sozialen Netzwerken einzelne Aspekte daraus auf. In einigen Beitr\u00e4gen geht es dabei darum, dass die Gesamtkriminalit\u00e4t vor allem deswegen gesunken sei, weil Cannabis teillegalisiert wurde. 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In einigen Beitr\u00e4gen geht es dabei darum, dass die Gesamtkriminalit\u00e4t vor allem deswegen gesunken sei, weil Cannabis teillegalisiert wurde.So behauptet etwa die AfD in einem Facebook-Beitrag, der R\u00fcckgang der Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 gehe \u201eim Wesentlichen auf die Cannabis-Teillegalisierung\u201c zur\u00fcck. \u00c4hnliches schreiben auch andere Nutzerinnen und Nutzer und betonen stattdessen einzelne Deliktsgruppen, in denen die Zahlen gestiegen sind. Auch in einem  wird behauptet: \u201eDer R\u00fcckgang hat vor allem einen statistischen Grund: die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024.\u201c\u00a0\u00a0Manche versuchen so offenbar, den R\u00fcckgang der erfassten Gesamtkriminalit\u00e4t zu relativieren \u2013 doch dieser ist nicht \u201evor allem\u201c auf die Legalisierung zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern nur zu einem geringen Teil.Facebook-Beitrag eines AfD-Politikers zur PKS (Quelle: Facebook \/ Martin Hess; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Ohne Cannabis-Zusammenhang w\u00fcrde die Gesamtkriminalit\u00e4t bei minus 4,7 Prozent liegenBei der Pr\u00e4sentation der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erkl\u00e4rte Innenminister Alexander Dobrindt gleich zu Beginn zwei Mal, dass die Straftaten auch zur\u00fcckgehen, wenn man den statistischen Effekt durch die Teillegalisierung von Cannabis herausrechnet: Von dem R\u00fcckgang von 5,6 Prozent blieben ohne die Straftaten mit Cannabis-Zusammenhang, die im vergangenen Jahr noch teilweise in die Statistik z\u00e4hlten, immer noch 4,7 Prozent.\u00a0Die Teillegalisierung trat im April 2024 in Kraft. Entsprechend war die Anzahl der Straftaten in diesem Zusammenhang schon in der Kriminalstatistik von 2024 verringert. Auch das Bundeskriminalamt und das Innenministeriums nennen diesen Zusammenhang explizit: \u201eIn den Zahlen schl\u00e4gt sich die (Teil-) Legalisierung von Cannabis aus 2024 nieder, es ist aber selbst dann noch ein R\u00fcckgang vorhanden, wenn Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis herausgerechnet werden (-4,7 Prozent).\u201cDer R\u00fcckgang der Straftaten in der Statistik von 2025 setzt einen gr\u00f6\u00dferen Trend fort. Seit 2016 stieg die Gesamtzahl der Straftaten nur in zwei Jahren, 2022 und 2023, im Vergleich zum Vorjahr an. 2025 verzeichnete die Polizei mit 5,5 Millionen Straftaten etwa genauso viele, wie 2019.Neben der Gesamtkriminalit\u00e4t sank auch die Zahl der Tatverd\u00e4chtigen \u2013 sie flie\u00dfen in die Statistik ein, wenn die Polizei einen Fall an die Staatsanwaltschaft \u00fcbergibt, man kann also nicht von \u201eT\u00e4tern\u201c oder \u201eKriminellen\u201c sprechen. Au\u00dferdem verzeichnete die Polizei insbesondere einen R\u00fcckgang der Gewaltkriminalit\u00e4t, das erste Mal seit 2021.\u00a0Einzelne aufgegriffene Zahlen sind korrektSo wie andere Nutzer auch greift die AfD in ihrem Beitrag einzelne Deliktgruppen auf, die tats\u00e4chlich gestiegen sind. Zum Beispiel sind tats\u00e4chlich 2025 8,5 Prozent mehr F\u00e4lle von Vergewaltigung angezeigt worden.\u00a0Nachdem 2016 der Straftatbestand der sexuellen Bel\u00e4stigung ins Gesetz aufgenommen wurde, stiegen die Fallzahlen zun\u00e4chst stark. Von 2024 auf 2025 war der Anstieg im Vergleich gering. (Quelle: Bundeskriminalamt; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Die Zahlen sah Holger M\u00fcnch, Pr\u00e4sident des Bundeskriminalamtes bei der Vorstellung der PKS als Hinweis auf eine sogenannte Dunkelfeldaufhellung. Als Dunkelfeld wird der Teil der Kriminalit\u00e4t bezeichnet, der der Polizei unbekannt bleibt. Eine Aufhellung bedeutet also, dass Betroffene, die ohne die gestiegene Sensibilisierung einen \u00dcbergriff nicht angezeigt h\u00e4tten, jetzt eben doch zur Polizei gingen \u2013 auch wenn der Vorfall schon l\u00e4nger zur\u00fcckliegt.\u00a0Ebenso verzeichnet die Statistik tats\u00e4chlich mehr erfasste F\u00e4lle von Mord und Totschlag, wie auch die AfD unter anderem thematisisert: 6,5 Prozent. Das sind 150 F\u00e4lle mehr als im Vorjahr.\u00a0PKS wird immer wieder missverstanden oder verzerrtNichtsdestotrotz sank die in der PKS erfasste Gesamtkriminalit\u00e4t \u2013 und zwar nicht nur als statistischer Effekt oder \u201eKunstgriff\u201c, wie online manche schreiben. Auf unsere Anfrage, weshalb die AfD falsch behauptet, der R\u00fcckgang der Kriminalit\u00e4t sei im Wesentlichen der Legalisierung von Cannabis geschuldet, erhielten wir bis zur Ver\u00f6ffentlichung keine Antwort. Auch der Springer-Verlag, zu dem Welt geh\u00f6rt, antwortete uns bis zur Ver\u00f6ffentlichung nicht.Die Polizeiliche Kriminalstatistik erscheint jedes Fr\u00fchjahr und gibt wieder, wie viele und welche F\u00e4lle die Polizei der Staatsanwaltschaft \u00fcbergibt. Es kommt jedes Jahr zu Falschbehauptungen in Zusammenhang mit der PKS. Welche Aspekte beachtet werden m\u00fcssen, wenn man die PKS korrekt interpretieren will, haben wir in diesem Text geschildert.Redigatur: Sara Pichireddu, Gabriele ScherndlCORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Steffen Kutzner"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Straftaten-R\u00fcckgang in der Kriminalstatistik nicht \u201evor allem\u201c wegen Cannabis-Legalisierung","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/straftaten-rueckgang-in-der-kriminalstatistik-nicht-vor-allem-wegen-cannabis-legalisierung\/#breadcrumbitem"}]}]