[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sued-thueringen-bahn-stellt-ticketkontrolle-bei-migranten-nicht-generell-frei\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sued-thueringen-bahn-stellt-ticketkontrolle-bei-migranten-nicht-generell-frei\/","headline":"S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn stellt Ticketkontrolle bei Migranten nicht generell frei","name":"S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn stellt Ticketkontrolle bei Migranten nicht generell frei","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Faktencheck S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn stellt Ticketkontrolle bei Migranten nicht generell frei Auf Blogs und in Beitr\u00e4gen in Sozialen Netzwerken wird behauptet, das Bahnpersonal in Th\u00fcringen sei angewiesen worden, Tickets von Migrantinnen und Migranten nicht mehr zu kontrollieren. 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Eine solche Anweisung hat es laut der S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn und dessen Miteigent\u00fcmer, der Erfurter Bahn, aber nicht gegeben. Wir rekonstruieren, wie es zu der Falschmeldung kam.                     von                                Kimberly Nicolaus18. Oktober 2024                                Laut dem Betriebsrat der S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn kam es auf der Strecke Erfurt-Suhl-Meiningen mehrfach zu Vorf\u00e4llen, in denen Fahrg\u00e4ste das Zugpersonal bei der Ticketkontrolle bedrohten. Eine Anweisung an das Bahnpersonal, die nur Migrantinnen und Migranten betrifft, hat es laut dem Unternehmen nicht gegeben. (Quelle: Michael Reichel \/ Picture Alliance \/ DPA)                                         Behauptung                    Bahnpersonal der S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn sei es freigestellt beziehungsweise sei angehalten worden, die Fahrscheine von \u201eAusl\u00e4ndern\u201c oder \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c nicht mehr zu kontrollieren.                        Aufgestellt von:     Junge Freiheit, AfD-Bundespartei                            Datum:                16.09.2024                        Bewertung        Gr\u00f6\u00dftenteils falsch\u00dcber diese Bewertung                            Gr\u00f6\u00dftenteils falsch. Das Zitat einer Bahnsprecherin der S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn wurde in einen missverst\u00e4ndlichen Kontext gesetzt. Das Bahnpersonal kann demnach in \u201eschwierigen Situationen\u201c entscheiden, zur Deeskalation auf Ticketkontrollen zu verzichten \u2013 das gilt in Bezug auf alle Fahrg\u00e4ste. Laut der S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn und Erfurter Bahn gibt es keine generelle Anweisung, Migrantinnen und Migranten nicht mehr zu kontrollieren.    In Th\u00fcringen sei das Bahn-Personal dazu angehalten, aus Angst vor \u00dcbergriffen die Tickets von \u201eFahrg\u00e4sten mit Migrationshintergrund\u201c nicht mehr zu pr\u00fcfen, behauptet die AfD Bundespartei auf X und beruft sich auf einen Artikel der Jungen Freiheit. Das rechtskonservative Magazin titelte am 16. September: \u201eBahn stellt Mitarbeitern Ticketkontrolle bei Ausl\u00e4ndern frei.\u201c\u00a0Mehrere Nutzerinnen und Nutzer verbreiteten den Artikel der Jungen Freiheit auf X und Facebook, darunter der ehemalige AfD-Politiker Georg Pazderski, \u00fcber den CORRECTIV.Faktencheck schon h\u00e4ufig wegen der Verbreitung von Falschinformationen berichtete.\u00a0Die Behauptung kursiert auch ohne Bezug auf den Artikel der Jungen Freiheit. Der f\u00fcr Desinformation bekannte schweizer Blog Weltwoche sowie der \u00f6sterreichische Exxpress und der AfD-nahe Deutschland Kurier verbreiteten sie. Mehrere Tiktok-Videos \u2013 darunter von dem ebenfalls f\u00fcr Desinformation bekannten Alexander Raue alias \u201eVermietertagebuch\u201c \u2013 erreichten fast eine Millionen Nutzerinnen und Nutzer. \u201eDie Bahn verzichtet auf Ticket-Kontrollen bei Migranten wegen der eskalieren [sic.] Gewalt\u201c, hei\u00dft es darin. Die Behauptung kursiert zudem bei Whatsapp, dort baten uns Personen um eine \u00dcberpr\u00fcfung.Unsere Recherche zeigt: Die Aufregung um die angebliche Ungleichbehandlung Zugreisender in Th\u00fcringen basiert auf einer Falschinformation.\u00a0Die AfD-Bundespartei verbreitet auf X eine Falschinformation, die zuvor das rechtskonservative Magazin Junge Freiheit ver\u00f6ffentlichte (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Zitat von Bahnsprecherin wird f\u00e4lschlich in Zusammenhang mit Migrantinnen und Migranten gestelltIm Artikel der Jungen Freiheit hei\u00dft es, die S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn (STB) habe es ihren Zugbegleitern freigestellt, \u201edie Tickets von Ausl\u00e4ndern\u201c k\u00fcnftig zu kontrollieren. Es wird auf die Aussage einer Bahnsprecherin gegen\u00fcber der Th\u00fcringer Allgemeinen verwiesen, laut der Mitarbeitende \u201ein schwierigen Situationen zur Deeskalation selbst entscheiden\u201c, wie sie vorgehen.\u00a0Das Zitat der Bahnsprecherin wurde jedoch in einen missverst\u00e4ndlichen Kontext gesetzt. Die Sprecherin sprach allgemein von \u201eschwierigen Situationen\u201c, ohne auf eine bestimmte Personengruppe einzugehen. Dass es keine spezifische Anweisung f\u00fcr ausl\u00e4ndische Fahrg\u00e4ste gibt, hei\u00dft es auch direkt im ersten Satz des Artikels der Th\u00fcringer Allgemeinen: \u201eDie S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn hat ihre Zugbegleiter nicht angewiesen, Fahrscheine ausl\u00e4ndischer Fahrg\u00e4ste nicht mehr zu kontrollieren.\u201cDer Artikel und der entsprechende Satz liegen jedoch hinter einer Bezahlschranke. Wer nur den Titel und die Einleitung liest, bekommt tats\u00e4chlich f\u00e4lschlich den Eindruck, dass die ausbleibende Ticketkontrolle allein Asylsuchende betreffen k\u00f6nnte.\u00a0Auf eine Anfrage antworteten die Junge Freiheit und die AfD-Bundespartei bis zur Ver\u00f6ffentlichung nicht.STB und Erfurter Bahn: Keine Anweisungen, Migrantinnen und Migranten generell nicht zu kontrollieren\u00a0Hintergrund des Artikels der Th\u00fcringer Allgemeinen war der Leserbrief eines Ehepaars, das beobachtet habe, wie in der Regionalbahn von Arnstadt S\u00fcd nach Erfurt \u201enur die Fahrkarten der wenigen deutschen Reisenden\u201c kontrolliert worden seien. Im Verlauf des Artikels erkl\u00e4rt die Bahnsprecherin der STB, dass die Tickets f\u00fcr gew\u00f6hnlich schon im vorherigen Streckenabschnitt kontrolliert werden, wodurch ein falscher Eindruck entstanden sei. Daraus abzuleiten, dass ausl\u00e4ndische Fahrg\u00e4ste auf der Bahnstrecke Erfurt-Suhl-Meiningen grunds\u00e4tzlich nicht kontrolliert w\u00fcrden, \u201eh\u00e4lt das Bahnunternehmen f\u00fcr vermessen\u201c, hei\u00dft es im Artikel.Gegen\u00fcber dem ARD Faktenfinder sagte die STB, dass es keine Anweisung f\u00fcr die Mitarbeiter gebe, die Fahrscheine von Fahrg\u00e4sten mit sichtbarem Migrationshintergrund nicht mehr zu kontrollieren. Fragen von CORRECTIV.Faktencheck an die STB beantwortete Hella T\u00e4nzer, Sprecherin der Erfurter Bahn. Das Unternehmen ist Miteigent\u00fcmer der STB. Auch sie schreibt: \u201eEs gibt keine Anweisungen, dass Reisende mit Migrationshintergrund generell nicht zu kontrollieren sind.\u201c Und weiter: \u201eGrunds\u00e4tzlich sind in unseren Z\u00fcgen alle Fahrg\u00e4ste gleich zu behandeln und ben\u00f6tigen f\u00fcr die Fahrt ein g\u00fcltiges Ticket.\u201cSTB-Betriebsrat schrieb Brandbrief im M\u00e4rz: \u201eDie Szenen h\u00e4tten aus einem B\u00fcrgerkriegsgebiet stammen k\u00f6nnen\u201cAls \u201eschwierige Situationen\u201c, von der die Sprecherin gegen\u00fcber der Th\u00fcringer Allgemeinen redete, bezeichnete die STB gegen\u00fcber dem ARD Faktenfinder solche, \u201ein denen unser Personal verbal oder auch t\u00e4tlich bedroht wird\u201c.\u00a0In einem Brandbrief, den der Betriebsrat der STB im M\u00e4rz 2024 an den damaligen th\u00fcringischen Ministerpr\u00e4sidenten Bodo Ramelow schickte, ist laut mehrerer Medienberichte von \u201eGewaltexzessen\u201c die Rede, die sich vermehrt ereignet h\u00e4tten. Demnach gingen die Bedrohungen gegen das Bahnpersonal im Fr\u00fchjahr insbesondere von Bewohnern einer Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl aus. Gleichzeitig betonte man, es gehe nicht darum, eine bestimmte Personengruppe vorzuverurteilen.\u00a0In einer Pressemitteilung im Mai 2024 ordnete die STB weiter ein: Beleidigungen, P\u00f6beleien und Handgreiflichkeiten w\u00fcrden \u201ebei weitem nicht nur von Personen mit Migrationshintergrund\u201c verursacht, auch \u201edeutsche Fahrg\u00e4ste fallen leider sehr oft durch ein hohes Ma\u00df an Aggressivit\u00e4t auf\u201c. Eine Zugbegleiterin berichtete gegen\u00fcber dem MDR, es seien vielmehr immer die gleichen Personen, die negativ auffallen. Zahlen dazu, wie viele Schwarzfahrer es auf der Strecke gibt und wie hoch der Anteil \u201eNicht-Deutscher\u201c ist, erhielt der MDR von der Bundespolizei nicht.\u00a0Wir haben auch die th\u00fcringische Landesregierung zur aktuellen Situation der Ticketkontrolle gefragt. Viktor Heeke, Sprecher der Th\u00fcringer Staatskanzlei, erkl\u00e4rte: Ticketkontrollen in \u201eschwierigen Situationen\u201c aus Gr\u00fcnden der Deeskalation auszulassen, sei f\u00fcr Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter allein zu ihrem Schutz eine Option. \u201eDas ist nicht neu und hat sich seit vielen Jahren auch jenseits\u00a0 der Strecke zwischen Erfurt, Meiningen und Suhl zum Beispiel bei Fu\u00dfballderbys bew\u00e4hrt.\u201cMehr Sicherheitspersonal f\u00fcr S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn im Einsatz\u00a0Wegen der Vorf\u00e4lle gibt es seit April laut der STB erh\u00f6hte Sicherheitsma\u00dfnahmen auf der Strecke Erfurt-Suhl-Meiningen: Die th\u00fcringische Landesregierung habe Finanzmittel zur Verf\u00fcgung gestellt, die es erm\u00f6glichten, mehr Sicherheitspersonal einzusetzen. Laut der Th\u00fcringer Staatskanzlei belaufen sich die f\u00fcr 2024 bereitgestellten Mittel des Landesverkehrsministeriums auf rund 336.000 Euro.Wie die STB in ihrer Pressemitteilung schreibt, w\u00fcrden die Bundes- und Landespolizei ihre Pr\u00e4senz in den Z\u00fcgen erh\u00f6hen, eine \u201eintensive Aufkl\u00e4rung\u201c der Personen in der Erstaufnahmeeinrichtung Suhl zur Nutzung des \u00d6PNV sei vereinbart worden. Auf Nachfrage teilte Hella T\u00e4nzer von \u00a0der Erfurter Bahn mit, dass auch Flyer zur Nutzung des \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs in acht Sprachen in den Z\u00fcgen sowie in den Kunden- und Servicecentern ausliegen. Ob das zus\u00e4tzliche Sicherheitspersonal weiterhin eingesetzt wird, soll nach einer Auswertung im Herbst 2024 entschieden werden. Die Lage habe sich deutlich beruhigt, seitdem mehr Sicherheitspersonal eingesetzt werde, so die Sprecherin.Redigatur: Steffen Kutzner, Sophie TimmermannZur Quelle wechselnAuthor: Kimberly Nicolaus"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"S\u00fcd-Th\u00fcringen-Bahn stellt Ticketkontrolle bei Migranten nicht generell frei","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/sued-thueringen-bahn-stellt-ticketkontrolle-bei-migranten-nicht-generell-frei\/#breadcrumbitem"}]}]